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buecherstapel

Irgendwie befinde ich mich noch immer in der Sortier-Phase des Jahresbeginns. Es fliesst etwas langsamer in diesem Jahr, nicht zuletzt natürlich, weil hier ein Baby lebt. Das heisst, meine Zeit mit 3 Kindern (fast 11, 4,5 und 9 Monate) in ihren unterschiedlichen Bedürfnissen ist doch noch recht fremdbestimmt. Wie ich neulich bereits schrieb, habe ich das dringende Bedürfnis, hier einiges neu zu strukturieren und zu organisieren und den jetzigen Gegebenheiten anzupassen. Ich möchte es fast mit einem neuerlichen Anfall von Nestbau gleichsetzen. Ich arbeite viele lange liegengebliebene Sachen auf, wäge ab, was noch nützlich ist und was nicht länger Platz hat in meinem Leben, in unserem Haus. Das können materielle Dinge sein, aber auch alte Strukturen und Gewohnheiten. Dieser Prozess vollzieht sich auf sehr vielen Ebenen und gleichzeitig.

Letzte Woche habe ich mein Büro geordnet, sodass es jetzt wieder halbwegs übersichtlich ist. Zufrieden bin ich noch nicht damit, aber es ist nicht mehr so überwältigend und ich kann mir nun Stück für Stück, Thema für Thema eine Ecke nach der anderen vornehmen. Ich habe meine Stifte sortiert und begonnen, durchs Bücherregal zu stöbern. Auch meine Musik-Sammlung dünne ich aus. (die Liste wird noch erweitert)

Im Yearbook-Arbeitsbuch von Leonie Dawson stecke ich gerade bei der Seite mit den „Ritual Days“ fest. Ich mag die Idee sehr: Dinge, die wir gern tun, die uns gut tun, wo wir uns aber schwer tun, sie noch in den Tag reinzuquetschen oder sie gar aus den Augen verlieren. Diese Dinge sollen wir aufschreiben und uns einen Tag aussuchen, den wir dazu benennen, für unser kleines Ritual herzuhalten. zB eben immer Mittwochs zeitig ins Bett zu gehen, immer Freitags einen Computerfreien Tag einzulegen etc. Sozusagen einen Termin mit sich selbst vereinbahren.

Ich habe mir folgende Dinge ausgesucht, die ich jetzt also noch auf Tage verteilen möchte:

  • Briefe & Karten schreiben MONTAG
  • Familienausflug (das hatten wir in Freiburg immer Sonntags. Die Kinder wünschen sich wieder Schatzsuchen/Geocaches finden. Vielleicht kann man das verbinden.) SONNTAG
  • Zeitig ins Bett gehen (Kraft tanken, einen Tag mal nicht bis 23 Uhr wach bleiben.) DONNERSTAG
  • Computer aus (das habe ich meistens am Wochenende. Das klappt schon ganz gut) SAMSTAG
  • Bücher lesen (da bin ich meistens abends zu müde. Da fallen mir die Augen zu. Vielleicht kann ich das irgendwie mit dem zeitig ins Bett Tag kombinieren. Zeitig ins Bett, eine halbe Stunde lesen und gut.) DONNERSTAG
  • Yoga DIENSTAG
  • Rohkost DIENSTAG

Sollte doch machbar sein. Ich werde berichten, wie sich das System etabliert.

Weitere Vorschläge für Ritual-Tage: Sport, Wellness/Spa, Date mit dem Partner, Kreativ, Freunde treffen, Abendteuer, Märchen, Andersrum, Spiele, vegetarisch/vegan/roh, was-Neues-lern…

Welche Dinge würdest du in einen Themen-Tag verwandeln?

14 thoughts on “Struktur und Rituale

  1. Ich hatte im letzten Jahr:
    * spirituelle Freitage
    * organisations montage
    * Wohnungs Dienstage
    * kreativ-Donnerstage
    und einen ZEN-Samstag

    Das habe ich aber nicht lange beibehalten, weil meist an den Tagen anderes wichtiger war – und so habe ich dann einfach mit meinen To-Do-Listen weiter gemacht (passte für mich besser, weil flexibler)

  2. Ja, über Ritual-Tage habe ich auch schon nachgedacht… eigentlich mehr über Thementage… ich würde gern mit den Kinder einen Experimentier-/Werkeltag machen, Sonntags-Kuchen-Tag und wieder viel mehr Ausflüge… Einen Hausputztag klemm ich mir, mache lieber jeden Tag ein bisschen, dann ist es nicht so wild… Aussortieren und Umstrukturieren stehen bei mir auch immer noch auf der Liste… bin grad bei den Kinderzimmern angelangt… uff….

  3. Hi Ramona, I have been stopping by here for a little while and I am presuming you are able to read this in English? I can read German better than I can write it, so I hope that is the case!!
    I wanted to let you know that I am enjoying your posts and and am grateful to you for having mentioned Leonie Dawsons ebook not long ago. I had a look at her offering and loved it so much that I have printed it out and am slowly working my way through! This post has just the right incentive I needed to clear and tidy my desk and give more than a passing thought to my structure for the year!
    Wishing you all the very best in 2013….Evi in Australia!

  4. Evi, thank you for stopping by. I also love this workbook. I am using it myself this year for the first time intensly. I already could gain many good impulses out of it. Have a great year, too!

  5. Ja, auch ich versuche mich an solchen Themen-Tagen. Aber ich bin noch nicht so weit wie Du in der Strukturierung.
    Ich würde zunächst mal meine Arbeitstage aufteilen:
    Zuschneide Tag
    Nähe Tag
    Entwurfs-Tag/Kreativ Tag
    Bürokram Abend
    Inspirations Zeit am Rechner/Internet.

    Für uns als Familie:
    auch Geocaching (da sind wir noch Neulinge und haben direkt den ersten Schatz NICHT gefunden – und jetzt ist er sogar gelöscht;)
    Ausflüge/in den Wald gehen am Sonntag
    Kuchenbacken am Samstag
    mindestens 1x pro Monat Freunde einladen

    mal sehen wie es sich umsetzen lässt.
    Auch hier sind die Bedürfnisse der Kinder recht unterschiedlich, obwohl sie näher beieinander sind, 8, 6 und 3 Jahre alt.
    LG
    Kathrin

  6. Hallo,
    viel Erfolg!
    Ich bin mir sicher, dass das mit der Umsetzung klappt. Ich mach seit ein paar Monaten Mittwochs immer meine „Nähstunde“ abends.
    Und tatsächlich jeden Mittwoch nähe ich. Da mein Mann das weiß, wird gar nichts anderes geplant. Da ich es weiß, komme ich gar nicht
    in Versuchung mich auf die Coach zu setzen ;) – schließlich ist ja Näh-Mittwoch. Ich komme vielleicht nicht so weit, als wenn ich länger/öfter/etc.
    nähen würde, aber ich MACH zumindest etwas und fertig wird es früher oder später auch. Bevor der Näh-Mittwoch einberufen war, habe ich
    Monate lang nicht genäht.
    Die festen Zeiten hatte ich zuerst zum „Putzen“. Mittwoch Bas, Donnerstag staubsaugen etc. Jetzt plane ich das auch schöne Dinge und freue
    mich auf Mittwochs.

    Viel Spaß mit Deinen „Verabredungen“
    Verena

  7. Liebe Ramona! Diese Idee mit den Themen-Tagen gefällt mir sehr. Bei mir läuft das Neue Jahr momentan auch etwas zäh, und noch hab ich keinen strukturierten Plan für die nächste Zeit. Ich glaube, ich werde meine To-Do-Liste einmal nach Themen ordnen, dann geht sicher manches leichter von der Hand.
    Alles Liebe und Danke für diesen Anstupser. Martina :-)

  8. Die Idee mit den Themen-Tagen gefällt mir sehr gut. Eigentlich habe ich so eine kleine Struktur schon seit längerem, weil ich zwei halbe Arbeitstage hintereinander habe, da bietet es sich an, am Abend davor früher schlafen zu gehen, doch das habe ich immer wieder missachtet, um danach festzustellen, dass es mir nicht gut getan hat. Dein Post motiviert mich, diese Tage wieder intensiver zu beachten. Also bei mit gibt es: Lauf-Tage (Do und So), Verwöhnbad-Tag (Di), Papier-Organisier-Tag (Mo). Gerne möchte ich ab jetzt am Samstag deine Idee mit dem computerfreien Tag aufnehmen. Mal sehen, wie sich das umsetzen läßt. Grad versuche ich mich überhaupt wieder mehr in der realen als in der virtuellen Welt aufzuhalten.
    Alles Liebe, Katharina

  9. Ach, liebste Ramona. :-)
    Struktur und Rituale. So sehr ich mir das in meinem Leben wünschte, die Kombination mit meinem ADHS lässt es mich niemals durchhalten. Klappt es den einen Tag, sieht der nächste schon wieder gaaanz anders aus. Aber ich mag es, Vorschläge zu lesen und einfach mal auszuprobieren. So habe ich mir nun das Life Book gekauft (sind nur 7,68€) und hoffe, es ein wenig hilfreich zu finden, mein Leben irgendwie in eine strukturähnliches Ding zu bringen. Mein Mann wird es morgen (hoffentlich) gleich auf der Arbeit für mich in Farbe ausdrucken und ich kann am Wochenende loslegen. Auch will ich mal wieder das mit den Tagen austesten. Den Tag dies, den Tag jenes. Sollte doch irgendwie möglich sein… Ich danke dir jedenfalls herzlichst für deine Inputs und hoffe auf persönliche Outputs! ;-)
    Ich freue mich auf einen neues Podcast, vielleicht auch wieder mit einer kurzen Yogasequenz!?
    Ich drück dich ganz virtuell und im Geiste,
    Deine Meise mit Herz

  10. Vielen dank für deinen blogpost.
    Ich lese diese Beiträge immer sehr sehr gerne von dir, finde sie inspirierend, interessant und bin dir dankbar :). Freue mich!
    Die Idee klingt schön…
    Mich würde es interessieren wie du damit umgehst, wenn du diese Dinge an den jeweiligen Tagen nicht umsetzen kannst. Zum Beispiel, weil Arzttermine anstehen oder du anderweitig beschäftigt bist.
    Hmm, natürlich sollte man flexibel sein und das Ritual dann hält nächste Woche wieder machen oder man holt es an einem anderen Tag der Woche nach.
    Bei mir ist es durch Termine. die dazwischen kamen, dann oft dazu gekommen, dass ich das Ritual nicht ausüben konnte wann ich es geplant hatte. Andererseits hab ich es versucht dann an einem anderen Tag zu verbuchen und so nachzuholen, Aber oft kam dann auch wieder was dazwischen.
    Vielleicht sollte ich mal überlegen „was“ dazwischen kommt und vll. Ist die Uhrzeit nicht die richtige. Ach, hat das Schreiben hier schon mal was geholfen :). Schön.
    Es würde mich dennoch interessieren wie du damit umgehst?!?
    Danke

  11. MulleMauu,

    Die Aktivitäten fallen dann halt einfach weg. ZB heut hab ich soviel Arbeit, daß ich trotzdem Samstag online bin, weil ich es anders nicht schaffe. Ich mache mir dann keinen Stress und versuche das an einem anderen Tag nachzuholen. Soll mir ja gut tun und nicht noch Druck erzeugen.

  12. vielen dank für den inspirierenden beitrag!
    und außerdem auch für die tolle cd – ich habe mich sehr gefreut und sie läuft gerade ständig.
    die themen-tage finde ich sehr schön. ich würde cello-spielen zu einem bzw. eher zweien machen, weil das üben sonst nicht reicht. einen backtag finde ich auch toll und es würde mich an früher erinnern.

    liebe grüße
    linnea

  13. Pingback: Rituale :: Ein Zwischenstand

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