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1959 meldete meine Oma ein Gewerbe an. Eine Wäscherolle. Die einzige Wäscherolle befand sich damals im unteren Dorf. Mit 4 Kindern wollte sie nicht den weiten Weg ins Dorf gehen, um die Wäscheberge dort von Falten zu befreien. So schafften sich meine Großeltern eine Wäscherolle von Seller’s Maschinenfabrik Liegnitz an. Details dazu konnte ich leider im Internet nicht finden, sodass ich nicht weiss, wie alt dieses Modell wirklich ist. Die Wäscherolle begleitete mich durch meine ganze Kindheit. Leute aus dem Dorf kamen, um ihre Wäsche gegen eine kleine Gebühr bei uns zu rollen.Im Briefkasten lag ein Rollebuch. Dort trugen die Leute ihre Termine ein, an denen sie zum Rollen kommen wollten. Das Geld wurde zusammen mit einem kleinen Zettel mit Name und Dauer der Rollezeit in eine kleine Tüte gepackt (früher waren es wiederverwendete Kaffeetüten, die mein Opa zurechtschnitt) und in den blauen Briefkasten neben dem Schalter (siehe Bild) geworfen.

Manchmal übernahm ich den Job, um mein Taschengeld ein bisschen aufzubessern. Auf langen Leinentüchern legt man die zu glättende Wäsche aus und wickelt sie um große Holzrollen. Diese schiebt man dann in die Mangel, wie die Wäscherolle auch genannt wird, und schaltet das ganze Gerät ein. Dann beginnt sich der große Kasten, der mit schweren Steinen gefüllt ist, über die Rollen hinwegzubewegen und walzt mit der Kraft des Gewichtes die Wäsche glatt.

Heute kommen nur noch wenige, meist ältere Menschen aus dem Dorf die Wäscherolle benutzen.

8 thoughts on “Wäscherolle

  1. Wow die gibt es noch, ich kann ich so gut an das erinnern und meine Muter hat in Wurzen immer gerollt, bis die Rollen alle geschlossen wurden. Aus dem Grund wurde mit dem Rolen glaub ich aufgehört.

    LG

  2. Sehr schöner Artikel der mich gleich wieder zurück in die Kindheit verfrachtet hat. Soweit ich mich erinnere war ich immer gern mit Mutter auf der Wächerolle. Solch grosse Maschinenen die noch so richtig krach machen waren schon toll.

  3. Hallo liebe Ramona,
    bist Du mal wieder in der Heimat.
    Vielleicht hast Du ja noch Zeit für einen Tee in Leipzig?
    Grüße Hanni

  4. In unserem Örtchen könnte ich immernoch „mangeln“ gehen – die Maschine ist noch in Betrieb. Mit der Mutter Wäsche rollen zu gehen war irgendwie etwas Besonderes, ich vermisse den Geruch.
    LG, Dine

  5. das ist ja grossartig! eine tolle erinnerung. wo steht die denn jetzt die wäscherolle, dass die leute noch immer rollen? doch nicht etwa bei dir zuhause?

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