Zeit

Es gibt Tage, die sind organisatorisch und logistisch eine Herausforderung, besonders mit nur einem Auto, den Bedürfnissen von 3 Kindern und 2 Erwachsenen und den entsprechenden Terminen. Am heutigen Tag habe ich lange herumgedacht und bin so stolz auf meinen Logistikplan, auch wenn er am Ende so einfach erscheint. Aber da muss man ja auch erstmal drauf kommen. Ich freue mich grad wie ein Fuchs, daß ich ein vermeintliches Problem so genial gelöst habe.

Montags hat die Tochter Reiten. Von 16-17:30 Uhr (meistens braucht sie aber länger bis das Pferd noch abgesattelt und geputzt ist). Das ist der Tag, an dem ich das Auto habe und morgens den Mann zur Bahn fahre und abends nach dem Reiten wieder einsammle.

Heute Abend gehen der Mann, die Tochter und der Wolf zu einer Veranstaltung im Herkulessaal in München. Ich bleibe mit dem Sterngucker daheim, weil es führ ihn zu spät würde. Gleichzeitig hat die Tochter heut ihre letzte Reitstunde vor den Ferien und es gibt ein besonderes Programm, was sie unbedingt mitmachen möchte. Nach dem Reiten bleibt nicht genug Zeit, nach Hause zu fahren, sich umzuziehen und dann wieder zum Bahnhof zu fahren. Es bleibt auch nicht genügend Zeit, den Mann noch einzusammeln und alle wieder zum Bahnhof zu fahren. Wir haben gestern lange überlegt, wie wir den Zeitplan mit Fahrzeit nach München und Beginn der Veranstaltung koordinieren können und ihr trotzdem die letzte Reitstunde zu ermöglichen. Jetzt machen wir das so:

Die Tochter geht zum Reiten mit der Ansage, daß sie um 17:30 Uhr pünktlich im Auto sitzen muss, wenn ich sie abhole. Ihre Sachen hat sie dann schon dabei und zieht sich im Auto um. Dann fahren wir zum Bahnhof. Ich parke das Auto und stecke die beiden großen Kinder in die S-Bahn. Sie bekommen ein dickes Lunchpaket als Abendessen für sich und den Mann mit. Der Mann steigt unterwegs in die S-Bahn zu. Ich teile ihm per SMS mit, wo die Kinder wann eingestiegen sind. Falls sie sich dennoch verpassen, haben die Kinder und der Mann einen Treffpunkt, wo sie aufeinander warten können und zur Sicherheit das Telefon. Idealerweise fahren alle drei gemeinsam bis zum Odeonsplatz und geniessen die Veranstaltung.

Ich werde das Auto am Bahnhof stehen lassen und zum gebuchten Autoteiler-Auto mit dem Sterngucker zu Fuß hingehen. Dann fahre ich mit dem Autoteiler-Auto zurück. Die anderen haben unser Auto für die Rückfahrt spät Abends. Damit muss ich nicht auf sie warten und nachts nochmal raus. Am nächsten Morgen fährt der Mann mit dem Autoteiler Auto zum Bahnhof, gibt es zurück und fährt mit der Bahn zur Arbeit. Am Abend, wenn ich die Tochter zu ihrem Tanzkurs fahre, sammel ich den Mann vom Bahnhof mit ein.

Nun hoffe ich, daß alles so klappt, wie ich es mir ausgedacht habe und die einzelnen Elemente wie Zahnräder ineinander greifen – die Bahn pünktlich ist, der eingebaute Zeitpuffer ausreicht, der Mann rechtzeitig am Bahnhof ist.

Ich bin Managerin :-)

Nachtrag: Mein Plan ist super aufgegangen. Jedes Zahnrad hat perfekt ineinander gegriffen.

Das Bild ist eine Radierung von mir aus meiner Ausbildungszeit zum Thema Zeit. Es zeigt den ägyptischen Gott Thot, der als Mondgott auch für Zeit, Zeitabschnitte und des Maßes ist.

2 thoughts on “Familienmanagement

  1. Ich musste schmunzeln die Logistik mit nur einem Auto kennen wir hier auch …
    Pläne schmieden und kreativ umsetzen ;-) Hast du prima gelöst, ich hoffe es hat alles gut geklappt.

    Momentan haben wir ein 16 Jahre altes Zweitauto bis das der TÜV uns scheidet.
    Mein Mann kann mit Hilfe lieber Menschen sehr gut selbst reparieren.

    Ich bin so dankbar bei schlechtem Wetter oder Verspätung morgens ins Büro die Kinder
    einfach ins Auto laden zu können für den Kindi. Klar es geht auch anders aber so lang ich den Luxus
    noch hab genieß ich ihn hier im Schwarzwald.

    Liebe Grüße Corinna

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