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Am Wochenende habe ich mir eine kleine Auszeit gegönnt. Schon zu Beginn des Jahres hatte ich mich gemeinsam mit Sandra zu einem Kalligrafiekurs bei Torsten Kolle im Kloster Mariensee angemeldet. Schade, daß Sandra diesmal dann doch nicht dabei war. Der Grund sollte aber für das verpasste Seminar mehr als entschädigen ♥ Ich mochte im Kloster sehr die Schlichtheit. Reduzierung auf das Wesentliche, aber auch Fülle und Pracht im Klostergarten. Es tat mir gut, Zeit für mich zu haben, ganz beim Schreiben zu sein. Oder abends im Bett zu Lesen. Und Schlafen. Wir wurden freundlich von der Äbtissin begleitet und rundum kulinarisch versorgt. Ein Fest für alle Sinne! 

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Das Kursthema war „Schriftbilder zwischen Leere und Fülle“. Dabei ging es jedoch nicht nur um Schrift, sondern auch um Leere oder Fülle in uns drin. Ausgehend von unserer eigenen Handschrift, spielten wir mit Material, Werkzeug und Ausdruck. Torsten hat uns über die drei Tage durch das Thema geführt und dabei ganz wunderbar den Spagat zwischen blutiger Anfängerin und Langszeitschreiberline geschafft. Jede von uns hat etwas für sich mit nach Hause genommen.

Zuerst sollten wir uns selbst Gedanken zum Schreiben machen. Warum wir es mögen, warum Kalligrafie, wer sind unsere liebsten Schreiber und Autoren, was bedeutet das Schreiben für uns selbst. Dann schrieben wir uns locker mit unserer eigenen Handschrift ein, modifizierten sie, experimentierten mit unterschiedlichen Werkzeugen.

Dann kombinierten wir unsere Experimente mit einer Scriptuale (einer Schrift, die nur den Charakter einer Schrift imitiert, aber keine lesbare Schrift ist) und lernten über Kompositionen und Blattaufteilung.

Zwischendrin gab es die Möglichkeit, an den Morgen- und Abendgebeten teilzunehmen und eine Klosterführung mitzumachen. Sogar in ein hangeschriebenes uraltes Gebetsbuch konnten wir reinschauen. So beeindruckend.

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Am letzten Tag kam noch ein i-Tüpfelchen in unsere Übungsblätter hinzu. Wir übten Striche. Das klingt zuerst banal, aber anhand eines einzigen Striches kann man die Qualität einer guten Kalligrafie erkennen. Damit uns das Striche-Üben nicht zu fad wurde, setzten wir sie als Akzente in unseren bisherigen Kompositionen. Ein Aspekt, den ich total spannend fand. So hat das Üben total viel Spaß gemacht und am Ende hatten wir alle ein vorzeigbare Ergebnis.

Die Auszeit tat mir sehr gut. Beim Schreiben bin ich. Da merke ich nicht, wie die Zeit vergeht, habe kein Gedankenkarussell und keine Ablenkung im Kopf. Ich hätte gern noch ein paar Tage mehr gehabt, innerhalb der Klostermauern mir selbst zu begegnen.

7 thoughts on “Ein Wochenende im Kloster

  1. Das klingt nach einer tollen Zeit. Vielleicht kannst du davon ja auch ein bisschen in den Alltag mitnehmen. Bei euch fängt bald wieder die Schule an und damit auch die Kindergartenzeit des Kleinsten?
    Liebe Grüße,
    Kathrin

  2. Oh ich habe es schon auf Instagram bewundert – ganz wunderbare Werke mit einer beeindruckenden Wirkung. Hört sich nach einem seehr gelungenen Wochenende an!

  3. Hallo Ramona, ach schaut das wieder toll aus. Denke die kleine Auszeit hat dir gerade jetzt sehr gut getan. Habe dieses Jahr meinen ganzen Mut zusammen genommen und war bei Joachim Propfe. Hat sich durchaus gelohnt! Kannst du mir evtl. verraten mit welchen Farben du im letzten Jahr bei ihm die Tshirts beschrieben hast? Tausend Dank LG Diana

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