Von unseren Ideen

Vor einigen Jahren habe ich einen Workshop bei Arne Dharma Singh Raap-Mehl mitgemacht: Vom Mangel zur Fülle. Diese Workshops bei Arne sidn für mich immer sehr fruchtbar und wegweisend. In meiner derzeitigen Sinnfindungsphase fiel mir wieder ein Thema ein, worüber wir im Kurs gesprochen haben: Saboteure. Diese kleinen inneren Stimmen, die unsere Idee in Nullkommanichts entkräften und die Luft rausnehmen können.

Arne erklärte uns das damals anhand einer kleinen Grafik, wovon ich leider nicht mehr alles lesen kann. Aber das braucht es gar nicht, um das Prinzip zu verstehen.

Ideen und Saboteure

Ideen und Saboteure

Zu Beginn habe ich eine Idee, einen Urgedanken, der mit 100% Kraft und Potenzial zu mir kommt. Doch mit ihm kommen schon die ersten Saboteure, das erste ABER. Was sagen denn die Leute/Eltern/Nachbarn…? Von der Idee bleiben nur noch 50% der ursprünglichen Kraft. Vielleicht widersetze ich mich den aber-Gedanken und halte an meiner Idee fest. Da meldet sich das Basis Chakra (die Basis, die Grundlage). Habe ich genug Geld? Genug Kraft? Reichen meine Ressourcen? Nach diesen Zweifeln sind nur noch 30 % des Anfangspotenzials übrig, die Idee umzusetzen würde uns mehr Kraft kosten als kurz nach dem Impuls. Um weitere 10 % lassen die Auseinandersetzung mit unseren Beziehungen das Potenzial des Urgedankens schwinden. Freunde, Partnerschaften. Trägt sich diese Idee? Trägt meine Beziehung die Umsetzung. Dann ist der richtige Zeitpunkt einer kleinen Gegengedanken-Attacke: „Ich fahre lieber in den Urlaub. Das ist eh mal dran….“ Das Potenzial des ersten Impulses ist erstmal verpufft. Natürlich ploppen die immer wieder auf. Dann geht die Spirale in der gleichen Art und Weise, mit mal mehr, mal weniger Abwandlungen, von vorn los.

Dieser Kreislauf zeigt, wie oft wir durch Gedanken und Gegengedanken die Kraft eines Impulses schwächen. Das muss nicht immer schlecht sein, sondern hat auch einen Sinn. Aber oft beginnen wir Dinge gar nicht erst, weil unsere inneren Saboteure unsere Idee schon ausreden, kleinmachen und die Energie dafür rausnehmen. Doch wer sind diese Saboteure? Das sind zum Beispiel tief sitzende Glaubenssätze, Ängste, scheinbare Zwänge oder widerstreitende Impulse. Ich bin noch dabei, zu erkennen, was mich ausbremst. In erster Linie ist es mein eigener Perfektionismus, Vergleichen mit Anderen (andere können das besser, ich bin nicht gut genug dafür, andere sind beliebter/besser/schlauer/weitsichtiger… etc), mangelndes Selbstwertgefühl, Unsicherheit und eben jene „Was sagen denn die Leute“ Gedanken. Verrückt. Ich kann es genau benennen, habe aber noch keinen Weg da raus gefunden.

Einen schönen Artikel habe ich in der AGD Zeitschrift 4/2013 entdeckt : Wie kommen wir dicht an unseren Lebensnerv? (pdf)

Hast du auch innere Saboteure? Wie gehst du damit um, wenn sie dir begegnen?

gehört :: Eine wahre Geschichte

image

Vom Inder der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden. Eine wahre Geschichte. Per J. Andersson*

Das Buch entdeckte ich irgendwann in einer Bahnhofsbuchhandlung auf Reisen. Obwohl mich die Titelgestaltung und der Klappentext ansprach, kaufte ich es aber nicht. Ich schwänzelte jedoch immer wieder drumherum bis ich es mir dann als Hörbuch kaufte. Das konnte ich gut im Auto, auf meiner Bahnreise zum Kloster Mariensee oder beim Laufen hören.

Die Geschichte hat mich sehr berührt. Das Buch basiert auf einer wahren Geschichte (hier eine kleine Zusammenfassung in der SZ)  und spielt in den Siebziger Jahren. Wir lernen die Geschichte von P.K. kennen, einem Inder, der keiner Kaste angehört, ein Unberührbarer. Das Buch lässt sich gut hören, ich mochte wie die indischen Worte über die Zunge des Vorlesers rollen. Ich mochte auch die Einblicke in die indische Geschichte und Spiritualität. Das Buch ist politisch, poetisch, spirituell, unterhaltsam und voller kleiner Alltagsweisheiten. Es zeigt sehr deutlich, wenn auch in den 70er Jahren, die kulturellen Unterschiede. Besonders bewegend fand ich, vom postiven Einfluss der Briten auf die Rechte und das Leben der Unberührbaren zu hören. Darüber hatte ich mir noch nie Gedanken gemacht, obwohl ich, vorallem durch das Yoga, schon viel über diesen Teil der indischen Geschichte gehört habe. Das erweitert den Blick hinsichtlich der Diskussionen zu kultureller Aneignung nochmal in eine noch nicht bedachte Richtung (P.K. erzählt auch, wie es ihm mit Yoga in Schweden ergeht und was das mit ihm macht, wenn er die Mantren hört). Es ist auf jeden Fall interessant, einen Einblick in das indische Kastensystem und dem Umgang im Alltag zu lesen. Bei den Beschreibungen der Reise mit dem Fahrrad auf dem Landweg von Indien nach Europa entlang des Hippie-Trails musste ich an Gminggmangg und ihre Reisebeschreibungen denken.

Sehr kurzweilig und lesenswert ohne schnulzig zu werden.

Lieblingszitate

Man müsste sein ganzes Leben in Bewegung leben.

Illusionen sind ein gutes Schmieröl für Freundschaften.

In Europa wird das Leben von Angst und nicht von Liebe gesteuert.

Und sinngemäss ein anderes: Die Europäer sind viel zu sehr damit beschäftigt, Regeln einzuhalten anstelle auf ihr Herz zu hören.

 

*Affiliate-Link

Orange-Rotes Wochenende

Wochenende W39

Wochenende W39

Nach unserer tollen Nacht der Bildung liessen wir den Samstag langsam angehen. Nach dem Frühstück räumte ich die Garderobe und generell den Wohnraum auf. Dann fuhr ich den Wolf zu einer Verabredung und mit der Tochter zum Schuhe kaufen. Diesen teil des Herbstes könnte ich gern weglassen: passende Schuhe für alle Kinder finden schröpft den Kontostand doch erheblich. Allein für die Tochter bin ich in den vergangenen Tagen über 300 Euro losgeworden (Turnschuhe mit heller Sohle für den Tanzkurs, Alltagsschuhe, Wander/Winterschuhe – alles sehr speziell, da die Tochter Einlagen trägt und nicht jeder Schuh passt). Nun fehlen nur noch Reithosen für sie und Winterschuhe für die Jungs. Aber wir sind am Samstag wirklich fündig geworden. Danach ist sie noch mit ihrer Freundin ins Einkaufszentrum nach München zum Bummeln gefahren. ich bin froh, daß sie das mittlerweile sehr selbständig mit der S-Bahn fährt.
Ich habe auf dem Rückweg noch Lebensmittel eingekauft und vom letzten Kleingeld frische Blumen am Feld gepflückt.

Wochenende W39

Wochenende W39

Erinnerungen an unsere Zeit in Freiburg.

Wochenende W39

Als ich zurückkam, schlief der Sterngucker. Wir entspannten uns durch den Tag, erledigten hier und da Kleinigkeiten. Ich verpackte einen Kundenauftrag und machte Post fertig. Zum Kaffee gab es noch warme kleine Zwetschgenhäppchen aus Blätterteig und veganes Schokoeis. Gegen 17 Uhr holte ich den Sterngucker ab. Dann färbte ich mir meine Haare, um die derzeitige Frisur besser zu ertragen. Ich habe immer im Herbst einen Haar-Koller mit dem Wunsch nach Veränderung. Wie die Bäume, die im Herbst ihre Blätter färben und abwerfen.

Wochenende W39

Während ich Abendessen vorbereitete, sammelte der Mann die Tochter ein. Abendessen gab es diesmal recht spät (geschmorter Zitronenfenchel, Rosmarinkartoffeln, Salat, Rohkost)

Wochenende W39

Nach dem Abendessen räumte ich mit der Tochter die Küche auf und kümmerte mich um die Wäsche. Der Mann brachte die Jungs ins Bett. Dann gingen wir alle schlafen.

Sonntag

Wochenende W39

Der Sonntag startete gemütlich. Wir essen, wie wir aufstehen, sodass der Tisch am Sonntag lange gedeckt bleibt und sich das Familienleben drum herum abspielt. Wir lungern am Tisch und im Wohnzimmer herum, stricken, lesen, schauen Videos, unterhalten uns, spielen. Irgendwann, wenn alle gegessen haben, räumen wir den Tisch ab. Ich hatte auf meinem Brot Avocado mit Kala Namak* – schwarzem Salz. Das kommt aus Indien Auf Avocado schmeckt es, als würde man Ei auf dem Brot haben. Für vegane Ei-Verschmäher ein interessantes Feature.

Der Wolf verabredete sich erneut. Wir fuhren ihn zu seinem Freund und dann gleich weiter zu einer Bekannten, die uns ihre Motorsense für unseren Garten ausleihen wollte. Dort liessen wir uns das Gerät erklären und gleich noch durch den Garten führen, mit der Aussicht, bei Bedarf Ableger von Pflanzen zu bekommen. Da muss nächstes Wochenende unsere wilde Wiese dran glauben. Das Blumenbeet lassen wir stehen. Das blüht noch in den herrlichsten Farben.

Wochenende W39

Wochenende W39

Wir assen Reste zum Mittag, legten den Sterngucker zum Schlafen und vertrieben uns die Zeit mit den Dingen, die grad anstanden. Ich packte noch etwas Post, schrieb Rechnungen und arbeitete an der Juli-Aufgabe des Ali Edwards „One little Word“ E-Kurses.

Dann wurde es Zeit, den Wolf wieder einzusammeln, Abendessen zu machen und sich zurückzuziehen. Ich wollte noch meinen Wochenend-Blogbeitrag schreiben und dann in die Sauna gehen. Jedoch bemerkte ich, daß meine Website komplett gesperrt war, weil sich Malware eingeschlichen hatte. Ich versuchte mich des Problemes anzunehmen, gab dann aber zugunsten meines Saunaabends an den Mann ab. So kümmerte er sich um den Blog (neues Theme und hoffentlich keine Schadmeldungen mehr!) und ich relaxte in der Sauna und las ein Buch*.

Als ich gegen 21 Uhr wiederkam, kümmerte ich mich noch kurz um die Tochter, die ihre Sachen für die Hüttenwanderung packte. Dann stellte ich meinen Wecker mit Blick auf den bewölkten Himmel auf 4:30 Uhr, kuschelte noch eine Runde mit dem Mann und ging ins Bett. Um 4:30 erwachte ich von dem zarten Pling meines Weckers, sah daß der Himmel sternenklar war und ging auf die Suche nach dem Mond. Ich weckte die Tochter und gemeinsam betrachteten wir eine Weile die Mondfinsernis und den wunderschönen Sternenhimmel. Auch der Wolf wurde kurz wach und konnte den Mon sehen. Der Mann drehte sich nur grummelnd wieder um und wusste am nächsten Tag nichtmal mehr was davon.

Und nun starten wir in eine neue Woche. Die Tochter ist auf Hüttenwanderung mit ihrer Klasse, der Wolf ruht sich daheim mit Halsweh, Schnupfen und Gliederschmerzen aus, der Sterngucker ist im Kindergarten und der Mann in der Arbeit.

Wochenende W39

Ich wünsche dir eine schöne, runde und harmonische Herbstwoche.

*Affiliate Link