Ganz am Anfang als wir hier hergezogen sind und noch in unserer Kellerwohnung hausten, da entdeckte ich einen Aushang bei Benny, dem Bäcker. Jemand verkauft sein Ashford Spinnrad. Oh, ein Spinnrad wollte ich schon immer mal haben. Das Spinnen mit der Handspindel hat mir eine Weberin mal auf einem Yogischen Weihnachtsmarkt in Hamburg, auf dem ich einen kleinen Stand hatte, gezeigt. Danach habe ich ein bisschen eigenes Garn gesponnen. Später durfte ich auch an einem Spinnrad sitzen. Das war auch in Hamburg auf einem Fest des Naturschutzgebietes Höltigbaum. Mein erster Versuch am Spinnrad flutschte so gut, daß die Leute dachten, ich gehöre zum Stand und mir viele Fragen stellten :-) Da war klar: ich möchte auch spinnen. Ich habe mir das Spinnrad einer Freundin geliehen, bin aber kläglich daran gescheitert, überhaupt den Faden auf die Spindel zu bekommen/den Anfang zu machen. Die Motivation sank.

Nun habe ich also seit über einem Jahr mein eigenes Ashford und noch keinen einzigen faden gesponnen. Lange, lange stands nur rum und wurde vom Sohn als Spielzeug gebraucht. Das Rad drehen, die Spindeln umstecken. Am Wochenende auf dem Flohmarkt traf ich eine Frau (bei der ich das Telefon gekauft hab), von der ich aus einer mitgehörten Unterhaltung erfuhr, daß sie ein Spinnrad sucht. Sie möchte sie bei mir melden und mal gucken. Ich werde mein Spinnrad also wieder verkaufen. Ich hab es am Sonntag dann nochmal flott gemacht. Schrauben nachgezogen, Fäden gespannt. Und mich rangesetzt und es nochmal probiert. Ich glaube, das Spinnrad ist toll. Aber ich bin zu unfähig, den Anfang zu spinnen. Denn ich glaube, wenn das Rad einmal läuft, ist es wirklich nicht schwer.

Gibts da einen Trick? Oder sollte ich vielleicht doch die Finger davon lassen und nicht NOCH etwas anfangen? Spinnrad wieder verkaufen und frischen Platz schaffen?

Hach. Schön isses trotzdem. Spinnräder haben sowas magisches & märchenhaftes. Sowas Weibliches. Meditatives. Verzauberndes. Beruhigendes. Vielversprechendes….

0 thoughts on “Spinnrad

  1. Hallo,
    ich würde das Spinnrad behalten. Wenn man den Anfang mal raus hat ist es wirklich ganz einfach.
    Ich habe im Moment ein geliehenes Rad und dachte am Anfang auch das klappt niemals, immer ist der Faden gerissen. Hab dann gesucht, in Blogs, auf Youtube, immer wieder ausprobiert und irgenwann hat es dann geklappt. Von da an war es ganz einfach.
    An ein gebrauchtes Spinnrad zu einem passablen Preis ranzukommen, welches dann auch noch gut funktioniert ist gar nicht so einfach. Deshalb lieber behalten.
    Und was du am Ende so schreibst, Meditativ, verzaubernd, beruhigend, das ist es auf jeden Fall und daher auch die anfänglichen Mühen wert.
    Ich wünsche dir viel Spaß damit :)
    eine stille Leserin
    Petra M.

  2. Tröste dich, auch mein Spinntad (und ich habe es mal gelernt – stand jahrelang nur dekorativ rum. Jetzt hat es eine Freundin als Dauerlehgabe und mti dieser Lösung sind wir beide glücklich.
    Grüss
    antje aus Basel

  3. Mich hat vor kurzem auch das Spinnfieber gepackt….Ich finde das Spinnen an sich einfach faszinierenden. Aber es bedarf schon ein bisschen Übung. Aber da hilft nur, nicht aufgeben! Wenns dann wirklich klappt machts einen ungeheuren Spass!
    Darf ich mal fragen was genau für ein Rad das ist? Spulengebremst oder flügelgebremst? Scheint ja einfädig zu sein…
    Also falls die Dame vom Flohmarkt es doch nicht haben möchte und du dich wirklich dafür entscheidest es zu verkaufen…..Interessenten (oder zumindest einer) sind vorhanden :)

    Viele Grüße, Julia

  4. Hallo, ich spinne seit kurzem auch. Ist ganz toll. Du wirst Dich ärgern, wenn Du es verkaufst. Ich spinne zur Entspannung am späten Abend, da ich immer etwas tun muss. Ich habe ein neues Henkys. Dort spinne ich im Moment ohne Bremse, da es zu sehr einzieht. Habe das mal gelesen. Auch verknote ich den Spulenfaden und das neue Garn, dann reißt es nicht so schnell wieder ab. Den Spulenfaden habe ich festgeklebt. Und noch was, ganz langsam treten!
    Vielleicht konnte ich Dir damit helfen. Das waren meine wichtigen Einsteigerpunkte.
    Viel Spaß noch!
    heike

  5. Als begeisterte Spinnerin würde ich das Rad natürlich behalten. Ich habe auch ein Ashford Traveller und hatte es vor kurzem mit im Art Yarn Kurs von Jana. Als mir das Spinnen am Rad gezeigt wurde, lief es bei mir auch recht gut. Als ich zu Hause dann aber ganz alleine ausprobiert habe, war es einfach nur mühsam und mir riss dauernd der Faden. Ich habe einfach immer weiter geübt, irgendwann lief es von selber. Für mich war es ein riesen Unterschied, ob jemand nebenan sass, der es beherrschte und mir mit kleinen Handgriffen zur Hilfe kam. Gerade der Anfang bereitete mir auch Mühe, hatte ich diese Hürde geschafft, lief es recht gut und ich hoffte einfach immer, dass der Faden nicht reisst. Hilfreich wäre vielleicht jemand, der dir ein bisschen helfen kann. Vielleicht gibt es Spinnerinnen in deiner Nähe? Meiner Erfahrung nach wird immer gerne geholfen. Für mich ist das Spinnen Entspannung und Meditation (gut, am Anfang natürlich nicht :) ) und ich kann wunderbar zur Ruhe kommen dabei. Hinterher habe ich dann noch ein Garn, dass ich verarbeiten kann und das einmalig ist. Faszinierend auch, dass man von der Wollflocke bis zum fertigen Strickstück alles selbermachen kann, wenn man will. Ich Spinne, wenn ich Lust dazu habe, die Pausen dazwischen, sind mit anderen Handarbeiten gefüllt, da ich mich irgendwie nicht auf etwas beschränken will (und ja auch nicht muss).

    LG Mirjam

    @ Julia: Das Rad ist Spulengebremst (auf dem letzten Bild ist ein dünner Faden zu sehen, der über die Spule läuft, am Ende dann ein Federchen, das eingehängt wird.)

  6. Hallo,

    das Anspinnen macht meiner Erfahrung nach gerade am Anfang die meisten Schwierigkeiten. Eigentlich gehts aber ganz einfach: Zug vom Rad recht sanft einstellen; am besten ein langes Stück Sockenwolle zu dem Zweck auf die Spule „spinnen“. In das Ende des Fadens ein paar Knoten mit kleinem Abstand machen, das hilft, die Anfangsfasern festzuhalten.

    In das aufgefächterte Vlies dieses Fadenende legen und kräftig treten, lieber bissl zu viel Drehung an dieser Stelle als zu wenig, damit der Faden hält. Und dann weiterspinnen…..

    Während dem Spinnen einfach Vlies auffächern, Faden von der Spule da reinpacken, spinnen.

    Ich glaube bei youtube gibts ein Video dazu. Ich würde das Rad nicht verkaufen, wie hier schon geschrieben ist spinnen ein wundervolles Hobby. Anfangs ist es ein wenig Geduld bis die Entspannung und das Fließen kommen, aber es kommt, ganz bestimmt.

    Du kannst mich gerne hier fragen oder auch über Facebook, falls du noch Fragen hast.

    Lieber Gruß

    Bine

  7. Liebe Ramona,

    ich habe vor kurzem einen Spinnkurs in der Nähe von Achern gemacht (Schwarzwälder Spinnstube) und mir danach ein Spinnrad zum Üben geliehen. Anfang Mai habe ich nun ein neues Kromski-Rad gekauft und musste feststellen, dass mir auch der Anfang die meisten Schwierigkeiten gemacht hat. Ich habe dann den Einzug auf „ganz sanft“ eingestellt, den Wollfaden auf das Kardenband gelegt und mit viel Umdrehungen einziehen lassen. Hat geklappt und seither spinne ich, als wäre es das Normalste auf dieser Welt. Außerdem gibt es nichts beruhigenderes als das leise surren des Spinnrades. Man versetzt sich damit in eine Parallelwelt und vergisst alles um sich herum. Ich würde mein Rad nie wieder hergeben. Überleg es Dir lieber nochmal.

    LG Susanne

  8. Hallo,

    genau so, wie Bine es beschreibt, mache ich es auch. Du wirst Dich später ärgern, wenn Du das schöne Stück verkaufst. Setz Dich ran, wenn es Deine Zeit zulässt und übe. Du wirst sehen, ganz schnell geht es, wie von selbst und Du wirst es genießen.

    liebe Grüße

    Heike

  9. Hallo Ramona,
    auf jeden Fall behalten. Mit der Technik deines Rades kenne ich mich nicht aus, denn meine 3 haben alle eine Flügelbremse.
    Meine Schwägerin hat aber das gleiche Rad und ist damit sehr zufrieden.
    Suche dir jemanden, der Erfahrung hat und lasse dir alles in Ruhe erklären. Spinnen kann Erholung pur sein, ich möchte darauf nicht mehr verzichten.
    LG
    Sabine

  10. Behalten und so vorgehen, wie Bine es so schön beschrieben hat. ;)

    Und falls Du mal in der Nähe bist, kannst Du gern zum Spinnen bei mir vorbeikommen. In HH bist Du doch auch ab und an, nicht wahr!? Und von HH nach SN und umgekehrt, ist es nur ein Katzensprung. ;)

    Herzlich

    Jana

  11. auch von mir gibts natürlich ein behalten :-)))
    Ist logisch so als Spinnerin.
    Ist ne schöen Möglichkeit , die Gedanken so richtig fliessen zu lassen, in die Fäden was „einzuspinnen“, für mich jedenfals Entspannung pur.
    Zur Anspinntechnik haben die anderen ja schon einiges geschrieben

    Wäre übrigens auch ne Möglichkeit veganes Garn herzustellen, nur mal so als Ansatzpunkt für Dich, ich habs ja lieber mit Wolle

    Karin

  12. Hallo, ich bin auch neu unter die Spinnerinnen gegangen und habe ein ähnliches Problem :-( Der Faden wird einfach nicht eingezogen :-( ich habe ein altes Spinnrad und finde nirgends eine Bremse die ich einstellen könnte

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