Bautagebuch :: Überall Leitungen. Und Hanfmatten.

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Wir werkeln vor uns hin. Und das tolle daran: wir sehen, was entsteht.
Letzte Woche waren die Heizungsbauer, Sanitär und Elektriker da. Das Gerüst wurde erstmal abgebaut. Wir haben unseren Wasseranschluss bekommen (das hat am Ende doch noch alles gepasst und ging gut aus). Jetzt sind alle Heizungsrohre verlegt und angeschlossen, die Solaranlage auf dem Dach und die Insallationen für Wasserhähne, Waschebecken und Klo angebracht. Ausserdem Kabel für Steckdosen, Schalter und Thermostate. Ein komplexes System an Schläuchen und Rohren. ich bin immer wieder sehr beeindruckt, wie die da die Übersicht behalten und am Ende tatsächlich alles funktioniert. Hut ab. Hier macht jeder seine Arbeit wirklich gut. Ich freue mich, daß die Monteure wissen, was sie tun und ich mich auf sie verlassen kann. Alle sind bisher sehr freundlich und sorgfältig.

Unsere Aufgabe ist nun, die Sanitärinstallationen zu verkoffern (das Wort ist soo lustig). Da hat der Mann am Wochenende fleissig gesägt, gemessen und geschraubt. Ich hab derweil schon die Zwischenwände mit Hanfmatten ausgestopft. Das sieht leicht aus, ist aber körperlich sehr anstrengend, die Matten mit einem Dämmstoffmesser in Form zu schneiden. Aber der Mann und ich haben einen guten gemeinsamen Fluss auf der Baustelle. Ich mag die Stimmung. Wir werkeln vor uns hin, es läuft Musik, der Bauofen spendet behagliche Wärme und hin und wieder braucht der eine vom anderen Hilfe. Dann besprechen wir was, halten die Leisten zum Schrauben fest oder messen etwas aus.

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Die Kinder waren gut versorgt. Die Tochter geht ihrer Dinge nach (am Wochenende war sie Schlittschuhlaufen), der Sterngucker war bei der Nachbarstochter untergebracht und der Wolf leistete uns Gesellschaft und werkelte selbst an einem Piratenschiff (wir hatten ihm die Liefer-Palette der Solaranlage aufgehoben und zur Verfügung gestellt).

Als nächstes gilt es noch paar Ausbesserungen zu machen, fertig zu dämmen, die zweite Runde Gipskarton anzuschrauben und Fliesen auszusuchen. Unser Bad ist noch immer ein Fragezeichen, aber so langsam nimmt es Form an. So im Kopf. Wir haben den Tadelakt-Menschen kontaktiert und gehen demnächst Fliesen bemustern. In zwei Wochen kommen schon die Lehmputzer für die erste Schicht Lehmputz. Wie aufregend!

In Kontakt mit mir selbst sein

Ich schrieb in meinem Wochenrückblick, daß ich diese Woche das Gefühl hatte, mich mehr um mich selbst du kümmern. Es passiert schnell, daß wenn die Woche voll ist, die Anforderungen hoch sind oder einfach viel zum Koordinieren und Besprechen auf dem Tisch liegt, der Kontakt zu sich selbst schnell verloren geht.
Michaela hat das festgestellt und auch im Buntraum war das die Erkenntnis der Woche. Ich glaube, das passiert uns ganz schnell, daß wir den Blick nach innen verlieren oder uns selbst übersehen, vorallem wir Mütter, wenn wir so oft für andere sorgen und da sind. Umso wichtiger ist es, uns selbst auch ernst zu nehmen, unsere Bedürfnisse zu hören und wenn nötig, ein bisschen zu entschleunigen, um wieder mit uns selbst in Kontakt zu kommen.

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Für jeden funktioniert ein anderer Weg, wieder in die Mitte zu kommen. Wichtig ist, daß wir uns im richtigen Moment daran erinnern. Oder erinnern lassen. In meinem Leonie Dawson Life Workbook gibt es genau zu diesem Thema einige Seiten dazu. Sie fordert dich auf, einen kleinen Notfallplan zu schreiben, für den Fall, daß alles Scheisse ist und du eine Notbremse brauchst („Incase the suckies strike“). Halte fest, was dich aufmuntert und erdet und kleb dir den Zettel an eine Stelle, wo du es wiederfindest. In deinen Kalender, an deine Pinwand oder tipp es in dein Smartphone. Eine ähnlich schöne Idee ist das Medizinbeutelchen an guten Dingen, die dich wieder wohlfühlig machen.

In diesem Zusammenhang finde ich wunderschön, wie zB MamaMiez schreibt, wie sie sich als Frau wieder entdeckt. Eine Seite, die wir als Mütter viel mehr pflegen sollten. Auch das ist ein Teil von uns, der Beachtung braucht und uns Kraft schenkt. Danke Frau Miez.

Was hilft dir durch solche dunklen Zeiten? Wie schaffst du es, wieder in Kontakt mit dir selbst zu kommen? Oder was tust du präventiv, damit es möglichst gar nicht erst so weit kommt?

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Übung zum Entspannen und Herz öffnen
Wenn du Klänge magst, gibt es eine sehr schöne Übung, zu entspannen, das Herz zu öffnen und mit dir selbst in Kontakt zu kommen. Das geht alleine, aber gemeinsam ist es noch schöner.
Setze dich dazu entspannt hin (zB im Schneidersitz), halte deine Hände über Kreuz auf deiner Brust oder in Gebetshaltung mit den Daumenknochen an deinem Brustbein. Schliesse deine Augen, sei ganz bei dir selbst und atme tief ein und aus (beim einatmen hebt sich der Bauch, beim ausatmen senkt sich der Bauch). Dann singe „Laaaaaa“ Singe den Ton so lange du magst und beginne dann wieder von vorn. Immer LaaaaaaLaaaaaaaaLaaaaaaaaa. Die Vibrationen, die der Ton erzeugt, entspannen. Am schönsten finde ich die Übung, wenn man es in einer Gruppe singt. Jeder singt sein eigenes individuelles Laaa (eins ist lang, eins ist kurz etc). Zusammen ergibt das aber so einen wunderbaren Klang. Da kann man nicht anders, als sich danach ganz geborgen fühlen. Probier das mal aus. So für 3 Minuten laaa.

Bemerkenswert

Ich habe mich diese Woche über so viele Sachen gefreut. Angefangen von so Kleinigkeiten wie die Sonne, die durch den bedeckten Himmel schien und wunderschönes Licht zauberte bis hin zu wunderschöner, liebevoller Post, von Menschen die ich nur online kenne (aber auch von lieben real life Freunden). So herzerwärmend. Danke ihr lieben!

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Wir werden auch den Sonntag auf der Baustelle verwerkeln, Kuchen essen (ich habe eine Donauwelle aus dem Buch „Vegan für Fun“ von Atilla Hildmann gebacken. Sie ist sehr lecker geworden, auch wenn ich in der Küche sehr geflucht habe. Backen ist einfach nicht meins.) Während wir also Vorwandinstallation verkoffern und Dämmstoff schneiden, Wände ausstopfen und Leisten sägen, habe ich wir wieder ein paar Kleinigkeiten für dich zum Lesen und Schauen im Netz gefunden. Hab einen schönen Sonntag! Schön, daß du vorbeischaust.

  • beeindruckende Körperkunst: sie liegt auf einem Papier, bewegt sich und dabei entstehen tolle Sachen
  • Daniel sammelt Tipps für Produktives Arbeiten und stellt sie auf thesetup vor. (englisch)
  • Fontwalk. Eine tolle Idee, interaktiv (neue) Schriftarten zu präsentieren. Einfach immer Scrollen und auf einen Spaziergang durch und mit Schrift eingeladen sein.
  • Durch ein Kinderbuch aus der Bibliothek habe ich den Illustrator Jon Klassen entdeckt. So schöne stimmungsvolle Bilder. Ich bin ganz fasziniert von der Technik.
  • verzauberte Filzvögel hab ich in Babayagas Shop entdeckt
  • wunderschön geht es weiter mit Tieren im Winter. So schöne Fotos!
  • Jemand hat klassische Gemälde animiert und ein kleines Filmchen draus gemacht. Sowas beeindruckt mich ja. Was alles so geht. Wow.
  • Noch ein paar Fotos in dem Trend, Kinderfotos als Erwachsene nochmal nachzustellen. Zwei Brüder taten dies als Geschenk für ihre Mutter. Eine lustige Idee. Ich sollte mal nachdenken, das mit meinen Geschwistern zu machen. ich denke an ein spezielles von uns dreien, im Hof auf der Luftmatratze (hm, Mutti? Was sagste dazu? hiihi)