Im Winterwunderland :: Wochenende

weihnachtswochenende 7

Es hat geschneit. Die Welt ist ein stilles Zauberland verwandelt. Wir lungern weiterhin durch den Tag, erledigen hier und da Dinge im Haus, gehen spazieren und spielen mit dem Sterngucker. Die anderen beiden Kinder verbringen ein paar Tage bei Oma und lassen sich verwöhnen.

weihnachtswochenende 6

Samstagssüß aus dem Buch Vegane Versuchung.

weihnachtswochenende 5

Samstagssüß hinter der Kulisse. Muhaha.

weihnachtswochenende 8

Blick aus dem Bad. Alles sieht friedlich und still aus.

weihnachtswochenende 4

weihnachtswochenende 3

Handtuchhalter im Bad anbringen. Endlich! Die Boote sind Mitbringsel aus Lüneburg, die Rüsseltiere von Manufactum.

weihnachtswochenende 1

Freestyle-Curry aus den Resten im Kühlschrank, denn wir waren nach Weihnachten nicht nochmal einkaufen. War sehr lecker.

weihnachtswochenende 2

Frischluftrunde

weihnachtswochenende

weihnachtswochenende 9

Wenn alle persönlichen Themen auf einmal hochkommen

In einem der letzten Artikel schrieb ich darüber, daß Weihnachten jedesmal auch eine Auseinandersetzung mit sich selbst ist. Und wie als kleiner Beweis der These und als kleine Erinnerung, daß ich vielleicht doch nicht so ganz frei von Erwartungen bin, wie ich mir wünsche, kam es am Heilig Abend (oder sagen wir mal -Tag) ganz dick.

Es begann schon morgens mit einem aufgeregten Wolf, der die Spannung kaum aushalten konnte. Er ist sechs. Natürlich kann er selbst noch nicht seine Aufregung so kanalisieren, daß er damit keine anderen Menschen nervt oder mitreißt. Er wollte also schon am liebsten gleich nach dem Aufstehen Geschenke auspacken, Theater anschauen und dieses Weihnachten endlich haben. Keiner von uns war in der Lage, die Situation aufzufangen, den Raum zu halten, die Energie in andere Wege zu leiten. Hinterher betrachtet wäre es wahrscheinlich ein einfaches gewesen, mit ihm gemeinsam rauszugehen, einen Film zu schauen oder ihm sein Geschenk schon zu geben. Stattdessen steigerte sich die Stimmung unerträglich in Motzlaune und Miesepetrigkeit. Die ganze Erschöpfung der vergangenen Monate, die eigene Orientierungslosigkeit dabei, eine angemessene Weihnachtstradition zu finden, die uns jenseits des christlichen Weihnachtsfestes und jenseits unserer unterschiedlichen Kindheitsweihnachtsfeste doch einen Sinn gibt und verbindet, die doch unausgesprochenen Erwartungen an ein schönes Fest mit einem bestimmten Ablauf, dem Wunsch nach Struktur und Ritual – all das kam zusammen und gipfelte an diesem heiligen Tag.
Die Laune konnte nicht tiefer im Keller sein. Es flossen Tränen, es flogen harte Worte um unser aller Ohren, keine Spur von Besinnlichkeit. Wir beschlossen, Weihnachten künftig wegzufahren, nicht mehr gemeinsam zu feiern, alles ausfallen zu lassen und überhaupt. An einem einzigen Tag wurde ich mit so ziemlich allen Themen konfrontiert, die mich immer wieder einholen.

heiligabend 4

heiligabend 3

heiligabend 2

heiligabend 1

Am Ende bekamen wir natürlich doch noch die Kurve. Ich ging eine Runde spazieren, meckerte meinen Frust raus und wir beschlossen, das Ruder rumzureissen. Es war ein Kraftakt, aber es hat sich gelohnt. Wir umarmten uns, ich ging dann in die Badewanne, während die Familie die Tiere-Fütter-Spazierrunde machte. Ich legte die Geschenke unter den Baum und es war Weihnachten. Es wurde ein sehr schöner Abend. Mit unseren Geschenken, Essen, dem Schattentheater, alten Fotos, später etwas Sekt und Geschichten (Affiliate Link zu Story Cubes).

Ein bisschen ist so ein Fest ja wie ein Orgasmus. Erst das gemeinsame Hinfiebern, der Höhepunkt und dann das wohlige Rumlungern in Entspannung, wenn alles langsam von einem abfällt.

Es ist nicht immer perfekt. Und das ist völlig ok. Als Erinnerung für nächstes Jahr. Falls es auch wieder dumm läuft. Am Ende wird alles gut. Heute lungern wir entspannt durch den Tag, feiern den Geburtstag des Mannes mit der traditionellen Torte und spielen mit unseren Geschenken. Und natürlich möchte ich Weihnachten nicht ausfallen lassen. Dazu ist es dann doch viel zu gemütlich. Ich fühle mich sehr reich beschenkt und bin dankbar. Für diese Familie und alle wunderbaren Menschen in meinem Leben. Danke für alle Briefe, Karten und Packerl, die hier ankamen.

Ich wünsche dir ein gesegnetes und gemütliches Weihnachtsfest.