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Mein Wochenende :: Auf einem Trauerseminar

Am Wochenende hat die Familie daheim und auf der Yogamesse Stellung gehalten. Ich fuhr am Freitag eine abenteuerliche Bahnfahrt gen Norden, um übers Wochenende an einem Dharmatraining Refresher Seminar zum Thema Trauer teilzunehmen.

Trauer ist mehr als Traurigkeit

Das Seminar fand im Parimal Gut Hübental statt. Das ist eine Lebensgemeinschaft, die auch Seminarräume und Unterkunft anbietet. Ein sehr schöner Ort. Wir wurden gut versorgt und konnten auf dieser Basis in ein interessantes und inniges Wochenende eintauchen. Anhand eines Beispielworkshops erarbeiteten wir das Thema “Trauer ist mehr als Traurigkeit”. Über Gruppenarbeit, Partnergespräche, inhaltlichen Input, Geschichten und Kreistänze zur Auflockerung beleuchteten wird Trauer von verschiedenen Gesichtspunkten. Was ist Trauer? Worin besteht der Unterschied zwischen Traurigkeit und Trauer? Was macht Trauer mit uns? Wo zeigt sich Trauer im Körper? Was ist der Sinn von Trauer? Gerahmt wurde das Seminar von gemeinsamer Musik, Yoga und Meditation. Inhaltlich war es ganz unyogisch und bodenständig.

Spuren

So ein Seminar, egal wo und wie lange ich es besuche, hinterlässt immer auch Spuren in mir drin. Da sind Impulse, aha-Effekte und Puzzleteile. Das mag ich so sehr. Ich erweitere meinen eigenen Erfahrungsschatz, vergrößere meinen inneren Reichtum an Gefühlen, Wissen und Verknüfungen. Ich empfinde das als sehr wertvoll. Aktuell überlege ich, wie ich all diese inneren Schätze weitergeben und teilen kann. Wie ich daraus meinen ganz eigenen Stoff weben kann, der sich aus all diesen meinen Erfahrungsfäden zusammensetzt, um ihn dann weiterzugeben, damit jemand sich darin hüllen und wärmen kann.

Jetzt lasse ich das Wochenende nachklingen. Ich erinnere mich an das schöne Sadhana mit Mantren von Gitarre, Cello und Englisch Horn begleitet, an all das Fühlen und Sein, das Versinken und Lachen.

Andere Wocheneneinblicke gibt es bei Susanne.

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wmdedgt im August :: Urlaubsedition

wmdedgt steht für “Was machst du eigentlich den ganzen Tag” und ist eine aus dem Alltagsbloggen heraus entstandene Aktion von Frau Brüllen. Jeden 5. im Monat geben BloggerInnen einen Einblick in ihren Tag. Mein 5.August kommt in der Urlaubsedition daher.

Jeden Tag, auch im Urlaub, wachen die Kinder gegen 6:30 auf und beginnen zu quasseln, sich anzuziehen und zu spielen. Das bemerkt der Hund und wird quirlig, weil er sich auf seine Morgenrunde freut. Ich drehe mich gern noch im Bett und hänge meinen Tagträumen nach. Der Mann steht auf, macht sich tagfertig und zieht sich zum Meditieren zurück.

Für die Hunderunde ist die Tochter verantwortlich (sie ist die einzige, die kompetent und souverän die Kackhaufen wegräumt). Es fällt ihr nicht leicht, morgens aufzustehen. Während sie den Hund ausführt, fährt der Mann mit den Jungs zum Bäcker Weckle holen, weil wir kein Brot mehr im Haus haben. Ich dusche derweil und decke den Frühstückstisch.

Nach dem Frühstück geht der Mann mit den Jungs zum Bogenschiessen. Sie haben im Garten eine kleines Ziel aufgebaut und schiessen dort jeden Tag. Anfang der Woche waren wir im Bogenladen in Emmendingen und haben noch zwei Pfeile und eine Sehne nachgekauft. Ausserdem wurden wir gut zum Linkshänderdasein des Sternguckers bezüglich des Bogenschiessens beraten. Der Sterngucker ist noch nicht so ausdauernd wie der Wolf, macht aber große Fortschritte. Er muss noch richtig viel Kraft aufwenden, um den Bogen zu spannen.

Ich mache mich auf den Weg zu einer Laufrunde. Durch das ganze rumsitzen und entspannen fühle ich mich etwas steif und unbewegt. Ich war schon ganz lange nicht mehr laufen. Mein Körper weiss noch, wie es geht. Da es hier bergig ist, schnaufe ich allerdings im Schritttempo auf dem Rückweg den Berg hoch. Ich weiss jetzt schon, daß ich am nächsten Tag Muskelkater haben werde (geschrieben mit Muskelkater in den Beinen). Es tat aber gut, mal wieder unterwegs zu sein.

Gegen 11 Uhr fährt der Mann mit den Jungs zum Einkaufen und nimmt die Tochter mit nach Freiburg, weil sie eine Freundin treffen möchte. Ich nutze die Zeit, um meine Blogs zu schreiben und Kleinkram zu erledigen. Dann mache ich eine kleine Gartenrunde und gieße die Pflanzen, die keinen Regen abbekommen haben.

Zum Mittag essen wir frischen Salat und Semmeln, weil es schnell geht. Wir haben alle schon Hunger. Nach dem Essen ist eine kurze Ruhepause. Die Jungs sind nicht ausgelastet und haben sich dauernd in den Haaren oder wollen Film schauen. Wir beschliessen, lieber gemeinsam raus zu gehen und einen Spaziergang zum Schönberg zu machen. Also schnappen wir uns den Hund und laufen los. Während der Sterngucker begeistert Federn sammelt, ist der Wolf etwas motziger unterwegs. Mein Gehen merke ich meine Lauf-beanspruchten Muskeln wieder. Oh je.

Zurück daheim hüpfen die Jungs Trampolin. Ich seile mich ab und fahre nochmal nach Freiburg, um im Alnatura die vergessenen Tofuwürschtel fürs Abendessen und ein kleines Gastgeschenk zu kaufen. Ausserdem gönne ich mir ein Eis und kaufe Haarspangen für meine immer länger werdenden Haare.

Gegen 17 Uhr bereiten wir das Abendessen vor. Insipiriert von Instagram hatte ich Lust auf Kartoffelbrei, grüne Bohnen und Würstchen. Das war tatsächlich lecker. Wir räumen die Küche auf, die Jungs springen dann noch eine Runde Trampolin und spielen. Dann bringt der Mann den Sterngucker ins Bett. Ich ernte derweil im Garten die herangereiften Tomaten und eine Schüssel Brombeeren. Auch die Zwetschgen werden langsam reif und leuchten in ihrem Blaulila an den Ästen.

Am Abend sitzen wir noch ein bisschen auf der Terrasse. Der Mann liest dem Wolf seine Gute-Nacht-Geschichte* (aus der Bibliothek) vor. Währenddessen höre ich zu und zeichne für mein ’40 Tage zeichnen’ Projekt. Als der Wolf im Bett ist, stricke ich noch ein paar Reihen an meinem Lace-Schal.

Gegen 21 Uhr hole ich die Tochter aus Freiburg ab. Dann gehe ich ins Bett.

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Urlaub und Familienzeit

Als ich die Idee hatte, daß wir diesmal alle zusammen in den Urlaub fahren, wusste ich noch nicht wie es werden würde. Unser gemeinsamer Familienurlaub ist jetzt anders als geplant, aber bisher sehr entspannt und unkompliziert.

Schwarzwald statt Ostsee

Statt dem geplanten Urlaub an der Ostsee, den wir aus finanziellen Gründen stornieren mussten, hüten wir nun Haus und Hund von Freunden im Schwarzwald. Dieser Low-Budget Urlaub tut uns allen sehr gut. Wir sind nah genug an Freiburg, um uns auch mal ins Stadtleben abzuseilen. Aber  wohnen auch weit genug weg, um im Grünen Erholung und Ruhe zu finden. Das beste daran: weil wir hier in der Nähe mal gewohnt haben, fühlt sich alles vertraut und bekannt an. Wir müssen nicht suchen, wo der nächste Bäcker ist oder wo wir einkaufen können. Wir können ganz entspannt urlauben.

Einfach nur Sein

Genau das ist es, was mir so gut gefällt: keine Termine, keine Verabredungen, keine Menschen. Einfach nur Ruhe und in den Tag hineinleben. Manchmal teilen wir uns auf und verbringen Zeit allein oder in kleinen Grüppchen. Manchmal hängen wir alle zusammen rum und gehen unseren Dingen nach. Die Kinder werden kreativ und spielen aus Mangel an Spielsachen mit gefalteten Papierbooten und Schnüren, die von meinen Häkelprojekten übrig sind. Oder sie springen Trampolin.

 

Kleine Ausflüge

Als es so heiss war, sind wir in kühlere Gefilde geflüchtet und haben einen Spaziergang zum Mathisleweiher gemacht. An einem anderen Tag haben wir Püppchen mit Iris genäht. Gestern waren die großen Kinder im Kino und mit dem Mann Sushi essen. Jeden Tag schiessen wir Bogen. Die Tochter kümmert sich um die täglichen Hunderunden. Ausserdem war sie immer mal wieder in Freiburg, um sich mit FreundInnen zu treffen. Ich habe kein Bedürfnis nach Verabredungen. Die Ruhe und Zurückgezogenheit geniesse ich gerade sehr. Ich war noch kein einziges Mal in der Stadt unten. Vermutlich werde ich meinen Stadtausflug am vorletzten Tag machen und dann alles, was ich erledigen will abklappern: die Ausstellung im Museum für Natur und Mensch, den Spielzeugladen und ein BoojaBooja Eis essen. Mehr gibt mein Konto eh nicht her.

Abendliche Paarzeit mit dem Mann

Am Abend, wenn die Kinder in ihren Betten liegen, sitzen der Mann und ich gemeinsam auf der Terrasse, schauen auf die umliegen Berge oder ins Tal, reden ein bisschen und freuen uns, wie gut es uns doch geht. Ja, ich mag ihn sehr, diesen unaufgeregten, entspannten Familienurlaub.