post
Einmal war ich auf der Suche nach Büchern, die von Kalligrafie handeln und bestellte mir gebraucht einen Stapel Romane im Internet. Da war „Der Kalligraph“ von Edward Docx*, was ich vor Jahren in einer Hamburger Buchhandlung stehen sah, aber nicht kaufte. „Die Nacht der Kalligraphen“ von Yasmine Ghata*, wo ich zufällig drüber stolperte. Und „Das Geheimnis des Kalligraphen“ von Rafik Schami* – weil mich „Das Herz der Puppe“ von Schami sehr berührt hat, begann ich also den Kalligraphie-Roman von Rafik Schami zu lesen.

Das Geheimnis des Kalligraphen, Rafik Schami*

Die Geschichte spielt in Syrien und entwickelt sich in mehreren Ebenen um den Kalligraphen Hamid Farsi, der die arabische Schrift reformieren will und sich damit in ernsthafte Gefahr begibt. Der Roman ist sehr vielschichtig. Ich habe mich schwer getan, gut in die Geschichte reinzukommen. Dann war ich aber immer wieder verzaubert von den Beschreibungen des Lebens in Syrien. Die Kultur, das Leben, die Farben und Düfte. Das Buch gab mir interessante Einblicke in die Bräuche und Weltanschauungen der Muslime, das Miteinander mit den Christen und die politischen Verstrickungen. Es war sehr berührend von all der Kultur, dem Sinn für Ästhetik, der Schönheit und dem Reichtum zu lesen. Gleichzeitig wurde mir noch trauriger im Herzen mit dem Wissen, was sich heute in der im Buch beschriebenen Gegend abspielt.
Im Buch wird immer wieder der Zusammenhang zwischen Sprache, Glauben und Kalligraphie aufgezeigt. Wie sehr diese vorallem im arabischen Raum miteinander verwoben sind. Ich war ganz angetan von den Beschreibungen der Schrift.
Insgesamt fand ich das Buch schwer zu lesen. Keins, was man in kleinen Häppchen eben mal nebenbei liest. Ich hatte es als Hörbuch begonnen und bin dann zum Lesen übergegangen. Beim Lesen kann ich Sätze und Zusammenhänge nochmal zurückblättern oder zweimal lesen. Und doch fand ich es auf eine besondere Art bezaubernd.

Lieblingszitate

„Der gläubige Mensch aber wisse, dass er nur ein Teil des Universums sei, deshalb sollte jeder der Mitarbeiter an der gerade entstehenden Kalligrafie teilhaben.“ (S.424)
„Die Feder ist die Zunge der Hand“ (S.431)
„Frauen sind Meereswesen. Sie verfügen über unendlich viel Salzwasser.“ (S.470)
*Affiliate-Link

8 thoughts on “gelesen :: Das Geheimnis des Kalligraphen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.