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Konsumauszeit :: November 2017, Woche 1 und 2

Zur ersten Konsumauszeit-Woche hatte ich schon einen schönen ausführlichen Beitrag geschrieben, den aus unerfindlichen Gründen mein WordPress gefressen hat. Er war nach dem Veröffentlichen nicht mehr da. Weg. Spurlos verschwunden. Sehr mysteriös.

Viel gab es eh nicht zu berichten, denn wir konsumieren tatsächlich momentan nur Lebensmittel. Da wir gerade von einem sehr knappen Budget leben, haben wir alle Extras gestrichen. Das ist ja auch immer so ein Ding mit dem Konsumieren und dem Verzicht. Verzichte ich freiwillig oder aus einer Notwendigkeit heraus? Bei mir ist es eine Mischung. Ich impulskaufe nicht, sondern schreibe mir die Impulse dann auf. Hier eine Geschenkidee, da ein vermeintliches Must-Have.

Das Thema Geld beschäftigt mich schon ein paar Monate. Mangel vs Fülle, das Gute im Wenigen sehen, den Fokus verändern. Und plötzlich beginnt es langsam wieder zu fliessen.

Nothing ever goes away until it has tought us what we need to know. Pema Chödrön

Das ist gerade mein Lieblingszitat und auf so viele Lebensbereiche anwendbar. Für mich steckt da sehr viel Trost drin.

Was steh mir zur Verfügung von dem, was ich bereits besitze?

Doch zurück zur Konsumauszeit. Ich werde erfinderisch. Das ist tatsächlich auch ein Geschenk des Verzichts oder des (Geld)Mangels. Wie kann ich aus dem, was ich habe, erschaffen was ich brauche? Das ist für mich Kreativität. Ich überlege also, was wir im Schrank haben, um daraus zu kochen. Was steht mir zur Verfügung, um Adventskalender zu basteln? Und manchmal liegt es so nah. Ich kann zeichnen, ich kann schreiben. Es gibt die Bibliothek mit Adventsgeschichten. Das Gute liegt oft so nah.

In den nächsten zwei Wochen möchte ich wieder meinen Internet-Konsum etwas kritischer unter die Lupe nehmen. Wo lenke ich mich ab, wann ist es sinnvoll, wann nur unnötiger Zeitvertreib. Wie kann ich Gewohnheiten verändern und was macht das mit mir?

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Wochenende :: Immerzu geschäftig

Das war wieder eines der vollen Wochenenden. Geschäftig, umtriebig, aber auch heimelig und novembergemütlich. Von allem etwas.

Samstag

Am Samstag nach dem Frühstück fährt mich der Mann zur VHS, wo ich einen Lettering Kurs anbiete. Mit 7 Teilnehmerinnen schreibe ich mich durch den Tag, erkläre Stifte und Gestaltungsregeln, Tricks und Buchstaben. Währenddessen erledigt der Mann unseren Wochenendeinkauf und kauft mit den Jungs Winterschuhe. 16 Uhr holen mich die Männer wieder ab.

Danach ist nicht mehr viel mit mir los. Nach dem Abendessen lungern wir vorm Feuer auf der Couch herum. Dann bringe ich die Kinder ins Bett. Später haben wir noch ein Telefonat, denn wir Beteiligen uns an der Vorbereitung der Präsentation von Kundalini Yoga Bayern auf der Yogamesse in München im Januar. Da gibt es jetzt einiges zu tun.

Im Bett lese ich noch ein bisschen und freue mich, dass ich den Wecker aus lassen kann.

Sonntag

Am Sonntag schlafen wir alle aus. Gemütlich schlumpern wir zum Frühstückstisch und essen gemeinsam. Ich verbringe den Vormittag mit einem Haufen Illustrationen, die ich noch zu Zeichnen habe.Danach packe ich Bestellungen vom Shop. Ich freue mich, dass ich jetzt schon eine richtige kleine Serie an Weihnachtskarten habe.

Gegen Mittag fahre ich den Mann zum Bahnhof. Vorher müssen wir noch unser Auto bei der Werkstatt abstellen. Weil wir nur ein Auto haben, holen wir uns vorher ein Auto vom Autoteiler. Das springt leider nicht an, weshalb wir Starthilfe bekommen. Wir fahren also mit den beiden Autos zur Werkstatt, stellen unseres dort ab, laden Kindersitze und Gepäck ins Leihauto und fahren zum Bahnhof. Es gab Störungen im Bahnverlehr wegen eines Polizeieinsatzes, aber die Bahn des Mannes fährt. Nun bin ich, mit einer kurzen Unterbrechung, eine ganze Woche allein mit den Kindern.

Daheim koche ich Mittag. Es ist mittlerweile 12:30 Uhr. Die Kinder spielen friedlich, mal drinnen, mal draussen. Es gibt bunte Nudeln (vom Aldi) mit Tomatensosse (aus Omas Garten) und Cashewbrösel statt Parmesan. Nach dem Essen bekomme ich einen kleinen Haushaltsrappel und bringe die Bude in Ordnung. ich staubsauge, entferne Spinnweben und wische sogar auf dem Kühlschrank Staub! Ich trage die Ausgaben für unsere Einkäufe der letzten Wochen in unser Haushaltsbuch ein (wir tracken gerade unsere Ausgaben), stricke eine Runde, trinke Tee und knabbere Kekse, die die Tochter gebacken hat.

Dann bringe ich den Müll raus, hänge die Wäsche auf, die ich heut morgen angeschalten habe und mache Feuer, weil es langsam kalt wird im Haus. Die Kinder spielen draussen. Nebenbei lese ich im Internet und freue mich über den Kanon bei der Kaltmamsell. Ich mag das Lied sehr gern und habe es lange nicht gehört. Es erinnert mich an meine Schulzeit, wo wir den Kanon auch gesungen haben. Die Kinder kommen rein und spielen im Haus verstecken. Ich versuche mich an Sesamkonfekt aus dem syrischen Kochbuch*, was ich gerade zur Rezension hierliegen habe. Die Tochter sitzt am Küchentisch und bastelt etwas für die Schule.

Am Nachmittag setze ich einen Hefeteig an und stelle ihn auf den warmen Ofen, wo er schnell aufgeht. Daraus bastle ich eine Pizza für das Abendessen. Als Belag nutze ich die restliche Tomatensosse vom Mittag, Ananas (das mögen die Kinder), Chamignons und Kapern. Ich pimpe meine Pizza am Schluss noch mit Rucola. Der Wolf merkt an, dass ich Zwiebeln und Knoblauch vergessen habe. Nun ja.

Die Tochter versucht zu lernen. Ich frage sie ab, aber es ist zu laut und chaotisch. Also vertröste ich sie auf Abends. Ich stecke die Jungs in die Badewanne und setze mich dazu, damit die Badesession nicht in Jungsstreit endet. Ich stricke an einer Mütze. Als die Stimmung kippt, beenden wir das Bad. Ich schneide Nägel und packe die Bande in Schlafanzüge. Der Sterngucker ist etwas erkältet und bekommt noch Thymian-Myrthe-Balsam auf die Brust. Zähneputzen, Wärmflasche und ab ins Bett.

Zuerst kuschle ich den Sterngucker ein. Während Ajai Alai in dieser Version (Spotify Link) läuft, schläft er ein.

Ich führe ein kurzes Job-Telefonat, dann gehe ich nochmal zum Wolf, kuschle und lese ihm vor. Wir beginnen ein neues Buch und lesen das erste Kapitel von Jostein Gaarders Weihnachtsgeheimnis*. Dann frage ich noch die Tochter ab, schreibe meinen Blogpost und erschrecke, als ich auf die Uhr schaue und sehe, dass es schon 22:30 ist!

Andere Wochenendeinblicke gibts bei Susanne.

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Freitagsschnipsel

Freitags blicke ich gern auf die Woche zurück. Wie war die Energie? Was hat mich glücklich gemacht? Worüber war ich in Sorge? War es eine schnelle Woche oder eine langsame? Was ist geblieben aus den vielen Erlebnissen, Terminen und Momenten?

Auf dem Herd blubbert unser Mittagessen (Risotto), im Ofen backen Kürbisspalten dazu. Der Mann holt den Wolf und die Nachbarstochter an der Schule ab. Auf dem Küchentisch sind unsere Arebitsmaterialien noch wild verstreut. Freitags arbeiten wir meist gemeinsam in unserer Wohnküche. Hier ist es warm und gemütlich. Dann tippen wir stumm nebenher oder tauschen usn über gemeinsame Projekte aus, beantworten uns Fragen und unterhalten uns über Dinge, die gerade aufploppen. Ich mag Freitage sehr. Dieses miteinander. Später werden auch der Sterngucker und die Tochter mit dem Bus kommen und sich zu uns an den Tisch setzen. Unser gemeinsames Mittagessen am Freitag ist auch immer ein bisschen die Einläutung des Wochenendes.

Was diese Woche schön war

Wochenende | Ich hatte einen Stand am Novembermarkt. Die Besucher waren alle nett und zugewandt. Ich hatte schöne Gespräche und gutes Feedback zu meinen Karten und kalligrafischen Arbeiten. Ich habe Tombow-Stifte vorgeführt und die Marktstimmung genossen. Marktstände machen mir Spaß. Schön war auch, dass meine Mama und meine Oma da waren. Insgesamt habe ich noch die Geburtstagsglücksgefühle ausgekostet. Am Wochenende sass ich auch gemütlich mit den Kindern beeinander und wir haben gemeinsam gestrickt.

Montag | Die Woche startete mit einem Businessfrühstück mit dem Mann. Wir hatten, seit er von seiner kleinen Reise zurück war, noch keine Möglichkeit, uns über alles, was ihn beschäftigt, auszutauschen. Für unser Frühstück schreiben wir vorher über den Monat verteilt immer eine Themenliste, damit nichts verlorengeht, was wir besprechen wollen. Wir haben also zuerst unsere Termine koordiniert, danach alles besprochen, was uns gerade beschäftigt und bewegt. Und das ist bei uns beiden nicht wenig. Dieses mal hätten wir locker noch zwei Stunden dranhängen können. Ich mag unser Frühstücksdate sehr. Der Nachmittag war gemütlich mit unseren Wochenendstrickerein. Am Abend war ich spontan mit den Kindern beim St. Martins-Gottesdienst in der Kirche und danach zum Umzug und Lagerfeuer, wo Semmeln verteilt wurden. Das fand besonders der Sterngucker schön. St. Martin auf dem Pferd, die vielen Lichter und die Feuerwehr.

Unsere Heizungspumpe versorgte die Wandheizung nicht mit warmen Wasser, sodass es im ganzen Haus kalt war. Der Mann hat es wieder hinbekommen. Juhu. Jetzt wird es im Haus warm und wohlig.

Dienstag | Am Dienstag hatte ich am Vormittag ein sehr schönes Skype Telefonat, was mich allerdings auch etwas gerüttelt hat. Den Rest des Tages war ich dann sehr erschöpft und empfindlich. Dennoch hatte ich trotz vollem Logistik-Tag einen angenehmen Tagesausgklang beim Lichterfest im Kindergarten. Ich bin dankbar, dass es möglich war, den Sterngucker bei einer anderen Mutter zu lassen, meine Fahrten zu erledigen und dann wiederzukommen. Es gab Feuer, Punsch und Buffet zwischen Laternenlichtern.

Am Dienstag wurde auch die gedruckte Version meines E-Books „Buch der Möglichkeiten“ geliefert. Ich bin ganz glücklich mit dem Druck. Das Buch gibt es als E-Book oder gedrucktes Exemplar in meinem Dawanda-Shop. Ich finde das alles noch sehr aufregend.

Mittwoch | Am Mittwoch war ich tatsächlich immer noch etwas neben der Spur. Nach den Geburtstagshochgefühl folgte ein kleines Loch. ich war müde, dünnhäutig und reizbar. Nach einer kleinen Heulrunde wurde es dann aber besser. Ich konnte am Mittwoch viel erledigen und produktiv arbeiten. Es haben sich einige Sachen auf meinem Schreibtisch gestapelt und langsam habe ich das Gefühl, wieder etwas Überblick zu gewinnen. Die Post brachte noch zwei Geburtstagspackerl <3

Am Abend war ich beim Sensory Awareness Kurs. Eigentlich fand ich mich schon wieder ziemlich aufgeräumt, bracht dann aber im Kurs doch wieder in Tränen aus. Da ist wohl grad ganz schön was los in mir. Danach fuhr ich zu einer Freundin, um die Tochter dort abzuholen. Die Tochter war noch unterwegs, also quatschten wir beiden Frauen noch etwas. Ich wurde mit leckeren Keksen aus dem Kochbuch* der wunderbaren Madhavi beschenkt.

Als ich nach Hause kam, hatte ich noch ein Telefonat mit einer anderen Freundin, die ich um Rat zu meinen Adduktoren-Schmerzen gebeten hatte. Sie versorgte mich mit allerlei Tipps und Übungen. Danach war ich wieder etwas weniger besorgt, geerdeter und zuversichtlich.

Donnerstag | Am Donnerstag hatte ich gleich morgens einen schönen kleinen Austausch per Message. Erstaunlich, wie tolle Gespräche man auch auf diesem Kanal führen kann. Danach versank ich in einem Coaching Telefonat mit Jana und fand meinen Kraftsatz (Hossa!). Diese Erfahrung trug mich dann durch den Rest des Vormittages bis die Kinder kamen. Da knallten plötzlich so viele Bedürfnisse aufeinander, dass es kurz laut und anstrengend im Haus war. Dieser Sturm legte sich aber so schnell wie er gekommen war. Nachdem die Kinder alle einmal Dampf abgelassen hatten, ging jeder seinen Dingen nach. ich ruhte mich mit dem Sterngucker kurz aus, dann hatte ich das dringende Bedürfnis Ordnung zu schaffen. Das Chaos im Haus spiegelte mein inneres Chaos sehr deutlich wieder. Ich verräumte also die gefaltete Wäsche, die noch seit dem Wochenende rumlag, räumte meinen Schreibtisch auf und sortierte ein paar Bücher aus, wo ich noch entscheide, was ich damit machen möchte (verlosen? verschenken? der Schule spenden?) Nebenbei versuchten der Mann und ich per Message unsere Logistik zu koordinieren. Das Auto muss dringend in die Werkstatt, der Mann ist ab Sonntag komplett die nächste Woche nicht da und es gibt für diesen Zeitraum kein freies Autoteiler-Auto am Stück. Das ist also komplexe Logistikjongliererei, denn wir sind hier am Land auf ein funktionierendes Auto angewiesen. Schaffen wir aber.

Dann war Zeit, den Mann abzuholen. Wir aßen schnell zu Abend, dann fuhr ich die Tochter zum Reiten und traf mich mit einer Freundin im Sport und zur Sauna. Danach sammelte ich die Tochter wieder ein und ging ziemlich früh ins Bett.

Fazit

Die Woche war voll, aber gut bewältigbar. Ich hatte eine Gefühlsachterbahn, bin jetzt aber wieder in meiner Mitte. Ich habe so unglaublich tolle Menschen in meinem Netzwerk. Wunderschöne FreundInnen, MentorInnen und Familie. Ich bin sehr dankbar.

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