Ein neues Spinnrad und Zuwachs im Wollstash

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Es gibt Dinge, zu denen kann ich schlecht ’nein‘ sagen. Eine Freundin von mir ist umgezogen und hat mich gefragt, ob ich ihr Spinnrad und ihren Wollstash haben möchte. Da mein Spinnrad ja letztes Jahr in der Post ersatzlos verloren gegangen ist, habe ich mich über das Angebot sehr gefreut. Meine Schwester hat die Sachen für mich abgeholt. Den Wollstash haben wir uns geteilt. Das Spinnrad habe ich gemeinsam mit Jana Anfang August repariert. Nun steht es hier bei mir. Eine Spule braucht noch ein Ersatzteil, ansonsten kann ich losstarten. Zu meinem Wollstash sind insgesamt ca 4,7 kg Wolle hinzugekommen. Wird Zeit, daß ich mir ein neues schönes Strickprojekt aussuche.

Die Frage nach dem Sinn

Bevor die Ferien anfingen, war ich auf einem pädagogischen Vortrag an der Schule des Wolfes. Der Vortrag war sehr lang und umfassend und schwer greifbar. Ich habe mir einige Notizen gemacht von Aussagen, die ich gerade in dem Moment wichtig fand, die mich berührten oder zum nachdenken anregten.

In erster Linie ging es in dem Vortrag um GESTIK. Wie wir mit Gesten unseren Gedanken eine Kraft geben und andere dazu bringen können, unsere Gedanken aufzunehmen. Aus unserem inneren Willen wird eine äußere Bewegung, die das Gegenüber aufnimmt und verinnerlicht. „Da schau, der Mond!“ Wir zeigen mit dem Finger auf dem Mond und unser Gegenüber folgt unserem Finger und sieht, was wir sehen. Wir teilen. Wir verbinden uns.

Jeder Mensch ist eine Geste.

Es ging auch um die Kraft der Gedanken.  Wie toll wir im Denken sind, was wir alles erdenken, überdenken, bedenken. Wie wir uns aber der Antwort auf die eigene Sinnfrage nicht nähern können. Da kommen wir an die Grenze unseres Denkens. Da erleben wir Dunkelheit und Resignation.

Den Sinn erleben wir einzig im Tun. (Diese Aussage hat ein Schüler der 10.Klasse in die Runde geworfen) Im Handeln erleben wir uns.

Und das ist genau, was ich erlebe. Tiefe Erfüllung, wenn ich schaffe. Wenn ich schreibe und kalligrafiere, im Garten grabe, schwimme, mich spüre. Dann bin ich eins mit mir. Dann muss ich mich nicht nach dem Sinn fragen. Dann bin ich einfach.

Ich fand den Vortrag in seinen zahlreichen Facetten eine wunderbare Ergänzung zu meiner gedanklichen Auseinandersetzung mit meiner Sinnkrise.

gelesen :: Die Bienenhüterin

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Auch in einem lieben Blogger-Packerl von Nina Hundertschnee kam das Bienenbuch. Das Buch habe ich bereits zur Hälfte im Auto auf unserem Weg von Pirna nach Hause gelesen. Den Rest dann an den folgenden Abenden auf der Couch und in der S-Bahn. Das Buch hat mich sehr berührt, teilweise musste ich so weinen.

Die Bienenhüterin, Sue Monk Kidd, btb, 9,99 Euro (Affiliate Link)

Die 14-jährige Lily, deren Mutter vor 10 Jahren ums Leben gekommen ist, lebt bei ihrem lieblosen Vater auf einer Pfirsischfarm. Eines Tages flieht Lily und findet Unterschlupf bei drei Bienenzüchterinnen. Dort wird sie behütet und in die Geheimnisse weiblichen Wissens eingeweiht. Eine Geschichte über die Liebe, vorallem die Liebe in uns drin, über Vergeben und die Schönheit des Lebens. So wunderbar bildhaft geschrieben. Sie tiefsinnig und ganz eigene Weise spirituell.

Ich hab mir das Buch gleich noch 3 mal bestellt, um es weiter zu verschenken, weil ich es so schön fand.

Leute, die glauben, daß der Tod das Schrecklichste ist, haben keine Ahnung vom Leben.

Sie erinnerte mich daran, daß die ganze Welt in Wirklichkeit ein großer Bienenhof sei und dass die Regeln für die Bienen eigentlich überall galten: (…) Und vorallem, schick den Bienen Liebe. Jedes noch so kleine Ding auf dieser Welt will geliebt werden.

Als ich aber tief in ihre Augen sah, entdeckte ich darin ein Feuer. Ein verlässliches Herdfeuer, zu dem man kriechen und sich daran wärmen konnte, wenn einem kalt war, und auf dem man sich etwas kochen konnte, das die traurige Leere im Inneren ausfüllte.

Die meisten Menschen würden ja auch eher sterben als zu vergeben. So schwierig ist das.

Als ich allmählich in den Schlaf hinüber glitt, dachte ich an sie. Dass niemand ohne Fehler ist.  Dass man die Augen schließen und ausatmen sollte und nicht versuchen, das menschliche herz zu ergründen.

Du musst eine Mutter in dir finden. Das müssen wir alle. Selbst, wenn wir noch eine Mutter haben, müssen wir immer noch diesen Teil von uns selbst in unserem Herzen finden.

Wenn du etwas von jemandem brauchst, dann bau dem anderen eine Brücke, auf der ihr euch begegnen könnt.