Die Krumpflinge

Dem Wolf geht es wieder besser. Er hatte zu Beginn der Woche hohes Fieber. Einen Tag lang lag er nur schlapp im Bett, schlief viel und ruhte sich aus. Aber täglich wurde sein Fieber niedriger, er trank gut und am Dienstag Abend aß er auch schon wieder einen kleinen Happen. Jetzt ist er fieberfrei, aber noch etwas angeschlagen. Er hat eine rauhe Wolfsstimme und schnupft, wollte aber in den Kindergarten, denn hier daheim langweilt er sich sonst. Die Tage im Bett, nachdem er nicht mehr hochfiebernd, aber trotzdem schlapp war, hat er mit Hörspielen verbracht. Eins davon sind die Krumpflinge.

krumpflinge

Die Krumpflinge, Egon zieht ein! Annette Roeder, der hörverlag*

Die CD habe ich mir als Rezensionsexemplar bestellt (dafür kann man sich zB beim Bloggerportal anmelden). Ich bin immer wieder auf der Suche nach neuen Hörspielen, die sich besser Ertragen lassen als .. töröööööö. Wobei der Wolf eher spannenderes auf die Ohren möchte als eben den Elefant.

Die Krumpflinge sind kleine, pelzige Wesen, die in den vollgestopften Kellern von alten Menschenhäusern leben. Sie saugen die Schimpfwörter der Menschen ab und trocknen diese, um daraus Tee zu kochen. Schimpfwörter! Was für ein phantastisches Thema für einen Siebenjährigen.

Die junge dreiköpfige Familie, die in die alte Villa gezogen ist, geht viel zu freundlich miteinander um. Denn genau das wird für die Krumpflinge bald zum Riesenproblem: Innerhalb kürzester Zeit ist der kostbare Krumpftee aufgebraucht! Um den Vorrat wieder aufzufüllen, soll jetzt Egon nach oben zu Familie Artich ziehen und dort mit allerhand Streichen dafür sorgen, dass ordentlich gestritten, geschimpft und geflucht wird.

Das Hörbuch wird von Stefan Kaminski gelesen, der auch gern als Stimmwunder bezeichnet wird. Er spricht die verschiedenen Figuren, gibt Stimmungen und Geräusche allein mit seiner Stimme wieder.  Hier findest du Bilder, wie Stefan Kaminski das Buch einspricht, einen Trailer und Hörproben. Ich mag die Illustration auf dem CD-Cover. Anfang und Ende der Geschichte sind mit dem Krumpfling-Song markiert. Dem Wolf gefällt die Geschichte, er hört sie sich oft an. Ich finde bei Hörspielen immer wichtig, daß sie gut nebenher laufen können, ohne daß ich massiv davon genervt bin, weil entweder Sprecher, Figuren, Geschichte oder Musik nicht harmonisch sind. Die Krumpflinge dürfen ohne Kopfhörer gehört werden :-)

Die Krumpflinge gibt es als Buch und Hörbuch.*

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Fenchel

fenchel

In unserem Kühlschrank lagen plötzlich 5 Knollen Fenchel. Die hatten sich über die letzten beiden Gemüsekisten angesammelt. Normalerweise esse ich sie am liebsten als Fenchel-Orangen-Salat oder als Zitronen-Fenchel. Für Salat war es mir zu frisch, für den geschmorten Fenchel mit Zitronen fehlten mir die –na? – Zitronen!

Also fragte ich kurz per Twitter in die Runde, was ich denn aus dem Fenchel machen könnte. Das ist das schöne an Twitter: innerhalb kurzer Zeit bekommt man eine Vielzahl an Antworten und Möglichkeiten aus dem Netzwerk. Ich habe sie mal aufgeschrieben und mit eigenen ergänzt. Vielleicht ist das ja auch für dich eine schöne Inspiration, wenn wieder Fenchel im Kühlschrank liegt.

Ich habe den Fenchel gestern mit Tomate, Kartoffel und Artischocke in der Pfanne geschmort. Und heute esse ich ihn geschmort mit Apfelstückchen. Dazu Semmelbrösel und Tomatenwürfel. Irgendwie so.

Fenchel-Orangen-Salat
Geschmorter Zitronenfenchel
Anti-Schnodder-Suppe

Hast du auch ein Fenchel-Lieblings-Rezept? Oder magst du Fenchel so gar nicht?

Alles richtig gemacht!?

Es gibt einen Spruch, der mir vorallem auf Twitter immer wieder begegnet, der mich sehr zum Nachdenken bringt. Wann immer sich ein Kind nach unseren Werten und Vorstellungen verhält, dann wird das geteilt mit dem Zusatz “alles richtig gemacht” (das Kind liebt Bücher, das Mädchen wählt statt Rosa auch Blau, das Kind isst Gemüse, das Kind hört Musik, die wir auch cool finden usw usw) Natürlich verstehe ich den Stolz und die Freude, wenn wir unsere eigenen Erwartungen und Wertvorstellungen in unserem Kind wiedergespiegelt sehen. Das fühlt sich ein klein wenig wie ein Erfolgserlebnis an. Und genau so wird es auch kommuniziert. Alles richtig gemacht. Ich habe nichts falsch gemacht. Doch was bedeutet es im Umkehrschluss? Daß ich Dinge falsch mache, weil mein Kind nicht meinen Erwartungen entspricht, sich nicht verhält, wie ich es für gut befinde? Geht es darum? Habe ich etwas falsch gemacht, wenn mein Kind nicht gern liest, rosa mag oder auf Fleisch steht, obwohl ich gern lese, rosa in Verbindung mit Mädchen verabscheue oder Gemüsefreak bin?

Was ist überhaupt richtig, was falsch? Sind wir da nicht wieder bei Bewertungen und bei den oftmals hohen Anforderungen an uns selbst?

Natürlich, wie der Spruch bei mir ankommt, das hat auch was mit mir selbst zu tun. Was wird da angesprochen, was ich gern hätte, aber nicht habe? Welche unbefriedigten Bedürfnisse, offene Baustellen schlummern da noch? Welche Erwartungen an mich, an meine Kinder?

Im Kindergarten hatten wir neulich einen Mütter-Abend (es gibt auch Väter-Abende). Da ging es in erster Linie um die Begleitung unserer Kinder vom Minibaby bis zum Kindergartenkind und weiter. Wie verändert sich der Kontakt, wie wachsen wir mit, was braucht das Kind am Anfang, was jetzt? Wir hatten interessante Gesprächsgruppen mit Themen, die alle wieder erkannten. Kinder, die in der Entwicklung oft einen Schritt voraus sind. Wir Eltern, die sich gerade an eine Gegebenheit gewöhnt haben und schon ändert sich wieder alles und wir müssen umdenken, mitwachsen, unsere Kinder achtsam begleiten. Und wie oft es uns nicht gelingt, beim Kind zu bleiben. Wie wir uns Gedanken machen, es ‘richtig’ machen wollen, es besser machen wollen. Wir unterhielten uns auch über ‘Intuition’ und ‘gesunden Menschenverstand’ – beides Begriffe, die ich nicht gern in Zusammenhang mit Kindererziehung lese. Denn auch unsere sogenannte Intuition und der gesunde Menschenverstand ist abhängig von dem, was wir selbst erlebt haben. Das ist keinesfalls überall gleich und ein gemeinsamer Nenner. Aber darauf möchte ich jetzt gar nicht eingehen.

Ein Begriff, der beim Mütter-Abend abschliessend fiel ist die “good enough mother” – die ausreichend gute Mutter. Dieser Begriff wurde, zwar im Zusammenhang mit Babies, von Donald Winnicott geprägt, lässt sich aber gut auf unser gesamtes Muttersein anwenden: entspannen und die eigenen Ansprüche entwas runterschrauben. Das nimmt uns Druck. Entspannt können wir viel Besser auf die Bedürfnisse unserer Kinder (und von uns selbst) eingehen. Wir alle machen das gut, wie wir es machen. Und wir haben garantiert nichts falsch gemacht, wenn unser Kind nicht gern liest oder Gemüse verabscheut.

Liebe A.

meine Gedanken schweifen immer mal wieder zu dir. Ich frage mich, was du machst und wie es dir jetzt geht. Du willst Kunst studieren oder dich vielleicht in Leipzig an der Hochschule für Grafik und Buchkunst bewerben. Das erzählst du mir bei unserem letzten Treffen, während du mir meine Haare schneidest. Das Treffen ist schön, aber auch ein bisschen befremdlich. Wir hatten einen lange Pause seit wir uns das letzte Mal gesehen haben. Wir tasten beide vorsichtig nach dieser Verbindung, suchen nach gemeinsamen Themen. Du lebst mit deiner Freundin zusammen, zeigst mir Kunst und Comics. Du hast dich verändert. In meinem Tagebuch schreibe ich: “Wir haben uns seit 3 Jahren nicht mehr gesehen. A. ist ernster geworden. Und ihre Haare sind lang. Sie hat ein Gemälde von Tamara de Lempica auf den Oberarm tätowiert.” Ich himmle dich immer noch an und finde dich ziemlich cool. Du gibst mir deine Email und Telefonnummer als ich gehe. Aber der Kontakt reisst ab.

mit 20Es war eine ziemlich schräge Situation, wie wir uns kennengelernt haben. Ich war inmitten von zwei Beziehungen. Mit einem Fuß raus aus der einen, mit dem anderen Fuß schon fast drin in der anderen. Aber eigentlich hauptsächlich auf der Suche nach mir selbst. Ich wollte überhaupt keinen Beziehungskram. Ich wollte frei sein und an niemanden gebunden. Und dann kamst du mitten in dieses Gefühlschaos hinein. Du hast mich auf einem Konzert in der Alten Kaffeerösterei in Plauen gesehen. 1998.  Ich war dir aufgefallen mit meinen kurzgeschorenen Haaren und der Schiebermütze. Du hast immer wieder meinen Blick gesucht. Als ich aufbrach, nach Hause zu gehen, spürte ich, daß du mir nach gingst. Ich war schon die ganze Strasse herunter gegangen. Ich hörte, wie du laut fluchtest. Über verpasste Chancen. Ich wusste, du meintest mich. Ich hielt an und drehte mich um. Wir blickten uns aus der Ferne an. Dann ging ich langsam zurück. Wir trafen uns und kamen ins Gespräch. Wie man halt spricht, wenn man ein bisschen zuviel getrunken hat und man nicht mehr so viel drüber nachdenkt, was die andere von einem denkt. Ich habe die Situation noch genau vor Augen. Wir standen am Strassenrand, ich sah den Gulli unterm Bordstein. Es war novemberkalt und dunkel.
Dann kamen deine Freunde im Auto. Sie wollten nach Hause fahren und suchten dich schon. Wir wollten Telefonnummern tauschen, hatten aber keinen Stift. Ich sagte dir meine, du wolltest sie dir merken. Im Auto, so erzähltest du mir später, musste sich jeder deiner Freunde einen Teil meiner Nummer merken.
Ich war an diesem Abend sehr aufgewühlt. Die Tage danach belauerte ich mein Telefon. Ob du anrufen würdest? Konntest du dir meine Nummer merken? Du konntest. Und du hast angerufen!

aWir haben uns dann immer wieder getroffen, tiefe und lustige Gespräche geführt, geliebt und philosophiert. Wir haben gemeinsam Ausstellungen besucht und sind in die 20er Jahre abgetaucht. Wir haben Kunstbände angeschaut und Fotos von Man Ray angeschmachtet. Wir haben daran angelehnt Fotos für meine Fotografie-Abschlussarbeit gemacht. Und immer war da dein warmes Lachen und dein Witz. Später sind wir weggezogen. Du hast eine Ausbildung als Friseurin begonnen, ich mein Studium. Unser Kontakt wurde weniger, aber nicht weniger herzlich. Ich besuchte dich in deiner kleinen Hotelwohnung in Nürnberg, lernte deinen Ausbildungssalon kennen und besuchte Ausstellungen mit dir. Für meine Hochzeit hast du mir meine Haare gemacht. Ich war froh, dich an diesem Tag auch dabei zu haben. Wir haben zusammen geraucht und den letzten Tanz der Hochzeitsnacht getanzt – Biene Maja! Es hat so Spaß gemacht mit dir. Nach der Hochzeit verlor sich unser Kontakt. Wir trafen uns noch ein zwei Mal. Ich hatte das Gefühl, daß du verletzt warst von meiner Entscheidung zu heiraten. Aber ich weiß es nicht. Das ist nur eine Vermutung. Danach war nichts mehr wie es mal war. Vielleicht ist es aber auch einfach so, daß ein Abschnitt im Leben auch mal zu Ende ist und es Zeit wird, loszulassen. Freunde loslassen – das konnte ich noch nie gut.

Immer wieder suche ich dich im Internet. Ich finde heraus, daß du mittlerweile in Wien lebst und Kunst studiert hast. Daß du Ausstellungen hattest und politisch aktiv bist. Aber ich weiss nicht, wie ich dich kontaktieren soll. Und wozu überhaupt. Letztes Jahr beschliesse ich, deiner Mutter eine Weihnachtskarte zu schreiben und dir viele Grüße ausrichten zu lassen. Ich mochte deine Mutter immer gern. Sie hat den gleichen Vornamen wie ich. Der beschriftete Umschlag liegt noch auf meinem Schreibtisch. Ich habe die Karte nicht geschrieben. Ich habe neulich wieder nach dir gesucht. Und einen Nachruf gefunden. Du hast dir im Februar das Leben genommen. Obwohl wir uns aus den Augen verloren haben – oder gerade weil? – nimmt mich das sehr mit. Wie verzweifelt musstest du sein, dein Leben selbst zu beenden? Ich trauere, ich weine und gehe immer wieder zu dem Platz in meinem Herzen, der dir gehört, wo du noch immer wohnst. Ich werde nie mehr Tamara de Lempicka anschauen können, ohne an dich zu denken.

Ich hoffe, du hast es schön da, wo du jetzt bist.

Strohwitwenwochenende mit Papierbastelkram

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Der Mann ist schon am Freitag nachmittag nach Karlsruhe gefahren. Die Tochter schlief auswärts, der Sterngucker ging früh ins Bett. Ich machte mir mit dem Wolf einen entspannten Abend.
Den Samstag startete ich gleich nach dem Frühstück mit Fensterschmuckfalterein. Tulpen, Seerosen, Libellen und Nautliusspiralen (nach dieser Anleitung. Bei Labbè gibts auch ein Set dazu) sind im Laufe des Tages entstanden.

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Der Wolf schlief etwas länger. Später richtete ich ihm sein Frühstück, dann verabredete er sich mit einem Freund zu uns. Gegen Mittag hatte ich das Haus voller wilder Jungs.

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Der Sterngucker wollte bauen. Also kramte ich die Holzkiste aus dem Schuppen hervor und wir bauten den Pferden eine Weide.

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Ich beschloss, meine Bastelpapierkiste zu sortieren, da im büro Platz war, weil der Mann alle Gongs mitgenommen hatte. Während die Jungs spielten und der Sterngucker ein Mittagsschläfchen hielt, arbeitete ich ein bisschen. Dann sortierte ich weiter und wühlte in den Papierschnipseln und Erinnerungen.

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Am nachmittag klingelte der Eiswagen. Der Sterngucker war gerade vom Mittagsschlaf erwacht und stürzte sich auf ein Zitroneneis.

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Im Garten verblühen die Tulpen, dafür blühen nun Blütenmandalas.

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Am Abend bringt eine Freundin die Tochter mit von der S-Bahn nach Hause. Ich sortiere weiter in meiner Papierkiste herum und gehe, begleitet von Vergangenheitserinnerungen, ins Bett.

Die Nacht war unruhig und viel zu kurz. Aber der Sterngucker ist ein erbarmungsloser Schnellaufsteher. Das heisst, er steht von Schlaf auf Wach neben dem Bett und will sofort Frühstücken. Und wenn man nicht gleich mitkommt, dann geht er selbst und macht sich was. Das verheisst nicht immer gutes, denn er glaubt, er kann das alles schon. Er weiss sicher, sich zu versorgen, jedoch ist das nicht immer in unserem Sinne.

Ich backe Apfelscones zum Frühstück. Der Wolf fühlt sich nicht gut.

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Nach dem Frühstück geht es ihm aber besser und er verabredet sich mit seinen Freunden. Diesmal spielen sie etwas ruhiger und sehr intensiv zu dritt. Der Strerngucker wuselt bei mir herum. ich erledige Kleinkram im Haushalt und Wäsche. Irgendwann wird er müde und legt sich auf die Couch und schläft.

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Nach dem Mittagessen (Gemüsesuppe) gehen wir alle unserer Dinge nach. Ich lese mit dem Sterngucker  (Affiliate Link) oder schaue, daß er nicht wegläuft. Gegen halb 4 wird der Wolfsfreund abgeholt. Der Wolf schleicht daheim umher und hilft bisschen beim Aufräumen und Abendessen machen. Es gibt Pizza. Schon beim Essen ist der Wolf sehr müde und schwach und möchte ins Bett.

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Die Tochter kümmert sich kurz um den Sterngucker, damit ich den Wolf in Ruhe ins Bett bringen kann. Ich lese eine kleine Geschichte und lasse ihn allein. Als ich einige Minuten später nochmal nach ihm schaue, liegt ein zitternder Glühwolf im Bett, dem alles weh tut. Ich messe Fieber, was innerhalb kurzer Zeit auf 39,8 gestiegen ist. Weil es abend ist, gebe ich ihm Belladonna Globuli. Das Fieber steigt weiter auf 40,4, was mich dann doch beunruhigt. Der Sterngucker springt derweil überdreht und laut umher. Ich habe Herzklopfen, bin beunruhigt und bitte nochmal die Tochter, sich um den Sterngucker zu kümmern. Ich rufe die Nachbarin an, um jemanden zum Sprechen zu haben. Das hilft. Wir tauschen uns kurz aus. Es geht mir etwas besser und ich bin wieder ruhiger.

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Als ich wieder Fieber nachmesse ist das Fieber schon auf 39,8 gesunken. Der Wolf trinkt. Das beruhigt mich. Ich bringe den Sterngucker nun auch is Bett. Er ist immer noch sehr aufgedreht. Seine Lautstärke macht mich nervös, weil ich meine Ohren im Schlafzimmer beim Wolf habe. So fiebernde Kinder mit ihrem hektischem Atem machen mich etwas nervös.

Irgendwann schläft auch der Sterngucker. Ich warte auf den Mann. Eigentlich wollte ich noch Wäsche aufhängen, die Küche in Ordnung bringen und mich um die Tochter kümmern. Stattdessen sitze ich beim Wolf, mache Wadenwickel und hoffe, daß er sein Fieber schnell wegschlafen kann.

Fenstertulpen – Tulpenfenster

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Im Garten verblühen die letzten Tulpen langsam. Dann wird es leer sein, denn mehr habe ich nicht gepflanzt. Um die Tulpenfreude ein wenig länger zu haben, habe ich blumigen Fensterschmuck gefaltet. Das geht super schnell. Da kann man auch über die schmutzigen Fenster drüber wegsehen (eine Mischung aus Regen und Blütenstaub).

Dazu brauchst du ein rotes (oder anders buntes) und zwei grüne quadratische Papiere. Ich habe dafür die Transparentpapier genommen, weil ich mag, wie das Licht durch die verschiedenen Schichten bricht.

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Vielleicht probiere ich ein Blütenmandala ähnlich der Fenstersterne, die an Weihnachten unsere Fenster schmückten.

Im Seifenschaum versunken

Auf den gestrigen Tag habe ich mich schon lange gefreut. Einer unserer Mütterkreisfrauen – momentan sind wir 4 – ist 50 geworden. Zusammen haben wir ihr (und uns) einen Tag in der Therme & Sauna mit traditioneller Seifenschaummassage im Hamam geschenkt. Es war nicht so einfach, in unseren vollen Kalendern einen passenden Termin für einen ganzen Tag Auszeit zu finden, es ist uns aber recht zeitnah gelungen. Dieser Termin war gestern.

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Schlafen, Lesen, Sein
Gut gelaunt, mit Handtüchern, Büchern und Picknick bepackt sind wir in die Therme nach Bad Aibling gefahren. Dort haben wir uns zuerst ein bisschen im Wasser eingethermt und sind dann in die Saunalandschaft gewechselt. Wir haben uns ein gemütliches Relaxnest im Ruhebereich gebaut, wo wir entspannt rumlungern, schlafen und ruhen konnten. Und so haben wir insgesamt 7,5 Stunden verbracht. Das klingt viel, die Zeit verging allerdings wie im Fluge. Wir haben abwechselnd sauniert, im Wasser rumgehangen, uns gesonnt oder nackt vom Regen anregnen lassen. Wir haben geschlafen, lecker gegessen (das Speiseangebot in der Therme hat mich wirklich überrascht. So lecker, leicht und frisch, zum Teil vegan und sehr hübsch angerichtet). Ausserdem hatten wir Obst und Nüsse dabei. Am Ende des Tages konnte ich fast schon wieder sprechen, so gut taten Entspannung und die feuchten Dämpfe meinen Stimmbändern.

Unter federleichtem Seifenschaum
Die Krönung des Tages war die Hamam-Behandlung. Das hatte ich noch nie und war sehr neugierig. Wir wurden immer zu zweit in die Hamamkuppel eingelassen. Die Luft darin war feucht und dampfig, der Raum abgedunktelt und nur von orientalischen Lampen beleuchtet, die feine Muster an die Decke der Kuppel warfen. In der Mitte der Kuppel befand sich ein beheizter runder Steintisch, auf den wir uns legen sollten. Dort lagen wir ca 15 min zum Aufwärmen. Dann kamen zwei Frauen, die uns behandelten. Zuerst wurde unser Körper mit einem rauhen Handschuh abgerubbelt, ein wunderbares Peeling. Danach versanken wir in Bergen von fluffig weichem Schaum. Das ist so ein irres Gefühl. Überhaupt ist das ganze sehr sinnlich, diese verschiedenen Eindrücke auf der Haut: das kratzige Peeling, die Wasserschwälle, der zarte Seifenschaum. Mit dem Seifenschaum wurden wir dann am ganzen Körper massiert. Meine Verspannungen waren teilweise schmerzhaft spürbar, aber insgesamt empfand ich die ganze Behandlung als sehr wohltuend. Am Ende wurden wir wieder abgespült und aus der Kuppel entlassen. Unsere Haut fühlte sich weich und duftend an, wir fühlten uns verwöhnt und entspannt. Wir waren uns einig: das könnten wir uns öfter gefallen lassen!

Der Tag hat uns Frauen sehr wohl getan. Eine kleine Miniauszeit in unserer vertrauten Runde. Auf jeden Fall Hightlight der Woche. Das zählt als Friday Fives (Lesen! Schlafen! Frauengespräche! Massage! Sauna! …)