Wochenende :: Ein Wiedersehen

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An diesem Wochenende habe ich die Familie daheim gelassen und mich auf eine kleine Auszeit begeben. Noch rechtzeitig vorher kam mein Geburtstagsgeschenk vom Mann an. Meine neue Wollwalkjacke von Mufflon. Meine alte fiel ja schon auseinander. So fuhr ich also mit der Bahn nach Bad Birnbach. Vorbei am Saum des Himmels, wie ich den wunderschön leuchtenden Alpenhorizont nenne, wie in Drachenreiter von Cornelia Funke*, was der Wolf gerade in Dauerschliefe als Hörspiel hört. Dort in Bad Birnbach, einem Kur- und Thermalort, habe ich eine Freundin getroffen, die ich vom Studium kenne. Schon 13 Jahre hatten wir keinen Kontakt mehr. Nun hatten wir uns eine kleine Wellnessauszeit gegönnt. In einem Hotel mit Poollandschaft, Verwöhnung und kulinarischem Zauber. Ich habe am gesamten Wochenende nur diese drei Fotos gemacht. Der Rest war Genuss pur und Gespräche, um die 13 Jahre Pause aufzuholen. Es tat sehr gut. Ich hatte eine Gesichtsmassage, bin im Solebecken geschwebt, habe mich im warmen Pool treiben lassen und in der finnischen Sauna geschwitzt. Ich habe mich rundum entspannt und wohlig schwer gefühlt, habe ein 2,5 Stunden andauerndes 5 Gänge-Menü genossen und in unserem Galeriezimmer wunderbar geschlafen. Ich habe königinlich gefrühstückt und mich die ganze Zeit verzückt über alle Details dieses kurzen Aufenthaltes im Hotel Sonnengut gefreut. Es hat sich verboten luxuriös angefühlt und tat mich so sehr gut. Am Sonntag bin ich wieder zurück gefahren, ganz erfühlt, unendlich dankbar und mit einem angenehmen Gefühl, daß Kontakte auch so eine lange Stille standhalten können ohne daß man den Faden verliert. Das Wochenende tat mir sehr, sehr gut.

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Friday Fives :: Innehalten und Danken

fridayfives

Schon ist wieder eine Woche rum. Die Zeit fliegt. Mir geht es momentan nicht so gut. Es kommt immer in Wellen. Ich klammere mich an die kleinen Alltagsfreuden, an das Schöne, um nicht von dieser Freudlosigkeit und Unlust mitgespült zu werden, dieser Müdigkeit und dem Gefühl, gefangen zu sein und keinen Ausweg zu finden. Ich sehe mich bildlich mit den Armen rudern. Nur wenn ich annehme, verdränge oder in eine Starre verfalle, spüre ich den Druck nicht. Deshalb ist es für mich wichtig, mich hinzusetzen und die Friday Fives zu schreiben. Ich sehne mich nach den Rauhnächten, nach dieser Ruhe zwischen den Jahren.

  • Elterngespräch Am Freitag letzte Woche hatte ich ein Elterngespräch mit der Tochterlehrerin. Das war sehr gut. Ich bin dankbar, daß da jemand ist, der die Tochter erkennt, wie sie ist. Der sie schätzt und ihr Potenzial erkennt. Sowohl die Tochter als auch ich sind aus diesem Gespräch sehr Motiviert und gestärkt rausgegangen, wenn auch die Themen nicht alle leicht waren, die wir besprochen haben.
  • Hilfe Wie wunderbar ist es, daß überall Hilfe wartet, wenn wir die Augen öffnen, fragen und den ersten Schritt wagen. Ich habe Kontakte bekommen und Hinweise, verständnisvolle Gespräche geführt und das gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein.
  • Dankbarkeit und Wertschätzung Wenn die Tochter, die tagsüber noch findet, daß ich nerve und sie aggressiv mache durch meine bloße Anwesenheit, Abends im Bett neben mir liegt und findet, daß sie froh ist, mich als Mama zu haben und daß sie sich keine andere vorstellen kann. Dann muss ich mir schonmal ein Tränchen verdrücken. Das macht mich sehr glücklich. Das gilt für die anderen beiden Kinder auch.
  • Schulgemeinschaft Gestern war ich beim Elternabend des Wolfes. Es ist schön zu sehen, wie die Gemeinschaft zusammenwächst, Feste organisiert und Dinge geregelt werden. Auch in der Tochterschule und im Kindergarten erlebe ich immer wieder starken Zusammenhalt, Unterstützung und viel Gemeinschaft. Das fühlt sich gut an.
  • Konsum Gerade in der Konsumauszeit im November ist mir besonders deutlich geworden, wie sehr es mir Freude macht, Dinge zu kaufen. Und wie gut ich es finde, Geld auszugeben, Projekte zu unterstützen, anderen eine Freude zu machen. Ich bin dankbar, daß ich es kann.

Besonders freue ich mich darüber, daß meine Weihnachtskarten so gut ankommen. Wenn du auch welche bestellen möchtest, kannst du das bei Dawanda tun. Es sind noch einige Sets da.

Erinnerungsfetzen

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Neulich dachte ich an meine Brieffreundin aus Finland, die ich nun schon seit über 15 Jahren kenne. Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich ihre ersten Briefe in der Hand gehalten und gelesen habe. In meiner kleinen Wohnung in Kühlungsborn, während meiner Studienzeit in Heiligendamm. Und dann kamen mir all diese Gedanken an diese Wohnung. Wie ich das Meer in der Ferne sehen konnte, wenn ich aus dem Küchenfenster schaute. Wie ich die runtergekommene Bruchbude zusammen mit meinem Vater renovierte. Wie wir Kohlen bestellt haben für den Kachelofen im Wohnzimmer. Wie ich im Winter nur 10 Grad in der Wohnung hatte, weil ich tagsüber an der Hochschule war und abends nicht einheizen wollte. Wie der Wind durch die Fenster pfiff. Ich dachte an den alleinerziehenden Nachbarn und wie er mir ein Glas voller Bernsteine geschenkt hat für eine Urkunde, die ich ihm kalligrafierte. Ich dachte an all die wunderbaren Menschen, die ich in dieser Zeit kennengelernt habe und zu Besuch bei mir hatte. An gutes Essen und das ein oder andere Gläschen Wein. An Internet mit Modem und meine allererste Website. An ein Bild aus dem Fotografieband „Venus“ von Günther Blum*, was ich erinnere an die Wand gemalt zu haben. Mit schwarzer Farbe. An Abende in der Badewanne mit Wein und einer Freundin, wie ich mit ihr Haare gefärbt und berauscht vom Wein gekichert habe. An Strandspaziergänge. An wunderbare Geschenke, die ich zum Teil immer noch habe und hüte. An Monate, in denen das Geld knapp war und ich mich durch Carepakete und Eingekochtes von Muttern über Wasser gehalten habe. An Kartoffeln, die ich auf dem Stoppelfeld gesammelt habe und an mein Fahrrad, daß ich im Trödelhaus in Plauen gekauft und mit an die Ostsee genommen habe. An die Mollie-Bahn und wie ich einmal auf der Strasse arg stürzte, weil die Reifen meines Fahrrades in den Schienen der Molliebahn hängengeblieben war. An frisch gefangenen Fisch aus Rerik. An einen Autofahrer, den ich mal nachts, als ich von einer Party kam, aus dem Strassengraben gezogen habe. An viele kleine Details, Erinnerungsfetzen, Gefühle, Momente. Unser Gehirn ist verrückt, nicht?!