Es gibt so Tage, da falle ich nachmittags in ein tiefes Loch. Oder komme schon morgens nicht hoch. Das liegt keinesfalls an schlechten Nächten, die habe ich kaum noch, denn die Kinder schlafen gut. Und ich auch. Der schnarchende Mann sowieso woanders. Ich gehe früh ins Bett und grüble nachts nicht an Problemen herum. Dennoch hänge ich manchmal in den Seilen. Besonders tückisch ist das Nachmittagstief. Wie helfe ich mir da raus, wenn der Alltag und Terminkalender keinen Mittagsschlaf zulässt? Und meine Koffeinunverträglichkeit keinen Kaffee?

1. Lange tiefe Entspannung (oder auch Powernap)

Ich stelle mir den Timer am Handy auf 11 Minuten und lege mich auf den Boden (Yogamatte), die Beine und Arme locker neben mir. Ich schliesse die Augen und komme ich langsam zur Ruhe. Manchmal kreisen meine Gedanken noch, dann achte ich bewusst auf meine Atmung. Nach 11 Minuten, wenn der Timer mich erinnert, recke und strecke ich mich, reibe Hand- und Fussflächen fest aneinander, um wieder in Gang zu kommen. Diese kleine Entspannung gibt neue Kraft, hinterlässt keine Matschigkeit, weil man nicht in die Tiefschlafphase eintritt, aber genug Zeit zum regenerieren findet. Ich lege mich so auch hin, wenn die Kinder um mich herumwuseln. Dann kann es sein, daß es nicht ganz 11 Minuten werden oder die Entspannung nicht ganz so entspannt ausfällt.

Falls du dich fragst, wo die komische Zeitangabe aus dem Yoga herkommt, verweise ich auf einen Artikel des Mannes, der das nochmal schön zusammengefasst hat (juhu, er bloggt wieder!)

2. Nasenlochatmung

Wenn ich gerade unterwegs bin und merke, daß meine Konzentration nachlässt oder ich müde und schlapp werde, helfe ich mir mit der Nasenlochatmung. Ich verschliesse mein linkes Nasenloch mit dem Daumen der linken Hand und atme für 1-3 Minuten bewusst durch das rechte Nasenloch. Das versorgt meinen Körper mit neuer Engergie. Selbst wenn man nicht an den ganzen Yoga-Hokuspokus glaubt: Bewusst Atmen ist immer gut.

In einem älteren Beitrag habe ich das mit den Nasenlöchern nochmal ausführlicher beschrieben.

3. Spaziergang und Frischluft

Nicht immer machbar, aber durchaus wohltuend, ein alter Klassiker: der Spaziergang an der frischen Luft. Ich gebe zu, da bin ich echt träge. Wenn ich eh in einem Formtief stecke, dann fällt es mir unsagbar schwer, den Fuss vor die Tür zu machen und rauszugehen. Aber jedes mal tut das so wohl. Wenn kein spaziergang drin ist, dann vielleicht eine Runde Unkraut zupfen im Garten, ein Sonnenbad auf der Terrasse oder Müll runter bringen und dabei tiefe frischluftige Atemzüge nehmen.

4. Duschen

Gegen Müdigkeit hilft mir oft auch eine heisse Dusche. Bin ich müde, beginne ich schnell zu frösteln. Dann empfinde ich eine heisse Dusche als wohltuend. Nach der warmen Dusche kurz kalt abbrausen, das wekct die lebensgeister. Gern verwende ich danach noch ein erfrischendes Duftöl, um mich einzureiben und schon fühle ich mich wieder etwas erholter.

matcha

5. Matcha

Matcha hat der Mann irgendwann hier angeschleppt (Der Mann kauf immer den Matcha vom Attila*. Wer den aus Attila-Abneigungs-Gründen nicht kaufen möchte, findet leicht andere Alternativen, zB bei nu3 oder im Bioladen). Irgendwann habe ich das auch probiert und nun gönne ich mir hin und wieder einen Matcha-Latte am Nachmittag. Grundsätzlich trinke ich keine anregenden Getränke mehr nach 16 Uhr, damit ich abends gut schlafen kann. Aber bis 16 Uhr gibt es hier auch mal eine Tasse Grüntee oder eben eine Matcha Latte. Meine geht so:

1 Glas Hafermilch (oder andere Pflanzenmilch) erwärmen
mit 1 TL Matchapulver2 TL Kokosblütenzucker (oder Agavendicksaft oder anderem Süßzeug)
und einer Prise Vanillepulver im Mixer mixen

Zurück ins Glas giessen, sich über den Schaum freuen und entspannt trinken. Doppelwirkung: kleine Pause/Alltagsunterbrechung durch das Zubereiten und Trinken + die sanft anregende Wirkung vom Matcha

Mit einem oder mehreren dieser Maßnahmen kann ich den Tag gut durchhalten. Ausserdem freue ich mich über kleine Zwangspausen, wie Wartezeiten oder Autofahrten, in denen ich bewusst abschalte. In Wartezeiten kann man sich gut recken und strecken (habe ich neulich bei einer Reitstunde-Warte-Mutter gesehen: sie hat die Wartezeit für sanfte Dehn- und Yogaübungen genutzt), auf Autofahrten gut Atmen. Oder Stille geniessen.

Manche drehen auch Musik auf und Tanzen oder spritzen sich kaltes Wasser ins Gesicht. Was sind deine Geheimwaffen gegen kleine und große Formtiefs? Was ist in deinem Zaubermix, wenn Power gefragt ist?

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21 thoughts on “Auftanken im Alltag :: 5 Tipps gegen das Nachmittagstief

  1. Autogenes Training hilft auch super – was aber ähnlich ist, wie deine Entspannungsanregung.
    Dauert auch nicht lange, so ca. 15 – 20 Minuten. Manchmal schlafe ich kurz dabei ein. Meist merke ich aber am Ende, wie „das Leben“ wieder in mich zurück fließt. :-)

  2. Einen Tee kochen und auf der Bank vorm Haus genießen, den Timer auf 10 min stellen und aktiv, bewusst in der Zeit etwas rumpeliges wegräumen. Das macht mir gute Laune, weil hinterher ein Eckchen schöner ist und mein Kreislauf wieder in Schwung ist. Ansonsten verfahre ich ähnlich wie du. Aber statt Matcha einen besonders schönen Kaffee mit Milchschaum und Karamellsirup.

  3. Zur Zeit fühle ich mich müde, einfach nur erschöpft und müde. Obwohl ich genügend und gut schlafe, komme ich zur Zeit Morgens fast nicht aus dem Bett oder bekomme ab 15:00 Uhr ein absolutes Tief.

    Deine Tipps kommen mir gerade Recht und ich werde sie ab Morgen testen. Vielen Dank liebe Ramona!

  4. ich versuche, den arbeitsrückweg zum auftanken zu nutzen. dazu nehm ich mir einen halben liter wasser mit, den ich auf der fahrt zügig austrinke. das bringt den kreislauf schnell in schwung. und dann massiere ich mir kurz die ohren, erst die muscheln an den seiten, dann die läppchen. schön kräftig, bis die ohren warm werden, jede seite so 10 sekunden. das macht mich total wach. (das nennt sich „die denkmütze“ in der kinesiologie: http://www.kinesiologie-online.net/event/content/pid/441/%C3%9Cbungen-f%C3%BCr-den-Alltag/index.html).
    auf diese weise hab ich dann nach der anstrengenden arbeit wieder kraft und konzentration für den rest des tages, und es passt gut in die 15 minütige autofahrt.

  5. oh, diese nachmittagstiefe.. kenn ich. sehr gut. wenn das herbstmädchen mittags nicht schläft dann häng ich echt durch. ich schieb es auf die schwangerschaft, aber es wird sicher nach der geburt eher nicht besser ;)
    kürzlich hab ich mit dem herbstmädchen „gerastet“ auf der couch, ich bin prompt eingeschlafen und sie hat sich gespielt, 20min ohne einen mucks. war ich glücklich…

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