Da steht er nun, der Baum. Dieses Jahr betrachte ich ihn skeptischer als sonst. Da ist nicht diese überschäumende Liebe an das Glitzerding. Eher Nachdenklichkeit. Jedes Jahr haben wir unseren Weihnachtsbaum auf eine andere Art und Weise bekommen. Die richtige, sich rundum gut anfühlende Variante haben wir noch nicht gefunden. Am allerliebsten waren mir die Jahre, wo wir einen Second Hand Baum hatten. In Freiburg den von der Waldorfschule nicht mehr benötigten. Im ersten Jahr hier einen vom abgebauten Weihnachtsmarkt. Das klappt eber eben nicht verlässlich und nicht immer. Letztes Jahr hatten wir keinen, weil Baustelle. Dieses Jahr hat der Mann unseren Baum gemeinsam mit dem Wolf beim Christbaumverkauf am Bergtierpark selbst ausgewählt und abgesägt. Ich finde die Weihnachtsbäume jedes mal wunderschön und mag die Stimmung im Raum mit Lichterglanz und dem Schmuck. Wir bewahren unseren Schmuck von Jahr zu Jahr auf. Rote Kugeln vom ersten gemeinsamen Weihnachten mit dem Mann. Und Anhänger, wo jedes Jahr neue hinzu kommen. Aus Holz, Ton, Garn, Papier und Porzellan. Gekauft, Geschenkt, Selbstgemacht. Ein wunderbares Sammelsurium voller Erinnerungen. Der Vogel an unserer Baumspitze ist eine Deko aus dem Starbucks in Freiburg. Die habe ich nach Weihnachten dem Barista aus meinem Stammlokal, wo ich immer zum Arbeiten hinging, als wir noch wohnungslos waren, abgeschwatzt, weil ich sie so schön fand.

Vorallem mir und der Tochter tun die Bäume leid, die extra für Weihnachten sterben müssen, um paar Wochen in der Bude rumzustehen und zu leuchten. Aber so ganz ohne Baum.. Ich habe mich schon mit einigen ähnliche denkenden Bekannten und Freunden unterhalten und finde die Lösungen sehr inspirierend und interessant. Da gibt es jene, welche draussen einen Baum schmücken. Andere, die mit etwas Schmuck in den Wald laufen, schmücken, bescheren & feiern/picknicken, danach wieder abschmücken und nach Hause gehen. Welche haben einen künstlichen Baum, oder gar keinen. Andere bauen einen alternativen Baum wie Petersson und Findus ihn hatten, als Pettersson sich das Bein brach. Auch von Modellen aus Draht oder Holz habe ich schon gehört. Neulich entdeckte ich auch eine bedruckt Stoffleinwand, die aufgespannt und geschmückt wurde. Schön finde ich auch die Ideen, die ich bei Roombeez, einem von mir grad neu entdecktem Wohn- und DIY Blog. gefunden hab. Da gefällt mir dieses Baumregal aus Holz so gut. Ob es einen Baum ersetzen kann, weiss ich nicht. Aber die Idee finde ich so klasse, vielleicht bau ich die nach. Holz haben wir ja noch genug übrig von der Baustelle.

Wie geht es dir mit dem Baum? Ohne Baum geht gar nichts? Alternativer Baum? Künstlicher Baum? Kein Baum?

17 thoughts on “Weihnachtsbaumgedanken

  1. Liebe Ramona!
    Schön zu sehen, dass man mit diesen Gedanken nicht alleine ist. Dieses Jahr wollten wir es mit einem lebendigen Christbaum probieren der gebracht und auch wieder abgeholt wird, aber wir haben uns umentschieden, weil unsere Wohnung so warm ist (unregulierbar, wir haben meist nur im Badezimmer die Heizung an, schlecht isolierte Heizungsrohre im Boden… :( ), dass der Baum sicher bei uns eingegangen wäre. So also einen sehr kleinen Baum, mit schlechtem Gewissen aber großer Freude wegen des unüberbietbaren „Weihnachtsduftes“ und mit echten Kerzen….wir feiern nach 44 Jahren das 1. Mal ganz alleine, alles irgendwie anders, aber auch gut.

    Einen guten Rutsch wünscht dir deine Barbara

  2. Liebe Ramona

    Da es mir genauso geht und mir die Weihnachtbäume leid tun, habe ich mich dieses Jahr gegen einen Baum entschieden. Nächstes Jahr werde ich mir aber einen Baum mieten ;-). Denn es fehlt halt trotzdem was!
    Der gemietete Weihnachtsbaum ist in einem Topf. Man gibt ihn dann nach den Festtagen wieder zurück und er wird wieder eingepflanzt. Finde ich eine super Idee :-)!

    Liebe Grüsse, Daniela

  3. Seit die Kinder aus dem Haus sind haben wir auch keinen Baum mehr. Solche Baumgedanken hatten wir auch jedes Jahr und trotzdem die strahlenden Kinderaugen waren auch schön. Wir haben den auch immer selber abgesägt und so lange wie möglich stehen gelassen. Nach dem abputzen kam er in den Kamin und hat uns das Wohnzimmer gewärmt. Was sonst machen wir als Kamin oder mit dem Ofen Heizer wenn wir Feuer machen. Die Kaminasche kommt bei uns auf den Komposter und düngt im nächsten Jahr das Gartengemüse. So schließt sich in meinen Gedanken der Kreis wieder.
    Jetzt haben wir eine schöne Pyramide die diesen Zweck erfüllt. Es ist so schön wenn die Kerzen leuchten und die Figuren sich drehen. Das Flügelrad wirft Schatten an die Zimmerdecke , das hat mir als Kind schon immer gefallen. Von künstlichen Bäumen halte ich gar nichts.
    Plastik den Bäumen zu Liebe???? Nö dann verzichte ich lieber.

    Einen guten Rutsch ins neue Jahr wünscht

    Bärbel

  4. Hallo Ramona,

    ich (mittlerweile wir ;) ) habe auch schon seit Jahren keinen Weihnachtsbaum. Einen echten möchte ich nicht, weil der nadelt und wie Du schon feststellst: für die paar Wochen ist das echt Verschwendung. Einen künstlichen möchte ich aber auch nicht, weil künstlich… Alles doof, irgendwie.
    Jetzt habe ich vergangenes Jahr den Lucia-Baum gesehen – durch Zufall. Hier zu sehen: http://goo.gl/dsQCGh Dieses Jahr konnten wir uns noch nicht durchringen. Aber nächstes Jahr haben wir so einen. Bestimmt! Weil wir sowieso so gern Teelichter anhaben in der kalten, dunklen Jahreszeit :)

    Was ich auch nett finde: irgendwo habe ich gelesen, dass jemand so ein Holzbäumchen selbst gebaut hat. Verschieden lange Latten, mittig ein Loch rein, auf einen Stab „gefädelt“, angeordnet, dekoriert mit Kugeln und Lichterkette, fertig. Und über den Sommer kann der platzsparend flach zusammengelegt werden.

    viele Grüße vom Bodensee
    Sabine

  5. Die echte Alternative sehe ich persönlich nur im Außenbaum. Da macht es sich natürlich gut, wenn man einen Garten hat. Oder freundliche Nachbarn, mit denen man zusammen draußen feiern kann. :)

  6. Wir haben es schlichtweg verpennt einen Baum zu besorgen. Umzugsstress und so. Am 23.12. haben wir den Baum aus dem Kindergarten bekommen. Second-hand-Bäume finde ich ganz großartig und unserer ist so wunderschön, auch wenn er ein paar trockene Spitzen hat. So hat das Bäumchen, anstatt einsam im Kindergarten zu stehen, noch eine Chance als Christbaum zu Heilig Abend bekommen. Im Januar gibt’s für den Kindergarten als Dank was in die Kaffeekasse. Immer wieder!

  7. Wir haben jetzt im zweiten Jahr keinen Baum gehabt. Letztes Jahr hatten wir Zweige, dieses Jahr nichts. Mir fehlt der Baum nicht, ich hatte allerdings auch nie ein schlechtes Gewissen deswegen. Die werden extra dafür gezogen und da leben nunmal eine Menge Leute von. In unseren Bäumen haben immer jede Menge Viecherl gelebt, die waren also nicht totgespritzt und obendrein immer regional. Ich habe es aber auch gut, mit der Pfalz gleich um die Ecke.

  8. Hallo! Baum im Topf, dann ab in den Garten. Der ist sowieso viel zu baumlos. Muss aber von der Baumschule sein. Ein toller Blog übrigens, vielen Dank dafür!

  9. Liebe Ramona!

    Mir geht es immer um den Respekt und den Dank an den Baum.
    Wenn ich sehe wie da oft noch schnell nach dem Weihnachts-Schnäppchen Baum geschaut wird – (bei Möbelhäusern, etc.)….und dann
    reinstellen, schmücken, kurze Beachtung – aber auch nur kurz – aber dann schon wieder aus dem Blick. Die Geschenkeflut „überstrahlt“ dann alles……

    Ich und meine Familie sind gläubig und wir lieben die Rituale zu Weihnachten. Vor allem die Adventszeit. Das Einkehren, das Besinnen, Ruhe kommen lassen,
    sich bedanken, ……ich bin froh, dass diese Zeit immer wieder kommt. ENTSCHLEUNIGUNG.
    Aber man muss schon Sorge dafür tragen. Da steht man in der Selbstverantwortung.
    Nun zum Thema:
    Wir haben einen tollen Förster! Er lädt Familien zur Weihnachtswanderung ein.
    Wenn wir uns dort alljährlich treffen, erzählt er immer tolle, informative Geschichten über den Lebensraum Wald, aber es sind auch immer ein paar kritische Gedanken darunter.
    Die Kinder suchen dann immer den Baum aus. Wenn wir dann unseren Baum gefunden haben und beschließen – der solls sein – dann halten wir alle still inne und bedanken uns bei ihm.
    Das ist uns allen Familien und dem Förster sehr wichtig geworden.
    Die Kinder sägen dann den Baum und tragen ihn dann auch durch den Wald. Anschließend wird noch Ausschau gehalten nach Moos, Wurzeln etc..
    Dann wird er sehr schlicht und mit echten Kerzen beschmückt.
    Wir besingen ihn und bedanken uns noch ein paar mal bei ihm.
    Er verweilt bei uns auch recht lange (was für mich auch den Respekt ausdrückt!!!)
    Später stellen wir ihn auf die Terrasse – und wir können noch lange zusehen und die Vögel beobachten, wie sie noch wochenlang darin Futter finden, das wir aufgehängt haben.
    Später dient er als Brennzholz – und das im Positiven. So schließt sich für uns der natürliche Kreis. Und ich habe das Gefühl, dass wir jedes Mal einen starken Bezug zu unserem Baum haben.
    Der Baum ist bei uns mit der Krippe das Symbol für Weihnachten und sehr zentral. Bei uns findet sich sonst recht wenig „Weihnachtsdeko“ – Fröbelsterne an den Fenstern und einiges aus den Händen meiner Kinder.
    Ach ja, wir besitzen einen Grundofen – und selbst bei jedem Brennholz, dass ich im Korb reinhole, bedanke ich mich. Denn auch da steckt immer ein Baum – ein Lebewesen dahinter.
    So sehe ich das auch mit all unseren Lebensmitteln, die wir verzehren. Der bewusste DANK ist für uns sehr wichtig.
    Das mit dem Baum im Topf kaufen und dann pflanzen finde ich auch sehr schön……..und nachhaltig.

    Liebe Grüße

    Carmen

    Unsere Kinder entscheiden immer für einen Bau

  10. Liebe Ramona
    Das Baumthema wird bei uns seit ca. 3 Jahren auch diskutiert. Mein Mann und unser Sohn (15) finden, dass wir auf den Baum verzichten sollten. Meine Tochter (14) und ich hängen an der Baumtradition, finden es aber gleichzeitig auch schlimm wegen den vielen abgesägten Bäumen. Wir haben die künstliche Variante mal ausprobiert, es kam aber keine Stimmung auf. Letztes Jahr machte unsere Tochter ein Gesteck aus im Wald gesammelten Tannenzweigen. Es war zwar wunderschön, aber kein Ersatz für den Baum… Dieses Jahr haben wir bis zum 24. gewartet und dann einen gekauft (schon abgesägt), den eh niemand mehr genommen hätte. So war es für uns vetretbar und sehr stimmig:-)
    ich wünsche dir einen guten Rutsch in ein tolles, erlebnisreiches und gesundes neues Jahr!

  11. Seit ein paar Jahre kriegen wir es auch Second Hand von die Waldorfschule aber früher ( und besonders während meine Kindheit) haben wir eine nette Variante gehabt. Vor den ersten Schnee Ende November haben meine Eltern – und später ich- einen Ort gesucht in den nahen Berge wo Förster Baüme ohnehin fallen und dort haben wir wunderschönen äste gefunden. Der Schatz von unsere Suche war aber die schönste Spitze von die alten Tannenbaum, die wurde dann unsere Christbaum. Die war nie so regelmäßig wie jungen baümen aber hatte viel mehr Charakter. Manchmal hatte es sogar Tannenzapfen. Für mich ist es wichtig dass es riecht nach Tannen. Ich würde dann lieber einen einfache Ast schmücken als einen „falschen“ Baum.
    Es war aber immer ein bischen ein abenteur es zu holen weil es war nie den selben Platz und manchmal kam der Schnee vor uns;-) trotzdem oder genau deswegen war es meine schönsten weinachtsbaüme.

  12. Mir tun die Bäume zu Weihnachten nicht leid, die werden, wie bereits eine Kommentatorin weiter oben bemerkte, extra dafür gezüchtet. Die Bäume, die wir kaufen, bieten kleinen Bauern der Region eine zusätzliche Einnahmequelle. Nennt mich unsentimental, aber mir tut auch das Brennholz für den Kachelofen nicht leid. Nach dem Fest schneide ich die Zweige vom Weihnachtsbaum ab und nutze sie als Winterschutz für unsre mehrjährigen Kräuter und die Rosen. Der Stamm wird verheizt, auch schon mal im Osterfeuer. Da ist nichts vergeudet. Ein lebender Weihnachtsbaum ist keine Alternative für uns, falls der überhaupt das Kappen der Wurzeln und die Wärme drinnen überleben würde- ich mag keine Nadelbäume im Garten.

  13. Oh bin ich froh! Mir geht es nicht alleine so… Ich dachte schon. Hach ist das schön, das so bei dir zu lesen! So richtig gefunden haben wir unseren Weg noch nicht. Aber wir spielen seit letztem Jahr mit einem aus Brettern selbstgemachten Weihnachtsbaum. Ich hab da auch schon eine Idee. Aber zu deren Umsetzung komme ich wohl auch erst nächstes Jahr.

  14. Wir hatten immer einen Baum im Topf mit Wurzeln, der wurde dann wahlweise im Garten oder, nach Anruf beim Förster, im Wald eingepflanzt. Vielleicht ist das ja was für euch?

    Liebe Grüße,
    Steffi

  15. Jademond,

    Oh, tut mir leid, das kam falsch rüber. Ich meinte unseren Garten. :) Ich schrieb den Kommentar zu schnell- 3 kleine Kinder.. Entschuldige bitte, klingt wirklich sehr rüde…

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