Schon im November habe ich begonnen, mein Jahr, dieses 2014, zu reflektieren. Zurückzublicken auf die vergangenen 12 Monate mit ihren Herausforderungen, Geschenken und Momenten. Ich lese gern andere Jahresrückblicke und auch meine eigenen der vergangenen Jahre. Beim Schreiben meines eigenen Jahresrückblicks finde ich die Fragen von Jana sehr inspirierend.

Dieses Jahr hatte es in sich. Es war ein sehr geschäftiges Jahr. Wir starteten es sehr aktiv mit unserem Hausbau, der bis zu unserem Umzug im Juni sehr viel von uns abverlangt hat. Da wollten Entscheidungen getroffen, Termine koordiniert, Geld ausgegeben und Hand angelegt werden. Wir werden erst im nachhinin sehen, wieviel Energie uns das alles wirklich gekostet hat, neben unseren Jobs, Alltag und Familienleben noch das Haus zu bauen. Ende des Jahres habe ich sehr deutlich gespührt, wie sehr meine Energiereserven aufgebraucht sind.

1. Welche bedeutsamen Entscheidungen habe ich im vergangenen Jahr getroffen?

Wir haben den Wolf ein weiteres Jahr im Kindergarten gelassen.
Alle Entscheidungen rund um den Hausbau waren bedeutsam.

2. In welche Richtung hat sich mein Leben dadurch entwickelt?

Wir haben ein Nest gebaut, wir haben Zeit und Vertrauen geschöpft, wir haben Dinge ermöglicht, die sonst vielleicht nicht die notwendige Zeit bekommen hätten. Von allen Seiten Bestätigung, daß diese Schritte die Richtigen waren. Und vorallem auch für uns fühlt es sich rund und richtig an. Beides. Die Wolf- und die Hausentscheidungen.

3. Was war die größte Überraschung bzw. Freude in diesem Jahr?

Zu sehen, wie der Wolf sich entwickelt, wie alle Kinder sich entwickeln. Keine Überraschung, aber große Freude. Kleine Überraschungen kamen immer wieder per Post oder per Email von lieben Bloglesern. Vielen Dank!

4. Was war die stärkste Enttäuschung?

Enttäuschungen entstehen immer aus nicht erfüllten Erwartungen. Ich hatte zu hohe Erwartungen an Freundschaften, Beziehungen und Menschen, mit denen ich zu tun hatte. Das hat mich mehr mitgenommen, als ich vorher geglaubt hätte. Aber es hat alles immer eine Bedeutung, so habe ich auch aus diesen Erfahrungen meine Schlüsse ziehen können. Ich denke das war nur der Beginn meines Herbsttiefs und Vorbote für mein generelles Hadern.

5. Was ist 2014 zu kurz gekommen? Was habe ich vermisst?

Entspannung & Urlaub

6. Was habe ich über mich selbst gelernt? Welche noch offenen Themen sind mir bewusst geworden?

In der zweiten Jahreshälfte hat mich das Thema Freundschaften, zwischenmenschliche Beziehungen und Erwartungen sehr intensiv und emotional beschäftigt. Ich bin generell in ein Loch gefallen. Die Summe an Erschöpfung, Erwartungen, Anforderungen und Enttäuschungen hat mit erschlagen. Ich habe begonnen, mich zurück zu ziehen, hatte düstere Gedanken, Neid, Urteile und verglich mich mit anderen, um mich noch kleiner zu reden, als ich mich eh schon fühlte. Ich vermisste bzw war auf der Suche nach Zugehörigkeit, Gemeinschaft und fühlte mich nicht relevant. Ich suchte meinen Platz und fand ihn nicht. Keine schöne Phase und noch immer nicht durchgestanden. Durch dieses Tief sind mir jedoch einige Dinge klar geworden und es hat mir eine neue Richtung gegeben.

Die immer wieder auftauchenden Themen waren (und sind): Kommunikation, Verletzungen, Gemeinschaft, Zugehörigkeit, Selbstwertgefühl.

Schliesslich kristallisierte sich mein Thema für 2015 heraus: Heilung.

7. Worauf bin ich stolz?

Auf meine Alltagsorganisation, aufs Kopf-über-Wasser-halten, auf meinen Körper und was ich alles leiste, auf meine Fähigkeit, das Gute zu sehen, auf meine tollen Kinder.

8. Wie haben sich die Beziehungen zu den für mich wichtigen Menschen entwickelt?

Der Bau hat die Beziehung von mir und dem Mann vertieft. Zwar hatten wir beide ein ziemliches Erschöpfungstief, was sich in der ein oder anderen kleinen Motzrunde äußerte, aber generell bin ich immer noch sehr gern mit diesem Menschen zusammen. Besonders toll finde ich, daß wir gerade die 40 Tage Meditation gemeinsam machen, im Alltag miteinander lachen, einander nah sind.

9. Wie habe ich meine Lebenszeit gestaltet? Womit bin ich zufrieden? Womit unzufrieden?

Ich habe ein Haus mitgebaut, selbständig als Kommunkationsdesignerin für meine Kunden gearbeitet, die Familie gemanaged, Kinder begleitet, gelacht, geküsst, geweint, Sport getrieben, geliebt, gehofft, geschrieben, ich bin gereist, ich war an der Ostsee, ich bin den Elternbeiräten von Kindergarten und Schule beigetreten, ich habe wichtige Entscheidungen getroffen, getröstet, Essen gekocht, Wäsche gewaschen, eingekauft, Geschenke gemacht, Überraschungen erhalten. Ich habe Bücher gelesen, mir Sorgen gemacht, bin erleichtert gewesen, habe überrascht, gegeben, empfangen. Und ich bin dankbar gewesen.

{familie} Ich bin dankbar für meine Familie. Die kleine wie die große. Immer und immer wieder erfahren wir Unterstützung von unseren Eltern und Geschwistern, meiner Tante und Oma. Wir telefonieren oder schreiben uns regelmässig, bekommen Carepakete und besuchen uns gegenseitig. Unsere Väter haben beim Hausbau geholfen, die Mütter hüten Kinder, backen Kuchen oder hören zu, wenn wir Rat suchen.
In unserer kleinen Großfamilie hat sich auch alles zurechtgeruckelt. JedeR hat seinen Platz gefunden. Die Geschwister streiten und lieben sich, halten zusammen, wenn es drauf ankommt. Wir haben alle unsere Geschichten, an denen wir wachsen. Wir sind füreinander da, lachen viel und geniessen das Beisammensein.
Nicht immer einfach sind Ausflüge für alle zusammen, da der Altersunterschied der Kinder so groß ist, daß das Bedürfnisspektrum zu groß ist. Wir haben aber einen guten Weg gefunden, trotzdem Familie zu leben und gemeinsam stark zu sein.

{beruflich} Anfang des Jahres hatte ich sehr wenig Einkommen. Der Fokus lag ganz klar beim Haus, die Kapazitäten reichten nur fürs nötigste. In der zweiten Jahreshälfte konnte ich wieder mehr Aufträge annehmen und ausführen. Meine Arbeitsroutine verändert sich gerade etwas. Seit September geht der Sterngucker 2 Mal pro Woche für 3 Stunden zur Spielgruppe, gleichzeitig hat er aber aufgehört, Mittags zu schlafen, was ja bisher meine Hauptarbeitszeit war. Insgesamt hatte ich 2014 mehr Einnahmen als 2013, aber auch mehr Ausgaben, sodass weniger übrig blieb.
Inhaltlich versuche ich gerade, meinen Fokus etwas zu verändern, in welche Richtung ich gehen möchte, darüber bin ich mir selbst noch nicht so klar. Ich hatte gute Zusammenarbeiten und Kooperationen mit Kollegen aus meinem Netzwerk. Das fühlt sich gut und ausbaufähig an.

{kreativ & Handarbeit} Ich habe im vergangenen Jahr kalligrafiert und mit Aquarellfarben gemalt, etwas gestrickt, gestickt und mit Papier gebastelt. Ich habe wieder mehr gezeichnet, war in Ausstellungen und habe einige kleine Swaps mitgemacht. Ich habe über 12 kalligrafierte Umschläge verschickt, einen Kalligrafiekurs besucht und Mailart verschickt.

{Fitness & Gesundheit} Das war ein recht aktives Jahr. Ich habe unregelmässig, aber immerhin, meine Bauchmuskeln trainiert und damit meine Rectusdiastase, die ich von den Schwangerschaften hatte, verkleinert. Ausserderm war ich Laufen und habe im Herbst mit dem Schwimmtraining bei der Wasserwacht angefangen. Im Juni bin ich beim Münchner Stadtlauf 10 km mitgelaufen und lag danach einen Tag mit Fieber darnieder (Erschöpfung). Im September traf ich mich mit wunderbaren Frauen zum Frauenlauf in München (5 km). Ab und zu war ich beim Yoga oder habe zuhause yogiert. Für meinen Rücken/Schultern habe ich manuelle Therapie bekommen. Dafür habe ich Rezepte vom Arzt ausstellen lassen und zusätzlich Zeit auf eigene Kosten dazugebucht. Insgesamt hatte ich vielleicht zwei kleinere Erkältungen, ansonsten suchten uns keine Krankheiten heim. Auch die Kinder sind putzmunter gewesen, hatten vielleicht das ein oder andere Fieber. Der Sterngucker hatte im März einen Fieberkrampf, worüber ich sehr erschrocken war. Der Wolf startete das Kindergartenjahr mit einer Kopfplatzwunde, die zum Glück gerade so nicht genäht werden musste.

10. Wofür bin ich dankbar?

Für unser Haus, die Menschen, die uns unterstützt haben, unsere Familie, unsere Gesundheit, die Kinder, den Mann, die Solaranlage, daß es uns so gut geht. Ich bin dankbar für alle Erfahrungen, die ich machen darf, dankbar für dieses Leben hier.

11. Welche Situationen, eigenen Verhaltensweisen, Menschen tun mir nicht gut?

mich mit anderen zu vergleichen, Dinge von anderen Menschen zu erwarten

12. Welche Situationen, Zufälle, Menschen haben mich unterstützt?

Die Menschen auf twitter, wenn ich eine Frage hatte, die Blogbeiträge vorallem von Nadine im Buntraum, Gespräche mit dem Mann und FreundInnen, Emails von Bloglesern & FreundInnen, Maria, unser Mütterkreis, der Kindergarten & die Gemeinschaft da, allerliebster Kontakt + ein Email-Adventskalender von FrauPN

13. Wenn ich dem Jahr 2014 einen Titel geben sollte, wie würde er lauten?

Mein Wort für 2014 war Anfang des Jahres ‚Reduzieren‘.

Rückblickend würde ‚Erschöpfung‘, aber auch ‚Nest‘ gut passen.

Statistik

  • Stromverbrauch :: 2836,80 kwh (zum Vergleich 2013: 2589,60 kwh) Der höchste Verbrauch seit wir mitschreiben. Und ohne den Baustrom. Mögliche Ursachen: Die noch nicht optimal funktionierende Heizung (täglicher Einsatz der Heizungspumpe, die momentan auf Dauerbetrieb anstelle von Automatik steht) und die ältere Waschmaschine, die jetzt die Arbeit für die eigentlich jüngere, aber kaputt gegangene Waschmaschine übernommen hat.
  • Heizkosten (Holz) :: Wir haben 4 Ster Holz für 370 Euro gekauft, vermuten aber, daß wir nicht die ganzen 4 Ster für diesen Winter brauchen werden.
  • gelaufen :: 137,4 km
  • geschwommen :: ca 10 km
  • Gestrickt :: 826 g Wolle verstrickt
  • Gelesen
  • Podcasts :: 5
  • Blogposts :: 301
  • Ebook :: 1 Frühlingsbuch, woraus eigentlich eine ganze Reihe werden sollte.

Jahresrückblick 2013
Jahresrückblick 2012

 

One thought on “Jahresrückblick 2014

  1. Danke für diese zum Nachdenken anregende Lektüre kurz vor Mitternacht im alten Jahr. Ich bin schon gespannt auf dein Wort für 2015 und wünsche dir noch mehr Ankommen, Gemeinschaft und ein schönes und gesundes Jahr für die ganze Familie! LG, Micha

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