gelesen :: Die Kunst ein kreatives Leben zu führen

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Anfang des Jahres hörte ich in einer Folge des Podcasts Formfunk ein Interview mit Frank Berzbach, wo es um Arbeit und die Haltung zu dem, was wir tun ging.  Dabei wurden auch seine Bücher, Die Kunst, ein kreatives Leben zu führen: oder Anregung zu Achtsamkeit* und Kreativität aushalten: Psychologie für Designer*. Das hat mich neugierig gemacht und ich notierte sie mir. Bei einem Buchladenbummel in Würzburg entdeckte ich ‚Die Kunst ein kreatives Leben zu führen‘ und kaufte es mir. Seit dem lese ich sehr begeistert in dem Buch. Es trifft mich dort, wo ich bin.

Die Kunst, ein kreatives Leben zu führen: oder Anregung zu Achtsamkeit, Frank Berzbach, Verlag Hermann Schmidt, 29,80 Euro*

Das Layout

Nicht unerwähnt möchte ich die professionelle Gestaltung von Katrin Schacke lassen. Es macht Freude, das Buch in der Hand zu halten, durchzublättern, es zu streicheln. Schönes Papier, schöne Typografie, angehmes Leseerleben und ein Lesebändchen! Das Buch ist im Verlag Hermann Schmidt Mainz erschienen, mein Lieblingsverlag für schöne Bücher.

Der Inhalt

Das Buch trägt den Untertitel „Anregung zur Achtsamkeit“. Auch wenn der Achtsamkeitsbegriff mittlerweile etwas ausgelutscht klingt, weil er einem überall fast schon kommerziell aufdringlich erscheint, so spricht der Inhalt des Buches genau die wesentlichen Punkte an, um die es für ein erfülltes Arbeits- und Privatleben geht.

Berzbach adressiert als Zielgruppe Gestalter und Kreative, das Buch lässt sich jedoch ohne weiteres auf jedeN anwenden. Der Autor zitiert Philosophen, Künstler, Spirituelle und Denker und gibt zahlreiche Einblicke in Denk- und Glaubenssysteme. Daraus lassen sich Schlüsse zu Arbeit & Ethik, Haltung, der eigenen Rolle und Kreativität ziehen.

Das Buch spricht viele Aspekte des Lebens und Schaffens an, von Sinnsuche, Selbstverwirklichung, Geld verdienen über Arbeit und Gemeinschaft, Einsamkeit, Miteinander, Ethik und Umwelt bis zu Spiritualität. In jedem Kapitel entdecke ich interessante Aspekte, die mich hin und wieder auch beschäftigen. Kreativität, Handwerk, Können.

Insgesamt verstehe ich das Buch als Plädoyer für Stille und Meditation. Ich entdecke darin Parallelen und Antworten zu meiner eigenen Sinnsuche und zu meinen Fragen, Zweifeln an meiner Arbeit, Zusammenhänge zwischen Tun, Schaffen und Spiritualität. Mit meiner Haltung bestimme ich, wohin meine Arbeit geht. Arbeite ich als Künstler oder als Illustrator. Ich werde meiner eigenen Rolle bewusst und gehe so dem ständigen Frust, der zwischen dem Drang zur Selbstverwirklichung und der Notwendigkeit, Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen, entstehen kann aus dem Weg.

Zitate zu Kreativität

„Jedes kreative Handeln formt die Welt, in der wir leben“

„Kreativität bedeutet, aus dem Nichts zu schaffen, aus Nichts wird Etwas – dies ist keine belanglose, alltägliche Angelegenheit.“

„Alles, was wir tun ist ein Splitter der eigenen Autobiografie“

„Kreativität bringt etwas Inneres nach aussen und fügt der Welt etwas hinzu. Was wir auch tun, es ist Umweltgestaltung.“

 

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Hamburg – schön war’s

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schwertgriff

Nun ist mein Wochenende in Hamburg vorüber. Ich hatte eine richtig gute, entspannte, volle und intensive Zeit. Die perfekte Mischung aus Aktivität und Entspannung, aus Gemeinschaft und Mit-mir-sein. Die Tochter war gut bei ihrer Papa-Familie aufgehoben und hatte eine richtig tolle Zeit. Ich genoss es sehr, in Hamburg zu sein und zu erleben, mit welcher Vertrautheit ich mich durch die Stadt bewegte, hier und dort Erinnungsfetzen aufsaugend. Ich nahm die Stimmungen wahr, trank vom urbanen Leben und erfreute mich an den Möglichkeiten, die einfach zu jederzeit da waren. Wie ein grosses Buffet, von dem man sich einfach nur bedienen kann. Ich sah schöne Menschen, erlebte Freundlichkeit, Zugewandtheit und Güte. Ich wurde von fremden Menschen angelächelt, beobachtete, wie ein Passant seinen Burger mit einem Obdachlosen teilte und sich Menschen gegenseitig halfen. Soviel Offenheit und Lebensfreude. Ich habe 4 Tage lang richtig gut und frisch gegessen, mich bewegt und gespürt.

In den 3 Workshops mit Nidar Singh habe ich so viel über intelligenten Witz gelacht, komplett neue Dinge erfahren und gelernt, die so vielschichtig sind, dass mein Gehirn und Körper sie noch zurecht sortieren muss. Oberflächlich betrachtet ging es um Selbstverteidigung und Abwehr von Messerangriffen. In der Tiefe um soviel mehr. Um ein ganz neues (in Wirklichkeit altes) System, sich mit dem Universum zu verbinden und die Schwerkraft zu nutzen, um effizient, vielseitig und gewaltfrei durchs Leben zu gehen. Es ging darum, die Energie zu nutzen, die alles zusammen hält und von dem ich Teil bin. Ich bin immer noch ganz beeindruckt und wow. Gleichzeig merke ich, dass diese Erfahrung nichts ist, was ich mit meinem Kopf fassen kann, sondern was mein Körper spüren muss. Etwas, was ich nicht erklären kann, sondern erlebe. Verrückt!

Ich bin tief dankbar, dass ich die Möglichkeit hatte, das Wochenende und die Workshops zu erleben. Danke auch an Kamal Prem Kaur & Nidar Singh Nihang. Ich verneige mich.

Hamburg :: Pausetag mit Ausstellung und Kino

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Gestern hatte ich eine kleine Kampfpause. Ich nutzte den Tag, um über eine Stunde durch die Horst Janssen Ausstellung im Altonaer Museum zu schlendern. Sie ist sehr umfangreich und enthält tolle Arbeiten des Wandsbeker Künstlers. Ich habe vor vielen Jahren, noch während meiner Ausbildung, eine Horst Janssen Ausstellung besucht. Das einzige, woran ich mich noch erinnere ist, dass mein Naturstudium-Lehrer damals sagte, dass mein Strich (wenn ich zeichne) dem von Janssen ähnelt. Ob das heut auch noch so ist? Ich vermag es nicht zu beurteilen. An Janssen faszinieren mich vorallem die Kombinationen von Collage, Zeichnung unc Schrift. Die Ästhetik im Zusammengeklebten und Ergänzten. Ausserdem ist er so vielfältig. Ich erkenne teilweise Farbigkeiten und Anmutungen von Munch und Schiele.

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Das Altonaer Museum hat auch eine sehr schöne Kinderabteilung. Dort gibt es toll illustrierte Kinderbücher zu entdecken und gerade eine Ausstellung mit Originalillustrationen zum Märchen vom Fischer und seiner Frau. Wem das noch nicht reicht, der kann Schiffe und Schiffsteile aller Art bestaunen. Wirklich sehr lohnenswert!

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Das Wetter war verregnet und nasskalt. Also fuhr ich zu einem meiner Lieblingsplätze in Hamburg, dem Golden Temple Teehaus. Dort machte ich Pause, trank Tee, aß Curry und schrieb Karten.

Zurück im Hotel gönnte ich mir eine kleine Pause. mich quält gerade ein nerviger kleiner Husten, der gern in Anfällen kommt, weswegen ich nachts schlecht geschlafen hatte. Ich beschloss, ins Kino zu gehen und suchte mir einen Film aus, der im 3001 im Schanzenviertel lief. La belle Saison – eine Sommerliebe.

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Zum Abendessen hatte ich Sushi (ich esse mich an leckerstem Sushi satt, bis es mir zu den Ohren rauskommt. Dann hab ich ja wieder lange nicht die Möglichkeit) und danach den Film. In Originalsprache (französisch) mit Untertiteln. Der Film war toll. Schöne Darstellerinnen, nackte Haut, Leichtigkeit, Licht, Gefühle. Am Ende liefen mir die Tränen.

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Heute ist nochmal ein Workshop (Battlefield Combat), morgen geht es schon zurück nach Hause.