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Bin ich noch die Gleiche wie früher? Fragerunde #17

Bereits um 5:50 Uhr weckt mich der Sterngucker. Zwar geht er nach einer Quasselrunde dann in sein Zimmer, um zu spielen, ich bin aber wach. Dabei hätte ich wirklich noch bisschen mehr Schlaf gebrauchen können. Zum Frühstück pflücke ich uns ein paar Walderdbeeren und Johannisbeeren im Garten, geniesse die Morgenfrische nach dem gestrigen Regen und decke den Tisch. Wir haben schon lange nicht mehr so richtig hübsch gemeinsam gefrühstückt. Nach dem Frühstück schreibe ich meine Aufgabenliste, um einen Überblick zu bekommen,w as alles so anliegt. Ich komme auf locker 2 A5 Seiten in meinem Mahabuch, fühle mich aber nicht mehr so gestresst wie noch vor zwei Tagen. Ich habe mir vorgenommen, am Wochenende viel davon aufzuarbeiten, um wieder gelassener in die nächste Woche zu gehen. Vielleicht schaffe ich es heut abend sogar ins Fitness-Studio. Seit Hiddensee hab ich nicht mehr wirklich Bewegung gehabt.
Bevor ich also ins Wochenende starte, lasse ich meine nächsten Antworten auf die 1000 Fragen an mich selbst da.
Die Fragenaktion ist zuerst auf dem Pinkepank-Blog aufgetaucht. Alle Infos dazu findest du in diesem Post und unter dem Schlagwort 1000 Fragen an dich selbst auf dem Pinkepank-Blog.

Fragerunde #17

321. Was gibt dem Leben Sinn? Unsere Beziehungen zu anderen Menschen, zur Umwelt, Liebe, persönliche Weiterentwicklung/Evolution, unsere Wirken und Gestalten
322. Was hättest du gern frühzeitiger gewusst? Mit dem Wissen von jetzt hätte ich vielleicht in der Vergangenheit andere Entscheidungen getroffen. Mir fällt aber nichts ein, was ich gern frühzeitiger gewusst hätte, denn alles im Leben hat einen Sinn und ist gut genau so, wie es war und ist.
323. Wie alt fühlst du dich? Das kommt immer auf den Zusammenhang an. Manchmal alt und langweilig, dann wieder weise und klug. Manchmal jung und leichtsinnig, manchmal teenagerverliebt und übermütig, manchmal in mir ruhend und ausgeglichen. Manchmal tut mir alles weh, dann fühle ich mich noch älter. Manchmal stehe ich voll in meiner Kraft. Ich mache das nicht an einer Zahl fest. Das fand ich schon immer irreführend. Manchmal bin ich überrascht, dass ich schon 40 bin. Wann ist das passiert?
324. Was siehst du, wenn du in den Spiegel schaust? Ich sehe viel Wärme, Liebe und Tiefe. Ich sehe braune, strahlende Augen und Lachfältchen um die Augen. Ich sehe ein bisschen Geheimnis, Strahlen und Freundlichkeit. Manchmal sehe ich auch Sorgen und Traurigkeit, Sehnsucht oder Distanz.
325. Kannst du gut zuhören? Nicht immer. Das kommt ein bisschen aufs Thema und den Erzähler an.
326. Welche Frage wurde dir schon zu häufig gestellt? Ich erinnere mich nicht an eine ZU häufige Frage.
327. Ist alles möglich? Ja. Es ist nicht immer leicht, aber möglich.
328. Hängst du an Traditionen? Nein, aber ich interessiere mich für sie. Ich mag Rituale.
329. Kennt jemand deine finstersten Gedanken? Ich habe nicht viele finstere Gedanken. Ich glaube, niemand kennt sie wirklich. Vielleicht streife ich mal den ein oder anderen gegenüber von Freundinnen, im Coaching oder mit dem Mann.
330. Wie sieht für dich der ideale Partner aus? Ein Mensch, der mit mir auf Augenhöhe ist und mich wertschätzend behandelt. Wir dürfen Konflikte haben und auch mal streiten, aber auch lieben und Zeit miteinander geniessen. Es ist schön, gemeinsam in eine Richtung zu schauen und füreinander da zu sein. Wir ergänzen uns und sind zusammen ein Team, aus dem eine ungeheure Kraft entsteht. Ich kann vertrauen und ich sein.
331. Wonach sehnst du dich? Momentan sehne ich mich sehr nach einer vollen Schale, aus der ich schöpfen kann. Geld, Kraft, Energie. Ich sehne mich auch immer wieder nach Stille, Berührung, Austausch und Tiefe. Je nachdem, was eben gerade fehlt.
332. Bist du mutig? Manchmal.
333. Gibt es für alles einen richtigen Ort und eine richtige Zeit? Jetzt und Hier. Immer, wenn etwas passiert ist das der richtige Ort und die richtige Zeit.
334. Wofür bist du dir zu schade? Hm. Zu schade würde ich das nicht nennen. Es gibt Dinge, die mag ich nicht so gern und vermeide sie deshalb. Aber nicht, weil ich mir zu schade dafür bin. Ich habe zB erstmals für eine lange Reise auch im Regionalexpress 1.Klasse gebucht. Nicht, weil ich mir zu schade bin, 2.Klasse zu reisen, sondern weil ich es gern komfortabel und ruhig haben wollte. Das ist eine spannende Frage. Bin ich mir zu schade oder bin ich mir etwas wert. Ich werde da noch eine Weile drauf rumdenken.
335. Könntest du ein Jahr ohne andere Menschen aushalten? Ich könnte vielleicht, aber es würde mir keine große Freude machen. Ich bin gern allein und kann gut mit mir selbst sein. Ich mag aber auch sehr die Gemeinschaft und andere Menschen. Sie inspirieren mich, bringen mich zum Nachdenken und Reflektieren, lachen und weinen. Andere Menschen sind ein guter Spiegel für mich selbst, zeigen mir immer wieder Baustellen auf und bringen große Freude in mein Leben.
336. Wann warst du zuletzt stolz auf dich? Als ich ein Buch gelesen habe und gedacht habe: das hätte ich auch schreiben können. Stolz, weil ich noch vor einem Jahr niemals dieses Selbstbewusstsein gehabt hätte, mir das zuzugestehen und zuzutrauen. Ich bin stolz über den Weg, den ich gegangen bin und meine eigene Entwicklung. Da ist in mir drin wirklich etwas passiert, was sich für mich sehr gut anfühlt.
337. Bist du noch die Gleiche wie früher? Nein, natürlich nicht. Ich entwickle mich stetig weiter. Es gibt sicher noch viele Facetten, die mir erhalten bleiben. Alles, was mir im Leben passiert und begegnet verändert mich, meinen Blick aufs Leben und mein Denken.
338. Warum hast du dich für die Arbeit entschieden, die du jetzt machst? Weil mich mein Herz da hin geführt hat. Weil ich es immer schon wollte. Ich wollte schon immer Lehrerin werden, therapeutisch und künstlerisch tätig sein. Ich bin zwar einen anderen Weg gegangen, als ich geplant hatte, aber gerade komme ich genau wieder dorthin zurück. Ich weiss noch nicht, wie alles zusammengeht, aber es fühlt sich gut an.
339. Welche schlechte Angewohnheit hast du? Hm. *grübel* Ich neige an Buffets dazu, zu viel zu essen, schaue zuviel ins Handy und trinke zu wenig. Sind das schlechte Angewohnheiten?
340. Verfolgst du deinen eigenen Weg? Ja. Aber nicht ohne nach links und rechts zu schauen und das Miteinander im Blick zu haben.

Wenn alles anders kommt als man denkt

Unser kleiner Bruchpilot war nach seinem kleinen Ausflug zum Arzt und einem Tag Pause am Mittwoch wieder im Kindergarten. Keine Stunde nach seinem Kindergartenbeginn erhielten wir einen Anruf, dass er sich wieder verletzt hatte. Mit der Zehe hängengeblieben, böse aufgeschnitten. Ich hab ihn also abgeholt, bin wieder mit ihm zum Arzt gegangen. Jetzt bleibt der Sterngucker erstmal bis Ende der Woche daheim. Heute waren wir nochmal Verband wechseln. Alles heilt bisher gut. Ich bin sehr dankbar.

Aber ich bin auch genervt und innerlich unruhig. Denn alle Energie, die der kleine Mensch nun nicht motorisch ausleben kann, verquasselt er. Er hüpft auf einem Bein durchs Haus und redet ohne Punkt und Komma. Wo er sich gestern noch auf der Couch sitzend geschont hat, kamen heut schon wieder erste halsbrecherische Hopsmanöver dazu. Eigentlich ist längst meine Schlafenszeit. Doch geniesse ich gerade die Stille im Haus und die Möglichkeit, ein paar zusammenhängende Sätze aufschreiben zu können. Denn in mir drin ist es laut. Da rattern Aufgabenlisten vor meinem inneren Auge runter. Allein der Gedanke an alles, was auf meinem Tisch liegt bereitet mir Stress und Herzklopfen. Aber: Es ist ein Ende in Sicht. Ich habe alles notiert, sortiert, auf dem Zettel. Allein das Loslassen und das der Situation hingeben fällt mir gerade schwer.

Gestern war ich beim Sensory Awareness. Das ist mein wöchentlicher Abendkurs, den ich mittlerweile sehr schätze. Ich lerne dort so viel über mich selbst. Über meinen Körper, die Beziehung zum Boden, meine Gedanken, Bilder und Ideen, die ich von mir habe und wie sie sich im Körper manifestieren. Sehr spannend und sehr wertvoll.

Am Wochenende haben wir mal nichts geplant. Das ist wirklich selten. Ich möchte unbedingt gern noch von meinem Urlaub auf Hiddensee erzählen, vom Museumsbesuch in Hamburg und von Stralsund. Ich habe einen großen Stapel Bücher zur Rezension hier liegen und einen Produkttest. Ich habe Ideen für ein Ebook und einen weiteren Kurs, eine Anfrage für einen Kurs in Österreich und natürlich die laufenden Onlinekurse „Jahr der Möglichkeiten“ und „Wortfunken“, die mir immer noch große Freude machen. Ich stehe also schon in den Startlöchern, um loszupowern. Muss nur noch die Handbremse lösen.

Was schön ist

  • Die Reaktion des Sternguckers auf unsere abendlichen Gebete & gesungenen Heilmantras und Kindergespräche übers Beten
  • Regen
  • Ich habe (endlich) den Rasen gemäht und kleine Kleeinseln für die Bienen stehen gelassen
  • Die kleinen jungen Spatzen machen erste Ausflüge mit ihrer Familie. Nach dem Rasenmähen und Regenguss waren ganz viele kleine Vögel auf unserer Wiese. Mit lauten Getschilpe.
  • Viele spannende Bücher auf meiner Leseliste.
  • Tolles Feedback zur ersten Woche Wortfunken (ja, ich erwähne das immer wieder, weil mir die Idee so große Freude macht!)
  • Vorfreude auf eine Freundin, die ich schon lange nicht mehr getroffen habe
  • Der Speiseplan, den ich am Wochenende geschrieben habe. Er entlastet mich gerade sehr, weil ich keine Energie aufwenden muss, zu überlegen, was wir essen. Dennoch besteht genug Flexibilität, ihn kurzfristig den Gegebenheiten anzupassen.
  • Heute Abend gab es einen Salat aus Tomaten, geröstetem Ciabatta und Spargel mit Pinienkernen, Avocado und Basilikum. Sehr lecker!
  • Die Kinder. Alle.
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Müder Dienstag – #wmdedgt

Der Alltag hat mich schneller wieder als geplant. So ist es doch immer. Der Mann und ich hatten gestern unser Monatsdate. Einmal im Monat geniessen wir ein gemeinsames Frühstück im Café, besprechen all unsere Termine, Familienlogistik, Ideen und Businesskram. Oder wir turteln ein bisschen herum und freuen uns aneinander. Gestern wurde unser Date von einem Anruf aus dem Kindergarten abgebrochen. Der Sterngucker hatte sich beim Schnitzen „das Bein aufgeschnitten“ (Kindermund). Also haben wir einen kleinen Abstecher zum Arzt gemacht und die Wunde nähen lassen. Kein schöner Ausflug, aber der kleine Mensch war sehr tapfer.

Heute sollte ich meine Weisheitszahn-OP haben. Aber gestern hatte ich die Praxis auf Band, dass der Termin verschoben werden muss. Das klärte ich direkt heut morgen noch mit dem Zahnarzt. So fügten sich die Dinge und der Sterngucker konnte einen Tag daheim bleiben und sein Bein schonen. Das tat er tatsächlich und verbrachte die meiste Zeit auf der Couch. Die Energie, die er nicht beim Rumlaufen verbrauchen konnte, ging direkt in seine Stimmbänder und Zunge. Er redete den ganzen Tag gefühlt ununterbrochen mit mir oder brauchte irgendwas, sodass es unmöglich war, konzentriert zu arbeiten.

So verbrachte ich den vormittag damit, ein Bahnticket für meine Mama zu buchen und meine Anreise zum Naudererhof Ende Juni zu planen. Ich habe meine eigene Bahncard verlängert bzw ein Upgrade von BC 25 auf BC 50 gemacht, weil meine Bahncard eh ausläuft und ich ein attraktives Angebot für die BC 50 im Posteingang hatte. Dazu hab ich erstmal mit der Hotline telefoniert, wie ich das am geschicktesten anstelle.  Nun bin ich gespannt, ob alles so klappt, wie es sein soll. Ausserdem hab ich mich um Überweisungen gekümmert und Emails beantwortet. Mehr war nicht drin.

Am Mittag kam die Putzfrau und wir sammelten den Wolf an der Schule ein. Zum Essen gab es Tagliatelle mit Tomatensosse und Artischocken. Ich war müde und erschöpft, als hätte ich 3 Tage durchgearbeitet. Ich weiss nicht, ob es die Umstellung vom Meeresklima war, die Erschöpfung der letzten Tage inklusive Reise und Veranstaltung oder die Hitze. Uff. What a day. Ich kümmerte mich noch um die Wäsche. 3 Maschinen, die bei dem Wetter ja vorzüglich trockneten.

Am Nachmittag kam auch die Tochter. Die fuhr ich dann zu einem Termin, schickte den Wolf zum Trompetenunterricht, kaufte bisschen Kleinkram ein (Eis, Petersilie und Melone), bereitete das Abendessen vor (Burger aus roten Bohnen), fuhr erneut los, um die Tochter wieder abzuholen und den Mann gleich mit am Bahnhof einzusammeln. Wo war der Tag hin?

Wir bereiteten unser Abendessen zu und aßen gemeinsam daussen auf der Terrasse. Dann bat uns der Sterngucker, ins Bett gebracht zu werden (18:30!). Der Mann ging also mit ihm ins Bad bettfertig machen, ich übernahm dann die Kuschelrunde. Der kleine Mensch wollt, dass ich für ihn bete und sein Einschlafmantra hören. Gerade singen wir ein Heilmantra (Ra Ma Da Sa) – unser kleines Abendritual.

Dann machte ich im Garten eine Gießrunde während der Mann mit dem Wolf am Spielplatz Fußball spielte. Es hat hier schon einige Tage nicht geregnet und ist sehr warm und trocken. Als der Mann vom Spielplatz zurückkam, schickten wir den Wolf ins Bett und machten noch eine gemeinsame Gartenrunde. Das mag ich gern. Gucken, wie alles wächst, das Abendlicht geniessen, mit dem Mann sein.

Jetzt freue ich mich auf mein Bett und hoffe, dass ich morgen früh meine liegengebliebenen Aufgaben fokussiert in Angriff nehmen kann.

Was schön ist

  • die erste sonnenwarme reife Himbeere aus dem Garten
  • Walderdbeeren satt zum Frühstück, frisch aus dem morgentaufeuchten Garten gesammelt
  • Nähe trotz Ferne
  • Urlaubserinnerungen
  • tollstes Netzwerk
  • Wertschätzung mit herzlichen Worten in die Teekasse (Danke!)
  • Immer wieder ein verkaufter Wortfunken Kurs. Juhu! Es funkt!

 

Verlinkt zu Frau Brüllen, weil es gut zum #wmdedgt passt.