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Ostseerausch

In den Osterferien habe ich ein paar Tage meine Ostseesehnsucht gestillt und mir direkt einen kleinen Ostseerausch geholt. Mit dem Nachtzug bin ich von München nach Hamburg gefahren, habe einen Tag mit meiner Familie in Wismar verbracht und mich dann mit einer der Frauencamp-Frauen getroffen, um ein paar Tage Urlaub zu machen.

Und das war richtig, richtig schön! Das Wetter war uns wohlgesonnen. Es war zwar kalt und teilweise stürmisch, aber sonnig und gut zum draussen sein. Wir verbrachten einen fliegenden, wunderbaren Tag mit Jana am Meer, picknickten am Strand, stromerten durch den Gespensterwald in Nienhagen, sammelten Baumperlen und Birkenrinde. Die Zeit vergeht immer so schnell, wenn wir beisammen sind.

birkenrindebuche
buschwindroeschen
gespensterwald_meer

Ich war so viel draussen, wir sind so viel gelaufen. Am Ende des Tages war ich glücklich und hatte Wind- und Sonnenröte im Gesicht. Den ganzen Tag das Rauschen des Windes und des Meeres hören – unglaublich, welche Wirkung das aufs Gehirn hat. Wirklich, ich war so zum Überlaufen glücklich, daß mir manchmal einfach so die Tränen kamen. Richtig trunken war ich von meinem Ostseerausch.

wolken

Genuss, Kitsch und Romantik

Die Ostsee hat uns jede Menge Kitsch und Romantik geboten. Sonnenuntergang, Wellenrauschen, Möwengekreisch, Steinschätze. Ich habe so sehr wieder aufgetankt. Wir waren Spargel und Fisch essen, guten Wein trinken und haben Postkarten und Bücher geschmökert. Eins davon möchte ich besonders empfehlen, wir haben es direkt in vierfacher Ausführung gekauft. Für uns selbst und zum Verschenken.

sonnenuntergangstrandgut

Strandgut von Mara Andeck

Das Buch „Strandgut“ von Mara Andeck* ist so schön gestaltet/illustriert und inhaltlich so liebevoll ausgewählt. Es lässt sich leicht lesen, am Stück oder einfach so zum Reinblättern. Voller unterhaltsamer, interessanter Infos rund um das Meer. Das Buch ist ein schönes Geschenk an MeeresliebhaberInnen.
gespensterwald

Erinnerungen

Für mich war die Zeit auch ein bisschen wie nach Hause kommen. Nicht nur, weil ich die Ostsee für mich ein Stück Herzheimat ist, sondern weil ich zwei Jahre während meines Studiums in Kühlungsborn gelebt habe.
So konnte ich ein bisschen auf den vertrauten Pfaden wandern. Ich habe kurz das Gelände der alten Hochschule besucht, mich an Orte und Erlebnisse erinnert. Die Keramikwerkstatt, wo wir Ostereier gebatikt und es regelmässig Raku-Brand von Keramik gab – jedesmal ein ganz besonderes Ereignis. Drachenfest, Kellerparties und Frauen, die ich kennenlernen durfte. Der Strand, an dem ich mit einer lieben Freundin Tee trinkend den Wellen zugeschaut habe, die Kurve, in der ich morgens um 4 nach einer Studentenparty ein Auto aus dem Strassengraben gezogen habe, die Stelle bei der ich mit dem Fahrrad in den Mollischienen steckenblieb und neben einem Bus hinfiel (nur das Knie aufgeschlagen, zum Glück!). Wir sind mit der Molli-Bahn gefahren, haben die typischen weissen Häuser mit Meerblick in Heiligendamm in Gedanken gekauft und restauriert.
Die 4 Tage waren so so schön, in meinem Herzen rauscht noch immer die Ostsee.
schaetze
sketchbook
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Ich hab die Zähne schön

Seit einigen Wochen war ich jetzt immer wieder beim Zahnarzt, um meine Schneidezähne neu machen zu lassen. Im Laufe der Jahre sind sie mir einfach weggebröckelt und waren immer wieder durch Füllungen halbwegs hingebastelt worden. Nun schlug mein Zahnarzt vor, die Schneidezähne zu überkronen, solange noch genug vom eigentlichen Zahn übrig ist, auf den die Kronen draufgesetzt werden können.

Emotionale Achterbahn

Allein der Gedanke daran, meine Schneidezähne herzugeben, machte mir wirklich ein mulmiges Gefühl im Bauch. Mein Lachen! Ich teilte meine Ängste der Zahnärztin mit. Sie war sehr einfühlsam und wir unterhielten uns eine Weile über den emotionalen Aspekt dieses Eingriffs. Danach ging es mir besser. Also machte ich einen Termin für die Prozedur. Da werden ja erst Abdrücke gemacht, dann werden die „alten“ Zähne zurechtgeschliffen, sodas später die Kronen aufgesetzt werden können. Dabei muss auch bisschen Zahnfleisch dran glauben. Für mich immer der unangenehmste Teil. Danach gab es nochmal einen Abdruck. Dann wurde aus den Abdrücken ein Provisorium gebastelt, was auf die Zähne gesteckt wurde für die Zeit, während die Zahntechniker meine Kronen bauten. Dieser erste Termin war für mich der Schlimmste. Nicht nur, weil er der unangenehmste war, sondern auch, weil dieser Eingriff mein System so gestresst zu haben schien, daß ich irgendwie auf die Betäubung reagierte (Herzklopfen, Schwäche, Zittern). Ich sass da also im Zahnarztstuhl, war schlapp und in Tränen aufgelöst. Danach lag ich noch den halben Tag ausgeknockt auf der Couch rum.

Provisorisch

Mit dem Provisorium lispelte ich etwas und auch mein Biss war ein anderer. ich musste sehr vorsichtig kauen und hatte in den ersten Tagen etwas Kopfweh. Erstaunlich, wie großen Einfluss kleine Veränderungen im Mund auf den ganzen Körper haben. Das ist so ein feinfühliges System. Beeindruckt mich immer wieder.

Zwei Wochen nach dem ersten Termin wurde dann das Provisorum ab und die Kronen drauf gesetzt. Erstmal nur mit leichtem Zement, um zu testen, wie es mir mit meinen neuen Zähnen so geht. Eine Woche durfte ich sie Probetragen und schauen, wo noch etwas drückt und ob sie optisch passten. Etwas hell waren sie geworden und lang. Der Mann scherzte, daß ich aussehe, als hätte ich Hasenzähne aus dem Faschingsbedarf an. So wollte ich natürlich nicht sein. Rein vom Tragegefühl war alles in Ordnung. Mit dem Zahnarzt besprach ich also neuerlich Termine. Ich ging nochmal zu den Zahntechnikern (zum Glück im gleichen Ort) und besprach mit ihnen die gewünschten Änderungen.

Lachen

Gestern war ich dort zur finalen Farbbestimmung, heute morgen beim Zahnarzt zum Einsetzen meiner Kronen. Jetzt bin ich ganz glücklich. Ich finde, das haben sie echt gut hinbekommen. Ich bin begeistert, was heutzutage alles geht. Feinste Farbabstufungen und sogar nachempfundene Transluszenz der echten Zähne. Ich hab mich gut beraten und betreut gefühlt. Jetzt kann ich wieder beherzt lachen.

Das Foto hat der Wolf gemacht.

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Zurück in den Alltag finden

Nun sind unsere Ferien vorbei. Hinter mir liegt eine reiche, volle Woche, die schöner nicht hätte sein können. Ich habe meine Familie getroffen, war ein paar Tage mit einer Frau, die ich beim Frauencamp kennengelernt habe, an der Ostsee und danach beim zweiten Modul des Dharmatrainings, wo es um Tod und Sterben ging.

Kraftquellen

Die ganze Woche hat meine Batterien wieder mit so viel Schönheit, Input und Themen zum nachdenken gefüllt. Ich trage die Bilder und Erlebnisse tief in mir drinnen. Von meiner Zeit an der Ostsee und den vielen neuen Impulsen aus dem Dharmatraining möchte ich gern mehr schreiben. Vorerst nutze ich jedoch die Zeit, mich zurückzusortieren.

Zurück zum Alltag

Ich bin aber auch ziemlich erschöpft, da ich noch keine richtige Zeit für einen Übergang in den Alltag gefunden habe. Dieser Übergang ist mir eigentlich immer sehr wichtig, diesmal ging es aber gleich volle Kanne mit täglichen Anforderungen weiter, sodass ich vermutlich erst ab nächster Woche etwas verschnaufen kann. Heute habe ich die Tochter ins Lerncamp verabschiedet. Sie bereitet sich nun gemeinsam mit ihrer Klasse intensiv auf die bevorstehenden Quali-Prüfungen vor. Der Sterngucker verbringt noch eine weitere Woche bei der Oma. Das war für uns organisatorisch am geschicktesten, weil der Mann für ein paar Tage auf Geschäftsreise unterwegs ist. Also mache ich es mir mit dem Wolf schön.