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gelesen :: Familientisch – Familienglück

Zu Weihnachten habe ich von einer Freundin das Buch „Essen kommen“ von Jesper Juul* bekommen. Ich hatte vorher schon ein Auge drauf geworfen, weil es mich interessiert hat, was Juul zum Thema Essen zu sagen hat. Weil ich das Cover überhaupt nicht ansprechend fand, habe ich es mir aber nicht gekauft. Ich weiss gar nicht, nach welchen Kriterien so Coverdesigns ausgewählt werden. Doch dazu später mehr. Ich habe mich über das Geschenk jedenfalls sehr gefreut und lese gern in dem Buch. Es war meine Weihnachtsferienlektüre.

Essen kommen, Familientisch – Familienglück, Jesper Juul*

Das Buch ist kein klassischer Juulscher pädagogischer Ratgeber, sondern eine Mischung aus Kochbuch, persönlichem Statement und eben auch Beratung. In fünf Kapiteln geht es um Stress am Esstisch bzw die Vermeidung von eben jenem, die Eltern als Gastgeber, gute Beziehungen, Tischmanieren und Konflikte rund um den Esstisch. Dabei spannt Juul den Bogen vom Kleinkind bis hin zum Teenager und weist immer wieder auf unsere Rolle als Erwachsene hin. Es geht um die Familie als Gemeinschaft, um Zusammenleben, Kontakt und die Freude an gutem Essen. Am Ende jeden Kapitels gibt es einen kleinen Rezeptteil mit Gerichten zum Nachkochen und Ausprobieren.

Familientisch ist hyggelig

Das Buch lässt sich flüssig und angenehm lesen. Juul schreibt mit Beispielen aus seinem Beratungsalltag, aber auch eigenen Erfahrungen und Ansichten. Für meinen persönlichen Geschmack kommt das Wort hygge ein bisschen zu oft drin vor, das kann ich aber gut überlesen – vielleicht mit einem kleinen Augenrollen an den entsprechenden Stellen. Insgesamt wird wieder deutlich, wie wichtig es für uns Eltern ist, zu führen und gleichzeitig im Kontakt mit unseren Kindern (und PartnerInnen) zu sein. Die Tipps sind nicht dogmatisch, sondern ich lese sie als Anregung zu hinterfragen, wie ich es haben möchte und welche Werte ich in meiner Familie leben und mitgeben möchte.

Optisch – ich erwähnte es bereits – finde ich das Cover überhaupt nicht ästhetisch. Der Innenteil hingegen ist sehr schön gestaltet. Zurückhaltende Farbigkeit, gute Aufteilung und Aufbereitung der Inhalte. Auch die Bilder sind ansprechend und im guten Verhältnis zur Textmenge. Ich habe schon einige Rezepte nachgekocht. Die Blumenkohlsuppe verschmäht die Familie, die Pizza hingegen sehr beliebt.

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gelesen :: Die Geschichte der Bienen

Nachdem ich vielerorts die Empfehlung für das Buch gesehen habe, war ich neugierig. Weil ich aber so selten zum Lesen komme, lud ich mir ‚Die Geschichte der Bienen‘* bei Audible als Hörspiel runter. Fast 13 Stunden lang durfte ich eintauchen in den Roman, der über 3 Generationen und 3 unterschiedliche Geschichten den Zusammenhang zwischen Menschen und Bienen erzählt.

Die Geschichte der Bienen, Maja Lunte

Wir begleiten die chinesische Arbeiterin Tao im Jahr 2098, den Imker George in Ohio 2007 und den englischen Biologen William 1852. Alle drei Geschichten werden abwechselnd erzählt.

Tao lebt in einer Zukunft, in der es keine Bienen mehr gibt. Die Bestäubung der Obstbäume erfolgt per Hand. Lebensmittel sind künstlich erzeugt und knapp. Wir bekommen Einblick in ihren Tagesablauf als Arbeiterin und in die politische Struktur des Lebens, wo die Gemeinschaft mehr zählt als das Individuum.

George hat einen eigenen Bienenhof. Der leidenschaftliche Imker möchte gern, dass sein Sohn Tom den Hof übernimmt. Tom jedoch möchte lieber Journalist werden. Dann verschwinden die Bienen.

William ist ein Samenhändler und Biologe. Er hat acht Kinder und verlässt seit Wochen das Bett nicht, weil ihm der Lebensfunke fehlt. Doch dann kommt ihm eine Idee. Er widmet sich den Bienen und konzipiert einen völlig neuartigen Bienenstock, wo er die Bienen ungestört beobachten und den Honig ohne Schaden ernten kann.

Am Ende wird deutlich, wie alle drei so unterschiedlichen Geschichten miteinander verbunden sind. Wie die Geschichte der Menschen und die Geschichte der Bienen zusammenhängen.

Das Buch war unterhaltsam zu hören. Das ging auch gut in Autofahr-Häppchen. Ich mochte die Einzelgschichten und den großen Zusammenhang. Die Verhaltensweisen der Personen war mir oft fremd. Die Art miteinander zu kommunizieren, die Erwartungshaltungen aneinander. Es fiel mir schwer, mich wirklich in eine der Personen richtig reinzuversetzen und konnte mich damit auch nicht emotional mit ihnen verknüpfen (damit meine ich Mitfiebern, Mitweinen, Mitfreuen und Mitleiden). Tieferes Fachwissen über Bienen erlangt man nicht, eher halten sie den Rahmen der Geschichten.

Dennoch hat das Buch etwas in mir angerührt. Noch einmal mehr die Situation, in der wir uns befinden vor Augen geführt. Das Bienen- und Insektensterben und wie es Einfluss auf uns alle hat.

Die Geschichte der Bienen, Maja Lunte*

Zum Weiterlesen

An dieser Stelle ein kleiner Hinweis zur Naturmama, die sich sehr mit dem Thema Bienen, Umwelt und Nachhaltigkeit beschäftigt. Sie hat eine Liste interessanter Links zum Schauen und Weiterlesen gepostet. Ausserdem unterstützt sie das Herzens-Projekt von Sabrina.

Hier findest du eine kleine Anleitung zum Basteln von Bienen aus Erlenzapfen für den Jahreszeitentisch.

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Emmi Pikler :: Mehr als eine Kinderärztin

emmipikler

Im letzten Jahr, nun schon wieder eine ganze Weile her, hat mich meine Freundin angerufen und gefragt, ob ich nicht spontan Lust hätte, mit ihr die Veröffentlichung ihres Buches und somit Abschluss eines jahrelangen Herzensprojektes zu feiern. Wir trafen uns zu einem gemeinsamen Frühstück in beschaulicher Runde und genossen die Energie, die ein fertiges Projekt – ein geborenes Kind – mit sich bringt. Anna hat sich über viele Jahre mit der Biografie von Emmi Pikler beschäftigt. Sie hat gründlich in alten Archiven recherchiert, war in direktem Austausch mit der Familie von Emmi Pikler und dem Pikler-Insitut in Budapest. Heraus gekommen ist ein umfangreiches, fundiertes Buch zur Biografie der Kinderärztin und Entstehung der Pikler-Pädagogik mit Einblicken in die Geschichte des Säuglingsheims und den daraus resultierenden wissenschaftlichen Arbeiten zur Säuglings- und Kinderentwicklung, die mittlerweile weltweit als die umfangreichste Dokumentation dieser Art gilt.

Das Buch „Emmi Pikler, Mehr als eine Kinderärztin“ von Anna Czimmek ist im P-Zeitler Verlag erschienen, kostet 28 Euro und kann über den Verein Wege der Entfaltung erworben werden.

Ich selbst hab bis zur Kleinkindzeit des Wolfes noch nie von Emmi Pikler gehört. Das erste mal begegnete mir der Name in der Spielgruppe des Wolfes, zu der ich mit ihm in Freiburg regelmässig ging. Erst als der Wolf hier in den Kindergarten kam, wurde ich immer vertrauter mit der Pädagogik von Emmi Pikler, die hier Grundlage für die Arbeit mit den Kindern bildet. Die zahlreichen Elternabende, Gesprächskreise und Foren machen den Kindergarten einzigartig. Habe ich so noch nie erlebt und weiss ich sehr zu schätzen.

Wenn du in München und Umgebung lebst, sind vielleicht für dich Veranstaltungen und Angebote von Wege der Entfaltung interessant. Das Team bietet auch Supervisionen, Beratungen und Zusammenarbeit mit Krippen und Kindergärten an.