Grundschulzeit und Betreuung

TdoT_schule_2011-15

Mama notes hat aufgerufen, über Erfahrungen zu Kinderbetreuung und Grundschulzeit aufzurufen. Da berichte ich doch mal, wie das bei uns so lief und läuft.
Bisher habe ich ja nur ein Schulkind, die Tochter. Und ich habe mir lange und viele Gedanken über Schule gemacht. Vieles hat sich im Laufe der Jahre entwickelt und ergeben. Meine Gedanken galten eher den Konzepten und Inhalten als der Betreuungsform und Dauer. Das ergab sich nebenbei immer aus der Schulform.

Als wir noch in Hamburg lebten
Als die Tochter eingeschult wurde, war sie 5. Sie ging auf die Neue Schule Hamburg, die in jenem Jahr grad startete. Die Schule hatte bestimmte Öffnungszeiten (die ich grad nicht mehr kenne) und Kernschulzeiten, die nach Alter der Schüler gestaffelt waren. Die Tochter musste bis spätestens 10 Uhr an der Schule sein und dann 5 (oder waren es 6?) Stunden anwesend sein. Wenn sie also gegen 8 schon da war, dann konnte sie auch schon 13 Uhr abgeholt werden. Die älteren Kinder hatten eine entsprechend andere Kernzeit (früher und länger). Das kam uns damals sehr entgegen. Wenn die Tochter länger bleiben wollte, dann konnte sie das auch tun. Dazu reichten kurze Absprachen. In der Schule gab es Mittagessen, was die Kinder der Schule selbst kochten (bzw am Anfang noch geliefert wurde oder von Eltern gekocht … das war eine Phase des Experimentierens, was am besten funktioniert). Ausserdem standen immer Obst und Nüsse zum Essen bereit und die Kinder konnten jederzeit Pausen machen und Essen. In der Schule gab es auch ein Telefon, was die Kinder für Verabredungen nutzen konnten. So ich mich erinnere, war die Schule bis 17 Uhr oder 17:30 geöffnet.

In Freiburg
Dann sind wir umgezogen und die Tochter (7) besuchte die Grundstufe der Freien Schule Dreisamtal. Ihre Schulzeit war 8:30 bis 13:00. Dann kam sie mit der Bahn + Strassenbahn nach Hause. Damals hatten wir einen Schulweg von ca 1 Stunde. Anfangs begleitete ich sie noch bis ganz zur Schule, später legte sie immer weitere Strecken allein zurück. Für Nachmittags konnten wir Nachmittagsbetreuung dazubuchen. Dann bekamen die Kinder auch Mittagessen oder kochten sich selbst was in der Küche, die zur Grundstufe gehörte. Es gab ein Verabredungstelefon, von wo aus die Kinder sich spontan verabreden und die Logistik mit ihren Eltern klären konnten. Das war alles ok, wie es war. Den langen Schulweg konnten wir mit wegfallenden/keinen Hausaufgaben gegenrechnen. Dh, am Ende hatte die Tochter genauso viel Zeit, wie andere Kinder auch. Manchmal nutzen wir auch den Schulrückweg für spontane Picknicks oder Ausflüge zum Spielplatz/Eisessen/Schwimmbad, manchmal wurde sie von anderen Eltern mitgebracht. Hat alles gut funktioniert.

In Bayern aufm Land
Jetzt geht die Tochter in eine bayrische Montessorischule. Mittlerweile besucht sie dort die Mittelstufe. Sie hat von 8:30 bis 13:00 Uhr Unterricht (die Schule ist aber vorher schon geöffnet). An einem Tag in der Woche auch nachmittags bis 16:00 Uhr (Sport). An diesem Tag bekommt sie Mittagessen, was die Schüler in der Schulküche kochen (dafür gibt es extra einen Kurs, der sich darum kümmert, die anderen Schüler zu bekochen. Dafür macht man einen Küchenführerschein. Die Kinder lernen Mengen zu berechnen, schnippeln, würzen, kochen, aufräumen, was halt so dazugehört). Zusätzlich zur offiziellen Schulzeit kann die Tochter am Angebot der offenen Ganztagsschule teilnehmen. Es werden jeden Tag von 13-16 Uhr Kurse angeboten, für die sie sich entscheiden kann. Momentan nimmt sie zusätzlich an keinem Angebot teil, weil sie ausserhalb der Schule noch andere Termine hat und sich zeit für spontane Verabredungen frei halten wollte. Zwischendrin hat sie einige Zeit am Zirkusangebot teilgenommen. In der Grundschulzeit hatte sie 2x pro Woche nachmittags. Die Tochter kommt mit dem Schulbus zur Schule und zurück. Auch der Wolf fährt mit dem Schulbus mit zum Kindergarten.

Jedes Kind, jede Familie hat andere Bedürfnisse
Für uns funktioniert dieses Konzept gut, weil ich nicht auf feste Arbeitszeiten angeweisen bin und freiberuflich von daheim aus arbeite. Würde ich angestellt sein und auf feste Zeiten angewiesen sein, müsste ich mehr um die Kinderbetreuungszeiten jonglieren. Insgesamt finde ich wichtig, daß die Kinder sich wohlfühlen, da wo sie sind. Und da ist jedes Kind anders und jedes Kind hat andere Bedürfnisse. Und jede Familie hat andere Bedürfnisse und Vorstellungen. Die Tochter fühlt sich mit ihren Freunden am wohlsten. In der Schule, daheim, verabredet. Sie ist ein geselliger Mensch. Ich sehe sie zu manchen Zeiten nur zum Essen und Schlafen (wenn überhaupt). Wir haben in der Siedlung viele gleichaltrige Kinder, mit denen sie spielen oder sich treffen kann. Das macht sie, wenn sie mal zu Hause ist. Sie würde aber auch bis 18 Uhr in der Schule bleiben, wenn da gut für sie gesorgt ist und ihre Freunde da sind.

Der Wolf hat ganz andere Bedürfnisse. Er ist gern daheim, räubert natürlich auch mit Freunden durch die Siedlung. Aber ihm wäre zB einer langer Tag im Kindergarten (bis 16 Uhr) meist zuviel, weswegen die für ihn gebuchte Betreuungszeit bis 13:00 Uhr gut passt. Er verabredet sich auch manchmal, aber am liebsten zu uns nach Hause.

An Tagen, wo ich nachmittags Termine habe oder arbeiten muss, organisieren wir uns mit anderen Eltern und übernehmen abwechselnd Betreuung und Logistik der Kinder. Das passt ganz gut. So haben wir manchmal auch Übernachtungsgäste oder die Tochterfreundin übers Wochenende da, wenn beide Eltern auf Seminar/ beruflich unterwegs sind. Die Tochter hat ihre Freunde sowohl in der Siedlung (andere Schulen) als auch innerhalb der Schule. Je nach Gusto verbringt sie Zeit mit den einen, den anderen oder allein/in der Familie.
Insgesamt bin ich mit unserer Betreuungssituation in der Schule also zufrieden. Bräuchte ich eine Betreuung bis 16 Uhr, könnte ich sie buchen. Ausser für Freitags für alle Wochentage. Wenn die Tochter an einem Tag doch schon um 13 Uhr abgeholt werden würde, müsste ich sie offiziell im Schulbüro vorher abmelden.

Wie geht es dir mit eurer Betreuung? Bist du zufrieden? Würdest du etwas ändern? Wie sieht dein ideal aus? Wie vereinbahrst du Beruf und Kinderbetreuung?

Noch mehr zum Thema Schule und Betreuung kannst du bei Mama notes nachlesen.

Forum zum Thema Jungs

Unser Haus- und Hofpädagoge veranstaltet regelmässig ein Forum zu verschiedensten Themen rund um Erziehungs- und Kinderfragen. Einmal war zum Thema Kommunikation, ein anders mal war es Wut. Neulich ging es um Jungs und ihre Ausdrucksnotwendigkeiten, die wir oft in Rennen, Toben, Schreien, Schlagen und genereller Wildheit erleben.
Das Forum ist kein Vortrag, sondern eine Anregung zum Austausch. Es war gut besucht und bot eine vielschichtige Basis für interessante Gespräche.

Als Grundlage für unsere Gesprächsgruppen gab es zwei Fragen zum Nachdenken:

  • Was stört oder ärgert mich immer wieder an Jungen bzw macht mich unzufrieden?
  • Was gefällt mir an ihnen?

Wir erörterten gemeinsam, woher das kommt, was früher anders war und wie wir drauf reagieren können und sollen.

Natürlich ist klar, daß uns diese Sachen auch an Mädchen stören würden. Aber es ging hier speziell um Jungs. Und ja, Jungs sind anders als Mädchen. Und ja, es ging um die Allgemeinheit und nicht um Einzelfälle, die anders sind. Wir alle haben auch Anteile des jeweils anderen Geschlechts/Energien in uns. Aber das war nicht Schwerpunkt des Abends. Wohl haben wir aber auch angesprochen, wie sich Rollenverhalten und Denkmuster, ob bewusst oder unbewusst, auf unser Miteinander, Erwartungen und letztendlich Verhalten auswirken.

Kraft braucht eine Richtung
Kernaussage war vorallem, daß die meisten Probleme mit der Wildheit nicht an den Jungen selbst, sondern an den unpassenden Rahmenbedingungen liegen. Das führt schnell zu Konflikten. Die Aggression, Lautstärke und Wildheit sind ein Ausdruck von Kraft, die eine Richtung braucht. Unsere Aufgabe ist es, gemeinsam mit dem Kind zu schauen, wo es mit seiner Kraft hin kann. Wo es hin darf. Sehen, daß da Kraft ist. Eine Verbindung zum Kind schaffen und gemeinsam überlegen, wohin die Kraft gelenkt werden kann. Wenn wir laut Überlegen hilft es dem Kind dabei, die Situation einzuschätzen und besser zu erkennen, was grad geht und warum und was wann eher nicht angebracht ist.

Zum Abschluss der Runde gab es noch eine kleine Diashow mit Bildern aus dem Kindergarten, wo die Kraft der Jungs eine Richtung finden konnte. Da waren tolle Beispiele dabei: Sich-Messen bei Hochsprung und Dosenwerfen, beim Kämpfen im Bubenkreis, beim Klettern und Baumstammrollen, Äste sägen, Feuer machen, Laub harken und Steine bearbeiten.

Ich fand den Abend schön und inspirierend. Ich kann nie genug Ideen bekommen, die Energien der wilden Jungs (vorallem um 17 Uhr kurz vorm Abendessen!) in produktive oder zumindest weniger destruktive Bahnen zu lenken.

Wie sind deine Erfahrungen mit Jungs. Hast du das Gefühl, sie brauchen was anderes als Mädchen? Was steckt dahinter?

 

Wochenendrückblick :: Tag der offenen Tür

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Am Samstag öffnete die Tochterschule und der Wolfskindergarten die Pforten zum tag der offenen Tür. FÜr interessierte Eltern zum Schnuppern, Mitmachen und gleichzeitig Adventsbasarbummeln. Die Schüler, lehrer und Eltern hatten gemeinsam viele Mitmachangebote, kulinarisches und informatives vorbereitet. Die Tochter war tagelang aufgeregt und vielbeschäftigt. Am Donnerstag und Freitag nachmittag hat sie mit ihrer Freundin wie wild Plätzchen gebacken. Sie hatten mit einigen Mitschülern einen Stand, wo sie Tee und ihre Backwerke verkauften. Zu Beginn des Nachmittags war auf dem ganzen Schulgelände noch ein aufgeregtes geschäftiges Flirren in der Luft, das legte sich aber nach und nach in ein geselliges Adventsbartreiben.
Der Mann und ich wechselten uns mit anderen Eltern am Kindergartenstand beim Glühwein- und Kinderpunsch-Verkauf ab und konnten das Gewusel gut beobachten. Es war ein sehr schöner Tag und ich bin froh, Teil dieser Schul- und Kindergartengemeinschaft zu sein. (Das letzte Bild zeig einen Teil des Kindergarten-Aussengeländes)