Schon seit über 10 Jahren arbeite ich als Grafikdesignerin. Ich habe noch während des Studiums begonnen, kleine Aufträge zu bearbeiten. Während meines Praktikums habe ich als Webproducerin gearbeitet und Zeit gehabt, mich mit den Internetprogrammen Dreamweaver, Flash und Fireworks auseinanderzusetzen. Das hat mir wirklich Spaß gemacht. Im Studium selbst lag mein Fokus auf Fotografie und Typografie. Für mein Diplom (2008) habe ich die Idee für ein Label und Webshop entwickelt (die Idee, das Logo, Website und Shop).

Immer wieder die gleiche Sinnkrise
Während dieser ganzen Zeit war ich immer auch Mutter. Das war mein Hauptfokus. Die Tochter kam nach meinem Praktikum zur Welt, der Wolf kurz nach meiner Diplomverteidigung. Als der Wolf ungefähr 3 Jahre alt war, fiel ich in eine kleine Sinnkrise. Was möchte ich mit meinem Können und Wissen tun? Wohin soll es mit mir gehen? Ich machte ein Businesscoaching (Entscheidung daraus), mein Leben veränderte sich im Aussen wie im Innen, ich wurde wieder schwanger. Nun ist der Sterngucker 3 und ich sehe mich vor der gleichen Sinnkrise (es scheint ein Muster zu sein). Bin ich richtig da wo ich bin? (ja) Wieviel und was möchte ich arbeiten? Für wen möchte ich arbeiten? Wo soll mein Fokus liegen? Was möchte ich verdienen?

All die Fragen gehen mir gerade wieder vermehrt durch den Kopf. Ich reflektiere mein Sein und Wollen, lese, unterhalte mich mit dem Mann und spüre in mich rein. Wo liegen meine Stärken? Was macht mir besonders Spaß? Worin bin ich gut? Was möchte ich weitergeben/ welche Werte möchte ich schaffen?
Bei meiner Recherche habe ich einen kleinen Text gefunden, zu dessen Inhalt ich mir ein Bild gemacht habe. Da wird die Entwicklung mit einem Baum verglichen. Unsere Werte und Talente, die wir mitbringen sind die Wurzeln. Sie machen aus, was wir sind, sie sorgen für Bodenhaftung und die Basis. Wenn das auf fruchtbaren Boden (unser Umfeld) fällt, dann ist das die ideale Grundlage für optimales Wachstum, dann können wir uns entfalten und wachsen und Äste ausbilden. Die Äste sind die Summe unserer Werte, Fähigkeiten und Talente. Sie machen unsere Haltung aus. Bei den Ästen ist es gut, auf ein Gleichgewicht zu achten, damit der Baum nicht schief wächst. Die Baumkrone stellt das höhere Ziel da. Etwas, was wir tun würden auch ohne dafür bezahlt zu werden, etwas wofür wir brennen. Ich bin noch einen Schritt weiter gegangen und habe mir vorgestellt, wie es ist, wenn wir eine Baumkrone entwickelt haben und dort Blüten und Früchte wachsen („Früchte tragen“) Die Früchte werden zu Samen, die wir verteilen können. Wir sind wertvoll und bereichern das Leben anderer. Eine schöne Vorstellung.

werte

Das ganze klingt ein bisschen spirituell und abgefahren, aber ich mag dieses Bild sehr gern. Nun schaue ich, wie es mit meinen Wurzeln, meinem Umfeld, meinen Ästen und meiner Krone so aussieht. Gerade beim Tippen des Artikels und Verlinken alter beiträge von mir, stach mir ein Satz des Businesscoachings sehr ins Auge:

Ich kann es, ich hab es in mir.

Hast du dir darüber schonmal Gedanken gemacht? Was sind deine Talente? Deine Fähigkeiten? Und dein Wert? Was ist deine Baumkrone, wofür brennst du?

Lesetipp: Work is not a job, Was Arbeit ist, entscheidest du! (Link zur Rezension)

7 thoughts on “Wiederkehrende Sinnkrisen

  1. Vielen Dank für diesen inspirierenden Artikel. Ich selber kreise ebenfalls um diese Fragestellungen. Eigentlich schonnseit der Geburt der Tochter vor fast zwei Jahren, nun aber immer intensiver. Was es dabei umso schwieriger macht, ist, dass ich dabei von aussen impliziert immer stärker den Wunsch nach Veränderung verspüre. Ich bin freiberufliche Hebamme und empfinde die Bedingungen, unter denen ich meine geliebte Arbeit ausführen kann, immer unmöglicher. Und da stelle ich mir die gleichen fragen wie du: „Wieviel und was möchte ich arbeiten? Für wen möchte ich arbeiten? Wo soll mein Fokus liegen? Was möchte ich verdienen?‘ dazu erwarten wir in diesen Tagen nun unser zweites Kind, was die Frage nach dem Fokus für die kommenden Jahre nicht einfacher zu beantworten macht. Bzw. sagt die emotionale Seite, dass dieser ganz klar bei den Kindern liegen soll. Ein Teil von mir möchte aber auch die Zeit nutzen, um Alternativen zu festigen und den Horizont zu erweitern, um neue Wege zu finden. Meine bisherige Strategie war, auf eine Art „Wink des Schicksals“ zu warten, bisher hat sich alles immer zum guten gefügt… Aber die Unruhe wird größer…
    Ich drücke dir (ich hoffe, es ist OK, wenn ich „duze“) die Daumen, dass du einen für dich guten weg aus der Sinnkrise findest!
    Herzliche Grüße
    Julia aus dem Rheinland

  2. Liebe Ramona, dieses Thema beschäftigt mich auch sehr und wird jetzt, wo der Jüngste im Kindergarten ist, wieder ganz akut. Zunächst werde ich mir jedoch ein bisschen Zeit geben, um zu heilen (das hast du Anfang des Jahres mal so schön beschrieben). Ich bin gespannt, wie deine Reise weiter geht.
    LG, Micha

  3. Liebe Ramona
    Ich danke Dir für diesen Artikel!
    Es denkt im Moment ganz fest bei mir…
    Alles Gute für Dich!
    Christina (Puppenherz)

  4. liebe ramona, ich kenne diese art von gedanken nur zu gut. ich glaube sie gehören zum muttersein dazu und dem ständigen spagat, der damit einher geht. jetzt, da meine kinder so gut wie gross sind (das jüngste ist 10, die anderen beiden sind aus dem haus) eröffnet sich ganz von selbst der freiraum, der mir früher immer gefehlt hat. und ich bin im nachhinein froh, dass ich mir soviel zeit für die kinder genommen habe und noch nehmen kann. zumindest bei mir ist es das, was mir in der rückschau am wertvollsten erscheint… das baumbild gefällt mir sehr. ich stelle mir vor, dass es der lebensbaum ist und die verschiedenen aspekte meines tuns und seins (mutterschaft, arbeit, ehrenamt, kreativitität, muse, haushalt, selbermachen, bewegung usw.) zusammen eine schöne buschige runde baumkrone bilden. dafür versuche ich, zumindest über die woche verteilt ausgewogen zu bleiben, damit es keine ungesunden wassertriebe gibt :-) und hab mir einen spruch überlegt, der mir mut & energie schenkt und zugleich die freiheit gibt, „nein“ zu sagen:
    wenn es mein weg ist, dann habe ich die kraft dazu.
    alles gute, andrea

  5. Meine Erfahrung ist – als nun schon „ältere“ Mutter (kein kleines Kind mehr im Haus, sondern mit nur noch mit Teenagerproblemen konfrontiert) – dass die Sinnfrage sich löst, wenn die Kinder älter sind und man wieder mehr Zeit hat, also persönlich mehr zur „Besinnung“ kommt.
    Die Tage sind nicht mehr so fordernd, man hat einfach mehr Zeit, wenn die Kinder selbständiger und unabhängiger werden. Bei mir war das wirklich wie ein gordischer Knoten, der sich löste nachdem die Grundschulzeit vorbei war. Seitdem ist alles viel entspannter, ich kann intensiver arbeiten, was ganz entscheidend dazu geführt hat, dass ich einen klareren Kopf habe und ziemlich genau weiss, was und wie ich es will. Das war für mich sehr befreiend und ich geniesse diesen Zustand sehr. Ich finde Muttersein mit kleinen Kindern eine wirklich grosse Herausforderung, die viel Zeit und Energie absaugt. Da wir alle noch andere Bedürfnisse, privater und beruflicher Natur, haben, sind wir oft einfach ausgepowert. So war es bei mir. Da konnten die Sinnkrisen viel leichter die Tür öffnen und sagen „hier bin ich wieder und was willst DU denn eigentlich?“.
    Wie gesagt, die Sinnkrisen werden automatisch weniger, wenn man die Verantwortung immer mehr an die grossen Kinder abgeben und sich mehr um sich selbst kümmern kann. Loslassen können muss man allerdings auch…

    LG
    Sh

  6. Jetzt habe ich gerade gemerkt, dass ich vermutlich das Thema verfehlt habe. Vielleicht weil ich vorher von Deinem anstrengenden Sonntag gelesen hatte?

    “ Was sind deine Talente? Deine Fähigkeiten? Und dein Wert? Was ist deine Baumkrone, wofür brennst du?“

    Meine Talente: kreativ sein, malen, zeichen; kommunikativ sein, interessiert sein, gerne mit Menschen zusammen sein, Beziehungen knüpfen, mit Kindern sein… Sprachen. Ich kann auch gut kochen und tue es gerne, wenn ich nicht gerade im Atelier beschäftigt bin.
    Mein Wert? Ich weiss nicht, ob ich das richtig verstehe, aber ich finde mich wertvoll, einfach, weil ich bin. Weil ich daran glaube, dass es einen Sinn hat, dass wir sind. Und weil ich darum denke, dass jeder Mensch wertvoll ist, einfach, weil er da ist. Jeder bringt etwas mit in die Welt, wenn er diese betritt. Es gibt nämlich, so wie wir es ja immer so daher sagen, wirklich keinen anderen Menschen, der so ist wie ein anderer… Darum kann ich von jedem Wertvolles erfahren, das mich selbst wieder wachsen lässt. Also mein Wert ist immer mit dem Wert von anderen Menschen verbunden. Darum bin ich vielleicht auch sehr neugierig auf andere Menschen.
    Wofür brenne ich? Mich zu vervollkommnen in den verschiedenen Bereichen, die mir wichtig sind, dazuzulernen, sowohl die Eigenschaften als auch die Fähigkeiten zu erkennen und zu anzureichern… immer weiter zu wachsen, Grenzen zu sprengen, nicht auf „klein-klein“ zu setzen, sondern weit zu werden…immer mehr LIebe zu werden. Um dann viel abzugeben zu können an Weite, Liebe, Wärme… Ich möchte dann auch zu gegebener Zeit eine „weise Alte“ sein!

  7. Ein schönes Zitat von Paulo Coelho: Alles ist miteinander verbunden, und hat einen Sinn. Obwohl dieser Sinn meist verborgen bleibt, wissen wir, daß wir unserer wahren Mission auf Erden nah sind, wenn unser Tun von der Energie der Begeisterung durchdrungen ist.

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