thehappytraveler

Als ich neulich schrieb, daß es mir besser geht, ich wieder in meine Kraft komme, mein Feuer wieder spüre, frage mich eine liebe Blogleserin, ob ich denn nicht mal schreiben möchte, wie ich es geschafft habe. Was ich unternommen habe, daß es mir besser gehen kann. Ich versuche die Schritte mal zusammenzufassen, wobei es natürlich ein zusammenhängender Prozess vieler Einzelkomponenten und Details ist. Was für mich funktioniert, muss nicht zwangsläufig auch für dich funktionieren.

Im November 2014 brach große Erschöpfung über mich herein. Erst dachte ich, es sei ein kleiner Blues, näheres Hinschauen und kaum Verbesserung zeigten allerdings, daß es etwas Grundlegenderes und Tiefergehendes ist. Im Sommer dann kam mir die Erkenntnis, daß ich mich in den Beschreibungen von Burn-Out-Stufen wiedererkenne. Doch was habe ich dann getan?

  • Ich habe das Buch Burnout. Neue Kraft schöpfen, Dr. med. Frank Meyer, GU* gelesen und begonnen, die darin vorgeschlagenen Atemübungen zu machen. Atemübungen sind mir aus dem Yoga nicht unbekannt, weshalb ich es einfach fand, sie immer wieder in meinen Alltag einzubauen.
  • Vom Hausarzt habe ich meine Sympotme klären lassen. Meine Schilddrüsen-, B12 und Vitamin D Werte checken lassen (B12 war etwas niedrig, ich supplementiere jetzt wieder. Die anderen Werte sind gut.) Ausserdem wurde ein Ultraschall der Schilddrüse gemacht wegen des Kloß-im-Hals-Gefühls. Ist aber alles unauffällig gewesen.
  • Ich habe generell mehr Auszeiten genommen, Dinge abgegeben oder aufgegeben. Ansprüche fallen gelassen. Das fällt mir nicht leicht, ich arbeite noch daran.
  • Mit dem Thema Selfcare habe ich mit nochmal sehr intensiv auseinandergesetzt und feste Termine in meinem Kalender eingerichtet. Ich gehe Samstags zum Schwimmen, wieder öfter zum Yoga, gönne mir monatlich eine Massage und meditiere, wann immer ich es einrichten kann. Morgens habe ich mir wieder eine kleine Yogaroutine angewöhnt, nur kurz und wenn ich es schaffe. Aber immerhin.
  • Im Onlinekurs Lifebook von Willowing Arts, den ich auch für dieses Jahr gebucht habe, setze ich mich auf künstlerische Art viel mit positiven Affirmationen auseinander und dem, was mir Kraft gibt und mich stärkt. Ich bin begeistert, wie das wirkt und wie sehr ich in diesem Tun Ich sein kann.
  • Viel geholfen haben mir zahlreiche Gespräche mit dem Mann, Freundinnen, Familie und meinem Frauenkreis. Da fühle ich mich sehr gehalten und getragen.
  • Ich habe Nein zu Projekten gesagt, Aufträge konsequent abgelehnt, auch wenn sie auf den ersten Blick sehr reizvoll erscheinen und überlegt, wie ich meinen Fokus verändern kann. Wie möchte ich künftig arbeiten, was ist mir wichtig und was nimmt mir Kraft.
  • Mit dem Mann und allein habe ich kontinuierlich in den Workbooks von Leonie Dawson* gearbeitet. Das machen wir auch in diesem Jahr wieder gemeinsam und monatlich bei unserem Date am Ende jeden Monats.
  • Wir haben intern ein paar finanzielle Veränderungen getroffen, sodass ich Arbeiten, die ich für den Mann mache, nun auch rechtmässig bezahlt bekomme. Da hat sich eine Besprechung mit unserer Steuerberaterin sehr gelohnt.
  • Auch meine Social Media Aktivitäten habe ich sehr reduziert. Ich lese kaum Blogs (weniger Gefahr, mich mit anderen zu vergleichen und an mir selbst zu zweifeln). Jetzt während der Fastenzeit verzichte ich auf Twitter, was mir unerwartet gut tut. Ich habe mich generell etwas zurückgezogen und merke, daß stattdessen einige wenige Beziehungen davon profitieren und sich vertiefen. Das tut mir sehr gut.
  • Ich arbeite abends nicht mehr am Computer und gehe früh (spätestens 22 Uhr) ins Bett.
  • Im November habe ich mit einem Life- und Stimmcoaching begonnen. Das hat mir geholfen, wieder eine Orientierung zu bekommen. Wichtig für mich war dabei auch die Erkenntnis, daß meine Selbstzweifel nicht schon immer da waren. Ich konnte sehr schnell sehr genau ausmachen, worin die Ursache liegt und gezielt daran arbeiten, sie zu überwinden (was immer noch kein einfacher Weg ist). In diesem Jahr konnten wir gemeinsam konrete Ziele ausarbeiten und ich bekomme Unterstützung, wann immer Fragen auftauchen.
  • Nicht zuletzt etabliert sich eine zunehmende Regelmässigkeit in meinem Tagesablauf, jetzt wo der Sterngucker in den Kindergarten geht und ich die Vormittage als Arbeitszeit am Stück nutzen kann. Ich kann viel effektiver und fokussierter arbeiten. So bleibt mehr Raum für Familie, Freizeit und Spiel (kreative Experimente).

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15 thoughts on “Wie ich wieder in meine Kraft komme

  1. Spannend, wieviele Parallelen es gibt und wieviel du komplett anders machst. Und schön zu lesen, dass es dir besser geht :) (insgesamt bist du viel disziplinierter als ich, schätze ich mal ;) )

    Liebe Grüße
    irka

  2. Liebe Jademond,
    das Bild, deine sooo authentische Art zu schreiben & vor allem deine Gabe dich selbst zu reflektieren und damit sinnhafte Wege einzuleiten & zu bestreiten finde ich sehr inspirierend.
    Vielen Dank & sonnige Grüsse aus dem hohen Norden (zwischen Hamburg&Cuxhaven),eine sonst stille Leserin…

  3. Hach, das klingt gut! Danke für deine Offenheit! Ich denke, dass du anderen Frauen damit Mut machst und Möglichkeiten aufzeigst, die aus dem Tief heraushelfen. Ich ziehe meinen Hut vor dir und wünsche dir alles Liebe!
    Hab ein tolles Wochenende!
    Sonja

  4. LiebeJademond,
    schön,dass du deine Wege gefunden hast, zu dir selbst zurück zu finden und Schritt für Schritt erkennst ,was dir gut tut in deinem Leben.
    Ich kenne diese Gefühle auch und habe mich damals auch daran gemacht ,zu entdecken,was es denn ist,was mich so ausbrennt und wie ich wieder Kraft,Freude und Zuversicht bekomme.
    Da hat jeder andere Herangehensweisen.Ich habe auch Bücher gelesen.Und viele Verhaltensweisen bei mir erkannt,die zur Erschöpfung führen.
    Ich danke dir ,für deine Offenheit .Das hilft vielleicht vielen Menschen,sich nicht immer noch weiter zu erschöpfen oder gar dafür sich selbst zu kritisieren.Liebste Grüße,Silke Schmidt

  5. Pingback: Samstagskaffee aus Münster – wertvoll

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