konsumauszeit

Nun ist die erste Woche schon rum. Zeit, die Gedanken kurz zu notieren, die mir während diesen ersten Tagen #Konsumauszeit gekommen sind. Es ist ja nicht so, daß ich jetzt hier sitze und keine Medien nutze, nichts einkaufe und mich von der Welt abschotte. Sondern eher so, daß ich mein Verhalten etwas genauer reflektiere und hinterfrage. Die Woche Kalligrafieseminar in Freising zum Thema „Weniger ist mehr“ war da der perfekte Einstieg. Ich werde noch genauer darüber berichten. Es sei auf jeden Fall schon so viel verraten: Es ging bei dem Thema nicht nur um Kalligrafie, sondern um grundlegende Lebensthemen, Politik und gesellschaftskritisches Hinterfragen. Das ist genau das, was ich an Torsten Kolles Kursen so mag. Es geht immer ein bisschen mehr in die Tiefe.

Den Einstieg zur Konsumauszeit, was das alles so und woher die Gedanken kommen, kannst du hier nachlesen. Apfelmädchen und sadfsh haben bereits eine erste Wochenzusammenfassung mit vielen interessanten Blogbeiträgen gepostet. Mein Fokus sollte auf der Reflektierung meines Internetkonsums liegen. Das Thema zeigte sich jedoch sehr vielschichtiger, wie ich in meiner ersten Woche feststellte.

Zerstreuung im Internet

Ich hatte mir für die Zeit im Seminarhaus extra kein WLAN Zugang dazugebucht, war aber trotzdem sporadisch online über meinen mobilen Datentarif. Die Möglichkeit, mit meiner Familie in Kontakt zu sein war für diverse oragnisatorische Dinge notwendig und gut. Dennoch hatte ich genug Raum, mich damit auseinanderzusetzen, was ist, wenn man keine Zerstreuung durch das Internet und den Alltag hat. Was ist, wenn man wieder seinen eigenen Gedanken und hochkommenden Emotionen ausgesetzt ist. Tatsächlich ergab es sich, daß einige meiner Themen hochgespült wurden, denen ich dann eben ins Auge schauen musste. Sie aushalten. Vielleicht Weinen, wütend sein, Tagebuch schreiben. Kann ich es aushalten? Oder lenke ich mich ab und browse durch instagram? Ich habe es nicht ausgehalten. Ich habe nach einer Weile begonnen, mich zu zerstreuen. Das fand ich eine interessante Erkenntnis. Das Thema Zerstreuung. Ich möchte das näher beobachten.

Meine Konsumfallen

Meine Pet Peeves, meine liebsten Konsumfallen, was sind das eigentlich? Wo bin ich besonders anfällig für Verlockungen? Das sind bei mir ganz eindeutig Online-Kurse und Workshops, Künstlerbedarf (Stifte, Papier, Notizbücher) und Geschenke für andere Menschen. Gleich danach kommen Nahrungs- und Genussmittel aller Art (ich habe eine Schwäche für frisches Obst, schön verpackte Tees, Säfte usw) Der erste Kaufimpuls, dem ich also tapfer widerstanden habe, war ein Buch über Minimalismus. Ich habe für mich selbst beschlossen, erstmal keine neuen Inputs in Form von Kursen zu Kaufen, sondern zu schauen, daß ich das, was ich bisher als Input habe, auch zu verarbeiten. Ein bisschen wie Ideen auf Pinterest sammeln, aber nichts eigenes mehr hervorbringen.

„Konsumieren macht unkreativ“

Du siehst, das Thema Konsum brodelt auf vielen Ebenen in mir. Ich habe beschlossen, wieder die Dinge mehr zu nutzen, die ich eh schon habe, statt neues hinzuzukaufen. Use what you have statt Buy what you want. Kreativität entsteht oft aus einem Mangel heraus. Sich Gedanken machen um neue Lösungen. Dieser Gedanke kam mir, als ich bemerkte, daß die Einleger meines Midori-Notizbuches voll sind und ich eigentlich neue bestellen wollte (ich mag das Papier so gern). Nun habe ich beschlossen, mir aus schönen Papieren aus meinem Fundus, selbst Einlegehefte zu basteln. Funktioniert genausogut.

Einen schönen Artikel dazu habe ich in der aktuellen Schrot und Korn (11/2016) gelesen. Wenn du die irgendwo liegen siehst, nimm sie dir mit. Da geht es ab Seite 66 ums Shoppen. Darum, wie es Belohnungszentren im Gehirn aktiviert und benutzt wird, um soziale Bindungen zu aktivieren. In einem Interview sagt Wolfgang Schmidbauer  „Konsumieren macht unkreativ“. Wir erfahren nichts mehr über die Dinge, die uns umgeben. Wir suchen nicht mehr nach Lösungen, um Mißstände zu verbessern. Wir kaufen halt einfach neu. Auch ein interessanter Gedankenansatz, den ich gern weiterverfolgen und untersuchen möchte. Wie ist es mit mir?

Den Artikel und das Interview findest du online auf der Schrot & Korn Website.

Lose Gedankenfäden

Das sind jetzt erstmal alles lose Gedankenfäden, die mir in der letzten Woche kamen. Sie alle sind miteinander verwoben und lassen sich so auf die schnelle nicht analysieren und voneinander trennen. Und doch hat jeder einzelne Faden das Potenzial, dem nachzugehen. Ist es der richtige Weg, nicht zu konsumieren? Geht das überhaupt? Wo ziehe ich meine persönlichen Grenzen? Was genau verstehe ich eigentlich unter Konsum? EInfach nur shoppen? Oder geht Konsum weiter, tiefer? Wann ist weniger mehr und wann ist weniger zu wenig?

Meine Ausgaben

Der Vollständigkeit halber meine Ausgaben der vergangenen Woche:

  • diverse Unterwegsverpflegung für Bahnfahrten (Apfelschorle, Wasser, Kekse, Semmeln etc)
  • Porto bei der Post
  • Fahrscheine
  • einen Kartenpräsentationsständer und Schutzfolien für den Marktstand am Samstag (um andere zum Kaufen zu bringen!)
  • ein Buch für das Wolfsnikolausgeschenk
  • Passepartouts und Stifte (ich konnte nicht widerstehen. Genau einen davon habe ich wirklich gebraucht) beim Boesner
  • Isopropanol und Gelatine zur Herstellung von Gelatinedruckplatten für den Small Caps Printalong (ich hänge etwas hinterher)

Wie ist es dir in deiner ersten Woche ergangen? Was macht das Thema mit dir? Was beobachtest du? Wo hast du deinen Fokus gesetzt?

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