Auf dem Pfingstcamp entstanden zwischen drin immer wieder kleine wunderbare Gespräche. Wir tauschten uns über unseren Alltag aus, über unsere Partnerschaften, reflektierten Situationen mit unseren Kindern oder unsere eigenen Prozesse. JedeR in dem Maß, wie es sich richtig und angenehm anfühlte. Dabei gab es nachdenkliche Momente, Verständnis, Aha-Blitze und Ideen, wie andere bestimmte Situationen lösen.

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Eines der Rituale ist mir in Erinnerung geblieben, weil ich es gern mit dir teilen möchte. Sicher kennst du auch, daß es oft im Alltag mit Beruf, Kindern und Familienmanagement schwierig ist, mit dem Partner in Kontakt zu bleiben. Einander zuzuhören, zu wissen, was ihn grad beschäftigt. Und dann geht es schneller als man denkt, daß man auseinanderdriftet bis es wieder knallt und man sich wundern, was da eigentlich los war oder ist.
Ein uns bekannter Yogalehrer hat schon seit Jahren mit seiner Frau einen festen wöchentlichen Termin, ein Date mit ihr. Sie gehen dann allein, ohne Kinder (die Kinder sind allerdings schön älter) an einen neutralen Ort (zB ein Restaurant), treffen sich zum Essen udn unterhalten sich über die Dinge, die sie bewegen. Jenseits von Familienorganisation und Alltag. Diese Idee finde ich sehr schön, jedoch merke ich, daß sie mit kleinen Kindern noch nicht wirklich durchführbar ist.
Umso interessanter fand ich eine ähnliche Idee. Auch an einem festen Termin in der Woche nimmt man sich mit seinem/seiner PartnerIn eine halbe Stunde Zeit. In dieser halben Stunde bekommt jedeR 15 Minuten in denen er/sie erzählt, wie es ihr/ihm grad ergeht, was ihn/sie grad beschäftigt etc. Der jeweils andere hört nur zu ohne zu kommentieren oder bewerten. Und dann umgedreht. Man sollte diese Übung in „friedlichen“ Zeiten beginnen, denn es gehört einige Übung dazu. Aber dann hat man ein gutes Werkzeug, wenn es mal nicht so flutscht, sich darauf zu besinnen.

Hast du ein ähnliches Ritual? Wie bleibst du mit deinem Partner jenseits des Alltagsmanagements in Kontakt? Was funktioniert für euch als Paar gut, was weniger?

9 thoughts on “Mit dem Partner in Kontakt bleiben

  1. Ich glaube du meinst die so genannten „Zwiegespräche“, wie sie von Michael Lukas Moeller entwickelt wurden. Es gibt auch Literatur dazu. Sicher ein sehr schönes Ritual, vor allem auch, wenn ein Partner dazu neigt, sich selbst eher zurückzunehmen und mehr zuzuhören als der andere. Durch die gleichmäßige Redezeit kommt dann jeder mal zum Zug.
    LG, Micha

  2. Ja. Wir versuchen uns einmal die Woche zu verabreden und gemeinsam etwas zu machen. Auf dem Sofa gemeinsam Film gucken oder Kochen oder auch ganz banal zusammen duschen gehen.

  3. *grins*
    15 Minuten würden meinem Mann nicht reichen ;o)
    Der is da oft wie die Kinder…wenn er nicht sofort alles los wird was ihn beschäftig, dann platzt er vermutlich ;o)
    Aber ich kenn es aus meiner ersten Ehe ganz anders…da waren solche Verabredungen wichtig (sind es auch heute noch).
    LG
    Dine

  4. Vielleicht GERADE mit kleinen Kindern nötig? Ich hatte früher mal ne Babysitterfamilie, da haben sich die Eltern diesen Luxus alle zwei Wochen oder so gegönnt – Babysitter wenns Baby im Bett war und für anderthalb oder zwei Stunden zu zweit was machen.

  5. Wir trinken jeden Abend, wenn alle Kinder im Bett sind einen Tee miteinander, bevor der Mann in den Stall geht und ich weiter werkle (was auch immer). Das tut gut, weil sich so nicht so viel ansammelt wie wenn wir nur „einen Termin“ zum in Ruhe miteinander reden hätten.
    Wir haben den Sonntag als fixen Familientag. Da wird nicht viel gearbeitet, nur das Notwendigste. Und der Abend gehört uns, als Paar. Beim Teetrinken reden wir auch über die Kinder, Organisatorischen usw. – am Sonntag Abend eigentlich nicht. Manchmal wachen ausgerechnet an dem Abend dann ständig die Kinder auf, wollen was trinken oder sonst Zuwendung – aber im Großen und Ganzen hat es sich gut eingespielt für uns.
    Die Idee mit dem Date gefällt mir aber, muss ich sagen. Nur glaube ich, das wird für uns erst realistisch, wenn die Kinder ziemlich groß sind.

  6. gemnau diese übung haben wir gestern abend in meiner gfk-übegruppe gemacht! das war total spannend: zuerst dachten wir alle, hä, was soll ich den 15 minuten reden, dann bekamen wir als anregung den satz „woran ich mich immer wieder stoße“, und dann flutschte es wie von selbst. und besonders interessant war, daß es uns dadurch, daß wir ’soviel‘ zeit hatten, auch sehr gut gelungen ist, dem anderen empathisch zuzuhören, ohne unser eigenes zeugs da reinzuquatschen. es hat wirklich gut getan, und das, obwohl ich da einem mir völlig fremden mann gegenübersaß (es ist eine offene gruppe mit wechselnden teilnehmerinnen).

    zuhause ist das schwer, weil der mann kein reder ist. wenn er hören würde „15 minuten“, würde er auf dem absatz kehrt machen *kicher*. ich überlege grad, wie ich das anders einfädeln kann ;-)

  7. frau siebensachen,

    Ich kenne diese Übng auch aus der GfK. Wir haben das im Rahmen der Yogalehrerausbildung gemacht und mit 3 Minuten begonnen. Grad am Anfang können die auch schon ausreichend sein. Drei Minuten klingen kurz, können sich aber ganz schön hinziehen.

  8. Ja das stimmt, eine Bezihung braucht viel Aufmerksamkeit und ARBEIT. Danke für die schöne Erinnerung daran & Schönes Wochenende, Julia

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