Bemerkenswert

gluecksklee

morgenstimmung

Wir hatten ein richtig sonniges und entspanntes Wochenende, was mir sehr gut tat. Ich habe schon seit Tagen einen kratzigen Hals und Kopfweh, sodass es mir gut tat, etwas ruhiger zu machen. Dafür habe ich mein Klassentreffen „20 Jahre Abi“ abgesagt, worauf ich mich schon sehr gefreut hatte. Das hat mich etwas geärgert, ich bin aber froh, daß ich auf meine Grenzen gehört habe und zu Hause geblieben bin. Der Hebrst zeigt sich nochmal richtig schön. Ganz langsam beginnen sich die Blätter zu färben, trotzdem ist es noch warm genug für T-Shirt und Draussensitzen. Ich sauge das alles in mir auf. Ich liebe den morgendlichen Weg zum Bus, wo ich die Morgennebel und die Tautropfen an den Gräsern bewundere. Eine ganz tolle Stimmung.

Im Newsletter verschicke ich schon die ein oder andere Bemerkenswertigkeit, die mich beschäftigt und thematisch zum aktuellen Brief passt. Heute habe ich wieder eine kleine Sammlung an Beiträgen, die mir in letzter Zeit begegnet sind.

Crowdfunding Projekte

Kreativität & Basteln

nebel

seelennestchen

Trauerarbeit, Sternbebegleitung, Sternenkinder

  • Gerade wieder aktuell, weil ein Geschwisterchen die Welt schon verlassen hat, noch bevor es geboren wurde. Das Rosenresli, was einige noch aus der Puppenwiege kennen, bietet Sternenkinder-Fotografie an, um Erinnerungen an totgeborene oder gestorbene Kinder festzuhalten. Auch sonst ist ihre Website sehr sehenswert. Zauberhaft, verwunschen und verspielt. Ich durfte in ihr Weihnachtsbuch „Komm lieber Advent“* reinschmökern, als ich bei Iris war. Das steht jetzt schon auf meiner Wunschliste.
  • In der Vergangenheit hatte ich schon mal die Idee zu den Seelennestchen verlinkt. Die haben wir jetzt wieder hervorgeholt. Die Tochter hat liebevoll und sehr sorgsam ein wunderschönes Seelennestchen gefilzt. Die Idee möchte ich dir nicht vorenthalten. Ich finde, sie sollte sich noch mehr verbreiten.
  • Am Wochenende beginnt die Einführung in die Dharmatraining-Ausbildung in Giessen, ein Kurs zur yogischen Krisenintervention auf der spirituellen Basis von Kundalini Yoga. Ich schleiche schon sehr lange um diese Ausbildung herum und habe sie mir für 2017 vorgenommen. Ich merke, daß der Umgang mit Krisen, Sterben und dem Tod in unserer Gesellschaft ein Tabu-Thema ist und sehr viel Unsicherheit herrscht.

Spiritualität, Achtsamkeit, Meditation

Umwelt

spinnennetz

Gesehen

  • Grüße aus Fukushima :: ein wirklich berührender und sehr schöner Film. Schwarz weiss, tolle Bildsprache, ganz eigene Poetik, Tiefe und Gefühl. Hat mich sehr berührt.
  • Being and Becoming :: ein Film zum Thema Freilernen und Homeschooling. Gesehen in der Transition Town Initiative unserer Stadt. Sehr interessante Aspekte zum Thema Lernen und Schule. Als Einstiegsfilm in das Thema gut geeignet. Diente am Abend als Anregung zur Diskussion.

Bildung

Und noch bisschen was leichteres zur Entspannung

dahlien

*Affilate Link

Schule :: Einige Gedanken

Zum Ordnen und Sortieren diesen Monat gehört auch das Ordnen und Sortieren der Gedanken. Abwägen, Prüfen, auf den Bauch hören, Gespräche führen, Entscheiden. So geht es uns gerade mit den Aufnahmeverfahren der verschiedenen möglichen Schulen für den Wolf. Ich werde nicht drauf eingehen, warum wir diese oder jene Entscheidung getroffen haben, auch keine Besonderheiten oder pädagogischen Konzepte vorstellen. Dies ist unser Weg und er passt für uns, wie er ist. Die Entscheidungen sind Teil langer Auseinandersetzungen und erlebter Erfarhungen mit dem Thema Schule. Andere Wege sind für andere Familien genau so gut.

Die Zeit der Aufnahmeverfahren
Der Wolf wird diesen September eingeschult. An den diversen Schulen laufen derzeit also die Aufnahmeverfahren mit all ihren Prozessen unterschiedlicher Art. Tag der offenen Tür, Anmeldeformulare, Gespräche, Schultage. Es werden Konzepte vorgestellt, sich präsentiert und geworben. Als Eltern können wir aus einem mehr oder minder großen Angebot wählen. Diese Wahlfreiheit bringt aber auch mit sich, daß man sich den Kopf zermartert, um den möglichst besten Weg für sein Kind zu wählen. Wohlwissend, daß es den idealen Weg nicht gibt. Ideal wäre für mich, wenn der Wolf einfach in der Kindergartensituation weiterwachsen könnte. Das tut ihm gut, das tut uns gut. Aber darauf ist das natürlich nicht ausgelegt, das ist so nicht vorgesehen. Wir sind sehr glücklich mit unserem Kindergarten. Mit Konzept und Umsetzung, den Pädagogen. Alles ist rund. Wir Eltern werden mitgenommen, wachsen und werden begleitet genau wie die Kinder.

Kristina hat zum Thema Schule neulich eine Frage gestellt, auf die ich gleich mit eingehen möchte.

„…schreib doch mal etwas zur Entscheidung zu alternativen Schulformen und wie ihr zu einer für Euch stimmigen Entscheidung gekommen seid…Wir haben entschieden und auch den Gastantrag bewilligt bekommen für eine demokratische Modellschule (ist aber eine reguläre Dorf-Grundschule), schwierig finde ich aber weiterhin den Sonderstatus und die Trennung von den anderen Vorschul-Freundinnen…Erfahrungen dazu würden mich sehr interessieren!“

Schullaufbahn
Die Tochter begann ihre Schullaufbahn an der Neuen Schule Hamburg, eine demokratische Schule/ Sudbury Schule, die damals grad neu gegründet wurde. Ich bin nach wie vor überzeugt von dem Konzept. Auch in Freiburg existiert eine solche demokratische Schule schon seit Jahren erfolgreich – die Kapriole. Ich kenne selbst einige zufriedene Eltern da (*winkewinke*)
Unsere Familiensituation damals ergab, daß wir umzogen und ein Schulwechsel bevorstand. Aus dem reichhaltigen Schulangebot um und in Freiburg entschieden wir uns für die Freie Schule Dreisamtal in Kirchzarten bei Freiburg. Die Dreisamtalschule orientiert sich an der Montessoripädagogik, ist aber keine reine Montessorischule.
Durch unseren Zusammenzug als Familie in Bayern kam es zu einem erneuten Schulwechsel für die Tochter. Die Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen. Ich habe lange, schmerzhafte Prozesse damit hinter mir. Aber es war gut wie es ist für uns alle. Sie besucht jetzt eine Montessorischule. Sie hat Freunde in der Schule, aber auch in der Nachbarschaft und anderen Schulen. Freundschaften ausserhalb von anderen Schulen machen spontane Verabredungen zwar schwieriger (wenn die Freundinnen nicht gerade Nachbarinnen sind), helfen aber gleichzeitig auch einem Blick über den Tellerrand. Die Freundinnen besuchen sich gegenseitig zu Schulverantaltungen, bekommen mit, was die anderen tun und tauschen sich aus. Sie hat jedoch keinen intensiven Kontakt zu Schülern einer Regelschule, muss ich gerade feststellen.

Entscheidungsprozesse und persönliches Wachstum
Der Entscheidungsprozess bei dem Schulwerdegang der Tochter war sehr eng mit unserer eigenen Entwicklung als Familie und meiner Auseinandersetzung mit dem Thema Bildung, Bildungssystem und Erziehung verbunden. Da ist bei mir unglaublich viel passiert. Wie ich Schule selbst erlebt habt, welche Erwartungen es gibt und wie ich mein Kind sehe und begleite. Ich habe viele Eltern kennengelernt und damit viele Ansichten und Vorstellung, was Schule können muss oder wofür Schule gut ist. Ich bin auch noch nicht fertig mit meiner Reise auf diesem Weg. Jede dieser Entscheidungen war wichtig für den nächsten Schritt. Manchmal wünschte ich, ich würde weniger über die Dinge nachdenken. Einfach mehr machen, was jedeR macht. Dann täte ich mich nicht so scher mit Entscheidungen und hätte ein beschaulicheres Leben. Oder eben nicht. Dann kämen die Herausforderungen und Chancen auf Wachstum an anderer Stelle. Es ist wie es ist.

Aber ich schweife ab. Nun stehen wir also vor der neuerlichen Entscheidung, ein Kind einzuschulen. Ich könnte einfach aus Bequemlichkeit sagen, der Wolf geht an die gleiche Schule wie die Tochter. Nun ist der Wolf aber ein anderes Kind mit anderen Bedürfnissen. Dinge haben sich verändert, Entwicklungen sind zu beobachten. Wir überlegen also neu. Montessori? Waldorf? Regelschule? (andere Optionen stehen nicht zur Auswahl. Wir vergleichen auch nicht die Konzepte miteinandern, sondern die Schulen & wie es gelebt und umgesetzt wird) Die Entscheidung ist nicht einfach, denn ideal ist keine. Wissen wir. Wirds nie geben. Eine Entscheidung treffen wir aus der Frage: Was wünschen wir uns bzw wo sehen wir unser Kind. Ob die Entscheidung stimmig ist, das wird sich erst in der Praxis zeigen. Wir führen viele Gespräche, stellen Fragen, wägen ab. Meinen Bauch höre ich schon lange nicht mehr, so sehr hab ich alles zerdacht. Ich bin froh, wenn der März vorüber ist und wir unsere Entscheidung getroffen haben. Und dann wird es auch gut sein, wie es ist.

Aussenseiter oder friedliches Nebeneinander?
Um noch kurz auf Kristinas Frage zurückzukommen: Ja, die Trennung von anderen Vorschulfreunden ist hier auch ein Thema. Da aber alle einen anderen Weg gehen werden und wir einen großen Einzugskreis haben, ist das für mich keine vordergründige Frage. Er wird neue Freunde kennenlernen. Ausserdem hat er auch Freunde direkt bei uns im Ort. Die gehen auf andere Schulen und treffen sich trotzdem nachmittags zum Spielen. Insofern besteht hier auch nicht die Aussenseiter-Problematik, da ich das Gefühl habe, daß die Schulformen friedlich nebeneinander bestehen können und gleichwertig anerkannt sind. Vielleicht lebe ich aber auch in einer Blase, die ich mir schönrede :-)

Abschliessend möchte ich kurz noch anmerken: Auch wenn hier und da auf politischer Ebene eine Reform des Bildungssystems notwenig wäre, bin ich sehr dankbar, daß wir die Möglichkeit einer Wahl haben und diesen Weg so gehen dürfen. Daß Bildung für uns möglich ist und daß es so viele bemühte Pädagogen gibt. Ich weiß das sehr zu schätzen.

Regeln und Erwartungen

Letzten Dienstag nahmen der Mann und ich gemeinsam die Gelegenheit war, ein pädagogisches Forum zum Thema „Regeln und Erwartungen“ zu besuchen. Das Forum ist mehr ein lebendiger Austausch als ein Ort, wo man fertige Antworten auf Fragen bekommt. Die Themen sind immer sehr spannend.

Zuerst gab es eine kleine Einführung in das Thema, später ein paar Fragen als Anregung zum Austausch in kleinen Gruppen. Wir setzten uns damit auseinander, was Regeln eigentlich sind, wofür sie dienen, welche Regeln es gibt und was das ganze mit Erwartungen zu tun hat.

Regeln
Es gab so einen schönen Satz darüber, was Regeln sind. Leider hab ich ihn nicht mitgeschrieben, aber sinngemäss sind Regeln ein Vermittler zwischen dem Ich als Einzelperson und dem Wir, der Gesellschaft. Früher war alles sehr klar und einfach. Es ging um Gehorsam und Befolgung der Regeln. Wir wissen alle, daß blinder Gehorsam kein erstrebenswerter Zustand ist. Die Zeiten haben sich geändert. Dennoch bedarf es einiger Regeln.
Dabei gibt es ausgesprochene Regeln und unausgesprochene Regeln („Man macht das nicht“). Kinder hinterfragen alles und inspirieren uns oft, selbst einmal längst übernommene unausgesprochene Regeln zu reflektieren und auf ihre Sinnhaftigkeit zu überprüfen.
Ausserdem gibt es rote Regeln – alle, die mit unserer Sicherheit zu tun haben (Feuer, Strassenverkehr etc) und rosa Regeln, wo eine Verhandlungsspielraum besteht. Oft jedoch behandeln oder kommunizieren wir rosa Regeln wie rote Regeln oder umgedreht.

Erwartungen
Mit den Erwartungen ist es ähnlich. Hier waren wir uns alle einig, daß es sehr schwer ist, Erwartungen zu erfüllen, wenn diese nicht kommuniziert werden. Oder es noch ein Verständnisproblem zwischen Sender und Empfänger gibt, sei es, daß beim Empfänger was anderes ankommt oder die Person noch zu jung ist, die Erwartung überhaupt inhaltlich zu verstehen.

Insgesamt hatten wir viele Interessante Beispiele und Situationen an denen wir Regeln, Erwartungen und Verantwortung diskutieren konnten. Welche Regeln haben wir? Welche Erwartungen haben wir (an unsere Kinder)? Was dürfen wir erwarten und was ist zweckmässig? Wo haben wir Verantwortung, wann und wo geben wir sie ab?

Vielleicht inspirieren die Fragen dich ja auch, mal ein wenig über deine Regeln und Erwartungen und dem Umgang damit zu reflektieren. Im Austausch ist das natürlich immer sehr viel netter und fruchtbarer, aber vielleicht hast du ja einige Gedanken dazu.

Ich habe mich sehr gefreut, daß ich mit dem Mann gemeinsam zu dem Forum gehen konnte und bin sehr dankbar für diese Foren und den Austausch.