Wund, nicht nur im Mund (und Fragerunde #18)

Ja, es gibt mich noch. Vergangene Woche hat mich etwas geschrottet. Ich hatte am Dienstag meine Zahn-Op und es war, als wäre damit irgendwas aufgerissen wurden. Nicht nur der Zahn, sondern auch auf emotionaler Ebene. Seitdem fühle ich mich wund und verletzt. Da werden Themen hochgespült, die lange unter der Oberfläche lauerten. Sie erreichen mich mit Wucht, Wut und Tränen. Ich bin neben der Spur und brauche ganz viel Kraft, den Alltag zu wuppen und innerlich wie äußerlich zu heilen. Deshalb ist es hier ruhiger. Mir geht es einfach nicht gut.
Die Woche hatte dennoch schöne Momente. Ich hatte Besuch aus dem Internet, schöne Momente mit den Kindern und gutes Essen auf dem Teller. Ich habe fürsorgliche Freundinnen, hatte ein tolles Sommerfest im Kindergarten, gute Gespräche und schöne Menschen um mich herum.
Ende der Woche werde ich für eine kleine Weiterbildung-Wellness-Kombination für ein paar Tage nach Österreich fahren, danach gleich weiter für ein Job-Treffen nach Freiburg. Zwischendrin werkele ich noch an einem Online-Kurs für Juli. Also langweilig ist mir nicht.

mohn

Meine Antworten auf Fragerunde #18

Die Fragenaktion ist zuerst auf dem Pinkepank-Blog aufgetaucht. Alle Infos dazu findest du in diesem Post und unter dem Schlagwort 1000 Fragen an dich selbst auf dem Pinkepank-Blog.

341. Worüber kannst du dich immer wieder aufregen?
Über gewisse Starrigkeiten im Schulsystem, über Männergebahren, über Unflexibilität und Festhalten, über Rücksichtslosigkeit und Kurzblick…
342. Kann jede Beziehung gerettet werden?
Nein
343. Mit welchem Körperteil bist du total zufrieden?
Komische Frage. Mit mir.
344. Womit hältst du dein Leben spannend?
Mit mir selbst. Da tauchen immer neue Facetten auf, die ich anschauen darf, kennenlernen, erforschen, reflektieren. Das ist eine riesen Spielwiese zur Weiterentwicklung. Die Impulse kommen von Schmerzen, den Kindern, Beziehungen, Familie, Freundschaften. Immer neue Themen oder alte Themen und neue Blickwinkel. Wie kann mir da langweilig sein?
345. Kannst du unter Druck gute Leistungen erbringen?
Ich kann Leistung erbringen. Kommt nun drauf an, wonach man „gut“ beurteilt. Ist gut schnell? Schön? Qualität? Quantität?
346. Welche Lebensphase hast du als besonders angenehm empfunden?
Hm. An jede Lebensphase die ich denke, fallen mir schöne und schwierige Zeiten ein. Trauer und Freude, Stress und Schmerz, Freiheit und Frohsinn. Jede Lebensphase hatte bisher ihre Licht- und Schattenseiten. Insgesamt finde ich mein Leben angenehm.
347. Findest du andere Menschen genauso wertvoll wie dich selbst?
Ja. An dem mich selber wertvoll finden arbeite ich gerade.
348. Hast du immer eine Wahl?
Ja. Ich habe immer die Wahl, über meine Haltung zu entscheiden zu den Dingen wo ich vermeintlich keine Wahl habe. Ich habe immer die Wahl, wie ich mit dem, was mir das Leben vor die Füße wirft, umzugehen.
349. Welche Jahreszeit magst du am liebsten?
Den Spätsommer/Herbstbeginn mit all seinen Farben und Düften, dem Aufleben und Sterben.
350. Wie hättest du heissen wollen, wenn du deinen Namen selbst hättest aussuchen dürfen?
Ich weiss es nicht. Ich habe eine zeitlang mit meinem Namen gehadert, würde mir aber selbst keinen Namen aussuchen wollen. Das war für die Kinder shcon schwer genug. Mittlerweile mag ich meinen Namen, meinen virtuellen und meinen spirituellen Namen ganz gern. Sie sind Teil von mir.
351. Wie eitel bist du?
Vermutlich nicht sehr. Die meiste Zeit gehe ich ungeschminkt durch die Welt. Ich verdecke keine Falten oder Augenringe, mache mir auch nichts daraus, mal schnell in Jogginghose in den Supermarkt zu gehen.
352. Folgst du eher deinem Herzen oder deinem Verstand?
Es ist nicht leicht, nur dem Herzen zu folgen, wenn der Kopf immer wieder so laut ist und seine alten Glaubenssätze in den Weg wirft. Ich bemühe mich, immer mehr auf mein Herz zur hören.
353. Welches Risiko bist du zuletzt eingegangen?
Ich gehe dauernd irgendwelche Risiken ein. Was ist ein Risiko? Finanzieller Verlust? Der Tod? Ablehnung?
354. Übernimmst du häufig die Gesprächsführung?
Das kommt auf die Gruppe an. Wenn sich keine andere findet, dann ja. Ich beobachte mich in Gruppen in einer eher moderierenden Rolle. Ich behalte im Blick, dass jeder mal was sagen kann oder dass, wenn wir was erarbeiten wollen, wir immer zurück zum Thema finden.
355. Welchem fiktiven Charakter aus einer Fernsehserie ähnelst du?
Um das zu beurteilen, müsste ich Fernsehserien schauen…
356. Was darf bei einem guten Fest nicht fehlen?
Gäste
357. Fällt es dir leicht, Komplimente anzunehmen?
Immer leichter
358. Wie gut achtest du auf deine Gesundheit?
Mittelgut. Da ist noch Luft nach oben.
359. Welchen Stellenwert nimmt Sex in deinem Leben ein?
Einen hohen.
360. Wie verbringst du am liebsten deinen Urlaub?
Selbstbestimmt. Eine Mischung aus Aktivität und Ruhe, gutem Essen, etwas Kultur. Natur und Zeit zum Sein und sinnieren.
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Hiddensee – Meine Reiseeindrücke (Teil 2)

Nun hatten wir vier volle Tage, um die Insel Hiddensee zu erkunden. Die streckt sich ja schmal und lang dahin und hat, von oben betrachtet, die Form eines Seepferdchens. Wir waren  im nördlichen Teil der Insel. Der Ort nennt sich Kloster. Von dort aus war unser erstes Ausflugsziel der Leuchtturm, der gleichzeitig auch das Wahrzeichen von Hiddensee ist. Überall blühte der Ginster und tauchte die Landschaft in herrlich leuchtendes Gelb. Die Farben haben mich sehr beeindruckt und sind tief in mein Herz gegangen. Das Gelb und Grün, die vielen Nuancen des Blau, das Weiss und die blühenden Heiderosen mit ihren rosa Schattierungen. So ein Fest für die Sinne.

Mit dem Fahrrad die Insel erkunden

Am Nachmittag liehen wir uns Fahrräder aus, die wir für den Rest des Aufenthaltes behalten wollten. Mit dem Fahrrad fuhren wir zum Hafen und nach Vitte. Die Entfernungen sind ja überschaubar. Wir aßen frischen Fisch und genossen Strand, Sonne und die Ostsee. Klar, war ich auch im Wasser. Mit seinen 9° war es eine angenehme Erfrischung. Wir schauten die kleinen Lädchen an mit Bernsteinschmuck und Bildern. Überall gibt es Galerien und Kultur rund um Hiddensee. Viele Dichter und Denker hatten Hiddensee als Urlaubs- und Rückzugsort. Darauf beziehen sich zahlreiche Kulturangebote. Besonders gut hat mir die Homunkulus-Figurensammlung vom Puppenspieler Karl Huck gefallen. Das ist eine wunderschöne Ausstellung charakterstarker Marionetten. Beim Betreten des kleinen Ausstellungsraumes wurde ich sofort in eine andere, verzauberte Welt gezogen. Sehr schön!

Die kommenden Tage verliefen ganz ähnlich. Einmal machten wir eine Radtour zum südlichen Teil der Insel, dann wieder eine Wanderung durch den Wald hinauf zur Steilküste. Die meiste Zeit trug ich mein blaues Kleid, was ich mir mal in Hamburg blitzverliebt gekauft habe und den neuen Sonnenhut. Mit dem blauen Fahrrad fühlte ich mich wie live in einer romantischen Schnulze. Ein schönes Gefühl.

Hiddensee ist so vielfältig. Ich begeisterte mich für den Geschmack von Sanddorn-Eis aus der Eismanufaktur auf der Insel und für veganen Schokoladen-Himbeer-Brownie bei Tante Hedwig. Das Abendlicht verzauberte mich ganz besonders. Überall blühten die Heiderosen und betörten mit Duft und Farben. So schön!

Bei meinen Strandspaziergängen fand ich immer wieder kleine Bernsteinstückchen. Hach Hiddensee, du hast mir wirklich gut gefallen.

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Auf den Spuren von Schönheit

Mein Samstag startet früh, denn heute begebe ich mich auf die Spuren der Schönheit. Der Mann fährt mich zum Bahnhof, von wo aus ich nach Augsburg weiterfahre. Dort findet die Schön statt, eine vom Gebetshaus Augsburg initiierte Konferenz zum Thema Schönheit. Künstler, Designer, Musiker, Poeten, Philopsophen und Schauspieler gehen dem Schönheits- und Kunstbegriff nach. Es gibt Ausstellungen und Vorträge, Workshops und Diskussionen. Auf Kallimagie.de habe ich ausführlicher darüber geschrieben.

Nach anfänglichen, meiner Orientierungslosigkeit geschuldeten, Widerständen finde ich mich in spannenden Gesprächen und interessanten Inputs. So mäandere ich durch den Tag. Hier ein Gespräch, da ein Vortrag, dort ein Interview. Veganes Curry zum Mittag, Quinoasalat zum Abendessen. Am Abend schaffe ich die letzten Vorträge nicht mehr. Ich bin zu müde und kann nichts mehr aufnehmen. Meine Fahrkarte hat allerdings Zugbindung. Ich muss noch bis knapp 21 Uhr ausharren.

Dann schreib mir eine Freundin. Sie sitzt im Zug, der über Augsburg fährt. Wann ich denn zurückfahre. Ich kalkuliere im Kopf blitzschnell Pro und Contras, Wegezeiten und mein Budget und beschliesse, es drauf ankommen zu lassen. Eiligen Schrittes verlasse ich die Konferenz, erreiche den Bahnsteig genau in der Minute wo der ICE einfährt. Ich finde meine Freundin und freue mich, dass ich so entschieden habe. Dann kommt der Schaffner. Ich sage ihm, dass ich mein Ticket upgraden möchte, weil ich Zugbindung habe. Das geht nicht. Ich lerne:

  • Upgrade von Zugbindungstickets geht nicht. Ich hätte am Automaten ein neues Ticket buchen müssen (dafür war gar keine Zeit)
    Ticketkauf im Zug kostet 12,50 Euro extra

Aber: ich habe einen sehr freundlichen und kulanten Zugbegleiter. Für 14,60 Euro bekomme ich eine Fahrkarte und kann noch bis nach Hause gemeinsam mit der Freundin ratschend fahren, wo unsere Männer uns am Bahnhof abholen. So bin ich eine Stunde früher daheim als erwartet, trinke noch einen Schluck Wein mit dem Mann, erzähle ihm von der Konferenz und höre mir an, was er vom Tag mit den Kindern erzählt. Das war es wert.

Sonntag

Ich kann ausschlafen, bin aber dennoch früh wach. Wir kuscheln noch eine Runde und stehen dann auf. Nach dem gemeinsamen Frühstück mit dem Mann und dem Sterngucker (die größeren Kinder schlafen noch) bereite ich eine leckere Nachspeise für heut Nachmittag vor aus frischen Walderdbeeren vom Garten. Die erfreuen mich ja täglich. Schon, wenn man in die Nähe kommt, duften sie aromatisch. Hmm.

Die Tochter steht auf und bereitet sich ein schnelles Frühstück. Der Mann fährt zum Sport und nimmt die Tochter mit zur Schule, wo sie heut vormittag Mathe-Übungsstunde für die Prüfungen nächste Woche hat. Das hatte sie schon gestern. Es ist ein Angebot der Mathelehrerin, was ich sehr aussergewöhnlich und großartig finde und sehr zu schätzen weiss.

Der Wolf steht auf. Er frühstückt und kümmert sich nach meiner Ansage um seine Wäsche und zieht sein Bett ab, damit die Bettwäsche mal gewaschen werden kann. Wir trödeln durch den Vormittag. Zum Mittag mache ich Blumenkohlcurry. Den gab schon lange nicht mehr. In der Gemüsekiste vom Freitag war frischer Blumenkohl drin. Das passte gut zu unseren Curryplänen.

Der Tag plätschert dahin. Die Kinder spielen abwechselnd draussen oder drinnen. Ich arbeite etwas, werkele im Garten, kümmere mich um die Wäsche und schreibe an Blogsposts und Briefen. Dann nehme ich noch Videos auf für unser Juni-Monatsthema „Selfcare“ im Jahr der Möglichkeiten. Solche Tage mag ich gern, die leise und leicht vor sich hinfliessen, wo alles ohne Anstrengung geschieht und der Abend mit einem kleinen Sommerregen ausklingt.

Was schön war

  • die Schön-Konferenz
  • die ungeplante Freundinzeit
  • der unglaublich toll blühende Lavendel in unserem Garten, der eine Oase für Schmetterlinge, Hummeln und Bienen ist. Ich habe heute mindestens 20 Falter auf einmal gezählt. So schön!
  • die Walderdbeeren, die mir jeden morgen und zwischendrin immer wieder rote Freude schenken
  • das Gefühl, dass sich der ein und andere Knoten in mir und meinem Leben löst
  • der Mann spielt jeden Abend mit den Jungs Fussball am Spielplatz. Die Freude der Jungs darüber <3

Wochenendbilder sammelt, wie jedes Wochenende, Susanne auf Geborgen Wachsen.