post

gelesen :: Alles inklusive

Das Buch von Mareice Kaiser wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zugeschickt. Darüber bin ich sehr froh, ich hätte es mir wahrscheinlich nicht von selbst gekauft. Aber ich habe es gelesen. Und ich finde, jedeR sollte das tun.

Alles inclusive, Aus dem Leben mit meiner behinderten Tochter, Mareice Kaiser*

Mareice nimmt uns mit zurück in die Zeit ihrer Schwangerschaft. Wir dürfen sie ein Stück bei der Geburt begleiten und sind dabei, als sie damit konfrontiert wird, daß ihre Tochter Greta behindert ist. Einfühlsam, lebensnah und unterhaltsam schreibt sie über ihre emotionale Achterbahn, den Kampf mit Bürokratie und der Auseinandersetzung mit den Reaktionen der Umwelt. Sie zeigt Schwierigkeiten im Alltag mit ihrer Tochter und die gesellschaftlichen Strukturen und Denkmuster auf. Das Buch steckt so voller Liebe, Glück, Scharfsinn und Lebensfreude.

Eigene Denk- und Verhaltensweisen überprüfen

Ich fand das Buch sehr berührend, Augen öffnend und herzlich. Es liest sich leicht, entweder am Stück oder in kleinen Häppchen. Gut ist, eine Packung Taschentücher dabei zu haben, denn die ein oder andere Träne rollt dann doch aus dem Herzen. Ich mag es sehr, wenn mich Bücher nicht nur emotional berühren, sondern auch intellektuell anregen und mich auffordern, meine eigenen Muster, Denk- und Verhaltensweisen zu überprüfen. Danke Mareice für dieses wichtige und tolle Buch.

Mareice Kaiser

Mareice schreibt über Inklusion, Geschlechtergerechtigkeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf:

kaiserinnenreich.de
mareicekaiser.de

*Affiliate Link

post

gelesen :: Das Geheimnis des Kalligraphen

Einmal war ich auf der Suche nach Büchern, die von Kalligrafie handeln und bestellte mir gebraucht einen Stapel Romane im Internet. Da war „Der Kalligraph“ von Edward Docx*, was ich vor Jahren in einer Hamburger Buchhandlung stehen sah, aber nicht kaufte. „Die Nacht der Kalligraphen“ von Yasmine Ghata*, wo ich zufällig drüber stolperte. Und „Das Geheimnis des Kalligraphen“ von Rafik Schami* – weil mich „Das Herz der Puppe“ von Schami sehr berührt hat, begann ich also den Kalligraphie-Roman von Rafik Schami zu lesen.

Das Geheimnis des Kalligraphen, Rafik Schami*

Die Geschichte spielt in Syrien und entwickelt sich in mehreren Ebenen um den Kalligraphen Hamid Farsi, der die arabische Schrift reformieren will und sich damit in ernsthafte Gefahr begibt. Der Roman ist sehr vielschichtig. Ich habe mich schwer getan, gut in die Geschichte reinzukommen. Dann war ich aber immer wieder verzaubert von den Beschreibungen des Lebens in Syrien. Die Kultur, das Leben, die Farben und Düfte. Das Buch gab mir interessante Einblicke in die Bräuche und Weltanschauungen der Muslime, das Miteinander mit den Christen und die politischen Verstrickungen. Es war sehr berührend von all der Kultur, dem Sinn für Ästhetik, der Schönheit und dem Reichtum zu lesen. Gleichzeitig wurde mir noch trauriger im Herzen mit dem Wissen, was sich heute in der im Buch beschriebenen Gegend abspielt.
Im Buch wird immer wieder der Zusammenhang zwischen Sprache, Glauben und Kalligraphie aufgezeigt. Wie sehr diese vorallem im arabischen Raum miteinander verwoben sind. Ich war ganz angetan von den Beschreibungen der Schrift.
Insgesamt fand ich das Buch schwer zu lesen. Keins, was man in kleinen Häppchen eben mal nebenbei liest. Ich hatte es als Hörbuch begonnen und bin dann zum Lesen übergegangen. Beim Lesen kann ich Sätze und Zusammenhänge nochmal zurückblättern oder zweimal lesen. Und doch fand ich es auf eine besondere Art bezaubernd.

Lieblingszitate

„Der gläubige Mensch aber wisse, dass er nur ein Teil des Universums sei, deshalb sollte jeder der Mitarbeiter an der gerade entstehenden Kalligrafie teilhaben.“ (S.424)
„Die Feder ist die Zunge der Hand“ (S.431)
„Frauen sind Meereswesen. Sie verfügen über unendlich viel Salzwasser.“ (S.470)
*Affiliate-Link
post

gelesen :: Kuckuckskind

In letzter Zeit gebe ich mir wieder mehr Raum zum Lesen. Das funktioniert gut, wenn mich ein Buch fesselt oder leicht und unterhaltsam genug ist, daß ich es in kleinen Häppchen lesen kann. Kuckuckskind habe ich letztes Jahr geschenkt bekommen. Es ist leichte und unterhaltsame Lektüre, die ich mir auch gut als Hörbuch vorstellen kann.

Kuckuckskind, Ingrid Noll

Anja, Lehrerin, Ende 30 trennt sich von ihrem Mann nachdem sie ihn in flagranti mit einer anderen Dame erwischt hat. Die Trennung beeinflusst auch die Beziehung zu ihrer Freundin und Kollegin Birgit und deren Mann. Als Birgit auch noch schwanger wird, kommt in Anja der Verdacht auf, daß möglicherweise ihr Ex-Ehemann der Vater des Kindes sein könnte. Um Anja herum entspinnen sich Spuren und neue Möglichkeiten, die ihrem Leben einen ganz anderen Schwung geben. Das Ende ist unerwartet.
Ich finde es ganz schön schwer, ein Buch zu beschreiben, ohne zu viel zu verraten. Der Roman war leicht zu lesen, die Story spannend, der Plott witzig und überraschend. Wenn man keine besondere Tiefe, sondern nur Unterhaltung sucht, dann ist das eine gute Wahl. Gut zum immer mal weiterlesen ohne den Faden zu verlieren.