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gelesen :: Die vierzig Geheimnisse der Liebe

Das Buch „Die vierzig Geheimnisse der Liebe“ habe ich von einer Freundin geschenkt bekommen. Es war mal wieder ein Buch, in das ich mich hineinsaugen liess. Der Roman ist ein Buch über Liebe, Trauer, Mut, Glaube, Veränderung und das Göttliche in Allem. Ich hatte Stift und Zettel bei der Hand, um mir viele Notizen zu machen. Das mache ich oft, wenn mir Sprache oder Inhalt gut gefallen. Dann schreibe ich mir Lieblingssätze oder Zitate auf.

Die vierzig Geheimnisse der Liebe

Die vierzig Geheimnisse der Liebe, Elif Shafak, Kein & Aber Pocket*

Ella ist vierzig, verheiratet und Mutter von drei Kindern. Sie bekommt einen Roman zum Lesen, um darüber eine Literaturkritik zu schreiben. Der Roman handelt von der Liebe des Sufi-Dichters Rumi zu seinem Gefährten Shams-e Tabrizi. Beim Lesen beginnt sie ihr eigenes Leben zu hinterfragen, denn sie fühlt sich angesprochen von dem, was im Buch passiert. Sie beginnt ihre eigene Leere im Herzen zu spüren. Als sie dann auch noch Kontakt zum Autoren aufnimmt, verändert sich etwas in ihr und eine Sehnsucht pflanzt sich in ihr Herz.

Das Buch lässt sich leicht und gut lesen. In kleinen überschaubaren Kapiteln, die immer aus der Perspektive einer anderen Person des Romans geschrieben sind, wird man in die Geschichte von Shams & Rumi und Ella & Aziz hineingezogen. Dabei lernt man viel über die Weltsicht der Sufis, den Islam und Spiritualität. Das Buch hat mir vielleicht auch deshalb so gut gefallen, weil die beschriebene Spiritualität sehr nah an meinem eigenen Gottverständnis ist. Viele Beschreibungen waren für mich spürbar und erlebbar.

Lieblingszitate

„Das ganze Universum ist in einem einzigen Menschen enthalten – in dir. Alles, was du um dich her siehst, ach das, was dir vielleicht nicht gefällt, und selbst menschen, die du verabscheust oder hasst, ist in Abstufungen auch in dir zu finden.“ S. 162

„Mach dir keine Gedanken über den Weg, sondern widme dich dem ersten Schritt. Er ist das Schwierigste, nur von dir hängt er ab. Sobald der erste Schritt getan ist, lass alles geschehen, wie es geschieht, dann wird sich der Rest ergeben. Schwimm nicht mit dem Strom – sei der Strom!“ S.200

„Die Sufis nennen es das fünfte Element – die Leere. Das Unerklärliche und unkontrollierbare Göttliche Element, das wir Menschen nicht verstehen, dessen wir aber immer gewahr sein sollten“ S.215

„Das Leben ist eine Leihgabe auf Zeit und die Welt nichts als eine skizzenhafte Nachahmung der Wirklichkeit.“ S.225

„Die Liebe lässt sich nicht erklären, nur erleben. Die Liebe lässt sich nicht erklären, und doch erklärt sie alles.“ S.284

„Außer dem Augenblick gibt es nichts und wird es nie was geben. Wenn du diese Wahrheit begriffen hast, brauchst du nichts mehr zu fürchten.“ S.318

„Was Gott tut, tut er aufs Wunderbarste.“ S.477

„Die Welt ist auf dem Prinzip der Wechselseitigkeit errichtet. Nicht die kleinste Freundlichkeit und nicht ein Fitzelchen Böses bleibt unerwidert.“ S.477

„Allem, was im Universum war und ist, ist vollkommene Harmonie und ein feines Gleichgewicht eigen. Während sich die Teile verändern, bleibt das Ganze sich immer Gleich.“ S.496

„Die Liebe ist das Wasser des Lebens.“ S.504

 

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gelesen :: Familientisch – Familienglück

Zu Weihnachten habe ich von einer Freundin das Buch „Essen kommen“ von Jesper Juul* bekommen. Ich hatte vorher schon ein Auge drauf geworfen, weil es mich interessiert hat, was Juul zum Thema Essen zu sagen hat. Weil ich das Cover überhaupt nicht ansprechend fand, habe ich es mir aber nicht gekauft. Ich weiss gar nicht, nach welchen Kriterien so Coverdesigns ausgewählt werden. Doch dazu später mehr. Ich habe mich über das Geschenk jedenfalls sehr gefreut und lese gern in dem Buch. Es war meine Weihnachtsferienlektüre.

Essen kommen, Familientisch – Familienglück, Jesper Juul*

Das Buch ist kein klassischer Juulscher pädagogischer Ratgeber, sondern eine Mischung aus Kochbuch, persönlichem Statement und eben auch Beratung. In fünf Kapiteln geht es um Stress am Esstisch bzw die Vermeidung von eben jenem, die Eltern als Gastgeber, gute Beziehungen, Tischmanieren und Konflikte rund um den Esstisch. Dabei spannt Juul den Bogen vom Kleinkind bis hin zum Teenager und weist immer wieder auf unsere Rolle als Erwachsene hin. Es geht um die Familie als Gemeinschaft, um Zusammenleben, Kontakt und die Freude an gutem Essen. Am Ende jeden Kapitels gibt es einen kleinen Rezeptteil mit Gerichten zum Nachkochen und Ausprobieren.

Familientisch ist hyggelig

Das Buch lässt sich flüssig und angenehm lesen. Juul schreibt mit Beispielen aus seinem Beratungsalltag, aber auch eigenen Erfahrungen und Ansichten. Für meinen persönlichen Geschmack kommt das Wort hygge ein bisschen zu oft drin vor, das kann ich aber gut überlesen – vielleicht mit einem kleinen Augenrollen an den entsprechenden Stellen. Insgesamt wird wieder deutlich, wie wichtig es für uns Eltern ist, zu führen und gleichzeitig im Kontakt mit unseren Kindern (und PartnerInnen) zu sein. Die Tipps sind nicht dogmatisch, sondern ich lese sie als Anregung zu hinterfragen, wie ich es haben möchte und welche Werte ich in meiner Familie leben und mitgeben möchte.

Optisch – ich erwähnte es bereits – finde ich das Cover überhaupt nicht ästhetisch. Der Innenteil hingegen ist sehr schön gestaltet. Zurückhaltende Farbigkeit, gute Aufteilung und Aufbereitung der Inhalte. Auch die Bilder sind ansprechend und im guten Verhältnis zur Textmenge. Ich habe schon einige Rezepte nachgekocht. Die Blumenkohlsuppe verschmäht die Familie, die Pizza hingegen sehr beliebt.

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gelesen :: Koriandergrün und Safranrot

Romane, in denen Gewürze und die Magie des Kochens vorkommen, scheinen mich magisch anzuziehen. Allein der Titel des Buches klang schon so poetisch, der Inhalt sprach mich an, als ich das Buch auf meinen Wunschzettel setzte. Ich bekam das Buch vor zwei Jahren zum Geburtstag geschenkt, habe es aber erst diesen Sommer gelesen.

Koriandergrün und Safranrot, Preethi Nair

„Zitronensaft und Ingwer für die Seele, Mango für die Träume und Honig für den inneren Frieden – in ihrem indischen Heimatdorf war Nalini dafür berühmt, mit ihren sinnlichen Speisen Körper und Geist heilen zu können. Bis Familienoberhaupt Raul entscheidet, sie und ihre beiden Kinder zu sich ins ferne London zu holen …“ Klappentext

Das Buch steckt so voller Weisheit eingewoben in eine spannende Familiengeschichte, die in Indien startet. Es geht darum, den eigenen Takt zu finden und Zugang zu dieser Kraft, die uns innewohnt, zu finden. Die Autorin lässt uns weibliche Kraft und Mutterliebe spüren, aber auch Trauer und Verzweiflung. Sie beleuchtet Entscheidungen aus verschiedenen Perspektiven und die Auswirkungen auf das jeweilige Leben. Alles ist miteinander verbunden, alle sind miteinander verwoben. Und immer schwingt die Magie und der Zauber von Gewürzen und liebevoll gekochtem Essen mit. Wie es zu heilen vermag. Besonders schöne Sätze habe ich über Vergebung in dem Buch gelesen.

Koriandergrün und Safranrot, Preethi Nair, Knaur (Affiliate Link)

Lieblingszitate

„Meine Mutter hatte immer gesagt, dass Vertrauen den Boden für Vergebung bereitete. Es sei unabdingbar, an etwas zu glauben und darauf zu vertrauenm damit die Vergebung fest verankert sei. Allerdings sei Vergebung eigentlich nur der erste Schritt, gleich dahinter käme die Dankbarkeit. Dankbarkeit könne in Hunderten von Formen auftreten, wie die verschieden geformten Gebäckstücke, die man anbot, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Dankbarkeit, so sagte sie, sei der einzige Weg, um seine Wertschätzung zu zeigen, eine Art Miete für die Erlaubnis, das zu tun, was wir liebten.“ (S.166)

„Die Trauer bringt uns an einen Punkt, an dem uns klar wird, dass uns eigentlich nichts richtig gehört. Alles ist nur geliehen, und man steht vor der kalten, nackten Realität, dass nur die Wahrheit bleibt. Sie ist das einzige, was einen immer begleitet und alle Anfechtungen der Zeit überdauert. Meine Mutter hatte recht, als sie sagte, es gäbe nur zwei Farben: Schwarz und Weiß, eingebettet in die Erde von den Händen, doe sie pflanzen. Die Wahrheit wächst stetig, trägt Früchte und vollzieht jede Bewegung nach.“ (S.348)

„Es ist Vergebung, Mol. Ich weiß, dass du keinen Hass mehr in dir trägst, aber Vergebung schließt auch ein, sich selbst verzeihen zu können.“ (S. 373)

„Dinge, die auf den ersten Blick klein sind, haben häufig eine große Wirkung – ein Lächeln, Gesten und Worte, die mit dem Auge oft kaum wahrzunehmen sind. „Bedanke dich“, sagte Amma, „denn die Wurzel des Ingwers sieht hässlich aus, Kreuzkümmelsamen sind bitter, und der geruch von Knoblauch stößt viele ab. Doch auch in diesen DIngen liegt Schönheit, und Schönheit tritt oft in erstaunlich geringen Mengen auf; das sind die beständigen Dinge.“ (S. 373 ff)