Das Apfelmädchen war des Shoppens überdrüssig und hatte die Idee, im November eine kleine Konsumpause einzulegen. Zurück zu mehr Bewusstsein, Nachhaltigkeit und Freiheit. Auch Mamadenkt schliesst sich ihr an, wandelt die Regeln aber etwas ab, um im Dezember nicht in Weihnachtsstress zu geraten. Ich mag diese Aktionen und Challenges sehr gern, weil sie immer mal wieder unseren Fokus zurechtrücken. Micha zB hat ein Jahr lang aufgeschrieben, was sie für Klamotten kauft. Auch Karmindra hat letzten Monat eine Living Well and Spending Zero (Gut leben und nichts ausgeben) Challenge gemacht und ihre Resultate gebloggt.

Die Regeln
gibts bei Apfelmädchen und sadfsh.

Die Regeln für die Konsumauszeit haben wir bewusst einfach und einsteigerfreundlich gehalten, damit jede_r ohne große Vorarbeit mitmachen kann. Natürlich kannst du sie für dich und deinen Lebensalltag anpassen, denn du weißt am besten, was du schaffen kannst:

  • 30 Tage lang nichts Neues kaufen

  • ausgenommen sind: Lebensmittel, Drogerie-/Haushaltsartikel (nur wenn vorheriges Produkt aufgebraucht ist), Ausflüge und Aktivitäten

  • Wenn etwas Wichtiges kaputt geht: erst reparieren, ansonsten ersetzen (wenn möglich gebraucht)

  • Leihen und Tauschen sind nicht nur erlaubt, sondern sogar ausdrücklich erwünscht!

  • Wer möchte, kann sich über Blogs/Kommentare, Twitter und Facebook austauschen. Hashtag ist #Konsumauszeit. Immer dienstags erscheint hier ein Updatebeitrag, in dem wir über unsere Woche berichten und neue Blogbeiträge von Teilnehmer_innen verlinken.

Mache ich mit?
Dazu schaue ich mir mal den Oktober an. Ich habe einen Monat lang aufgeschrieben, was ich alles gekauft habe bzw wofür ich Geld ausgegeben habe. Abgesehen von Krankenkasse, den Kursen der Kinder, Schul- und Kindergartenbeiträge und Lebensmittel sind da kaum weitere Ausgaben zusammengekommen (oder gar möglich gewesen).

  • Ich habe mir eine Massage gegönnt (#selfcare!) 60 €
  • 4 Bücher und ein Moleskine bestellt 33,83 €
  • ein Flugticket nach Finland für Sommer 2016 gebucht 227,26 €
  • eine Schüssel und Müslischale auf dem Töpfermarkt gekauft 40,00 €
  • Material bei Wollknoll bestellt 9,94 €
  • ein Buch für den Sterngucker im Buchladen gekauft 12,99 €
  • Postkarten im Bioladen gekauft 7 €
  • und bin mit den Kindern im Tierpark gewesen 19,00 €

Abgesehen davon hatte ich wirklich hohe geschäftliche Ausgaben, da ich mir einen neuen Arbeitsplatz einrichten musste (mein Laptop ist kaputt gegangen), ein Coaching mitgemacht habe und neues Material bei Boesner gekauft habe.

Jetzt, wo ich die Liste sehe, merke ich, wie sich Konsumieren ganz schön eingeschlichen hat. Ich werde den November nutzen, das nochmal genauer zu beobachten, jedoch ohne mich dabei zu verbiegen, denn wie Mamadenkt schon festgestellt hat, steht Weihnachten vor der Tür und ich möchte nicht im Dezember auf den letzten Drücker alle Dinge besorgen, die ich gern verschenken möchte. Ausserdem brauchen die Kinder unbedingt alle noch dicke Winterjacken und die Jungs noch Winterschuhe. Die Tochter braucht eine neue Reithose und Reithandschuhe. Diese Sachen bekomme ich auch kaum noch auf dem Flohmarkt/gebraucht.  Auch werde ich trotzdem meine November-Massage in Anspruch nehmen.

Ich lege meinen Fokus daher besonders auf meinen Internetkonsum. Da ertappe ich mich zeitweise immer wieder beim ziellosen Rumsurfen in den social networks, was mich die meiste Zeit leer und unzufrieden zurücklässt.

Machst du mit? Was reizt dich daran? Wie geht es dir mit deinem eigenen Konsumverhalten? Bist du glücklich? Tut es dir gut? Bist du genervt?

8 thoughts on “Konsumauszeit im November

  1. Liebe Ramona,

    welch Zufall – unabhängig von irgendwelchen Blogs und Challenges habe ich mir genau dies für den November vorgenommen!
    Bereits im März habe ich mich bewusst dafür entschieden keine unnötigen Ausgaben zu tätigen. Auch wenn ich nicht die große „Geldverschwenderin“ beim Einkaufen bin, merke ich schon, dass ich häufig Teile einkaufe, die eigentlich unnötig sind.
    Hier mal einen neuen Nagellack oder Lippenstift (beides Schwachpunkte von mir) oder auch beim Lebensmitteleinkauf Dinge, die dann noch erst mal im Vorrat verschwinden.
    Aber wie Du schreibst, Kleidung, die sein muss, erste Weihnachtsüberraschungen etc. dürfen sein. Zu dogmatisch möchte ich nicht sein.
    lieben Gruß
    Kathrin

  2. Oh, das kommt mir ja gerade recht. Nach den letzten Wochen ist das genau das richtige!! Hab vielen Dank für die Anregung!

  3. Ich habe im OKtober die LWSZ-CHallenge mitgemacht. Es war interessant, hat mich aber im letzten Drittel nicht mehr wirklich interessiert, weil ich festgestellt habe, dass ich viele Dinge, die Ruth vorschlägt, um weniger zu konsumieren und mehr Bewusstsein und Dankbarkeit für Vorhandenes zu verstärken, bereits mache (Haushaltsbuch führen, Upcycling, Vorräte verbrauchen, mit anderen Menschen tauschen, freie Ressourcen nutzen etc.). Viele Dinge, die scheinbar bei anderen Menschen ins Geld gehen, wie etwa der Besuch im Coffeeshop oder das gekaufte Mittagessen, fallen bei uns per se nicht an.
    Mir hat die Challenge Spaß gemacht und mir eigentlich verdeutlicht, dass wir allgemein schon einen guten Weg gefunden haben, unser Leben zu organisieren und mit Geld umzugehen. Das war eine schöne Erfahrung.

  4. Hallo Ramona!

    Seinen Konsum zu beobachten bzw. bewusst zu konsumieren finde ich sehr sinnvoll. Eine komplette Auszeit einzulegen reizt mich jedoch nicht, da ich mit meinem Konsumverhalten recht zufrieden bin. Ich würde mich als eher wenig konsumorientiert bezeichnen, bin aber nicht generell konsumfeidlich eingestellt – ich gebe gerne auch mal Geld aus, auch für nicht wirklich Notwendiges. Da ich in überschaubarem Maße Geld für „überflüssige“ Dinge ausgebe, freue ich mich über das, was ich mir dann doch kaufe, oft langanhaltend. Ich genieße schöne Abende bei gutem Essen in einem Restaurant, einer netten Kneipe oder bei einem Konzert und weiß, dass es solche Angebote nur gibt, wenn Menschen dafür bereit sind, sie auch finanziell zu würdigen. Ich gestalte durch meinen Konsum ja auch mit, indem ich das unterstütze, von dem ich möchte, dass es es gibt. Seien es bestimmte Produkte oder deren Hersteller/Anbieter – den Winzer, der seinen eigenen Weg geht, das Restaurant, das ich mag, den Kunsthandwerker, Künstler, Musiker, Schriftsteller, Bauern, Masseur usw. dem ich gönne, dass er von dem, was er tut, auch leben kann.

    Was den Internetkonsum angeht, geht es mir ähnlich wie Dir – auch ich lasse mich hier schnell verführen und wünsche mir oft im Nachhinein, meine Zeit anders genutzt zu haben. Hier reizt es mich mitzumachen und bin auf Deinen Erfahrungsbericht gespannt.

    Viele Grüße
    Judith

  5. Die Idee finde ich gut, aber jetzt im November werde ich es wohl nicht schaffen. Zu viele Geschenke werden zu besorgen sein… heute ist schon die erste Bestellung rausgegangen. Trotzdem verfolge ich gerne, wie es dir und den anderen dabei geht.
    LG, Micha

  6. Ich finde deine Idee mit den Sozialen Netzwerken toll. Es geht mir da genauso wie dir, oft bin ich danach frustriert und wütend. Hatte im Sommer eine Facebook Pause, das hat so gut getan. Leider bekomme ich dann aber wichtige Tierrechtstermine nicht mit, was dann schade ist. Aber eine deutliche Reduktion werde ich im November auch anstreben. Danke für diesen Motivationsschub.
    Hab eine feine Woche.

  7. Hallo Ramona,
    vor einiger Ziet hat die New Yorker Journalistin Judith Levine ein ähnliches Experiment über ein Jahr hinweg durchgehaltgen und Tagebuch darüber geführt, mit viel Humor, Selbstironie und scharfem Blick für den (amerikanischen) Konsumalltag. Das Buch heißt „Not buying it“ und ich kann’s nur empfehlen :-)
    LG, Steffi

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