Es regnet seinen Lauf

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bus

Heute regnet es schon den ganzen Tag. Nach der Frühstück-Bus-Schul-und Bahnhofsrunde kümmere ich mich um die Wäscheberge, Feuer und Haushalt. Wenn es bedeckt ist, dann schafft die Solaranlage allein nicht, das Wasser und somit das haus ausreichend zu beheizen, weshalb wir mit Holz im Ofen nachhelfen müssen.

Im Haus sieht es überall chaotisch aus. Winterkleidung, Spielsachen, Papierkram. Überall liegengebliebene Haufen. Ich wasche 3 Maschinen voll und hänge sie auf, 2 Wäscheständer voll falte und verräume ich. Den Rest des vormittages verbringe ich mit Kleinkram. Ich prokrastiniere mein derzeitiges Projekt und helfe der Tochter – sie war heute daheim – bei ihren Mathehausaufgaben. Ich bin ganz begeistert, daß ich das Thema wieder verstehe und habe plötzlich Spaß, Gleichungen zu lösen.

6(3x-8)-2(5x-3)=3(x-4)

Na?

mittag

Zum Mittag sammele ich den Wolf an der Schule ein und nehme auch die Nachbarstochter mit. Ich pimpe den restlichen Reis von gestern mit Gemüse als Mittagessen. Der Sterngucker ruft vom Kindergarten aus an und verabredet sich mit einem Freund. Den sammle ich also erst heut abend auf der Mann-vom-Bahnhof-abhol-Runde in der großen Kreisstadt ein.

Dienstag ist Putztag

Dienstags kommt zu uns die Putzfrau und kümmert sich um die Grundsauberkeit im Haus. Das heisst, sie putzt Bad und Toiletten, die aufgeräumten Zimmer und den Flur. Staubsaugen, Wischen, Fronten der Küchenschränke abwischen. Am Ende des Monats lässt sie dann immer die Rechnung für den gesamten Monat da. Diesmal sind es 78 Euro.

Die Kinder dürfen währenddessen einen Film schauen, damit sie nicht im Weg rumturnen. Heute ist nur der Wolf da. Er schaut sich ein Let’s Play Video auf YouTube an. Die Tochter wird von ihrer Freundin auf Pizza eingeladen und verkrümelt sich. Ich machte ein kleines Schläfchen, denn ich bin durch meine kleine Erkältung irgendwie erschöpft. Später kommt die Tochter wieder und tanzt ihren Namen. Und meinen. Ich hab keine Ahnung, wie die da drauf gekommen sind. Später erzählt sie mir, daß es YouTube Videos mit den einzelnen Buchstaben gibt. Die Freundin wusste nicht mehr das ganze Alphabet.

Und HipHop

Ich bereite das Abendessen vor. Später möchte ich mit einer Freundin zum Fitness während die Tochter beim HipHop ist. Vorher muss ich noch den Sterngucker bei seiner Verabredung und den Mann am Bahnhof abholen und die Tochter zum HipHop fahren. Durch technische Störungen bei der Bahn kommt es allerdings zu Verspätungen, was meinen ganzen Logistik- und Zeitplan ins Wanken bringt. Ich sammle alle ein, habe aber keine Zeit mehr für Sport. Während des Abendessens planen wir den morgigen Tag. Da hat der Mann eine OP. Ich bin Taxi und werde gleich dort bleiben, um bei ihm zu sein, wenn er aus der Narkose erwacht. Bisher ist noch unklar, wie der Wolf aus der Schule nach Hause kommt, im Laufe des Abends fügt es sich aber. Ich bin erleichtert.

Ich hole die Tochter vom HipHop ab. Daheim bekomme ich einen lieben Anruf, über den ich mich sehr freue. Wir plaudern eine Weile wie früher.

Nun gehe ich ins Bett. Gefühlt war der Tag nicht sehr produktiv, aber voller Notwendigkeiten.

 

In eine neue Woche

sonnenaufgang

fruehstueck

Ich habe das Gefühl, mich gerade in einem merkwürdigem Zwischenzustand zu befinden. Deshalb tagebuchblogge ich einfach noch eine Weile. Der Alltag rollt einfach weiter vor sich hin. Mir hängt ein bisschen meine kleine Erkältung an.

Morgen

Heut morgen, nachdem alle Kinder aus dem Haus waren, hatten der Mann und ich ein sehr schönes Frühstücksdate. Wir moegen das mittlerweile sehr. Seit der Mann nur noch Teilzeit arbeitet, sind viele Dinge entspannter geworden. Das ist uns heute im Gespräch wieder klar geworden. Beim Frühstück hatten wir Zeit, die Logistik der nächsten Tage und Ferien zu besprechen. Nach und nach fügt sich wieder alles.

Ausserdem haben wir den vergangenen Monat angeschaut und uns darüber ausgetauscht, was uns gerade beschäftigt, blockiert oder in welche Richtung wir gerade gehen oder gehen wollen.

Besonders freut mich eine kleine Billanz der Buch der Möglichkeiten Verkäufe. Das ist ein Projekt, was mir sehr am Herzen liegt. Nun sind bald 50 Stück verkauft, sodass ich, wie angekündigt, 50 Euro an eine Organisation spenden werde. Ich habe da auch schon eine im Auge.

Ansonsten bin ich gerade (mal wieder) etwas orientierungslos, weiß aber auch, daß es an meinem Mindset liegt. Ich habe dauernd Ideen und lege mir dann selbst Steine in den Weg. Das ist total blöd. Immerhin erkenne ich es!

Mittag

Zum Mittag sammelten wir den Wolf an der Schule ein und kochten mit ihm gemeinsam Blumenkohlcurry und Reis zum Mittag. Der Sterngucker rief aus dem Kindergarten an und verabredete sich. So mussten wir nicht fahren. Die Tochter hatte heut lange Schule. Also aßen wir drei allein. Nach dem Mittag verabschiedete sich der Mann zu einer Sport- und Einkaufstour. Auf dem Rückweg soll er den Sterngucker bei seiner Verabredung einsammeln.

Der Wolf und ich machten uns es derweil gemütlich und schauten Harry Potter und die Kammer des Schreckens an. Ich erledigte nebenbei einige organisatorische Kleinkram-Emails. Zwischendrin rief der Trompetenlehrer an, daß die Stunde leider ausfallen muss, weil er mit seiner Tochter einen Arzttermin hat. Ich hätte die Trompetenstunde glatt vergessen, so vertieft waren wir ind den Film bzw so wenig präsent war sie mir im Tagesablauf.

Abend

Gegen 16:30 Uhr kam die Tochter, holte Holz rein und machte sich einen Tee, mit dem sie sich nach etwas Smalltalk mit mir in ihr Zimmer verzog. Jetzt knistert hier ein Feuerchen. Ich habe das Abendessen vorbereitet (Mangold-Flammkuchen) und warte auf den Mann und den Sterngucker, damit wir essen können. Heut Abend gehe ich entweder noch zum Sport oder ins Bett. Ich habe leichte Kopfschmerzen.

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Wochenende :: Kreative Frauen

jesus

„Ich wünsche mir eine kreative Zeit, die Frauen dazu einlädt, tiefgründig über das Leben nachzudenken, mit Gottes Liebe und Freude erfrischt zu werden und Gottes Frieden zu erleben. Ich wünsche mir eine Zeit, die satt macht.“ Friederike Hammann

Da bin ich nun also am Freitag Abend gemeinsam mit der Tochter der Einladung zum kreativen Frauenwochenende gefolgt. Sehr spontan haben wir einfach alles ins Auto geflackt, wo ich meinte, daß wir es brauchen könnten. Das Kreativwochenende war ein Angebot vom Marburger Kreis und fand im Felshaus bei Moosburg statt.

Wir kamen pünktlich zum Abendessen, hatten aber noch Zeit, unsere Zimmer zu beziehen und ein Namensschild zu basteln. Nach dem Abendessen gab es eine Begrüßungs- und Vorstellungsrunde und ein Brainstorming zum Thema „Herrlichkeit“. Was ist Herrlichkeit? Das Thema Herrlichkeit zog sich wie ein roter Faden durch das gesamte Wochenende. Ausserdem wurde das Wochenendprogramm und die verschiedenen Workshops vorgestellt, die es geben sollte. Und das war wirklich beeindruckend. Die Frauen hatten verschiedene Angebote mitgebracht. Es gab eine Nähwerkstatt für Taschen und Schlüsselanhänger, ein Malatelier, eine Schreibwerkstatt für kreatives Schreiben, eine Papeterie mit Origami und Geschenktüten basteln, Schrumpfplastik und Schriftteppiche/Kalligrafie. Die Tochter besuchte bereits am Abend mit ihren Zimmergenossinnen das Malatelier. Ich ging lieber schlafen.

Samstag

fenster

Vor dem Frühstück gab es einen Morgenimpuls in der Kapelle. Etwas, was ich schon aus Kalligrafieseminaren im Kloster kenne. Es ist bisschen wie eine Morgenmeditation nur im christlichen Kontext. Ich mochte diese Zeit immer sehr gern und auch diesmal fühlte ich mich wohl.

Das Frühstück war reichhaltig und gesellig. Ich esse gern in Gemeinschaft, leider gern auch zu viel bei diesen Gelegenheiten. Nach dem Frühstück gab es eine kleine „Denkzeit“ in der Kapelle. Ein Input, einige Gedanken zum Thema Herrlichkeit, ein paar vorgelesene Bibelstellen und ein kleiner Gedankenaustausch. Danach begann der kreative Teil des Tages. Die Frauen besuchten die verschiedenen Angebote. Es war wirklich schwer, sich aus den tollen Workshops auf etwas festzulegen. Während die Tochter sich die Schrumpfplastik-Technik zeigen liess und kleine Anhängerchen gestaltete, besuchte ich einen kreatives-Schreiben-Workshop, der mir echt viel Spaß gemacht hat. Es gab spielerische Übungen und Auseinandersetzungen mit dem Schreiben. Am Ende schrieben wir paarweise an einer Geschichte. Das hat mir echt gut gefallen.

schreiben
stifte

Auch das Mittag war reichhaltig und lecker. Nach einer längeren Mittagspause ging das kreative Schaffen weiter. Ich hatte angeboten, mit Rat, Tat und Stiften zur Verfügung zu stehen und zeigte ein bisschen Brush-Lettering oder diverse andere Schrift-Techniken. Nebenbei bereitete ich mir eine Leinwand mit Schriftstempeln vor, die ich vor hatte zu bemalen. Als alle in ihrem Tun vertieft und am Schreiben waren, stahl ich mich eine Weile ins Malatelier davon und arbeitete an den ersten Schichten meiner Leinwand. Während die Farbe trocknete schaute ich bei der Papeterie und in der Nähstube vorbei. Für eine Tasche hatte ich keine Kapazitäten, aber zwei Schlüsselanhänger sind entstanden. Wir waren bis zum Abendessen alle vertieft in unser Tun. Es war eine sehr schöne Stimmung und ein angenehmes Miteinander. Zwischendrin gab es immer wieder die Möglichkeit für Gespräche und Austausch. So lernte ich einige Frauen ein bisschen kennen. Die Älteste von uns war schon über 70, die Jüngste war die Tochter.

licht

“I wish I could show you when you are lonely or in darkness the astonishing light of your own being.” Hafiz of Shiraz

Nach dem Abendessen versammelten wir uns in der Kapelle zu einem Lobpreis Abend. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwarten würde. Aber Musik und Singen ist immer gut. Ich hörte mir die Lieder an, einige gefielen mir, andere nicht. Besonders berührt haben mich die mit zweistimmigen Gesängen und schönen Melodien. Am Ende des Lobpreis-Abends gab es in der Küche noch warmen Apfelstrudel mit Vanillesosse. Es wurde also wieder spät.

Sonntag

gottesdienst

collageAuch der Sonntag startete mit einem Morgenimpuls und Stille. Dann gab es Frühstück und am Vormittag einen abschliessenden Gottesdienst mit einer kurzen, sehr schönen Predigt. Den Gottesdienst schlossen wir mit einer Collagerunde ab. In Stille schnippelten und klebten wir in einem vorgegebenem Zeitrahmen, was uns gerade bewegte, berührte und in uns war. Sowas macht mir ja eh Spaß, und ich fand es einen schönen Abschluss. Dann stellten wir nochmal alle entstanden Werke aus und staunten, wieviel wir in der kurzen Zeit doch erschaffen hatten. Tolle Taschen, Leinwände, Schrift-Arbeiten, Geschichten, Schlüsselanhänger. Wirklich beeindruckend. Die Feedbackrunde war durchweg postiiv, einzig die knappe Zeit wurde bemängelt. Aber die wird wohl nie reichen.

Bezugnehmend auf das Eingangszitat kann ich wirklich sagen: ich bin angenehm satt von diesem Wochenende. Ich fühle mich auf allen Ebenen genährt und bin sehr dankbar, daß ich dort sein konnte. Ich habe mich auch als Nicht-Christin in dieser Gemeinschaft sehr wohl und frei gefühlt. Ich konnte in den Gebeten und christlichen Inhalten meinen Platz finden, auch wenn mein Gottesverständnis und meine gelebte Spiritualität eine andere ist.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen verabschiedeten wir uns alle und fuhren zurück ins unseren Alltag. Das Ankommen war etwas holperig. Trotz den schönen Eindrücken ist so ein Wochenende ja doch auch immer anstrengend.

Wochenendeinblicke sammelt Susanne.

 

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