Freitag

Draussen hat es -15 Grad. Die Sonne zaubert aber einen schönen Morgenhimmel. Es wird jetzt schon früher hell. Die Bäume sind in Frostkristalle gekleidet und alles glitzert und funkelt in der Morgensonne. Ein magischer Anblick.

Der Schornsteinfeger kommt und tut, was Schornsteinfeger tun. Der Mann und ich arbeiten am Vormittag, während der Ofen vor sich hin knistert.

Ich habe eine Einladung für ein Frauen-Kreativwochenende, was heute Abend beginnt. Ich hätte Lust drauf, hadere aber noch, ob ich hinfahre. Ich packe vorsorglich doch schonmal meine Sachen.

Der Vormittag verläuft ganz ruhig. Ich arbeite weiter an dem Logo von gestern, räume die Gemüsekiste in den Kühlschrank und bereite das Mittagessen vor. Draussen ist herrliches Wetter. Vielleicht schaffen wir es noch aufs Eis.

Der Mann holt den Wolf von der Schule ab. Nach seinem Mittagessen fahren wir zur Tochterschule und Kindergarten. Dort habe ich Elternarbeit beim Dekorieren für ein Neujahrsessen des Schulteams. Während die Tochter und ich die Tische dekorieren, essen die Söhne das mitgebrachte Essen und beschäftigen sich bzw helfen mit.

Nach 2,5 h packen wir und fahren zum zugefrorenen Steinsee Schlittschuhlaufen. Das Wetter ist herrlich. Wir treffen viele bekannte Gesichter. Ich mag eigentlich gar nicht weg aus dem strahlenden Sonnenschein.

Dann ist es doch Zeit, zu fahren. Ich bringe die Kinder nach Hause, packe meine Sachen für das Kreativwochenende ins Auto und fahre den Mann abholen, der zwischenzeitlich beim Sport war und das Autoteiler-Auto zurückgebracht hat.

Wieder daheim übergebe ich dem Mann das Steuer und helfe der Tochter beim packen. Sie wird mich nach einigem hin und her zum Kreativwochenende begleiten. Die Entscheidung war nicht einfach.

Auf der Autofahrt kommen wir ein bisschen ins Gespräch. Das funktioniert bei uns beiden gut.

Und nun geniessen wir die kommenden Tage. Wir wurden köstlich bekocht, sind in einer Runde von mehreren Frauengenerationen, freuen uns auf ein reiches Workshopangebot morgen und vorallem gemeinsames Kennenlernen.

Donnerstag

Morgens

Der Mann hat das Autoteiler-Auto noch. So fällt für mich der morgendliche S-Bahn-Fahrdienst weg. Er bringt auch den Wolf und die Nachbarskinder zur Schule (wir teilen uns in Fahrgemeinschaften rein). Ich kann mich also nach der Busrunde gemütlich ins Wohnzimmer verziehen.

Meine Gitarrestunde fällt kurzfristig aus, was mir ganz recht ist, denn ich habe seit gestern vorallem morgens Halsschmerzen.

Ich hole frisches Holz rein, heize den Ofen ein und verbringe den Vormittag mit Kleinkram und Jobs: Der Krankenkassenbeitrag-Dauerauftrag muss erhöht werden. Am Ende jeden Jahres muss ich für die KSK eine Abschätzung meines zu erwartenden Einkommens geben. Danach berechnet sich mein Beitrag. Ich buche ausserdem meine Fahrkarte nach Heilbronn im März, bekomme sogar noch einen Sparpreis ab. Leider ist die Logistik drumherum noch nicht ausgegoren, weshalb ich erst einen Teil der Reise buchen kann. Ich hoffe, der Rest fügt sich bald.

Ich sortiere meine To-Do-Liste. Ich muss ein paar Logos für eine App anpassen, ein Angebot für ein umfangreicheres Projekt schreiben und skizziere nebenbei ein paar erste Ideen für eine Wort-BIld-Marke. Ich möchte noch etwas zum Thema Nutzungsrechte recherchieren. Da tauchen in meiner Arbeit immer wieder Fragen auf. Ich entdecke eine Spur, die mich über den Wert meiner Arbeit nachdenken lässt. Ein Thema, was mich seit Ende des Jahres irgendwie begleitet.

Wheelymum hat ein Herzensprojekt gestartet, für das ich das Webbanner gestaltet habe.

Ich verbinge etwas Zeit mit Recherche und Informationen zum Druck eines Buches. Ich betreue als Designerin eine Schülerin aus der Tochterschule als Mentorin bei ihrer großen Montessoriarbeit.

Nachmittags

Zum Mittag mache ich mir Kartoffelbrei mit frischem Blattspinat und ein paar gebratenen Champignons. Viel zu viel, aber lecker. Während des kochens telefoniere ich mit einer Bekannten und bekomme eine interessante Wochenend-Einladung. Ich bin etwas freudig hibbelig.

Ich tüfftele an einem kalligrafischem Logo und schreibe dafür seitenweise Blätter voll, die um mich herum zum Trocknen liegen.

Dann ist schon Zeit, den Sterngucker einzusammeln. Draussen scheint die Sonne und ich möchte aufs Eis. Als ich das Haus verlassen will, bemerke ich, daß der Mann den Autoschlüssel für das Auto einstecken hat. Ich bekomme einen Schreck und rufe schnell im Kindergarten an, um Bescheid zu geben. Der Kindergärtner ist ganz entspannt und hat gleich eine Idee, wie der Sterngucker zu mir kommt. Ich bin erleichert und mache mir als nächstes Gedanken, wie der Wolf und die beiden Nachbarskinder von der Schule nach Hause kommen. Ich bin heute dran mit Fahrdienst.

Ich telefoniere herum, aber alle, die mit einem Auto in Frage kommen haben entweder das Auto schon voll, Termine oder das Auto nicht zur Verfügung. Ich beschliesse ruhig zu bleiben und zu vertrauen, daß sich eine Lösung finden wird. Gar nicht so einfach.

Mittlerweile wurde mir der Sterngucker von einer anderen Mutter gebracht. Ein paar Atemzüge und Nachrichten mit dem Mann später stellte sich heraus, daß der Autoschlüssel in des Mannes Jackentasche an der Garderobe war. Mir kommen Gedanken zu einem Blogbeitrag über (Gott)Vertrauen.

Ich kuschel etwas mit dem Sterngucker und höre mir an, was er vom Tag erzählt. Er hat im Kindergarten einen Fangbecher gebaut, den er mir begeistert vorführt. Dann wollen wir noch etwas Sonne tanken und fahren etwas früher los, den Wolf abholen. So früh sind wir jedoch gar nicht dran. Wir sammeln alle Kinder, die mit uns mitfahren ein und düsen zurück nach Hause.

Abends

Die Kinder, vorallem der Wolf, sind hungrig und plötzlich ganz übellaunig. Die Tochter kommt mit dem Bus nach hause. Ich bereite Abendessen vor. Leider lässt die Übellaunigkeit des Wolfes auch mit dem Essen nicht nach. Er wütet durch das Haus, beendet sein Essen selbst durch unmögliches Verhalten bei Tisch und ist generell nur schwer auszuhalten. Ich fühle mich in diesen Situationen immer sehr hilflos. Zum Glück kann ich ruhig bleiben, verlasse aber den Raum, damit nicht noch mehr Zündstoff entsteht.

Gegen 17:30 Uhr kommt der Mann. Er kümmert sich um sein Abendessen und den etwas abgekühlten Wolf. Der Sterngucker schenkt ihm den Fangbecher (wie vorher schon mir, der Oma am Telefon, der großen Schwester und der Nachbarstochter im Auto).

Heute ist eigentlich Unterstufenelternabend. Ich merke aber, daß wir so viel zu besprechen und zu organisieren haben, vorallem, was die Logistik und Entscheidungen für die nächsten Tage betrifft, daß ich beschliesse, nicht zum Elternabend zu gehen. Stattdessen überlasse ich dem Mann die Kinder zum ins-Bett-bringen und fahre einkaufen (juhu, wieder Schnäppchen aus dem Reduziert-Regal). Im Auto kommen mir Gedanken zu Gemeinschaft und Sangat. Auch das notiere ich mir mental als möglichen Blogpost.

Die Tochter geht mir ihrer Freundin Schlittenfahren und lässt sich danach noch von ihr Mathe erklären. Ich lese jetzt dem Wolf noch seine Gute-Nacht-Geschichte*. Ich mag das Buch sehr, es macht Spaß vorzulesen, wenn mir die Geschichte selbst gefällt. Dann setze ich mich mit dem Mann an unsere lange zu-Besprechen-Liste.

*Affilate-Link

 

Mittwoch

Nach der Kinder Bus- und Schulrunde hab ich den Mann an der S-Bahn rausgelassen und bin direkt in der Stadt geblieben, weil ich einen Friseurtermin hatte. Zum Zeit überbrücken war ich im Bioladen etwas Kleinkram einkaufen, den ich woanders nicht bekomme, zB Japanische Bratfilets von Taifun (meine Lieblingstofusorte). Ausserdem hab ich mir vegane Maultaschen zum Mittag mitgenommen und einige reduzierte Joghurts aus dem Kühlregal. Auch mein Dr. Hauschka Moor-Lavendel-Öl habe ich nachgekauft, weil es leer ist.

Den Rest der Zeit habe ich bei einem Tulsi Tee und Strickzeug im Bistro des Biomarktes vertrödelt. Dann war es Zeit für meinen Friseurtermin. Leider hat meine Friseurin aufgehört, sodass ich nun erstmal schauen muss, wem ich meine Haare anvertraue. Erstmal war nur in-Form-schneiden dran, da ich mir die Haare ja gern wachsen lassen möchte (mein Ziel ist ein 20er Jahre Schnitt). Für heute war es also gut. Ich genoss die Kopfmassage und das Herumgeschnippele.

Frisch gestylt bin ich dann zum Fitness-Studio gefahren. Nicht so richtiges Timing, aber es ergab sich so von der Terminlage. Ausserdem hab ich nicht so geschwitzt, daß mir meine Frisur wieder verrutscht ist. Ich war schon so lange nicht mehr beim Sport! Nur bissl Cardio und Rückenzirkeltraining. Ruck zuck waren 45 Minuten um. Noch schnell 10 Minuten Sauna, mehr Zeit hatte ich nicht, denn ich musste ja den Wolf von der Schule abholen. Vor der Sauna habe ich diesmal ein warmes Fußbad gemacht. Am Wochenende habe ich auf der Geburtstagsfeier einer Freundin eine gelernte medizinische Bademeisterin kennengelernt, die mir einiges zum Saunieren erzählte. Unter anderem, daß meine kalten Füße, die ich oft in der Sauna habe, so nicht sein sollten. War sehr interessant.

Pünktlich 12 Uhr sammelte ich also den Wolf an der Schule ein. Wir fuhren nach Hause und machten Mittag. Er freute sich über gebratene Maiskolben, ich über die Maultaschen. Weil der Sterngucker heute lang im Kindergarten blieb, schauten wir uns Harry Potter und der Stein des Weisen an. Ich konnte nebenbei etwas stricken. Ausserdem war mir kalt und müde. Ich fürchte, mein Kreislauf bewegt sich dieser Tage recht oft im unteren Bereich.

15:30 Uhr fuhr ich zum Kindergarten, um den Sterngucker abzuholen. Die Tochter hatte sich mit Freundinnen nach der Schule in der Stadt verabredet. Der Sterngucker erzählte mir vom Bubenkreis. Da waren die Jungs heut nämlich auf dem zugefrorenen See. Wie schön!

Daheim mampften wir Muffins, die die Tochter gestern gebacken hatte. Dann zogen sich die Jungs zum Spielen zurück. Ich kümmerte mich um Staubsaugen, Wäsche, Feuer machen und Küche. Glaubt man gar nicht, wie damit die Zeit vergeht.

Ich blätterte noch ein bisschen durch das neue VHS Programm, was gestern in der Post war. Es ist immer noch ein komisches gefühl, da selbst mit zwei Kursen drin zu stehen. Ich entdeckte einen Kurs „Die Alltagsküche der ehemaligen DDR“ und erkannte in der Kursbeschreibung viele Kindheitsgerichte wieder (ich werde den Kurs aber nicht belegen). Aber ich habe Lust auf Aktzeichnen und habe geschaut, ob etwas in die Richtung angeboten wird. tatsächlich wurde ich fündig und überlege nun, ob ich ab März 5 x alle 14 Tage einen Aktzeichenkurs besuche. Hm.

Dann war schon zeit, Abendessen zu machen. Ich machte uns bunte Schnittchenteller mit Avocadotoast, Apfel, Karotte und Gurke. Die Jungs inhalierten das Essen und verzogen sich wieder zum Spielen. Ich sitze nun noch eine kleine Weile vorm Feuer und geniesse die Ruhe. Gegen 19:00 Uhr bringe ich die Bande ins Bett und warte auf eine Nachricht von der Tochter, wann ich sie wo abholen kann.

Der Mann kommt heut sehr spät nach Hause. Er ist noch auf einer Veranstaltung in München und hat ein Autoteiler-Auto ab dem Bahnhof gebucht, sodass ich ihn nicht extra abholen muss.

Ich habe eine schmerzhafte Aphte im Mund.