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Ein Wochenende in Berlin

Da ich so nah an der Haupstadt dran war – von meinen Eltern aus nur 2h mit der Bahn –, wollte ich endlich mal wieder nach Berlin. Vor ein paar Monaten hatte ich spontan die Idee, tanzen zu gehen. Die Idee entspann sich rasant zu einem Plan und so kam es, dass ich das Wochenende in Berlin verbrachte.

Am Freitag nachmittag fuhr ich gemütlich mit der Bahn nach Berlin. Nach Anlunft hatte ich noch etwas Zeit, bis meine Freundin eintreffen würde. Mein erster geplanter Anlaufpunkt war Luiban, ein Papiergeschäft, wo ich schon in der Vergangenheit feiner Papeterie übers Internet bestellt hatte. Auf dem Weg dorthin stolperte ich noch über TypeHype, ein anderer Laden (der übrigens gerade Sommer-Sale hat), den ich übers Internet kenne. Ich schwelgte also eine ganze Weile in Typografie und Papieren und gab ein bisschen zu viel Geld aus. Nach einer kleinen Erfrischungspause im Hotel, fuhren wir noch einmal los, um gemütlich zu Abend zu essen (während draussen die Luft durch einen ordentlichen Regenguss abkühlte). Danach schlenderten wir über den Alexanderplatz.

 

Samstag

Den Samstag starteten wir mit einem üppigen Frühstück im KaffeeKaramell in Friedrichshain. Danach bummelte ich gemütlich über das RAW Gelände und schaute mir die viele Streetart und Graffitis an. Nach einem kleinen Booja Booja Eis, was es im Veganz zu kaufen gibt, traf ich meinen Cousin und verbrachte einen schönen Nachmittag mit ihm. Wir waren gemeinsam Mittagessen in Kreuzberg und danach im Sage Beach und Yaam. Später traf ich wieder meine Freundin, die tagsüber Zeit mit ihrer Oma verbrachte. Nach einer kleinen Pause gab es einen späten Sushi-Snack. Dass man an jeder Ecke ohne langes Suchen lecker und vielseitig vegan Essen gehen kann, mochte ich sehr. Später fuhren wir nach Neuköln in einen Club und tanzten durch die Nacht.

Sonntag

Mit schmerzenden Beinen und viel Glück im Bauch lag ich um 4 Uhr (!) im Bett. 11 Uhr packten wir unsere Sachen, verliessen das Hotel und fuhren frühstücken. Wir schlenderten noch eine kleine Weile durch Friedrichshain, dann machte ich mich auf den Weg zurück zu meinen Eltern. Das war ein schönes, ungewöhnliches Wochenende. Jetzt schaue ich mit meiner Mama noch Nothing Hill. Morgen fahren wir zurück nach Hause.

Mehr Wochenendeinblicke findest du bei Susanne.

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rp 13 :: Mein Fazit

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Zum Schluss meiner Re:publica Berichte wollte ich noch ein kleines Fazit schreiben. Was mir die Reise gebracht hat. Was mir gefehlt hat und welche Ideen ich für das nächste Jahr mitgenommen habe.
Ich hatte mir bewusst nur wenige Vorträge ausgesucht, da ich mit dem Baby unterwegs war und mir den Tag nicht zuknallen wollten. Mit Baby dabei ist es mir wichtig, uns nicht zu stressen und im Fluss zu bleiben, Pausen einzuplanen und flexibel zu bleiben. Somit war die Menge der Vorträge, die Zeit auf der Re:publica und die Zeit in Berlin zusammen mit Freunden genau richtig. Und trotzdem war es viel. Und überwältigend. Die Themen, die ich mir ausgesucht habe, waren spannend, von einigen hatte ich mir mehr erhofft. Insgesamt hat mir ein bisschen „mein“ Internet gefehlt. Also der Teil, der mein Bloggersdorf ausmacht. Die kreativen, inspirierenden, gestaltenden, kochenden, kinder-aufziehenden Menschen. Die machen doch einen großen Teil der Netzwelt aus. Und ich wage zu behaupten, daß Frauen sich untereinander anders Vernetzen als Männer. Anders in Kontakt sind.
Auf der Rückfahrt reflektierte ich mit dem Mann meine Gedanken und am Ende spannen wir uns zurecht, für das nächste Jahr eine kleine Meet-Up-Lounge anzubieten. Ein Ort, den man ansteuern kann, um sich zu verabreden, zu treffen, zu unterhalten. Mit Wolle und Stricknadeln zum Stricken und Häkeln lernen (und so vielleicht die Lounge zu verzieren?), zum verweilen und es bunt zu machen. Für mehr Muttis und Frauen und Familienkram.

Davon abgesehen fand ich das ganze Erscheinungsbild der rp13 sehr schön und rund. Besonders witzig sind uns die Piktogramme für die Toiletten aufgefallen. Am Daimler-Stand war ein Künstler mit Edding zugange und hat während der 3 Tage tolle Grafiken an die Wand gezaubert.

Der Mann und ich besuchten komplett verschiedene Sessions und erzählen uns noch immer gegenseitig die ein oder andere neu gewonnene Info oder Erkenntnis. Das mag ich sehr. Und wahrscheinlich hätte ich aus dem selben Workshops was ganz anderes rausgehört und mitgenommen als der Mann. Es lebe die Vielfalt.

Gaumenfreuden

Auch diese Woche gab es wieder eine Fülle von Gaumenfreuden und erwähnenswerter Gerichte an denen ich dich teilhaben lassen möchte. Das wird ein langer Artikel!

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Allen voran das tolle Frühstücksbuffet im Hotel. Der Mann hatte das Hotel übrigens ausgewählt, weil wir in anderen Hotels selten ein für uns ansprechendes Frühstück finden und es meistens durch mitgebrachte Standards (Avocado, Obst) aufwerten. Das war im Hotel Almodovar, wo wir während der Re:publica wohnten, gar nicht nötig. Es gab ein reichhaltiges vegetarisches und veganes Frühstücksbuffet. Von leicht bis schwer, von süß bis herzhaft, schlicht bis üppig – alles dabei. Es gab Käse, verschiedene Tofus & Aufschnitte, Rührei, vegan und vegetarisch und sogar vegane Currywurst (!). Es gab Säfte, verschiedene Pflanzenmilch, lose Teesorten, Antipasti, Müsli, veganer Kuchen und köstliche Croissants. Ich liebe ja solche Buffets und hätte gern den halben Tag dort verbracht. Ausserdem waren die Speisen so ansprechend präsentiert, daß es nicht nur ein Gaumen- sondern auch ein Augenschmaus war.

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Für tagsüber versorgten wir uns mit belegten Broten und rohen Gemüseknabberein und Äpfeln. Ich war ausserdem mit Maria Sushi essen. Abends waren wir einmal vietnamesisch essen, einmal mit Freunden beim Inder (ich hatte Alu Palak – Kartoffeln und Spinat) und einmal im Hotelbistro Bardot. Letzteres war ein interessantes Unterfangen. Der Mann und ich wollten mal zweisam essen. Die Menükarte versprach auch sehr leckere genüsse. Es gab vegane und sogar extra rohe Gerichte (Vitalkost). Wir beschlossen also, den Sterngucker zum Schlafen zu bringen, dann eine Babyphone-App einzuschalten und ins Bistro zu gehen. Leider wurde der Abend länger als gedacht. Der Sterngucker brauchte ewig, um in den Schlaf zu finden, wir wurden hungriger und müder. Am Ende schafften wir es doch ins Bistro und entschieden uns, ganz ausgehungert, für ein Tagesmenü von der Karte.

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  1. Gruß aus der Küche (hausgebackenes Brot mit einem Olivendip, Öl und Fleur de Sel)
  2. pikant gefüllte Datteln (mit veganer Wurst und Schafskäse überbacken)
  3. Züri Geschnetzeltes mit Kartoffelrösti
  4. mexikanischer Schoko-Limettenkuchen

Das erwies sich jedoch als nicht so gute Wahl. Die Sachen schmecken zwar allesamt gut, jedoch war

  1. ein Hauch zu salzig
  2. die waren sehr lecker, aber der Mann mag keine Datteln. Deshalb hab ich von vornherein auch seine Portion mitgegessen.
  3. Im Züri Geschnetzeltem befanden sich Erbsen in der Sosse. Wenn etwas beim mann Emotionen hervorrufen kann, dann sind das Erbsen im Essen. Der Laune-Pegel sank ob dieser Entdeckung (wer erwartet schon Erbsen in Geschnetzeltem?) Ausserdem hasst er Rucola. Damit war der Hauptgang dekoriert. Also verspeiste ich auch noch den Hauptgang des Mannes mit.
  4. Vom Kuche probierte ich nur ein wenig. Der war echt lecker, aber da ich schon alle anderen portionen gegessen hatte und satt war und der Mann fast gar nichts hatte, gab ich ihm mein Stück Kuchen.

Der Abend hätte besser laufen können. Aber so ist das manchmal, wenn man sich den Abend schon fest ausmalt im Kopf und die Dinge dann doch anders laufen.

Was mir an Berlin sehr gefallen hat, war die Vielfalt der Möglichkeiten. Es ist da so einfach, vegan essen zu gehen. So viele Restaurant bieten zu den üblichen Speisen auch vegane Alternativen an. Wir waren hauptsächlich in Friedrichshain unterwegs. Dort gibt es auch ein Veganz. Und ich habe mitten in der Nacht veganes Eis gegessen. Leider weiss ich nicht mehr, wie der Laden hiess, aber es war saulecker.

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Nun sind wir wieder zurück. Ein bisschen vermisse ich die Fülle des Frühstücksbuffets. Aber ich habe mich auch sehr über unsere Gemüsekiste gefreut. Mit lauter frischen Sachen, zusammengestellt von einer kleinen Gärtnerei mit Biolädchen drei Dörfer weiter. Diese Woche mit

  • einer Schale Erdbeeren
  • 4 Birnen (die mag der Sterngucker gern … kann er gut festhalten und doch sind sie weich genug, um sie mit seinen 2,5 Zähnchen zu kauen)
  • 4 Kiwis
  • 9 Äpfel
  • 7 Stangen Rharbarber
  • 1 Salat
  • 1 Tüte Rucola
  • 11 Karotten
  • 1 große Tüte Spinat
  • 2 gelbe Paprika
  • Stangensellerie
  • Aubergine
  • Kohlrabi
  • 3 rote Beete
  • 7 Minigurken
  • 7 Tomaten
  • 1 Bund grünen Spargel

Aus dem Spargel hat der Mann ein leckeres Spargelrisotto zum Mittag gekocht. Den Spinat gibt es heut Mittag mit Reis oder Kartoffeln. Aus dem Rharbarber werde ich Kuchen backen. Wir haben noch viele Paprikas, Auberginen und Karotten da. Daraus werde ich Antipasti machen.