Von der Stille

Ich sitze hier nach einem anstrengenden Tag, ja einer anstrengenden Woche. Neben mir knistert das Feuer im Ofen, die Spülmaschine plätschert, die Waschmaschine dreht ihre Runden. Um mich herum stehen zwei volle Wäscheständer und Laken trocken über den Stühlen. Es leuchtet eine Lichterkette am Fenster. Sonst ist es still. Trotz einer wuseligen Woche breitet sich in mir Stille aus. So eine ganz tief aus dem Inneren kommende.

Die Woche war herausfordernd auf vielen Ebenen. Sie hat mich aber gleichzeitig zu Themen gebracht, die wohl gerade dran sind. Da war am Montag mein MRT, was eine Schleimbeutelentzündung in der Schulter zeigte. Am Dienstag war der Termin beim Orthopäde, wo mich die helfende Spritze erstmal etwas ausknockte. Dann noch ein Elterngespräch im Kindergarten. Der Mittwoch, der kreislaufwackelig begann und tiefenentspannt mit dem Sensory Awareness Kurs endete. Dort hatte ich auch dieses deutliche Gefühl von weiblicher Kraft im Becken, was mich sehr beeindruckte. Am Donnerstag hatte ich ein intensives Coaching mit vielen Tränen und viel Eigen-Macht am Ende. Es gab es ein regennasses, aber auch irgendwie nettes Winterfeuer mit Suppe im Kindergarten.

Heute begann der Tag mit einem kleinen Kotzkindchen, was den ganzen Tag schlapp auf der Couch verbrachte, immer wieder mit Kopf über der Schüssel. Armes Kerlchen. Die Waschmaschine lief dauerhaft den ganzen Tag. Die Wäsche kann gar nicht so schnell trocknen, wie sie produziert wird. Und doch, trotz des Pensums und einiger Spannungen zwischen dem Mann und mir, hatte die Woche viele schöne Momente.

Ich merke sehr, wenn ich mich zu sehr beanspruche. Mein Kreislauf wackelt, meine Schulter arbeitet und meldet Überlastung direkt zurück. Mein Körper zwingt mich zum langsam sein, ich höre leider noch nicht immer auf ihn. Ich möchte also in den nächsten Tagen gern noch mehr Tempo rausnehmen. Die Stille, die ganz tief in mir drin ist, auch im Aussen ankommen lassen. In meinem Körper. In meinen Bewegungen. Hast du schonmal beobachtet, wie du dich durch den Alltag bewegst? Langsam und bedacht? Oder eher schnell und hektisch? Ruhelos? Behäbig?

Was diese Woche schön war

  • die Freude der Kinder beim morgendlichen Adventskalender öffnen
  • auf Ernte aus dem Garten zum Kochen zugreifen können (eingefrorene Bohnen, Petersilie, Kräuter)
  • unverhoffte, liebevollste lavendelduftige Bloggerinweihnachtspost
  • langsam gehen
  • Weihnachtsbäckerei
  • ein unerwartetes, aber schönes Telefonat
  • Kulmine Gewinnbenachrichtigung von Mamadenkt
  • Kuschelmomente
  • produktive Arbeitszeit
  • schöne Geschenke für die Familie
  • Weihnachtspost
  • lange Spaziergänge

Worüber ich nachdenke

Auf einem Freundinspaziergang heute kam wieder die Frage auf, warum ich blogge. Warum zeigen wir, was wir zeigen und anderes nicht? Warum schreiben wir, was wir schreiben und wie wir es schreiben? Wie wollen wir uns zeigen und welches Bild zeichnen wir damit von uns? Was wollen wir sagen? Was machen wir groß? Und was klein? Warum?

Strickplaner

Zum Schluss habe ich noch eine Ergänzung zur Geschenkideen-Liste: Der Strickplaner von Martina Behm. Ich hab den neulich bei einer Freundin angeschaut und für empfehlenswert befunden. Es ist quasi ein Kalender mit noch einigen zusätzlichen Features für StrickerInnen. Schönes Format, tolle Haptik & Layout.

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Durch die Rauhnächte

Heute waren wir im Kindergarten zum traditionellen Winterfeuer. Heute ist Wintersonnenwende, der dunkelste Tag. Das Licht kommt ab morgen zurück. Wir nähern uns dem Weihnachtsfest und den Rauhnächten. Ich mage diese „stade Zeit“, wie man hier so sagt. Vorallem zum Reflektieren, Rückschauen und Vorfreuen. In diesem Jahr sind mir ein paar Bücher und ein Online Kurs aufgefallen, die ich kurz vorstellen möchte. Vielleicht hast du ja Lust, dich in den Rauhnächten etwas zurückzuziehen und für dich zu sein, in dich reinzuhorchen und innezuhalten.

Rauhnacht-Tagebuch

Das dünne, schön gestaltete Rauhnachttagebuch ist ein schöner Begleiter durch die stille Zeit. Es bietet ausreichend Platz für eigene Notizen, Fragen und Themen für jeden Tag. Ausserdem gibt es Tipps zum Räuchern und schöne Illustrationen durch das ganze Buch.

„Seit Jahrhunderten sind die Rauhnächte eine Zeit der Besinnung und Einkehr – eine Auszeit zum Kraftschöpfen!“ Annemarie Herzog


Einige Fragen aus dem Buch:

  • Welchen meiner Sinne möchte ich heute besonders beobachten?
  • Wer hat mir im vergangenen Jahr in schwierigen Situationen geholfen?
  • Wann habe ich das letzte Mal Gefühle ausgelebt?
  • In welchem Bereich meines Lebens möchte ich mich besser verwirklichen?
  • Was wollte ich schon immer ausprobieren, weil ich das Talent dafür habe?

Mich spricht das Buch optisch und inhaltlich sehr an. Ich habe es verschenkt, hätte es aber auch gern selbst behalten.

Rauhnacht-Tagebuch. Gedanken und Impulse zum Jahreswechsel, Annemarie Herzog, 6,95 Euro*

Achtsam durch die Rauhnächte

Nicht so Tagebuchartig, aber dennoch Rauhnacht für Rauhnacht führt dieses Buch durch die Zeit zwischen den Jahren. In jedem Kapitel befinden sich Ideen zur Reinigung, Rituale und Richtung finden. Die Vorschläge sind Einladung für verschiedene Meditationen, Übungen zum Herz öffnen  oder einfach Ideen für die stille Zeit. Mit dem Buch kommt eine CD mit geführten Meditationen. Das Buch ist klein und handlich, von aussen hübsch anzusehen. Innen hätte es für mich auch etwas illustrativer und weniger textlastig (oder der Text visuell anders gegliedert) sein können. Dennoch enthält es viele interessante Ideen. Es geht ums Wünschen und Beten, Räuchern, Herz öffnen, Richtung finden, Fülle erleben und Sein entdecken. Ich werde mich von dem ein oder anderen Impuls inspirieren lassen.

Achtsam durch die Rauhnächte, Inspirierende Impulse zum Jahreswechsel, Maren Schneider, O.W.Barth, 16,99 Euro*

Mindset & Meditation Rauhnächte Set

Das ist ein online-Kurs, den ich entdeckt habe, der mich sehr anspricht. Eine Kombination aus meditation, Ritualen, Affirmationen, Klängen udn Silent Subliminals begleitet dich durch die magische Zeit. Klingt sehr toll und ist vielleicht genau das, was du noch suchst für die Zeit zwischen den Jahren.

Mindset & Medtation Rauhnächte-Set, 127 Euro

Buch der Möglichkeiten

Das Arbeitsbuch ist zwar kein direktes Rauhnachtsbegleitbuch, passt thematisch aber gut zum Jahreswechsel. Mit vielen Fragen, Anregungen und Ideen bietet es Möglichkeiten, dich selbst besser kennenzulernen, das Alte Loszulassen und das Neue zu begrüßen.

Zum Losschreiben und Loslassen habe ich ein paar Seiten aus dem Arbeitsbuch für dich herausgenommen. Hier kannst du dir das pdf herunterladen

Buch der Möglichkeiten, Ramona Weyde, 10 Euro (digital), 16 Euro (gedruckt)

*Affilate Link

Weihnachtsnähe

In mir drinnen ist es vielschichtig. Ich lebe in Ambivalenzen und vielem gleichzeitig. Ich kann auf einer Ebene total voll udn gestresst sein und auf einer anderen gleichzeitig total entspannt und ruhig. Deshalb ist es nie einfach, auf „wie geht’s dir“ Fragen zu antworten. Es ist dann interessant, die verschiedenen Ebenen aufzudröseln, wenn der/die Fragende wirklich Interese an meinen Befindlichkeiten hat.

Insgesamt also fühle ich mich ganz entspannt. Ich bin nicht weihnachtsgestresst. Alle Post, die ich noch nicht fertig habe, die ich aber verschicken möchte, kann gern auch erst nach Weihnachten raus. Ich habe keine Lust in langen Postschlangen zu stehen oder auf Krampf irgendwas auf den Weg zu bringen. Was pünktlich an Weihnachten da ist, ist schln,w as nicht, kommt später. WIr haben noch keinen Baum. Den kaufen wir immer Last-Minute, denn vorher schauen wir immer, ob wir einen am Weihnachtsmarkt retten können. Und der wird ja eh immer erst am 24. morgens abgebaut.

Auf meiner Job-Liste ist allerdings viel los. Da tummeln sich die To-Do’s und Anfragen, die ich täglich nach Prioritäten sortiere, um nicht den Überblick zu verlieren. Ich hab große Lust auf alle Aufträge und würde am liebsten an allen gleichzeitig arbeiten. Also langweilig ist mir nicht.

Jetzt so kurz vor den Weihnachtsferien hatten wir noch ein paar wichtige Termine. Ein Elterngespräch im Kindergarten, einen MRT Termin (der eine Schleimbeutelentzündung in der Schulter zu Tage brachte) und am Donnerstag noch das traditionelle Winterfeuer im Kindergarten. Ich schaue, dass ich gut für mich sorge. Früh ins Bett gehen, gut Essen, Pausen.

Die Kinder wollen derweil basteln (der Sterngucker), backen (die Tochter) und trompeten (der Wolf). Es ist trubelig im Haus. Ich bin froh um den Schnee, denn der zieht die Kinder immer wieder für längere Zeit nach draussen.

Als Weihnachtsessen haben wir nur etwas einfaches geplant. Irgendwas mit Klössen und Rotkraut und Rosenkohl, angelehnt an unser traditionelles Weihnachtsmenü. Diesmal ohne Nussbraten, aber mit einer anderen Art von Bratling. Der Mann hat da was rausgesucht. An Heilig Abend gibt es Kartoffelsalat.

Morgen hab ich nochmal einen feinen terminfreien Vormittag zum Arbeiten. Dieser leere Tag im Kalender freut mich gerade so sehr.