Während der Schwangerschaft trifft man Entscheidungen über allerlei Themen. Ernährung, Ultraschall, Hausgeburt, Imfpungen, Stillen, Vitamin K Gabe, Vitam D Tabletten usw. Einer unserer Gedanken war auch: was machen wir mit der Plazenta? Schon während der Schwangerschaft mit C las ich in diversen Büchern über den Schönen Brauch, die Plazenta zu vergraben und darauf einen Baum zu pflanzen. So eine innige Symbolik (mehr über die Geschichte, Herkunft und Verbreitung habe ich hier gefunden) – das was mein Kind 9 Monate in meinem Leib genährt hat wieder an Mutter Erde zurückzugeben. Und sieht nicht so eine Plazenta mit ihren Adern und Äderchen aus wie ein Baum mit Verzweigungen und Ästen?

Aus Mangel an Garten und Mut, habe ich damals die Plazenta der Tochter in der Klinik zurückgelassen. Die Plazenta vom kleinen Wolf haben wir mitgenommen. Die ruht nun noch immer in einer Tupperdose in der Gefriertruhe und wartet darauf, feierlich vergraben und bepflanzt zu werden. Ein Lebensbaum für den Wolf. Lange haben wir überlegt, welcher Baum zu ihm passt. Wir haben uns für einen Olivenbaum entschieden. Olivenbäume wachsen sehr langsam und werden sehr alt. Ein Zweig vom Olivenbaum ist ein altes Friedenssymbol (zu finden auch in der Unesco-Flagge). Vielleicht kann er seinen Baum dann an seine Kinder weitergeben (naja, in Wirklichkeit denken wir ja noch nicht sooo weit).

Nun fehlt zum Baum noch ein schöner Rahmen, um ein kleines Lebensbaumfest zu feiern. Und ich suche auch nach einem schönen Gedicht oder Worten, die ich dem beigeben kann. So wie ein Trauspruch.

0 thoughts on “Lebensbaum

  1. m’s plazenta liegt auch noch immer in unserer tiefkühltruhe :)
    unsere hebamme erzählte uns damals einen ähnlichen brauch, allerdings ohne baum: einige – ich glaube, es waren indianerstämme vergraben die plazenta an einem besonders schönen ort in der natur, an die der mensch, der durch diese plazenta genährt wurde sich besonders wohl und geerdet fühlen soll, wenn er dorthin kommt.
    wir wissen noch nicht so genau, was wir nun mit der plazenta machen sollen. einen garten haben wir ja auch nicht und für einen lebensbaum auf dem balkon gibt es wohl kaum geeignete kübel (weil die plazenta doch wohl mindestens 50 cm unterhalb des wurzelballens des baums liegen soll, damit sie den baum durch ihre verwesung nicht vergiftet). vielleicht greifen wir tatsächlich auf die indianergeschichte zurück.

  2. Tipps für ein so tolles Fest haeb ich ncit wirklich. Bin aber ganz gespannt, wie Ihr das gestaltet. Die Mutterkuchen vonmeinem zwei Dropsen liegen auch in der TK. Jetzt ahebnw ir endlich ein eigenes Haus mit Garten und da werden wir dann auch bald Bäume pflanzen. Meine Jungs ahebn sich selber was ausgesucht… sie möchten einen Apfel und einen Birnbaum haben :-) Lieben Gruß aus dem Hochwald…

  3. Pingback: Endlich mal wieder eine Spontangeburt! :) *freu* und dann noch so eine schöne! | Kathis Hebammen-Blog

  4. Hm, so richtige Texte habe ich leider auch nicht. Wir haben J.’s Plazenta im Anschluss an seine Namensgebung hier in unserem Garten vergraben. Bepflanzt wurde sie mit einer ganz, ganz jungen Kastanie, die eine Freundin noch während meiner Schwangerschaft mit Sproß im Wald gefunden hatte. Die Kastanie ist auch J.’s Geburtsbaum, so dass das wunderbar passend gewesen ist.
    Nun wachsen die Kastanie und J. gemeinsam und es ist schön, die Entwicklung zu sehen.
    Zum Plazentaritual hatte ich gar keine Texte, hab einfach spontan aus dem Bauch heraus einige Worte gesagt.

    Ich bin schon sehr gespannt, wie Euer Ritual aussehen wird.

    LG
    Sianna

  5. Wir haben mit den Paten von M. ein gemeinsames Vesper im Garten meiner Eltern gestaltet, wo wir auch gleichzeitig den Baum gepflanzt haben.
    Ich habe ein Märchen aus dem Buch „Die Farben der Wirklichkeit“ (lucy körner verlag) vorgelesen. Da geht es um einen Baum, der nicht so wachsen darf, wie er will und ein Kind, was die Traurigkeit des Baumes erkennt. Wenn du magst schick ich dir das Buch mal per Post. Eine sehr schöne und wie ich fand passende Geschichte zum Wachsen unserer Kinder!

    Für den Baum und für M. gab es noch folgendes Gedicht:

    Was ich dir wünsche?

    Nicht, dass du der schönste Baum bist,
    der auf dieser Erde steht.
    Nicht, dass du jahraus, jahrein
    leuchtest von Blüten an jedem Zweig.

    Aber dass dann und wann
    an irgendeinem Ast eine Blüte aufbricht,
    dass dann und wann
    etwas Schönes gelingt,
    und ein Wort der Liebe dein Herz findet,
    das wünsche ich dir.

    Ich wünsche dir, dass du dem Himmel nahe bist
    und mit der Erde kräftig verbunden,
    dass deine Wurzeln Wasser finden
    und deine Zweige im Licht sind.

    Dass du Halt findest an einem festen Stamm,
    und die Kraft hast, ein Stamm zu sein für die,
    die du tragen sollst.

    Dass auch, was nicht gedeihen konnte,
    gelten darf
    und auch das Knorrige und das Unfertige
    an dir und deinem Werk
    in der Gnade Gottes Schutz finden.

    Dass du mit allem, was krumm ist an dir,
    an einem guten Platz leben darfst
    und im Licht des Himmels.

    Hin und wieder eine Stunde
    wünsche ich dir,
    in der du den Reichtum erkennst,
    der dir gegeben ist.

    (Jörg Zink)

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