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Vom Unterrichten, Toxi und Ideen

Ich finde es oft nicht leicht, meinen Tag diszipliniert zu gestalten. Da lege ich mir Termine in den Vormittag, weil es so einfach ist, die Kinder nicht organisieren zu müssen. Das geht mir dann natürlich von meiner eh schon begrenzten Arbeitszeit weg. Jetzt habe ich also beschlossen, wieder etwas disziplinierter mit meiner Arbeitszeit umzugehen. Dazu gehört, meine Tätigkeiten anzuschauen und zu bewerten, was ich davon tun kann, wenn die Kinder im Haus sind und wofür ich ungestörte Zeit am Stück brauche, um in einen Schaffensporzess reinzukommen. Für die fokussierte Arbeitszeit am Vormittag helfen mir Brainwaves {unbezahlte Werbung}. Damit bringe ich mich in den Arbeitsmodus und kann konzentriert arbeiten. In dieser Zeit checke ich auch keine Emails oder Nachrichten.

Your gift is the ability to teach

So viele Ideen blubbern in meinem Kopf herum und wollen raus. Das macht mich manchmal richtig mürrisch, dass mir die Kapazitäten fehlen, ihnen allen freien Lauf zu geben. Ich möchte zum Beispiel gern meinen Podcast wiederbeleben. Ich habe schon Notizen für 2 Episoden hierliegen. Ausserdem ein Ebook und zwei weitere Kurse. Wah!

Umso mehr freue ich mich jedesmal, wenn es doch eine Idee nach draussen schafft. Gerade arbeite ich an den letzten Zügen eine Sommerskizzenbuch-Online-Kurses {Link zum Kurs. Eigenwerbung}. Die Idee brüte ich schon ein ganzes Jahr in mir herum. Jetzt durfte das ganze Gestalt annehmen. Je mehr ich daran arbeite, desto begeistert werde ich selbst. Da merke ich wieder, wie sehr es mir Freude macht, anderen Menschen was weiterzugeben, zu zeigen und neue Räume und Blickwinkel zu eröffnen. Wir sehr mein Kinderberufswunsch, Lehrerin zu werden, in mir noch wohnt und wirkt. Es gibt ja bei den Yogis auch die Möglichkeit, seinen Geburtstag numerologisch auswerten zu lassen. Und selbst da steht geschrieben “Your gift is the ability to teach. You will find it easy and pleasurable to teach others through your actions and words.” Eine nette Spielerei, oder?

Vom Toxi und Detoxen

Gerade mache ich bei der Petra Lehner 5 Tage Mind-Detox {Link zum kostenlosen Kurs. Unbezahlte Werbung} mit. Petra ist ja eine, die sich ganz viel mit unserem Gehirn beschäftigt. Was es kann, wo es uns nützlich ist und wo es uns durch alte Glaubenssätze hindert. Das ist voll spannend, was da alles am wirken und werkeln ist. Hermann Scherer nennt diese inneren Stimmen den Toxi auf der Schulter. Toxi ist diese kleine Kerl, der dich zögern lässt, dich klein werden lässt und dich beschützen will. Da gibts ja auch noch den negative mind, wie ihn die Yogis nennen. Den Anteil, der uns beschützen will. Erstmal dankend ablehnt, wenn uns ein Glas Wasser angeboten wird, noch bevor wir checken konnten ob wir durstig sind. Oder so ähnlich.

Jedenfalls finde ich es immer wieder spannend, mir selbst auf die Schliche zu kommen. In letzter Zeit zB stört mich, dass meine Blogstatistik immer weiter abfällt. Hatte ich mal 2000 Zugriffe am Tag, sind es jetzt höchstens 800. Wegen so blöden Zahlen springen die interessantesten Muster in mir an. Nun könnte man einfach sagen: ist doch egal. Sind ja nur Zahlen. Was sagt das schon aus? Nicht die Zahlen sagen viel aus, aber was es mit mir macht und worauf ich anspringe. Ich werde das weiter untersuchen im Laufe der Woche. Es entspinnen sich interessante innere Dialoge, die ich schön zudeckel und nicht wahrhaben will. Gut, da mal hinzuschauen.

Was schön ist

  • Die Freude, mit der ich gerade beim Arbeiten unterwegs bin. So viel Ja! im Herzen und Strahlen. Das fühlt sich gut an.
  • In dieser Woche kamen schon 3 Antworten auf meine Blogposts und Newsletter per echter Post. So richtig analog im Briefkasten. Wie cool ist das denn!? Danke, ihr liebsten Schreiberlinge. Von Herzen!
  • Die regelmässigen Telefonate mit meiner Business-Soulmate aus München. Wir telefonieren alle 4 Wochen und tauschen uns über unsere Themen, die gerade anliegen aus.
  • Nach langen Wochen war ich mal wieder beim Friseur. Ah, ein schönes Gefühl, wieder einen Haarschnitt und aufgeräumte Augenbrauen zu haben.
  • Heute abend gehe ich mit meinen Freundinnen ins Kino. Wir schauen uns den Film über Papst Franziskus an. Ich freue mich schon drauf.

Gestern habe ich auf Facebook ein kleines Live-Video zum Blindzeichnen gezeigt. Das hab ich auf der Republica 2013 in einem Sketchnotes Kurs kennengelernt. Ich benutze es gern als Einstiegsübung bei meinen Kursen, die ich gebe. Das ist lustig, erfordert keine Zeichenkünste und lockert die Gruppe am Anfang schnell auf. Ausserdem lernen sich die TeilnehmerInnen auf diese Weise schonmal ein bisschen kennen.

Überhaupt machen mir live-Videos auf Facebook und Instagram zunehmend Spaß.

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Streitbar sein

Neulich sah ich auf Instagram einen kurzen Teaser von Hermann Scherer, wo er über Positionierung gesprochen hat. Die wichtigste Aussage war: “Was will dein Herz?” dicht gefolgt und natürlich daraus gewachsen: “Was ist die Botschaft?”. Ganz zum Schluss gab er noch den Gedankenanstoss: “Ist es streitbar?”.

Am Wochenende hatte ich ein Gespräch in eine ähnliche Kerbe. Darüber, eine Haltung zu haben und auch mal unbequem zu sein. Darüber, wie wir anderen die Chance nehmen zu wachsen, wenn wir immer nur alles weichgespült haben (es ging ums Unterrichten). Ich fand, das waren zwei sehr interessante Impulse. Ganz oft ist mir nämlich schon aufgefallen, dass ich mich weichgespült durch die Welt begebe. Keine Statements mache und mich nicht zu weit aus dem Fenster lehne. Im Gespräch konnte ich erkennen, warum das eigentlich so ist. Warum ereifere ich mich nicht (mehr) über Erziehungsmethoden und Ernährung, über Impfthemen und Lebensstile? Warum beziehe ich keine Postion und mache mich angreifbar und streitbar?

Harmoniebedürfnis und Angst?

Man könnte meinen, dass ich besonders harmoniebedürftig bin oder Angst vor Konfrontation habe. Da mag vielleicht etwas dran sein. Ich will gemocht werden. Der Hauptgrund ist aber, dass ich mich weiterentwickle und meine Meinung auch ändere. Wo ich früher ganz überzeugt von Attachment Parenting war und mich in der Unerzogen Szene herumtrieb, habe ich heute eine ganz andere Ansicht von dem, was es als Eltern braucht. Darüber, was ich heute sage, kann ich morgen schon ein ganz anderes Bild haben. Weil ich dazu gelernt habe, weil ich mich weiterentwickelt habe, weil ich überzeugt wurde, weil ich andere Erfahrungen gemacht habe, weil etwas doch nicht so war, wie ich dachte. Passiert mir ganz oft.

Es schwingt so viel mit, rauszugehen und ein Statement abzugeben. Was denken die anderen von mir? (wird zum Glück immer unwichtiger). In welchem Licht möchte ich mich gern sehen oder werde ich womöglich wahrgenommen? Was ist, wenn ich die Sache gar nicht umrissen habe und totalen Bullshit erzähle und mich blamiere? Oder tatsächlich meine Meinung schon morgen eine ganz andere ist?

Du siehst, gar nicht so einfach, das mit der Position. Ich werde das aber mal üben. Vielleicht tut mir das ganz gut, mal bisschen rauszukommen. Aus mir selber. Ich werde meine Statements mal bisschen genauer beobachten (auch dahingehend, ob es einen Unterschied zwischen online und offline gibt oder welchen Menschen gegenüber ich mich äußere).

Wer bin ich, was sagt mein Herz und was ist meine Botschaft.

{Das Titelfoto ist eine Gemeinschaftsarbeit aus dem Kalligrafiekurs bei Sigrid Artmann.}

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Ich, die Künstlerin!?

Neulich war ich etwas frustriert mit meinem Blog. Kaum ausgesprochen, kam das Feuer wieder zurück. Dennoch möchte ich die Fragen, mit denen ihr mir auf die Sprünge geholfen habt, nicht unbeantwortet lassen. Der Blogpost lag jetzt eine Weile im Entwurfsordner herum. Heute fühlt es sich stimmig an, ihn zu veröffentlichen.

“Eine Frage…hast du in deiner Werdung als Künstler mehr davon gehabt auf das zu schauen, was in deiner Erfahrungskiste liegt oder auf das was du erreichen willst? War es für dich immer klar mit der Kunst verheiratet zu sein oder musste es hart erkämpft werden? Wann merke ich, dass ich meine Gelübde an die Kunst ablege?” Jenni

Das ist eine gute Frage. Ich muss allerdings noch weiter vorn anfangen. Ich habe mich nämlich noch nie in meinem Leben als Künstlerin betrachtet, obwohl das viele in meinem Außen immer zu mir gesagt haben. Nein, Künstlerin, das war ich nicht. Ich war schon immer der Meinung, dass das was andere als Kunst sehen, nur Handwerk ist. Erst jetzt seit vielleicht 2 Jahren beginne ich mich mit dem Aspekt der Künstlerin in mir auseinanderzusetzen.

Lebenskünstlerin

Am ehesten habe ich mich immer als Lebenskünstlerin gesehen. Gar nicht so in dem Sinne, dass ich mich durchs Leben jongliere, sonderen eher aus dem, was mir gegeben ist, etwas zu machen. Ich glaube, dass ich das gut kann. Das Leben als Leinwand oder Bühne betrachten. Improvisationskunst. Man werfe mir etwas zu und schaue, was daraus wird. So ist doch das Leben. Dauernd kommen da irgendwelche Steine, Hürden und Aufgaben. Dann ist es an uns, damit umzugehen. Das ist für mich Kreativität.

Brotlose Kunst

Ein Grund, warum ich nie Künstlerin sein wollte war auch, dass ich immer das Gefühl hatte, dass KünstlerInnen nicht so viel wert sind wie andere Berufe. Sie verdienen nicht viel, bewegen sich immer am Existenzminimum und sind verzweifelt, weil sie entweder Kunst machen oder ihr Brot verdienen. Das sind so Glaubenssätze, die unterschwellig mitwirken und weshalb ich mich lieber im Bereich der angewandten Kunst positioniert habe (Grafikdesign). Ich merke in den letzten Jahren, dass dort gar nicht mein Platz ist. Da habe ich zwar das Handwerkszeug, aber mein Herz ist woanders. Die Wertigkeitsglaubenssätze schaue ich mir natürlich auch an. Das hat ja nicht nur mit Kunst zu tun.

Gestalterin

Was ich aber schon immer war: Gestalterin. Meines Lebens und meiner Umwelt. Es hat eine ganze Weile gebraucht, zu wertschätzen, was mein Platz in dieser Welt ist. Wie ich durch mein Tun die Welt gestalte. Im Kleinen und auch im Großen.

“Die Sachen, die ich in die Welt bringe, sind Gestaltung dieser Welt” (ein Zitat aus einem Podcast. Ich glaube, von Anna Haifisch?)

Wie ich jemanden (oder viele) inspiriere und einen Einfluss auf derer Leben habe. In einem Coaching hatte ich einmal das Bild, in einer großen Seifenblase zu sein. Quasi umgeben davon. Und jeder Mensch, der durch diese meine schillernde Energieblase durchgegangen ist, hatte selber eine solche Energie-Seifenblase an. Durch diese konnten wieder Menschen gehen und Seifenblasenschiller-Energie bekommen und weitergeben. Mit diesem Bild habe ich verstanden, dass alles, was wir tun einen Sinn hat und sich potenziert. Wir können jetzt entscheiden, welche Energie wir in die Welt tragen wollen.

(Passend zum Seifenblasenbild streue ich Werbung ein: Hier gibts meine Riesenseifenblasen-Anleitung für schillernd bunten Sommerspaß)

Kriegerin & Heilerin

In einem Buch wurde diese Suche nach unserem Kern mit der Reise zur Baba Yaga verglichen. Wie sie uns in die Irre führt, prüft, Fragen stellt. Ich mag das Bild. Ich selber irre immer noch und immer wieder durch den Wald der Hexe.

“Baba Yaga ist eine alte Frau mit einem wilden, hexenähnlichen Gesicht, die in ihrem Kessel rührt und alles weiß. Sie lebt mitten im Wald. Wer sie finden will, bekommt es mit der Angst zu tun, denn dazu muss man sich mit dem Dunklen auseinander setzen, gefährliche Fragen stellen und die erquickliche Welt der Logik verlassen” (aus “Nach der Erleuchtung Wäsche waschen und Kartoffeln schälen. Wie spirituelle Erfahrung das Leben verändert.”* von Jack Kornfield)

Ich habe mich lange Zeit als Kriegerin gesehen. Nicht im Sinne von Krieg führen und angreifen, sondern eher mit den Qualitäten von zielorientiert, flexibel, diszipliniert und hingebungsvoll zu sein. Ein Buch, was mir vor Jahren sehr gefallen hat ist “Der Pfad des friedvollen Kriegers”* von Dan Milman.

Aber das war noch nicht alles. Da fehlte noch eine Komponente, die das rund machte. Und die habe ich letztes Jahr gefunden und benannt. Die Heilerin. Ich hadere noch mit dem Begriff, weil er schon so besetzt ist. Ich mache nichts und niemanden heile. Aber ich kann andere Menschen begleiten, um sich selbst zu heilen. Ich kann Fragen stellen oder Räume öffnen. Damit kann Energie ins Fliessen kommen und sich umwandeln.

Ich bin eine Energiewandlerin.

Und plötzlich ist das alles rund.

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