Umstellung auf den Herbst

Momentan schleppe ich mich etwas durch die Tage. Mein Stoffwechsel hat mit der Umstellung auf das kühle Wetter und den Herbst zu tun. Ich neige zu Kopfschmerzen, habe kalte Hände und Füße, obwohl mir sonst eigentlich nicht kalt ist, ich bin dauermüde, obwohl ich genug schlafe. Ich kann kaum Energie aufbringen, dem Tag zu folgen. Mein Hals kratzt schon seit zwei Tagen verräterisch. Alles, was ich tun möchte, kostet mich Überwindung, obwohl ich in meinem Kopf tausend Ideen habe. Ich habe keine Lust, schöne Fotos zu machen und möchte den ganzen Tag irgendwo eingekuschelt rumlungern. Geht natürlich nicht. Stattdessen hangel ich mich mit Matcha und Powernaps durch den Tag, in der Hoffnung, daß dieser Umstellungsblues bald vorbei geht.

Was mir gut tut:

  • wieder bewusst auf schöne Momente achten und aufschreiben
  • im Fitness-Studio & der Sauna schwitzen
  • mich ganz bewusst hübsch machen, auch wenn ich daheim arbeite
  • regelmässiges und gutes Essen (ich habe extra die köstlichen Trauben aus dem Gemüseabo nochmal nachgekauft, weil die so unsäglich lecker waren)
  • Umarmungen
  • Briefe schreiben und Überraschungspost verschicken
  • schöne, inspirierende Texte lesen (Gedichte, Zitate, Newsletter)
  • laut Musik hören und Mitsingen
  • mich über die Kinder freuen (zB die Niedlichkeit des Jüngsten, die Begeisterung des Mittleren und den Humor der Großen)

Wochenende :: September ist der andere Januar

kistenchaos

Neulich habe ich bei Gretchen Rubin einen Artikel darüber gelesen, daß September eigentlich der andere Januar ist: Die perfekte Zeit, sich nach dem Sommerurlaub neu zu strukturieren, auszumisten, Projekte zu starten. Ein bisschen fühlt sich das tatsächlich so an. Wir hatten in unserem Kalender für dieses Wochenende als Termin „Lager aufräumen“ stehen. Das Chaos im Lager hat uns schon lange gestört, das Aufräumen haben wir immer vor uns hergeschoben. Bei einem unserer letzten Monatsdates haben wir dann beschlossen, einen Termin dafür zu finden, damit da endlich mal was passiert. Wird ja sonst nie was.

lager

anziehpuppen

Kiste für Kiste das Lager ordnen

Dieser Termin war am Samstag. Nach dem Frühstück haben wir also Stück für Stück, Kiste für Kiste durch das Lager gewühlt, ausgemistet, umstrukturiert, Haken für Gartengeräte angebracht, nebenher eine Liste mit Dingen geschrieben, die noch zu tun sind (Spielsachen repapieren, Dinge besorgen). Die Kinder haben wir während des Samstags mehr oder weniger sich selbst überlassen. Sie haben abwechselnd drin oder draussen (im strömenden Regen) gespielt. Ich habe dabei die ein und andere Kindheitserinnerung gefunden: die Noten aus meiner Zeit im Spielmannszug, die Anziehpuppen, die viele Jahre mein Lieblingsspielzeug waren. Davon konnte ich mich auch noch immer nicht trennen. Die durften bleiben.

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Abends blieb zur Feier des geschafften Projektes nur noch Kraft für ein Gläschen Hugo und träges Couchgelümmel zwischen dem Wäschechaos. Wenn es draussen regnet, trocknen wir die Wäsche im Wohnzimmer, sodass hier irgendwie immer Wäscheständer rumstehen.

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pflaumenmus

Sonntagsprojekte

Am Sonntag morgen, das Wetter war weiterhin trüb, hatte ich Lust, wieder mein Strickzeug rauszukramen. Ich strickte ein bisschen an dem Sockenpaar, was ich schon seit Monaten auf den Nadeln habe und las in meiner aktuellen Lektüre* (Danke, Caro!). Nebenbei kochte ich Pflaumenmus aus zwei Tüten Pflaumen, die wir von den Schwiegereltern und der Gemüsekiste hatten.

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Danach wollte ich eigentlich arbeiten, hatte aber noch etwas Restschwung vom Vortag in mir und beschloss, mein Büro umzustrukturieren. Ich wollte gern eine Wand, wo ich Bilder und Inspirationen aufhängen kann. Die einzig dafür geeignete Wand war aber von einem Regal verstellt. Also beschloss ich, das Regal an die gegenüberliegende Lehmwand zu stellen. Dazu musste ich das Regal erst ausräumen. Den Rest kannst du dir denken…. Ich bin noch immer nicht ganz fertig, für jedes Ding einen Platz zu finden, aber so im groben ist eine Art Ordnung zu erkennen. Auch ein bisschen Arbeit konnte ich dazwischen erledigen. Ich brachte endlich durch die Sommerferien lang bearbeitetes Projekt zu Ende. Ein schönes Gefühl.

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Zum Abendessen gab es wärmende Dhalsuppe. Danach war ich mit einer Freundin im Fitness-Studio und zu einer kleinen Runde Sauna verabredet. Als das Fitness-Studio zu machte, wir waren die letzten, sammelte ich die Tochter ein, machte eine kleine Abendmeditation, las noch ein paar Zeilen und fiel herrlich bleischwer ins Bett.

Andere Wochenendeinblicke siehst du bei Susanne.

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Eines Morgens riechst du den Herbst

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„Verweile doch! du bist so schön!“

Ich möchte festhalten am Spätsommer. Von einer inneren Wehmut bin ich befallen, die dieses Loslassen immer mit sich bringt. Umgeben von dieser Schönheit, die nur der Spätsommer hat. Und wie er uns verwöhnt mit goldener Sonne. Mich noch einmal richtig kosten lässt von der Leichtigkeit, der Pracht und der Fülle. Doch da ist auch etwas Schwere, die Kraft, die meine Energien in die Wurzeln zieht. Dieses Verlangen nach Einkehr. Noch nicht ganz. Einen Moment länger noch möchte ich im Jetzt verharren. Im Sommer. Ich gehe mit einer lieben Freundin essen, ich mache mit der Familie einen Ausflug zur Leitzach. „Verweile doch! du bist so schön!“ (Goethe, Faust) möchte ich die ganze Zeit rufen, jeden Moment anhalten und in seiner Vollkommenheit auskosten. Noch einmal draussen Essen, in der Hängematte schaukeln, noch einmal Röcke über den nackten Beinen flatternd tragen, in der Sonne schwitzen, das leuchtende Orange der Mohnblumen bewundern.

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Gleichzeitig rieche ich den Herbst. ich spüre ihn. Ich sehe ihn. Tautropfen am Morgen im Gras und auf den Blumen, Nebelschwaden vor pastelligem Himmel. Es wird früher dunkel. Die Sommerferien sind vorbei. Ich bin umgeben von einem Hauch von Melancholie.

Wie bereitest du dich auf den Herbst und die dunkle Zeit des Jahres vor?

In einem Online Kurs, den ich gerade mitmache, zur Inspiration, 30 days of harvest, war die erste Frage: „How are you preparing for Autumn and the dark time of the year?“ Ich war kurz entsetzt über diese Frage. Möchte ich doch gerade den Sommer festhalten, die Zeit anhalten, den Moment auskosten. Aber dann habe ich es gemerkt. Genau so bereite ich mich auf die kommende dunkle Jahreszeit vor: ich sammle Farben. Wie Frederick. Ich geniesse die Schönheit, ich sauge sie in mir auf, ich fotografiere, ich schaue hin, ich versuche sie in Worte zu fassen, mit Gefühlen in mir drin zu verknüpfen. Um mich dann, im späten Herbst und im Winter, im November und Dezember, wenn alles grau scheint, zu erinnern, daß da Farben sind, da Wärme ist. Ganz in mir drin.

“In the midst of winter, I found there was, within me, an invincible summer.” Albert Camus