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Vergangenes Wochenende zeigte sich sehr stürmisch. Sturm Xavier brachte Bäume zum Umstürzen und den Bahnverkehr zum Erliegen. Ein kleiner Sturm in mir drin pustete mich einmal kräftig durch. Trotz allem hatte ich ein sehr schönes und sehr abenteuerliches, erfülltes und dankbares Wochenende.

Reiseabenteuer – Ich habe mich zu keiner Zeit verlassen gefühlt.

Am Donnerstag reiste ich mit der Bahn nach Hamburg um von dort weiter zu Jana nach Mecklenburg Vorpommern zu fahren. Ich freute mich auf Vollmondsingen, einen Tag mit ihr für Coaching, Gespräche und vielleicht die Ostsee. Am Samstag sollte dann mein Kallimagie-Kurs starten. Ich kam jedoch nur bis Großburgwedel. Dort hatte der Sturm einen Baum in die Oberleitung stürzen lassen. Mein ICE konnte nicht weiter fahren. Am Abend versorgte die Feuerwehr die verbliebenen Menschen im Zug mit Licht, das Rote Kreuz kochte Suppe und Tee für uns. Die Feuerwehr richtete ein Toilettenshuttle zur nächsten Toilette (Feuerwehrwache) ein, da die Toiletten im Zug nicht mehr funktionierten, weil der Strom abgestellt werden musste. Alle, die noch keine Möglichkeit gefunden hatte, weiterzureisen (per Taxi, Bus, Auto, Fahrgemeinschaften) wurden am Abend vom Ordnungsamt der Stadt Burgwedel in zwei Hotels verteilt. Also verbrachte ich eine entspannte Nacht im warmen Bett, während Reisende in anderen Teilen Deutschlands in Hotelzügen untergebracht wurden. Was für ein Glück ich hatte! Am nächsten Morgen hatte ich weiterhin keine Idee, wie meine Weiterreise aussehen könnte, bis mich diese wunderbare Frau, die auch zu meinem Kurs unterwegs war, gerettet hat. Was eine Reise!

So viel passt an einem Tag ins Herz!

Am kommenden Morgen fand sich ein bunter Frauenhaufen zum gemeinsamen Schreiben und Werkeln im Häuschen ein. Wir merkten kaum, wie die Zeit verging und erlebten eine unglaubliche Fülle: Gefühle, Essen, Gespräche, Lachen, Farben, Themen. Am Abend fuhren wir noch spontan und übermütig an die Ostsee, um nackt ins kalte Wasser zu hüpfen. Hatten wir ein Spaß. Mit Taschenlampen schauten wir uns vom Sturm angespülte Seesterne an und fuhren, nur mit Bademantel bekleidet, zurück ins warme Häuschen. Wir liessen den Abend bei einem Glas Wein, Gesprächen udn einem schönen Kurzfilm ausklingen. So viel passt an einem Tag ins Herz!

Das Schönste: Ich konnte so sein, wie ich bin.

Weil uns ein ganzer gemeinsamer Tag fehlte, nutzen wir am nächsten Morgen die Zeit vorm Kurs für unser verabredetes Coaching. Es war nach dem Frühstück noch ausreichend Zeit bis zum Kursbeginn. Nicht ahnen konnte ich, daß mich das Coaching einmal innen durchrüttelte. Wie der Sturm die Seesterne an den Strand gespült hat, kamen bei mir Themen hoch, die mich einmal kräftigt durchrüttelten. Ich versuchte, mich bei einem Spaziergang wieder zu sortieren, was jedoch nur mäßig gelang. Also sass ich bei Eintreffen der Kursteilnehmerinnen noch mit Tränen in den Augen und sichtlich derangiert in der Küche. Als jedoch die wunderbaren Frauen das Häuschen betraten, ging mein Herz auf und ich war wieder sortiert und ausgeglichen. Verrückt. So verbrachten wir unseren zweiten Tag zwischen vertrauten Gesprächen, ein bisschen Gekicher, konzentriertem Arbeiten und leckerstem Essen in der Pause. Es war wirklich ein Fest für die Sinne.

Gefüllt nach Hause – Eindrücke, Gefühle und Dankbarkeit

Nach dem Kurs hatte ich noch etwas Zeit bis mein Nachtzug nach Hause fuhr. Nachdem ich gepackt hatte, stromerten wir eine Runde durch den Wald (der, anders als hier, noch gar nicht sein herbstlich gelbes Gewand anhatte), umarmten Bäume, bewunderten das Licht und fanden einen Stenz für mich. So reiste ich vollgepackt zurück nach Hause. Voller Eindrücke, Gefühle und Dankbarkeit.

Ich bin sehr dankbar für die Erfahrungen, die ich machen durfte, das kleine Abenteuer, was ich erleben durfte und die tollen Menschen, denen ich begegnet bin. Die Tage klingen nun noch in mir nach während ich mich langsam in den Alltag zurück sortiere.

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14 thoughts on “Sturm, draussen und drinnen

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