Bautagebuch :: Die Bagger sind da

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Tagelang sind wir um das Grundstück geschlichen, haben geschaut, ob sich was tut. Dann der Anruf der Nachbarin. Die Lattung steht. Wieder warten. Schnee. Kälte. Der immer näher rückende Aufstelltermin. Unser enges Zeitfenster. Nervöses Hufscharren unsererseits. Und gestern? Endlich der Anruf vom Schalungsbauer. Er bräuchte noch Pläne, stehe aber jetzt am Grundstück. Und ich komme hin. Ein Kribbeln im Bauch: Da baggert ein Bagger. Auf UNSEREM Grundstück. Für UNSER Haus. Und nun geht es sichtbar voran. Und trotzdem fühlt sich alles noch soo unwirklich an.

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Werkzeuge und Ausstattung
Der Mann hat schon eine Werkzeugliste geschrieben. Mein Vater sammelt einiges zusammen, was er noch hat. Verlängerungskabel, Licht. Der Mann hat Stichsäge, Handkreissäge, Staubsauger und Co bestellt. Ausserdem Arbeitskleidung für uns. Schuhe mit Stahlkappen und robuste Hosen mit kleinen Taschen. Da liess sich nichts adäquates finden in unserem Mausschieberkleiderschrank.
Heute nachmittag besichtigen wir ein Tadelakt Bad und sprechen einen Maler, der sowas ausführt. Ich bin sehr neugierig. Ausserdem holen wir den Bauofen ab, der uns während des Innenausbaus wärmt bis der Waltherm-Ofen nebst Heizung installiert ist. Der Mann bestellt Holz, daß wir uns direkt aufs Grundstück liefern lassen.

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Ausbauschule
Am Samstag geht es weiter. Wir haben kurzfristig einen Termin bekommen, nocheinmal an der Ausbauschule der Hausbaufirma teilzunehmen. Der Mann war da schon einmal, nun schaun wir uns die Gewerke, die wir als Eigenleistung einbringen, nochmal genauer an. Heraklitplatten zurechtsägen und anbringen, Gipskarton schneiden und schrauben und was da noch alles anfällt. Ich bin sehr gespannt. Ich bin ja kein Freund von Kreissägen und überhaupt so elektrischen Werkzeugen. Das fängt schon bei Brotmaschinen an. Da hab ich großen Respekt vor. In mein Kopfkino werden da immer Finger und sonstige Körperteile an- und abgesägt. Wuah.

Ein Tag im November

Noch bevor mein Wecker klingelt, ist der Sterngucker wach. Er liegt die Hälfte der nacht neben mir im Bett, stillt morgens und steht dann auf, um alle Lichtschalter im Schlafzimmer anzuknipsen. Und manchmal auch wieder aus. An Aus An Aus. Dann räubert er weiter, schiebt die Schranktür Auf. Zu. Auf. Zu. Räumt Papas Schachteln mit Manschettenknöpfen aus und steckt mir die kalten Dinger unter die Bettdecke. Entdeckt die Gitarre und zupft ein paar Saiten. Er ist schneller als mein morgendliches Ich. Ich schlurfe also mit ihm zum Bad und mache uns beide tagfertig. Dann wecke ich zuerst die Tochter, indem ich ihren Lichtstern anschalte und ihr Fenster schliesse (damit sie beim Aufstehen nicht gleich erfriert). Auch den Wolf erinnere ich an die Aufstehzeit.

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Frühstück
Ich bereite das Frühstück und die Brotdosen für die Kinder vor, immer wieder mit dem Blick zur Uhr und ein paar durchs Haus gerufenen Worten, um die Einhaltung des Zeitplans zu unterstützen. Ich bewundere den morgendlichen Himmel und den Blick auf die Berge. Der Sterngucker futtert eine Mango und wuselt mir danach um die Beine herum. Endlich sind alle Kinder am Frühstückstisch und essen. Dann ziehen sie sich winterfest an und gehen zum Bus. Der Wolf isst sein restliches Frühstück auf dem Weg. Ich finde es schwierig, morgens das richtige Zeitfenster zu takten. Zu viel Zeit gibt Spielraum, sich zu verzetteln, zu spielen und dann nicht aus dem Haus zu kommen. Zu wenig Zeit macht es stressig und hektisch. Im Winter ist es morgens anders als im Sommer. Die Kinder kommen schlechter aus den Betten und in die Gänge. Die Tochter muss ich mittlerweile um einiges früher wecken als den Wolf, weil sie morgens länger braucht, sich passend zu kleiden und zu stylen. Oder ihr fallen noch Sachen ein, die sie mitnehmen oder erledigen möchte. Sehr dringend, versteht sich.
Als alle Kinder aus dem Haus sind, frühstücke ich erstmal. Und dann auch der Mann. Und der Sterngucker gleich nochmal mit. Dann bringen wir den Mann zum Bahnhof (10 km mit dem Auto hin, 10 km wieder zurück).

Vormittag
Wieder daheim, mache ich eine Runde durchs Haus: betten machen, Waschmaschine anschalten, Schuhe im Flur sortieren und Handtücher für die nassen Schuhe bereitlegen, Fenster von Schwitzwasser befreien. Der Sterngucker wuselt nebenher. Solange er wach ist, kann ich nicht konzentriert arbeiten. Dann packe ich ein paar Packerl von meiner Bastelkisten-Aktion, wechsle eine Stinkewindel, drehe eine Runde durchs Haus, um die ausgebreiteten Sachen vom Sterngucker wieder einzusammeln, pflücke ihn mehrmals vom Tisch. Nach einer kleinen Stillpause kann ich gerade noch verhindern, daß er von der Couch fällt, weil er drauf rumturnt. Ich kümmere mich um den Abwasch in der Küche, bereite mir einen Tee, tausche die Müllbeutel im ganzen Haus, stelle die vollen Müllbeutel vor die Tür und packe weiter Päckle, denn heute möchte ich zur Post.

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Mittag
Der Sterngucker wird müde und rast wild durch die Gegend. Ich pack ihn in den Manduca auf meinen Rücken. Er schläft gleich ein. Ich erinnere mich an meinen nunmehr kalten Tee, telefoniere kurz mit dem Mann. Wir warten auf die Bagger, die auf dem grundstück mit den Grabungen beginnen sollen. Danach setze ich mich hin, um Skizzen für ein Logo zu digitalisieren. Das telefon klingelt. Es ist der Schalungsbauer, der noch Pläne braucht. Ich suche sie raus, wechsle den schlafenden Sterngucker auf den Bauch, ziehe mich an und bringe die Pläne zum Grundstück, wp -oh Kribbel im Bauch!- ein Bagger bereits gräbt. Nach einem Gespräch mit dem Bürgermeistert (da da grad zufällig längs kam), der zukünftigen Nachbarin und dem Schalungsbauer, gehe ich zurück ins Haus. Der Sterngucker wird wach und möchte Stillen. Ok, keine Arbeitszeit für mich heut.
Ich mache mir eine Kleinigkeit zu Essen und bereite das Mittag für die Kinder (Kartoffelsuppe) und Rote Beete für heut Abend vor.
Der Sterngucker braucht eine neue Windel. Jedes mal eine Herausforderung, schneller mit dem Lappen am Po zu sein und sauberzumachen als er mit seiner kleinen Hand, um zu tasten, ob noch alles dran ist. Ich räume mit ihm sein Spielzeug auf und drehe wieder eine der unzähligen Runden durchs Haus, um Sachen einzusammeln, die er breitwildert (Papier, Schuhe, Dosen aus der Küche). Ich bin müde und gönne mir eine kleine Pause auf der Couch. Zwei Runden Puppenschuh häkeln schaffe ich, dann muss ich schon wieder hoch, um Unheil zu verhindern und Schaden zu begrenzen. Ich schalte die vorbereitete Kartoffelsuppe für die Kinder ein, räume die nasse Wäsche aus der Waschmaschine, schalte eine neue ein. Dann mache ich die Suppe fertig und lasse die Kinderbande rein, die 13:30 vom Bus kommt.
Ich setze mich mit ihnen gemeinsam zum Essen hin und höre zu, was es zu erzählen gibt. Die Post kommt. Dabei ein Packerl von meinem Vater. Mit geknackten Walnüssen, Maroni und einem verlorengeglaubten Playmobil-Säbel vom letzten Oma-Besuch des Wolfes. Juhu! Großes Glück. Der Sterngucker quengelt. Die Tochter schlägt vor, mit ihm raus zu gehen. Also zieht sie sich und den Minibruder wieder an, ich packe ihn in den Kinderwagen und sie geht mit ihm spazieren. Zum Grundstück, zu den Kälber, eine Runde durch den Ort. Der Wolf wärmt sich in seinem Zimmer auf, wir lesen eine Geschichte in seinem momentan liebsten Buch aus der Bibliothek „Zacharias Zuckerbein“, dann geht er auch raus, um dem Bagger auf dem Grundstück zuzuschauen.

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Nachmittag
Ich versorge die Spülmaschine, räume Gruschel weg und packe unser Zeugs zusammen, was ins Auto muss. Gegen 15:00 Uhr kommt die Tochter wieder rein. Sie wechselt in ihre Reitsachen. Ich belade das Auto mit den Paketen für die Post und bringe den Müll in die Mülltonne & zum Kompost, setze den Sterngucker ins Auto. Dann ist auch die Tochter soweit und wir fahren bis zum grundstück, schaun nochmal, wie weit die Abeiter sind und sammeln den Wolf ein. Ich bringe mit Hilfe der Kinder die ganzen Packerl zur Post. Während ich zahle, schaun sich die beiden größeren im Spielzeugladen um (der gleich neben der Post ist). Ich schaue noch ein wenig mit, suche ein Wichtelgeschenk für unser Twitterwichtelkind aus und ratsche mit einer Schulmama aus dem Ort. Ein Blick auf die Uhr: wir müssen uns beeilen. Die Tochter hat 16:00 Reiten. Alle schnell wieder ins Auto. Wir bringen die Tochter zum Pferdehof und fahren danach zurück, um noch diverse Einkäufe zu erledigen. im Buchladen kaufe ich Karten und möchte Konzertkarten für ein Lars-Eisbär-Musical kaufen. Die möchte ich gern in den Nikolaus-Stiefel tun. Die gibt es aber nur in der großen Stadt. Dann fahre ich zum Edeka, um noch einige fehlende Sachen zu kaufen. Per Handy kläre ich mit dem Mann, wann wir ihn am Bahnhof einsammeln sollen. Es bleibt uns noch zeit für einen Abstecher zum Blumenladen, wo ich Steckmasse kaufe und der Wolf eine Blume geschenkt bekommt. Er ist extra deswegen mit reingekommen, um nach einer Blume zu fragen. Er hat mal eine Rose geschenkt bekommen und fand das sehr schön.

Abend
Dann sammeln wir den Mann am Bahnhof und die Tochter beim Reiterhof ein und fahren gemeinsam nach Hause. Da sind alle schon hungrig und müde. Die Tochter und der Wolf streiten sich. Es gibt Kindergeschrei. Zuhause wärmen wir die restliche Suppe auf und essen ausserdem Brot & Rote-Beete-Salat. Dann bringt der Mann den Sterngucker ins Bett, ich kümmere mich um die Küche. Dann tauschen wir, ich telefoniere noch mit der Tochterfreundinmama einige Wochenendorganisationssachen ab. Der Mann liest dem Wolf vor, die Tochter telefoniert mit ihrer Freundin, ich kuschle mit dem Wolf, dann schreibe ich den Tagesbericht, küsse den Mann, hänge die nasse Wäsche auf und gehe ins Bett. Vielleicht lese oder Stricke ich noch zwei Reihen. Aber nur vielleicht. Denn eigentlich fallen mir die Augen schon zu. Donnerstage, diese!

Adventskalender für den Wolf

Letztes Jahr hatte ich dem Wolf ein Piratenbild als Adventskalender gemalt. Das hing jetzt das ganze Jahr über gerahmt in seinem Zimmer. Von seinem Bett aus kann er es sehen. Neulich, als wir abends im Bett kuschelten und noch ein wenig redeten, sagte er mir, daß er sich wieder so einen Adventskalender wünscht. Oh je. Ich hatte schon daran gedacht, aber keine passende Idee wollte mir einfallen. Doch dann – ich weiss nicht, wann und wo, da kam sie. Der Wolf faltet gern Papierflugzeuge. Damit liess sich doch was anfangen.

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Schicht für Schicht kommt Farbe dazu und werden Dateils ausgearbeitet

Mit dieser Initalidee kamen dann nach und nach die Bilder für das Motiv. Und da der Sterngucker mit tagsüber nichts anderes machen liess, konnte ich das Bild anfangen und ziemlich zügig fertig malen. Die Trocknungszeiten nutzte ich, um den Sterngucker zu bändigen und den Haushalt zu schmeissen. Am Abend war das Bild dann soweit fertig. Nun wir das Gesamtbild mit einem Papier zugedeckt und kleine Türchen an Stelle von den Details reingeschnitten.

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Jedes Familienmitglied hat einen Platz im Bild. Letzter Schliff mit Marker und Fineliner.

Am Ende darf der Wolf das Gesamtbild lüften.

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Fertiges buntes Gesamtmotiv.

Und wäre ich eine gelernte Illsutratorin, dann hätte ich auch noch sowas wie Spannung ins Gesamtbild reingezaubert. Aber ich bin mir sicher, der Wolf freut sich auch so. Die Tochter findets hübsch.

Jetzt kümmere ich mich um ihren.