Lange Nacht der Bildung

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Gestern nach dem Abendessen brachen die Tochter und ich nach Schloss Zinneberg zur langen Nacht der Bildung auf. Das Programm versprach einen vielseitigen und bunten Abend. Tatsächlich war die Stimmung wunderbar. Im Kerzenschein saugten wir die Angebote auf. Wir bastelten Schmuck für die Königin (<- uns!), hörten dem A capella Pop-Chor Chant & Groove zu und labten uns an frischen Pfannkuchen. Zum beschwingten Tagesausklang gingen wir noch zum offenen Singen, bevor wir dann gegen 23 Uhr nach Hause fuhren. Das war ein wunderbarer Abend.

Alltagsschnipsel

Nun sind wir in der zweiten Schul- und Kindergartenwoche angekommen. Der Start ist sehr kräftezehrend, für alle von uns. Ich fahre täglich mindestens 60 km mit dem Auto umher, um alle Familienmitglieder dort hinzubringen oder abzuholen, wo sie den Tag verbringen. Morgens den Mann zum Bahnhof, dann den Wolf zur Schule und den Sterngucker zum Kindergarten. Die Tochter fährt mit dem Bus. Ich hoffe, daß sich das ganze nach ein paar Wochen eingespielt hat und wir eine andere Lösung für die Familienlogisitk gefunden haben. Dann wird der Sterngucker hoffentlich auch bald Bus fahren, der Wolf eine Mitfahrgelegenheit zur Schule finden.

Heute, nach dem Frühstück, habe ich den Mann zur Bahn, den Wolf zur Schule und den Sterngucker zum Kindergarten gefahren. Dem Sterngucker fällt der Abschied nicht immer leicht, aber er wird täglich im Kindergarten gut aufgenommen. Er wird mit all seinen Gefühlen angenommen („es fällt dir schwer, die Mama gehen zu lassen, hm?“), nichts wird kleingeredet („ist doch nicht so schlimm“) und er wird wunderbar begleitet – sowohl von den Erziehern als auch den anderen Kindern. Es ist so wunderbar zu sehen. Beim ersten Kindergartenelternabend durften wir schon Fotos der ersten Tage ansehen, wie gut die Kinder es tagsüber haben, wie vielseitig sie sich beschäftigen und wie toll sie das Ankommen im neuen Kindergartenjahr meistern.

Dann fuhr ich nach Hause, meinem Hörbuch lauschend, um meine Sachen für die Gitarrestunde zu richten. Fünf Minuten später stand schon mein Gitarrelehrer vor der Tür. Wir sangen und spielten uns durch die 45 min, dann arbeitete ich 2 Stunden an meinem Projekt, was ich gerade in Auftrag habe. Es ist ein Auftrag für Illustrationen im Sketchnotes-Stil für diverse Fachvorträge. Ich habe große Freude dran, mal richtig auf Papier zu arbeiten.

12 Uhr schicke ich die Entwürfe zum Kunden und düse gleich los, den Wolf von der Schule einzusammeln. ich habe Hunger, aber nicht gegessen. Als wir 20 min später wieder daheim sind, wärme ich uns schnell Reste von gestern auf. Der Wolf erzählt von seinem Schultag. Es ist die erste Woche mit Stundenplan. Heute hatte er neben dem Haputunterricht Englisch und Bewegungskunst. Der Wolf verabredet sich, ich kläre mit der anderen Mutter die Logistik der Verabredung. Dann muss ich schon wieder los, den Sterngucker im Kindergarten abholen. Der Wolf bleibt derweil zu hause und spielt mit seinem Legoset, was er sich für sein Taschengeld vor ein paar Tagen bestellt hat.

Als ich den Sterngucker abhole, nehme ich auch gleich die Tochter von der Schule mit nach Hause, da wir heute noch einen Termin beim Kieferorthopäden haben. Sterngucker und Tochter essen Mittag, alle drei Kinder entladen ihre Spannungen aneinander in Geschrei und Gezanke. Es ist momentan wirklich viel für alle drei. Sie sind am Nachmittag müde, unausgeglichen und orientierungslos. Es fällt mir schwer, das abzufangen, weil es mir genaugenommen nicht anders geht. Nix mit ruhender Pol und so.

Alltag

14:20 sitzen wir schon wieder alle im Auto. Ich bringe den Wolf zu seiner Verabredung in der Nähe des Bahnhofs. Von der Freundmutter bekomme ich die Isarcard, um nach München zu fahren (*freu*!). Dann warten wir kurz auf den Mann, der mit der S-Bahn heute früher von der Arbeit kommt. Er fährt mit dem Sterngucker im Auto nach Hause und macht dort noch Homeoffice während der Sterngucker schläft. Ich fahre derweil mit der Tochter zum Kieferorthopäden nach München. Auf dem Bahnhof stehen viele in tracht gekleidete Menschen, die zum Oktoberfest fahren. Menschen in tracht ist hier auf dem Land nicht ungewöhnlich, aber zur Wiesnzeit noch häufiger. Selbst die gepiercte Jugend ist da in Lederhosn, Trachtenjankerl und Hut anzutreffen. Wir nutzen die Zeit ausserdem, um nach Klamotten und Schuhen für die Tochter zu schauen und werden fündig.

Alltag

17:00 holt uns der Mann mit dem Sterngucker vom Bahnhof wieder ab. Gemeinsam sammeln wir den Wolf ein und geben die Isarcard zurück. Dann fahren wir nach Hause, machen Abendessen und Wäsche. Der Kühlschrank gibt nicht so viel her. Brot ist alle bzw eingefroren. Es gibt Pfannkuchen mit Pilz-Sahne-Sosse. Danach räumen wir die Küche auf und machen die Kinder bettfertig.

Alltag

Mit dem Wolf schaue ich noch kurz irgendwelche Lego-Sets an und er zählt sein Taschengeld, für welche Investitionen es noch reicht oder ob er noch weiter sparen möchte. Dann gehe ich duschen und putze mir schonmal die Zähne. Wir bringen die Kinder ins Bett, ich drucke noch den Stundenplan für den Wolf und die Klassenreise-Packliste für die Tochter aus.

Eigentlich wäre heute noch ein Treffen des Elternbeirats oder meine Yogastunde. Aber ich werde mich mit dem Mann hinsetzen und noch einige Termine besprechen und im Kalender abgleichen. Um 21 Uhr kippen wir ins Bett.

Taufrische Fragen

Tine Taufrisch, die Autorin Christine Volm, stellt mir auf ihrem Blog 11 Fragen. Die möchte ich gern beantworten, aber keine eigenen Fragen stellen. Danke Christine für die wirklich interessanten Fragen.

1. Was bedeutet für dich Natur?
Natur ist für mich das, wo alles beginnt und wieder zusammengeführt wird. Ein ewiger Kreislauf. Natur ist Kraft. Wir meinen sie zu beherrschen, aber das tun wir nicht. Natur ist Mysterium und Wunder, Ganzheit und Fülle.

2. Wo erholst du dich am liebsten?
Am Wasser. Ich bin so gern im und am Wasser, sei es der mir lieb gewonnene Steinsee oder die Ostsee. Ich mag aber auch gern körperliche Entspannungen, vor allem, wenn sie mit Berührungen zu tun haben. Massagen aller Art, Therme, Sauna.

3. Nutzt du besondere Techniken oder wie entspannst du dich am besten?
Ich gehe ab Oktober wieder zum Schwimmen. Da bekomme ich beim Training meinen Kopf frei. Ausserdem gönne ich mir 1x pro Monat eine Massage. Kleine Minientspannungen daheim erreiche ich durch lange tiefe Entspannung (11 min) im Shavasana, Badewanne, stricken und kreativen Arbeiten. Gern würde ich auch mal wieder eine Gongmeditation geniessen.

4. Wie sieht dein Essensplan für heute aus?
Heut morgen gab es Grüne Energie Tee (von Yogitee), Maiswaffeln mit Avocado und ein paar Weintrauben. Dann hatte ich unterwegs einen Apfel, gerade noch einen Tee und einen kleinen Schokoriegel. Zum Mittage möchte ich Blumenkohl, Kartoffeln und Cashewsosse machen. Heut Abend eher was leichtes. Einen Salat und Semmeln dazu.

5. Stehen auch Wildpflanzen auf dem Besorgungszettel?
Nein, leider nicht. Das ist mir irgendwie abhanden gekommen. manchmal zupfe ich mir im Garten welche ab und esse sie direkt. Hier wachsen Melde, Löwenzahn, Hirtentäschel, Spitzwegerich und Malve.

6. Wo pflückst oder erntest du deine Wildpflanzen?
Im Garten oder unterwegs, wenn ich welche sehe und Lust drauf habe (zB im Wald Sauerklee, auf der Wiese Sauerampfer). Ich habe aber keine gezielten Sammelorte.

7. Wie bereitest du dein Essen zu ? Roh oder gekocht? Konzentriert oder auf die Schnelle?
Alles. Das kommt immer auf meine Intention und mein Zeitfenster an. Mal hab ich total Lust auf viel roh, mal verlangt es mir nach warm und gekocht. Zu gekochtem gibt es aber immer was rohes dazu. Schnelle Essen versuche ich trotzdem frisch, abwechslungsreich und nahrhaft zu halten.

8. Wenn du könntest, welchen „Promi“ würdest du am liebsten zum Essen einladen und was würdest Du servieren?
Ich habs nicht so mit Promis.

9. Essen ist ja auch Kommunikation, was möchtest du deinem Gast mit deinem Gericht mitteilen?
Immer Wohlfühligkeit, Wertschätzung, Liebe und Vertrauen.

10. Wenn du mal niemanden sehen und hören willst, wohin ziehst du dich zurück?
Ich gehe Laufen oder Schwimmen. Im Haus ins Schlafzimmer oder mit Lärmschutzkopfhörern in mein Büro.