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Seit einigen Wochen war ich jetzt immer wieder beim Zahnarzt, um meine Schneidezähne neu machen zu lassen. Im Laufe der Jahre sind sie mir einfach weggebröckelt und waren immer wieder durch Füllungen halbwegs hingebastelt worden. Nun schlug mein Zahnarzt vor, die Schneidezähne zu überkronen, solange noch genug vom eigentlichen Zahn übrig ist, auf den die Kronen draufgesetzt werden können.

Emotionale Achterbahn

Allein der Gedanke daran, meine Schneidezähne herzugeben, machte mir wirklich ein mulmiges Gefühl im Bauch. Mein Lachen! Ich teilte meine Ängste der Zahnärztin mit. Sie war sehr einfühlsam und wir unterhielten uns eine Weile über den emotionalen Aspekt dieses Eingriffs. Danach ging es mir besser. Also machte ich einen Termin für die Prozedur. Da werden ja erst Abdrücke gemacht, dann werden die „alten“ Zähne zurechtgeschliffen, sodas später die Kronen aufgesetzt werden können. Dabei muss auch bisschen Zahnfleisch dran glauben. Für mich immer der unangenehmste Teil. Danach gab es nochmal einen Abdruck. Dann wurde aus den Abdrücken ein Provisorium gebastelt, was auf die Zähne gesteckt wurde für die Zeit, während die Zahntechniker meine Kronen bauten. Dieser erste Termin war für mich der Schlimmste. Nicht nur, weil er der unangenehmste war, sondern auch, weil dieser Eingriff mein System so gestresst zu haben schien, daß ich irgendwie auf die Betäubung reagierte (Herzklopfen, Schwäche, Zittern). Ich sass da also im Zahnarztstuhl, war schlapp und in Tränen aufgelöst. Danach lag ich noch den halben Tag ausgeknockt auf der Couch rum.

Provisorisch

Mit dem Provisorium lispelte ich etwas und auch mein Biss war ein anderer. ich musste sehr vorsichtig kauen und hatte in den ersten Tagen etwas Kopfweh. Erstaunlich, wie großen Einfluss kleine Veränderungen im Mund auf den ganzen Körper haben. Das ist so ein feinfühliges System. Beeindruckt mich immer wieder.

Zwei Wochen nach dem ersten Termin wurde dann das Provisorum ab und die Kronen drauf gesetzt. Erstmal nur mit leichtem Zement, um zu testen, wie es mir mit meinen neuen Zähnen so geht. Eine Woche durfte ich sie Probetragen und schauen, wo noch etwas drückt und ob sie optisch passten. Etwas hell waren sie geworden und lang. Der Mann scherzte, daß ich aussehe, als hätte ich Hasenzähne aus dem Faschingsbedarf an. So wollte ich natürlich nicht sein. Rein vom Tragegefühl war alles in Ordnung. Mit dem Zahnarzt besprach ich also neuerlich Termine. Ich ging nochmal zu den Zahntechnikern (zum Glück im gleichen Ort) und besprach mit ihnen die gewünschten Änderungen.

Lachen

Gestern war ich dort zur finalen Farbbestimmung, heute morgen beim Zahnarzt zum Einsetzen meiner Kronen. Jetzt bin ich ganz glücklich. Ich finde, das haben sie echt gut hinbekommen. Ich bin begeistert, was heutzutage alles geht. Feinste Farbabstufungen und sogar nachempfundene Transluszenz der echten Zähne. Ich hab mich gut beraten und betreut gefühlt. Jetzt kann ich wieder beherzt lachen.

Das Foto hat der Wolf gemacht.

32 thoughts on “Ich hab die Zähne schön

  1. Wahrscheinlich hast Du eine Unverträglichkeit gegenüber dem örtlichen Betäubungsmittel. So ging es mir nämlich auch immer, bis Tests durchgeführt wurden, um das passende Mittel zu finden.

    Was wünscht man bei neuen Zähnen? Gut Biss! :-)

  2. Ich finde dein Lächeln toll. Ich stehe irgendwann vor dem selben Problem. Meine oberen Schneidezähne werden nicht ewig halten. Aber ich habe ganz schön angst und es ist ja doch nicht schmerzfrei.
    Aber es lohnt sich. Das sieht man.
    War es denn sehr teuer?

  3. Das dachte der Zahnarzt auch und hat die Betäubung getestet. Da war aber nichts zu finden. Das nächste mal gibts eins ohne Adrenalin, bei den letzten Behandlungen hat das Betäubungsspray und Schmerz wegatmen gereicht. Gut Biss, haha :-) Danke!

  4. Na mit den Zahntechnikern hatte ich ja nur Kontakt, um die Farbe zu bestimmen und nochmal die Änderungen zu besprechen im zweiten Durchlauf.

  5. Hallo Ramona,
    vielen Dank für deinen Bericht! Sehr interessant, dass du auch die emotionalen Aspekte ansprichst; ich mache mir da auch immer wieder Gedanken darüber, da ich mir im Laufe des Jahres wahrscheinlich einen Zahn ziehen lassen muss.
    Aber ich versuche, da auch positiv zu denken :-) du bist ja gut betreut worden, das sieht/liest man.
    Viele liebe Grüße,
    Miriam

  6. oh, das kann ich gut nachfühlen. insbesondere das herzrasen bei der betäubung kenne ich auch und das bedürfnis nach körperlicher unversehrtheit.
    ich hab seit vielen jahren gerödel mit den vorderzähnen und gerade erst einen nagelneuen zahnersatz bekommen. bis zur entscheidung, in welcher form ich meine zähne nun ersetzt bekommen möchte, hab ich mich ein jahr lang rumgequält (und bin derweil mit einem provisorium rumgelaufen), weil mir die empfehlung des zahnarztes nicht gefiel und ich mir auch nicht vorstellen konnte, mich von so vielen heilen zähnen zu trennen (das wäre für eine teleskopbrücke nötig gewesen). zähne sind ja doch ein teil des menschen und nicht einfach so zu ersetzten, acuh wenn zahnärzte das qua beruf so meinen. ich bin jedenfalls froh, mich für eine ganz altmodische klammerprothese entschieden zu haben, denn nur mit der konnte ich all meine übrigen zähne behalten.
    alles gute!

  7. Es ist ermutigend von dieser positiven Erfahrung zu lesen. Zähne ist wirklich ein ganz eigenes Thema. Ich fühle mich beim Zahnarzt immer so „ausgeliefert“, obwohl er sehr rücksichtsvoll und nett ist – aber eben das Gefühl, dass da jemand mit Geräten im Mund herumhantiert und man still liegen muss und es vielleicht weh tun wird… brrr…
    Ich wusste gar nicht, dass Zähne einfach so wegbröckeln können, Hilfe…

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