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Vom Inder der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden. Eine wahre Geschichte. Per J. Andersson*

Das Buch entdeckte ich irgendwann in einer Bahnhofsbuchhandlung auf Reisen. Obwohl mich die Titelgestaltung und der Klappentext ansprach, kaufte ich es aber nicht. Ich schwänzelte jedoch immer wieder drumherum bis ich es mir dann als Hörbuch kaufte. Das konnte ich gut im Auto, auf meiner Bahnreise zum Kloster Mariensee oder beim Laufen hören.

Die Geschichte hat mich sehr berührt. Das Buch basiert auf einer wahren Geschichte (hier eine kleine Zusammenfassung in der SZ)  und spielt in den Siebziger Jahren. Wir lernen die Geschichte von P.K. kennen, einem Inder, der keiner Kaste angehört, ein Unberührbarer. Das Buch lässt sich gut hören, ich mochte wie die indischen Worte über die Zunge des Vorlesers rollen. Ich mochte auch die Einblicke in die indische Geschichte und Spiritualität. Das Buch ist politisch, poetisch, spirituell, unterhaltsam und voller kleiner Alltagsweisheiten. Es zeigt sehr deutlich, wenn auch in den 70er Jahren, die kulturellen Unterschiede. Besonders bewegend fand ich, vom postiven Einfluss der Briten auf die Rechte und das Leben der Unberührbaren zu hören. Darüber hatte ich mir noch nie Gedanken gemacht, obwohl ich, vorallem durch das Yoga, schon viel über diesen Teil der indischen Geschichte gehört habe. Das erweitert den Blick hinsichtlich der Diskussionen zu kultureller Aneignung nochmal in eine noch nicht bedachte Richtung (P.K. erzählt auch, wie es ihm mit Yoga in Schweden ergeht und was das mit ihm macht, wenn er die Mantren hört). Es ist auf jeden Fall interessant, einen Einblick in das indische Kastensystem und dem Umgang im Alltag zu lesen. Bei den Beschreibungen der Reise mit dem Fahrrad auf dem Landweg von Indien nach Europa entlang des Hippie-Trails musste ich an Gminggmangg und ihre Reisebeschreibungen denken.

Sehr kurzweilig und lesenswert ohne schnulzig zu werden.

Lieblingszitate

Man müsste sein ganzes Leben in Bewegung leben.

Illusionen sind ein gutes Schmieröl für Freundschaften.

In Europa wird das Leben von Angst und nicht von Liebe gesteuert.

Und sinngemäss ein anderes: Die Europäer sind viel zu sehr damit beschäftigt, Regeln einzuhalten anstelle auf ihr Herz zu hören.

 

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4 thoughts on “gehört :: Eine wahre Geschichte

  1. Ist es die (gegenseitige) Liebe, die so viele Menschen aus dem „Orient“ und Afrika zu uns nach Europa fliehen läßt? Sorry, an den Zitaten ist natürlich Wahres dran, angesichts der aktuellen Lage fällt es mir schwer, sie so „einfach“ zu sehen. Ich bin dankbar für die Regeln, die unser Leben hier steuern und genug Freiraum – Freiheit – Unbeschwertheit lassen.
    Beste Grüße liebe Ramona
    Antje

  2. Hallo Ramona,
    ich habe das Buch auch gelesen und fand es sehr berührend. Einmal musste ich so richtig lachen, als er in der Jugendherberge ankam und sich im Gemeinschaftsbad richten wollte. Dann kam ein anderer Mann und nahm sein Toupet herunter und danach das Gebiss heraus. Ich fand das im erstem Moment sooo witzig, aber klar der Inder war zu tiefst erschrocken. Ein tolles Buch!!!
    LG
    Manu

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