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Ich, die Künstlerin!?

Neulich war ich etwas frustriert mit meinem Blog. Kaum ausgesprochen, kam das Feuer wieder zurück. Dennoch möchte ich die Fragen, mit denen ihr mir auf die Sprünge geholfen habt, nicht unbeantwortet lassen. Der Blogpost lag jetzt eine Weile im Entwurfsordner herum. Heute fühlt es sich stimmig an, ihn zu veröffentlichen.

“Eine Frage…hast du in deiner Werdung als Künstler mehr davon gehabt auf das zu schauen, was in deiner Erfahrungskiste liegt oder auf das was du erreichen willst? War es für dich immer klar mit der Kunst verheiratet zu sein oder musste es hart erkämpft werden? Wann merke ich, dass ich meine Gelübde an die Kunst ablege?” Jenni

Das ist eine gute Frage. Ich muss allerdings noch weiter vorn anfangen. Ich habe mich nämlich noch nie in meinem Leben als Künstlerin betrachtet, obwohl das viele in meinem Außen immer zu mir gesagt haben. Nein, Künstlerin, das war ich nicht. Ich war schon immer der Meinung, dass das was andere als Kunst sehen, nur Handwerk ist. Erst jetzt seit vielleicht 2 Jahren beginne ich mich mit dem Aspekt der Künstlerin in mir auseinanderzusetzen.

Lebenskünstlerin

Am ehesten habe ich mich immer als Lebenskünstlerin gesehen. Gar nicht so in dem Sinne, dass ich mich durchs Leben jongliere, sonderen eher aus dem, was mir gegeben ist, etwas zu machen. Ich glaube, dass ich das gut kann. Das Leben als Leinwand oder Bühne betrachten. Improvisationskunst. Man werfe mir etwas zu und schaue, was daraus wird. So ist doch das Leben. Dauernd kommen da irgendwelche Steine, Hürden und Aufgaben. Dann ist es an uns, damit umzugehen. Das ist für mich Kreativität.

Brotlose Kunst

Ein Grund, warum ich nie Künstlerin sein wollte war auch, dass ich immer das Gefühl hatte, dass KünstlerInnen nicht so viel wert sind wie andere Berufe. Sie verdienen nicht viel, bewegen sich immer am Existenzminimum und sind verzweifelt, weil sie entweder Kunst machen oder ihr Brot verdienen. Das sind so Glaubenssätze, die unterschwellig mitwirken und weshalb ich mich lieber im Bereich der angewandten Kunst positioniert habe (Grafikdesign). Ich merke in den letzten Jahren, dass dort gar nicht mein Platz ist. Da habe ich zwar das Handwerkszeug, aber mein Herz ist woanders. Die Wertigkeitsglaubenssätze schaue ich mir natürlich auch an. Das hat ja nicht nur mit Kunst zu tun.

Gestalterin

Was ich aber schon immer war: Gestalterin. Meines Lebens und meiner Umwelt. Es hat eine ganze Weile gebraucht, zu wertschätzen, was mein Platz in dieser Welt ist. Wie ich durch mein Tun die Welt gestalte. Im Kleinen und auch im Großen.

“Die Sachen, die ich in die Welt bringe, sind Gestaltung dieser Welt” (ein Zitat aus einem Podcast. Ich glaube, von Anna Haifisch?)

Wie ich jemanden (oder viele) inspiriere und einen Einfluss auf derer Leben habe. In einem Coaching hatte ich einmal das Bild, in einer großen Seifenblase zu sein. Quasi umgeben davon. Und jeder Mensch, der durch diese meine schillernde Energieblase durchgegangen ist, hatte selber eine solche Energie-Seifenblase an. Durch diese konnten wieder Menschen gehen und Seifenblasenschiller-Energie bekommen und weitergeben. Mit diesem Bild habe ich verstanden, dass alles, was wir tun einen Sinn hat und sich potenziert. Wir können jetzt entscheiden, welche Energie wir in die Welt tragen wollen.

(Passend zum Seifenblasenbild streue ich Werbung ein: Hier gibts meine Riesenseifenblasen-Anleitung für schillernd bunten Sommerspaß)

Kriegerin & Heilerin

In einem Buch wurde diese Suche nach unserem Kern mit der Reise zur Baba Yaga verglichen. Wie sie uns in die Irre führt, prüft, Fragen stellt. Ich mag das Bild. Ich selber irre immer noch und immer wieder durch den Wald der Hexe.

“Baba Yaga ist eine alte Frau mit einem wilden, hexenähnlichen Gesicht, die in ihrem Kessel rührt und alles weiß. Sie lebt mitten im Wald. Wer sie finden will, bekommt es mit der Angst zu tun, denn dazu muss man sich mit dem Dunklen auseinander setzen, gefährliche Fragen stellen und die erquickliche Welt der Logik verlassen” (aus “Nach der Erleuchtung Wäsche waschen und Kartoffeln schälen. Wie spirituelle Erfahrung das Leben verändert.”* von Jack Kornfield)

Ich habe mich lange Zeit als Kriegerin gesehen. Nicht im Sinne von Krieg führen und angreifen, sondern eher mit den Qualitäten von zielorientiert, flexibel, diszipliniert und hingebungsvoll zu sein. Ein Buch, was mir vor Jahren sehr gefallen hat ist “Der Pfad des friedvollen Kriegers”* von Dan Milman.

Aber das war noch nicht alles. Da fehlte noch eine Komponente, die das rund machte. Und die habe ich letztes Jahr gefunden und benannt. Die Heilerin. Ich hadere noch mit dem Begriff, weil er schon so besetzt ist. Ich mache nichts und niemanden heile. Aber ich kann andere Menschen begleiten, um sich selbst zu heilen. Ich kann Fragen stellen oder Räume öffnen. Damit kann Energie ins Fliessen kommen und sich umwandeln.

Ich bin eine Energiewandlerin.

Und plötzlich ist das alles rund.

*Affiliate Link

Wund, nicht nur im Mund (und Fragerunde #18)

Ja, es gibt mich noch. Vergangene Woche hat mich etwas geschrottet. Ich hatte am Dienstag meine Zahn-Op und es war, als wäre damit irgendwas aufgerissen wurden. Nicht nur der Zahn, sondern auch auf emotionaler Ebene. Seitdem fühle ich mich wund und verletzt. Da werden Themen hochgespült, die lange unter der Oberfläche lauerten. Sie erreichen mich mit Wucht, Wut und Tränen. Ich bin neben der Spur und brauche ganz viel Kraft, den Alltag zu wuppen und innerlich wie äußerlich zu heilen. Deshalb ist es hier ruhiger. Mir geht es einfach nicht gut.
Die Woche hatte dennoch schöne Momente. Ich hatte Besuch aus dem Internet, schöne Momente mit den Kindern und gutes Essen auf dem Teller. Ich habe fürsorgliche Freundinnen, hatte ein tolles Sommerfest im Kindergarten, gute Gespräche und schöne Menschen um mich herum.
Ende der Woche werde ich für eine kleine Weiterbildung-Wellness-Kombination für ein paar Tage nach Österreich fahren, danach gleich weiter für ein Job-Treffen nach Freiburg. Zwischendrin werkele ich noch an einem Online-Kurs für Juli. Also langweilig ist mir nicht.

mohn

Meine Antworten auf Fragerunde #18

Die Fragenaktion ist zuerst auf dem Pinkepank-Blog aufgetaucht. Alle Infos dazu findest du in diesem Post und unter dem Schlagwort 1000 Fragen an dich selbst auf dem Pinkepank-Blog.

341. Worüber kannst du dich immer wieder aufregen?
Über gewisse Starrigkeiten im Schulsystem, über Männergebahren, über Unflexibilität und Festhalten, über Rücksichtslosigkeit und Kurzblick…
342. Kann jede Beziehung gerettet werden?
Nein
343. Mit welchem Körperteil bist du total zufrieden?
Komische Frage. Mit mir.
344. Womit hältst du dein Leben spannend?
Mit mir selbst. Da tauchen immer neue Facetten auf, die ich anschauen darf, kennenlernen, erforschen, reflektieren. Das ist eine riesen Spielwiese zur Weiterentwicklung. Die Impulse kommen von Schmerzen, den Kindern, Beziehungen, Familie, Freundschaften. Immer neue Themen oder alte Themen und neue Blickwinkel. Wie kann mir da langweilig sein?
345. Kannst du unter Druck gute Leistungen erbringen?
Ich kann Leistung erbringen. Kommt nun drauf an, wonach man “gut” beurteilt. Ist gut schnell? Schön? Qualität? Quantität?
346. Welche Lebensphase hast du als besonders angenehm empfunden?
Hm. An jede Lebensphase die ich denke, fallen mir schöne und schwierige Zeiten ein. Trauer und Freude, Stress und Schmerz, Freiheit und Frohsinn. Jede Lebensphase hatte bisher ihre Licht- und Schattenseiten. Insgesamt finde ich mein Leben angenehm.
347. Findest du andere Menschen genauso wertvoll wie dich selbst?
Ja. An dem mich selber wertvoll finden arbeite ich gerade.
348. Hast du immer eine Wahl?
Ja. Ich habe immer die Wahl, über meine Haltung zu entscheiden zu den Dingen wo ich vermeintlich keine Wahl habe. Ich habe immer die Wahl, wie ich mit dem, was mir das Leben vor die Füße wirft, umzugehen.
349. Welche Jahreszeit magst du am liebsten?
Den Spätsommer/Herbstbeginn mit all seinen Farben und Düften, dem Aufleben und Sterben.
350. Wie hättest du heissen wollen, wenn du deinen Namen selbst hättest aussuchen dürfen?
Ich weiss es nicht. Ich habe eine zeitlang mit meinem Namen gehadert, würde mir aber selbst keinen Namen aussuchen wollen. Das war für die Kinder shcon schwer genug. Mittlerweile mag ich meinen Namen, meinen virtuellen und meinen spirituellen Namen ganz gern. Sie sind Teil von mir.
351. Wie eitel bist du?
Vermutlich nicht sehr. Die meiste Zeit gehe ich ungeschminkt durch die Welt. Ich verdecke keine Falten oder Augenringe, mache mir auch nichts daraus, mal schnell in Jogginghose in den Supermarkt zu gehen.
352. Folgst du eher deinem Herzen oder deinem Verstand?
Es ist nicht leicht, nur dem Herzen zu folgen, wenn der Kopf immer wieder so laut ist und seine alten Glaubenssätze in den Weg wirft. Ich bemühe mich, immer mehr auf mein Herz zur hören.
353. Welches Risiko bist du zuletzt eingegangen?
Ich gehe dauernd irgendwelche Risiken ein. Was ist ein Risiko? Finanzieller Verlust? Der Tod? Ablehnung?
354. Übernimmst du häufig die Gesprächsführung?
Das kommt auf die Gruppe an. Wenn sich keine andere findet, dann ja. Ich beobachte mich in Gruppen in einer eher moderierenden Rolle. Ich behalte im Blick, dass jeder mal was sagen kann oder dass, wenn wir was erarbeiten wollen, wir immer zurück zum Thema finden.
355. Welchem fiktiven Charakter aus einer Fernsehserie ähnelst du?
Um das zu beurteilen, müsste ich Fernsehserien schauen…
356. Was darf bei einem guten Fest nicht fehlen?
Gäste
357. Fällt es dir leicht, Komplimente anzunehmen?
Immer leichter
358. Wie gut achtest du auf deine Gesundheit?
Mittelgut. Da ist noch Luft nach oben.
359. Welchen Stellenwert nimmt Sex in deinem Leben ein?
Einen hohen.
360. Wie verbringst du am liebsten deinen Urlaub?
Selbstbestimmt. Eine Mischung aus Aktivität und Ruhe, gutem Essen, etwas Kultur. Natur und Zeit zum Sein und sinnieren.
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Hiddensee – Meine Reiseeindrücke (Teil 2)

Nun hatten wir vier volle Tage, um die Insel Hiddensee zu erkunden. Die streckt sich ja schmal und lang dahin und hat, von oben betrachtet, die Form eines Seepferdchens. Wir waren  im nördlichen Teil der Insel. Der Ort nennt sich Kloster. Von dort aus war unser erstes Ausflugsziel der Leuchtturm, der gleichzeitig auch das Wahrzeichen von Hiddensee ist. Überall blühte der Ginster und tauchte die Landschaft in herrlich leuchtendes Gelb. Die Farben haben mich sehr beeindruckt und sind tief in mein Herz gegangen. Das Gelb und Grün, die vielen Nuancen des Blau, das Weiss und die blühenden Heiderosen mit ihren rosa Schattierungen. So ein Fest für die Sinne.

Mit dem Fahrrad die Insel erkunden

Am Nachmittag liehen wir uns Fahrräder aus, die wir für den Rest des Aufenthaltes behalten wollten. Mit dem Fahrrad fuhren wir zum Hafen und nach Vitte. Die Entfernungen sind ja überschaubar. Wir aßen frischen Fisch und genossen Strand, Sonne und die Ostsee. Klar, war ich auch im Wasser. Mit seinen 9° war es eine angenehme Erfrischung. Wir schauten die kleinen Lädchen an mit Bernsteinschmuck und Bildern. Überall gibt es Galerien und Kultur rund um Hiddensee. Viele Dichter und Denker hatten Hiddensee als Urlaubs- und Rückzugsort. Darauf beziehen sich zahlreiche Kulturangebote. Besonders gut hat mir die Homunkulus-Figurensammlung vom Puppenspieler Karl Huck gefallen. Das ist eine wunderschöne Ausstellung charakterstarker Marionetten. Beim Betreten des kleinen Ausstellungsraumes wurde ich sofort in eine andere, verzauberte Welt gezogen. Sehr schön!

Die kommenden Tage verliefen ganz ähnlich. Einmal machten wir eine Radtour zum südlichen Teil der Insel, dann wieder eine Wanderung durch den Wald hinauf zur Steilküste. Die meiste Zeit trug ich mein blaues Kleid, was ich mir mal in Hamburg blitzverliebt gekauft habe und den neuen Sonnenhut. Mit dem blauen Fahrrad fühlte ich mich wie live in einer romantischen Schnulze. Ein schönes Gefühl.

Hiddensee ist so vielfältig. Ich begeisterte mich für den Geschmack von Sanddorn-Eis aus der Eismanufaktur auf der Insel und für veganen Schokoladen-Himbeer-Brownie bei Tante Hedwig. Das Abendlicht verzauberte mich ganz besonders. Überall blühten die Heiderosen und betörten mit Duft und Farben. So schön!

Bei meinen Strandspaziergängen fand ich immer wieder kleine Bernsteinstückchen. Hach Hiddensee, du hast mir wirklich gut gefallen.