Tadelakt

Ich fürchte, meine nächsten Artikel werden hier sehr Umzugslastig werden. Denn das ist hier das grad vorherrschende Thema. Packen, Aussortieren, Sortieren, Umziehen, Auspacken, neu einrichten, Platz finden, Lösungen finden, arrangieren, dekorieren. Was halt so dazu gehört.

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Heute stelle ich dir meinen bisherigen Lieblingsraum vor. Unser Bad. Dazu habe ich eine besondere Verbindung, denn ich habe es mitgestaltet. Als wir uns ganz am Anfang unserer Hausbauphase unsere Heizung und den Ofen angeschaut haben, kamen wir auch auf das Bad zu sprechen. Der Heizungsmensch erzählte uns von Tadelakt, einer marrokanischen Putztechnik. Seine Frau habe einen Kurs gemacht und dann deren Bad so gestaltet. Ich liess mir den Namen aufschreiben und recherchierte ein bisschen nach Tadelakt. Fünf Bilder auf Pinterest und ich war verliebt. Also leiteten wir alles in die Wege, daß wir auch so ein schönes Bad bekommen würden.

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Nach einigen vorherigen Treffen, Vorbereitungen und Abstimmungen trafen wir uns an einem Wochenende zum Tadelakt Kurs in unserem Bad. Das Haus war schon ziemlich fortgeschritten, sodass nur noch wenige Gewerke zur Vollendung fehlten. Die Lehmputzer hatten die Wand mit einem Kalkputz vorbereitet. Die unterschiedlichen Wandflächen sind durch eine schmale Mosaikbordüre voneinander getrennt, die uns der Fliesenleger angebracht hat. Weil die Tadelakt-Fläche so aufwändig (und damit teuer) ist, haben wir nicht bis unter die Decke geputzt, sondern Teilflächen als Lehmputz belassen. Nur der Nass-/Spritzbereich, der in anderen Bädern meist gefliest ist, sollte Tadelakt werden.

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Norbert* und Bernd** mischten also den Tadelakt von Kreidezeit an und zeigten mir, wie man ihn aufträgt. Zuerst musste eine Schicht vorgespachtelt werden. Als diese einen bestimmten Feuchtigkeitsgrad hatte, konnte die zweite, dünnere Schicht aufgetragen werden. Auch diese musste eine bestimmte Zeit antrocknen. Dann reibt man mit einem speziellen Stein Stück für Stück den Tadelakt ein, sodass sich der Putz verdichtet und eine glatte Fläche bildet. Zum Schluss wird die so behandelte Fläche noch mit einer Seifenlauge eingepinselt und wieder Stück für Stück mit dem Stein verrieben. Nun ist eine sehr dichte, glatte und glänzende Schicht entstanden. Diese musste nun einige Zeit trocknen und aushärten. Der Tadelakt ist im original weiss. Man kann Pigmente beimischen und dem eine Farbe geben. Wir haben eine leichte Pigmentierung im Farbton der Bodenfliesen gewählt, sodass die Farben im Raum gut miteinander harmonieren.

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Morgen kommt Norbert nochmal vorbei und zeigt mir, wie ich den Tadelakt nocheinmal einseife und später auch pflege. Denn einfach mit Badreiniger drauf sprühen beschädigt die Oberfläche. Man wischt nur mit klarem Wasser drüber und reibt die Fläche alle paar Monate mal mit einer Seifenlösung ab. Dafür gibts keine schmuddeligen Fugen oder stumpfe Fliesen. Ich bin gespannt, wie es sich in der Praxis erweist.
So ein Tadelakt-Bad ist sehr zeit- und arbeitsaufwändig. Alles pure Handarbeit. Das kostet natürlich mehr als wenn man nur fliest. So grob geschätzt kostet ein gefliester Quadratmeter 80 Euro, Tadelakt 200 Euro/ qm. Netto. Ohne Materialkosten.
Mir hat das Tadelakt-Wochenende sehr viel Spaß gemacht. Ich habe neu dazugelernt, mal etwas ganz anderes gemacht, toll mit den beiden Männern zusammengearbeitet (sie haben mich einfach machen lassen und vetraut, daß es gut wird und mir Fragen beantwortet, wenn ich welche hatte). Wir haben uns nett unterhalten, Geschichten von anderen Baustellen gehört und auch mal nur schweigend nebeneinander her gearbeitet. Ich habe gelernt, daß der original marrokanische Tadelakt schwieriger zu verarbeiten ist als der von Kreidezeit, interessante Geschichten aus Marrokko und anderen Ländern gehört. Von Oliven und Weinernte, Reisen und Kunst. Es war ein toller Kurs, ein tolles Wochenende. Falls ihr das je lest, Bernd und Norbert, habt Dank!

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Und jetzt freue ich mich über die ganzen natürlichen Materialien im Bad. Es ist etwas verspielt geworden, aber gleichzeitig so harmonisch. Da gibt es braunen Lehmputz und naturweissen Tadelakt, kleine Mosaikbordüren, Natursteinfliesen und Lärchendielen und die Holzdecke. Nun fehlt nur noch die Glaswand zur Dusche und ein paar kleine Details (Fugen und Dichtungen etc). Wir phantasieren uns einen dicken Ohrensessel ins Bad, weil es so schön ausschaut.

Wenn du auch Tadelakt im Bad haben möchtest, findest du deutschlandweit Tadelakt-Handwerker in dieser Liste oder auch über Kreidezeit.

*Norbert gibt Tadelaktkurse und arbeitet als Künstler
**Bernd ist gelernter Bildhauer, baut Geigenbögen/historische Streichbögen und nutzt seinen künstlerischen Hintergrund für (kunst)therapeutische – und Coaching Arbeit.

Wochenrückblick :: Woche 21

Heute schreibe ich mit etwas Verspätung den Wochenrückblick. Ich habe das Wochenende computerlos verbracht, bin jeden tag schon 21 Uhr ins Bett gefallen. ich bin etwas angeschlagen und möchte für mich sorgen. Heute geht es schon besser. Die Nacht war recht erholsam.
IMG_9203 - Arbeitskopie 2 [Gemacht] Haare und Nägel geschnitten, Kisten gepackt, Referenzblätter gesetzt, Entscheidungen getroffen, Podcast, Strickhangout, Baustellenkoordination, Physiotherapie, nach 6 Wochen Pause endlich mal wieder eine Gitarrenstunde mit der Tochter, Shopping-Vormittag mit der Tochter (erfolgloses Schuh-Schopping), danach Arbeitsnachmittag im Kindergarten

[Gewerkelt] bisschen Noppen gehäkelt am Schaf, beim Arbeitsnachmittag im Kindergarten den Boden des Ballhäuschens gebaut (ich mit der Stichsäge! Waah!)

[Bewegt] 4,1 km gelaufen Anfang der Woche

[Gehört] Hero (denn das werden wir als nächstes auf der Gitarre üben)

[Gelesen] ein bisschen Crossfire III

[Getrunken] Apfelsaft, Wasser, Grüntee

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[Gegessen] misslungenes Upma, diverse Gnocchi Variationen, Pasta mit Gemüse, Quinoa mit Gemüse, Picknick, Pizza, Pancakes

[Gedacht] daß mir grad alles zu viel wird, ich so viel auf dem Zettel habe. Wie ich alles besser Priorisieren kann. Was davon ich eventuell auch Loslassen muss. Daß ich das Gefühl habe, den Kindern grad nicht jedem einzelnen so gerecht zu werden, wie er/sie es braucht. Daß es manchmal Leute, die sich weniger Gedanken um alles machen, einfacher haben und ich sie bewundere. Aber vielleicht haben die Leute auch andere Sorgen in anderen Lebensbereichen.

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[Gefreut] Über meine Freundin, sie sich um unseren Telekom-Kram kümmert (danke!), über eine liebe Twitter-Freundin, die mit eine FrauRieke-Tasche geschenkt hat (schon letzte Woche, aber ich vergaß es zu erwähnen. Danke @Liamie!), über den Frühlings-Swap von Joy, über liebe Worte und Gute-Nacht-Geflüster, über unser Haus, kurzfristige Lösungen für Bad und Küche.

[Gelernt] Bisschen Lehrgeld für unzureichende Kommunikation gezahlt. Alles genau besprechen und sich am besten vorher nochmal zeigen lassen bzw die Parameter genau abklären.

[Gekauft] eine Duschwand, Klamotten mit der Tochter (Shorts, T-Shirt) ->sie wächst mir zu schnell!

[Ausblick auf die nächste Woche] Kisten packen und Umziehen. Alles was dazu gehört: Putzen, Aussortieren, Koordinieren, Umzugshelfer versorgen, letzte Arbeiten am Haus begutachten, Tadelakt einseifen, Physiotherapie, naja, und arbeiten.

[3 Blogs aus dem Feedreader]

  • Mariengold Maria ist eine Puppenmacherin aus Berlin. Ich kannte Maria noch bevor sie ihre Puppenmacherinkarriere begann. Wir nahmen gemeinsam an Swaps teil, tauschten uns per eMail aus und begannen später auch, miteinander zu arbeiten. Jetzt verbindet uns diese gemeinsame Vergangenheit auf vertraute Art und Weise, auch wenn wir selten Kontakt haben. Wenn ich in Berlin bin und es einrichten kann, treffen wir uns. Und dann ist es, als hätten wir uns schon immer gekannt. Ich mag Marias Denkanstösse, ihre Art sich mit sich selbst und ihrer Arbeit auseinanderzusetzen und den Drang, sich immer weiter zu entwickeln. Das finde ich sehr inspirierend.
  • Kirschkernzeit ist der Blog von Bora aus der Schweiz. Den Blog habe ich irgendwann mal über einen anderen Blog entdeckt als es um die deutsche Anleitung der beliebten Zwergenmütze ging. Seit dem ist ihr Blog Bestandteil meiner täglichen Blogrunde. Ich mag ihre tiefen Gedanken zu vermeintlich alltäglichen Momenten. Schön Worte, die sie findet, um ihr Familienleben und ihre Gedanken als Mutter zu beschreiben. Und natürlich die kreativen Sachen, die Handarbeiten und das Jonglieren um die kleinen Zeitfenster, die wir uns alle für uns selbst abknapsen und davon zehren.
  • Eltern vom Mars Ein tolles Blog mit vielen schönen Montessori-Pädagogik inspirierten Kinder-Spiel-Ideen und Einrichtungstipps. Ausserdem gibt es Buchvorstellungen und Gedanken zum Thema Kinder und Montessori. Ich entdecke darin immer wieder tolle Sachen zum Nachdenken, Nachmachen und Freuen.

[Fundstücke] Diesmal eine ganze Menge…

  • T-Shirts aus Bangladesh. Die Wahrheit über die Herkunft von Kleidung. Mit der Warnung: nichts für schwache Nerven.
  • Frau Weh, eine liebenswerte Grundschullehrerin, schreibt etwas nachdenklich über sich als Lehrerin und warum sie bloggt.
  • Silke macht sich Gedanken über Gesundheit. Gibt es sowas wie „relativ gesund“? Ich mag vorallem die abschliessenden Zeilen.
  • Schönes Design zum Gucken von Frau Lingonsmak. Smakdesign.
  • Windeln ausleihen. Wäre das was für dich? Grad als frisch gebackene Mutter steht man oft vor dem Stoffwindeldschungel (so man mit Stoff wickeln möchte) und weiss gar nicht, welches der vielen Systeme für einen taugt. Da wäre das doch eine tolle Alternative, oder?
  • Zwei Damen über siebzig tun etwas, was sie noch nie in ihrem Leben taten: sie fliegen mit dem Flugzeug. Ich hatte sehr viel Freude, die beiden Ladies per Video zuzusehen.
  • 13 Worte von denen Deutsche denken sie wären englische Vokabeln (in englisch)
  • Über Bilderklau im Internet. Ein Thema, worüber ich auch immer wieder aufklären muss, daß es wichtig ist, Bildrechte/Nutzungsrechte für ein Bild auch zu besitzen, um sie benutzen zu dürfen. Es gibt Bilddatenbanken, wo man gegen eine kleine Lizensgebühr Nutzungsrechte für ein Bild kaufen kann. Das ist nur fair gegenüber den Urhebern des Bildes gegenüber.
  • Es gibt jetzt eine Plattform zum Austausch über das Thema „hochsensible Kinder“. Es ist gedacht für Eltern und Menschen die mit hochsensiblen Kindern leben oder zu tun haben. Es wird Fachbeiträge und Raum für eigene Themen und Fragen geben. Alles Gute für das Projekt!
  • In einem Gastbeitrag schreibt Micha von more than words über Wege aus dem Burn Out
  • Fira. Eine freie Open Source Schriftart von Erik Spiekerman, in Auftrag gegeben von Mozilla.

Podcast Nr. 16 :: Über Swaps, Indianerverkleidungen und Entspannung

Nach langer Podcast-Pause gibt es heute wieder eine (recht unvorbereitete) Folge Gedankengut. Vollgestopft mit Gelaber und Gedanken aus meiner Kreativwerkstatt, aus meinem Leben, was mich grad so beschäftigt. Gedanken sind oft nicht zu Ende gedacht, entwickeln sich, nehmen andere Wendungen. Auch wenn es alles so final klingt, ist doch vieles im Fluss, Puzzlestücke finden sich, Dinge ergänzen sich, Sichtweisen werden korrigiert. Der Podcast soll Denkanstösse bieten, Ideen zum Selbstweiterdenken geben und natürlich auch dazu da sein, in Austausch zu kommen. Dafür kannst du gern die Kommentarfunktion nutzen, um deine Ideen und Gedanken dazulassen. Ich freu mich!

Gedankengut
Podcast Folge 16 – Swaps, Indianerverkleidungen und Entspannung

Im Podcast erwähne ich

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