Untitled

JedeR trägt mit sich so Themen herum, mit denen man immer wieder konfrontiert wird. Bei der einen sind es Beziehungen, beim anderen Geld oder Anerkennung. Ein Thema, was sich mir immer wieder mehr oder weniger aufdrängt ist Gefallen-wollen, Harmonie, es-anderen-recht-machen. Dabei kommt es allzu oft vor, daß ich über meine eigenen Grenzen hinweg gehe, meine Integrität lasse, um des lieben Frieden willens. Oft macht mir das nichts aus, zunehmend zermürbt es mich aber. Es ist jedoch schwer, aus diesem Muster rauszukommen. Und so ist mir gerade das Herz schwer, weil ich es nicht jedem recht machen kann. Weil Freundschaften ohne klärende Worte beendet werden, Menschen unausgesprochene Erwartungen an mich haben, die ich nicht erfüllen kann und werde, Nicht- und Fehlkommunikation zu Mißverständnissen führen und an so vielen Enden Wertschätzung fehlt. Ich bin in so vielerlei Hinsicht einfach nur noch wütend, hilflos und traurig, suche die Gründe bei mir und weiss aber genau, daß es das Muster ist, was da immer wieder hoch kommt. Das ich Probleme der anderen zu meinen mache. Der Mann kann sich viel besser abgrenzen, es gut sein lassen und erkennen, wann ein Problem seins ist und wann das des/der Anderen.

Wo kommt sowas her?  Wie kann ich lernen, da rauszukommen? Tun was Ich möchte, ohne daß mir wichtig ist, was andere von mir denken könnten. Ohne ständig Kompromisse einzugehen, die meine Grenzen überschreiten.

Hast du auch so Themen, die dich immer wieder einholen? Wie gehst du damit um?

17 thoughts on “Es ist das Herz mir schwer

  1. Oh, das kenn ich nur zu gut. Ich für mich weiß woher die Muster kommen. Antrainiert um geliebt zu werden.
    Aber Wissen alleine reicht nicht. Immer wieder passiert es mir.
    Mein Weg: Aufmerksamkeit und Training
    Und vor allem nicht über das Scheitern wütend sein. Wenn ich mich verurteile macht es das ja nur schlimmer.
    Bin schon über 50 und habe arbeite immer weiter daran.

  2. Liebe Ramona, ich weiß was du meinst und möchte dir empfehlen, dich da in erfahrene Hände zu geben. Je nachdem was dir da liegt, ich habe sehr gute Erfahrungen mit Shiatsu und Cranio-Sacral-Therapie, wenn das entsprechend mit dem Gespräch vorher, währenddessen und hinterher begleitet wird, kann sich da sehr viel auftun und Muster, die sich vor allem in der Kindheit entwickelt haben, aufgebrochen werden und ins Hier und Jetzt, in deinen Alltag für dich passend transformiert werden. Ich wünsche dir alles Gute. Lieben Gruß von Maria

  3. Hallo,
    ich habe viel über Hochsensibilität gelesen – das hat mir sehr geholfen…..
    Vielleicht findest Du Dich darin wieder. :-)
    Herzliche Grüße
    Tine

  4. Hallo Ramona,
    das kenne ich auch mit 46 noch. Wir lernen halt nie aus.
    Ich komme aus einer nicht so wirklich friedlichen, funktionalen Familie – mein Mann auch nicht. Das ist wie Rad fahren lernen, ohne vorher laufen zu können.
    Trotzdem: es geht. Es wird besser. Einige Themen sind mir lange nicht mehr begegnet.
    So banal der Rat ist, einen anderen Weg zu gehen, um nicht immer wieder in den selben Matsch zu fallen, so schwierig ist die Umsetzung, denn das kann auch bedeuten, daß man sich von einigen festgefahrenen Vorstellungen über sich, wie das Leben sein sollte, und andere trennen muß.
    Liebe Grüße, Katja

  5. Wenn Freundschaften ohne Vorankündigung beendet werden, sind das für mich keine Freundschaften gewesen … Kann man echte Freundschaften überhaupt beenden?!
    Meine Meinung!

    Das andere Thema ist schwierig, das sehe ich an meinem Mann. Er ist gutmütig, meist zu gutmütig, das wissen seine Kollegen und er kann seine Interessen oft nicht durchsetzen und gibt dann nach, weil er auch keinen Streit will / scheut. Ich bin da ganz anders, mache meinen Mund auf und ecke entsprechend halt auch an, das macht mir aber nichts aus.
    Wir sind halt verschiedene Charaktere und ich denke, das ist zum Teil angeboren, zum Teil anerzogen und wird sich auch mit Training usw. nicht grundlegend ändern. Leider … Vielleicht schaffst du es, bestimmte Verhaltensmuster zu ändern, Situationen anders zu bewältigen, aber ich bin ehrlich, das ist sicher nicht leicht.
    Ich kann mich da meinen Vorrednern nur anschließen, da braucht es evtl. einen Anstoß durch professionelle Hilfe.

    Grüße!

  6. hallo jademondin, typisch hsp war auch das erste, was mir dazu einfiel. (ist ja auch mein thema ;-))
    und das aber wertschätzend gemeint, denn es ist ein wesentlicher zug von hochsensiblen, dass harmonisieren und ausgleichenwollen. oder anders gesagt, täte man’s nicht, wäre es auch nicht wesensgemäss. und insofern ist es vielleicht (obwohl du es genau zu wissen glaubst ;-)) kein muster, dass immer wieder hochkommt sondern einfach nur dein wesen, was sich da entfalten will.
    ein gutes buch dazu (das beste zum thema m.e.) ist: ZART BESAITET http://www.festland-verlag.com/zart-besaitet.7082.html. das öffnet wirklich die augen und das herz. auf das deins wieder leichter werde!
    lg andrea

  7. Hallo Ramona,
    ich glaube wir haben den gleichen Charakter. Mir geht es im Moment nicht anders!
    Liebe Grüße
    Madeleine

  8. Liebe Ramona!
    Ich erkenne mich in vielen Punkten wieder. Ich habe auch noch keine dauerhafte Lösung, es ist doch immer wieder ein Lernen und an sich arbeiten. Das kostet natürlich Kraft und ist oft auch frustrierend. Aber es gibt auch immer wieder bessere Zeiten!
    Ich denke an Dich und wünsche Dir alles Gute!
    Herzliche Grüße,
    Steffi

  9. Liebe Ramona,
    für mich war und ist der Rat wichtig, Wut als wichtig und gut wahrzunehmen. Das ist natürlich nicht so gemeint, die Wut blind auszuleben, sondern sie zu begrüßen und mich und meine Bedürfnisse dadurch besser zu spüren und eben auch leichter Grenzen setzen zu können. Sozusagen Wut als Wegweiser und Gehilfin.
    Ich lese deinen Blog sehr gerne und erfreuen mich oft an deinen Bildern.
    Herzliche Grüße
    Solveig

  10. Liebe Ramona,
    ich freue mich sehr auf unser Treffen! Zu Deinem Post habe ich viele Gedanken, die ich gern mit Dir teilen möchte. Allerdings sprengt das den Rahmen eines Kommentars.
    Sei herzlich gegrüßt von einer, die auch ihre Wiederholungsthemen hat, die immer wieder einmal vorbeigeweht kommen und an vergangene Zeiten erinnern…
    Jana

  11. Hallo Ramona,

    ich habe leider keinen Rat für Dich, weil ich auch in diesen „Harmoniesuchtel-Es-Allen-Recht-Machen-Wollen“ Schlamassel feststecke und mir dauernd Schuhe anziehe die mir nicht passen oder zu groß, zu klein, zu schwer zu warm oder was auch immer sind. Alle Probleme versuche ich zu lösen und lebe häufig das Leben Anderer (insbesondere die Probleme meiner Kids) außerordentlich intensiv. Darüber vergesse ich mich, meine positiven Momente tief einzusaugen und leider auch immer wieder das gemeinsame Glück meiner Partnerschaft.

    Mir hilft es sehr, mir bewusst zu machen dass jeder Mensch seine Sorgen und Nöte selbst lösen muss. Dass ich einfach nicht so sein kann wie andere mich haben möchten und dass sich verbiegen auf Dauer nicht gut ist. Die Welt ist in vielen Bereichen egoistischer geworden und das erstreckt sich auch auf das menschliche Zusammenleben. „Bist Du nicht wie ich das will oder sagst Du Dinge die mir nicht passen kannst Du gehen…“ ist die Regel geworden. Daran, dass ich zu mir stehe, mich mag und mir mehr und mehr egal wird was Andere, Fremde, von mir denken, arbeite ich. Mein Mann ist ähnlich gestrickt wie Deiner und ich versuche von ihm zu lernen.

    Liebe Grüße – Danke dass Du so oft so ehrlich über Dein Leben berichtest

    Bine

  12. Liebe Ramona ,
    Ich habe jetzt doch eine ganze Zeit lang darüber nachgedacht …..
    Erst dachte ich , bei mir ist das nicht so…..
    Und dann bin ich darauf gekommen das es bei mir auch so ist…. nur drückt sich das anders aus…. Und als ich weitergedacht habe ob mir jemand einfällt bei dem es nicht so ist, ist mir keiner eingefallen :)
    Sucht nicht jeder Anerkennung Harmonie und Liebe ?
    es ist doch mit das größte was und Menschen ausmacht….. die Liebe
    Wir wollen lieben und geliebt werden !
    Ich denke nur der Weg dahin ist bei jedem anders aber das Ziel ist das gleiche…
    vielleicht sollte man das negative daran einfach weglassen…,
    Was ist schlimm daran es anderen recht machen zu wollen geliebt zu werden und Anerkennung für sein Tun zu bekommen?
    klar , man sollte sich selbst nicht vergessen um das geht es dir ja…. aber wenn du da den Druck rausnimmst das du so nicht sein DARFST …. vielleicht bringt das ja schon was ….
    Verständlich? schwierig so in Worte zu fassen in der Kürze :)
    Alles Liebe !

  13. Liebste – ich kann dich sehr gut verstehen.
    Da die Antwort, die ich für dich habe aber doch recht intim ist, werde ich dir eine Mail schreiben..
    Fühl dich ganz lieb gedrückt
    <3
    Ana

  14. Hast du dich schon mal mit dem Enneagramm beschäftigt?
    Das ist sehr interessant!
    Ich kenne das mit dem Harmonie-Bedürfnis sehr gut. Bei mir kommt es daher, dass ich Konflikte anstrengend finde, und versuche diesen aus dem Weg zu gehen, indem ich anderen etwas recht mache und meine eigenen Bedürfnisse zurück stelle.
    Aber es kann bei Dir ja auch andere Gründe haben.
    Seit dem ich weiß, warum ich meine eigenen Grenzen nicht wahre fällt es mir sehr viel leichter, dies zu tun. Vielleicht hilft dir das ja auch ein bisschen weiter. :-)

    Liebe Grüße,
    Sarah

  15. Ist das wohl ein spezielles Frauenproblem,dieses „Es-immer-recht-und-richtig-machen-wollen“…?
    Männer scheinen da weniger Probleme zu haben,das Abgrenzen funktioniert da oftmals sehr viel besser.
    Mir ist das Herz dann nicht schwer,weil ich es nicht allen echt machen kann,sondern weil man das immer von mir verlangt…und so zieht es einen in alle Richtungen und man selber zerreisst immer mehr und findet sich selber nicht mehr wieder. Ich kann so schlecht „Nein“ sagen,mag mich nicht auseinandersetzen…habe dann immer ein schlechtes Gewissen…Neige dazu,mich zu rechtfertigen…Furchtbar.
    ich wünsche dir sehr,das du ein Lösung für dich findest.

  16. eine gesunde abgrenzung bedeutet nicht , dass dir egal sein sollte, was andere von dir denken.
    ich neige ja ein segen nicht dazu, es anderen recht machen zu wollen, wenn ich es eigentlich anders machen möchte. natürlich kenne ich das auch, in etwas eingewilligt zu haben und mir hinterher dafür ins knie beißen zu können. aber das sind eher die ausnahmen und dafür bin ich sehr dankbar.

    das heißt aber nicht im entferntesten, andere ständig vor den kopf zu stoßen. du darfst nicht das gefühl haben, egoistisch oder rücksichtslos zu sein, wenn du deine eigene meinung hast.
    ich sehe das so:
    ich akzeptiere die entscheidungen anderer und verlange das gleiche recht für mich.
    wenn ich etwas erwarte, spreche ich es aus und erwarte das gleiche von den menschen um mich rum.
    und ja, ich weiß das sehr zu schätzen, dass ich das ertragen kann und mir das keine schlaflosen nächte bereitet.

    liebe grüße,
    sandra

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.