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gelesen :: Alles inklusive

Das Buch von Mareice Kaiser wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zugeschickt. Darüber bin ich sehr froh, ich hätte es mir wahrscheinlich nicht von selbst gekauft. Aber ich habe es gelesen. Und ich finde, jedeR sollte das tun.

Alles inclusive, Aus dem Leben mit meiner behinderten Tochter, Mareice Kaiser*

Mareice nimmt uns mit zurück in die Zeit ihrer Schwangerschaft. Wir dürfen sie ein Stück bei der Geburt begleiten und sind dabei, als sie damit konfrontiert wird, daß ihre Tochter Greta behindert ist. Einfühlsam, lebensnah und unterhaltsam schreibt sie über ihre emotionale Achterbahn, den Kampf mit Bürokratie und der Auseinandersetzung mit den Reaktionen der Umwelt. Sie zeigt Schwierigkeiten im Alltag mit ihrer Tochter und die gesellschaftlichen Strukturen und Denkmuster auf. Das Buch steckt so voller Liebe, Glück, Scharfsinn und Lebensfreude.

Eigene Denk- und Verhaltensweisen überprüfen

Ich fand das Buch sehr berührend, Augen öffnend und herzlich. Es liest sich leicht, entweder am Stück oder in kleinen Häppchen. Gut ist, eine Packung Taschentücher dabei zu haben, denn die ein oder andere Träne rollt dann doch aus dem Herzen. Ich mag es sehr, wenn mich Bücher nicht nur emotional berühren, sondern auch intellektuell anregen und mich auffordern, meine eigenen Muster, Denk- und Verhaltensweisen zu überprüfen. Danke Mareice für dieses wichtige und tolle Buch.

Mareice Kaiser

Mareice schreibt über Inklusion, Geschlechtergerechtigkeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf:

kaiserinnenreich.de
mareicekaiser.de

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gelesen :: Die einen sagen Liebe, die anderen sagen nichts

Neulich fischte ich eine süße kleine Überraschungspost von Mairegen aus dem Briefkasten. Drin fand ich ein Buch begleitet von einer Karte. Das Buch habe ich sogleich angefangen und es innerhalb weniger Tage durchgelesen. Das ist sehr ungewöhnlich, denn es gibt nicht oft Bücher, die mich gleich fesseln.

1buch

Mila verbringt ein Schweigeseminar. Dort trifft sie einen Mann, nimmt ihn auf dem Rückweg im Auto mit und landet mit ihm im Hotelzimmer. Danach ist ihr Inneres auf den Kopf gestellt. Die Situation birgt viele Chancen, die sich Mila bieten. Zwischen den Zeilen habe ich viel Heilung und Güte herausgelesen.

Die einen sagen Liebe, die anderen sagen nichts*

Das Buch von Susann Pásztor „Die einen sagen Liebe, die anderen sagen nichts“* ist angenehm leicht und unterhaltsam geschrieben. Ich musste oft schmunzeln, erkannte einige Situationen wieder (in Meditation sitzen ist mir nicht unbekannt. Auch einen Schweigetag habe ich schon miterlebt). Die Erzählung wechselt zwischen Situationsbeschreibungen und wildem Gedankenwirrwarr von Mila. Ich habe sehr die Entwicklung der Person im Laufe des Buches genossen. Bis zum Schluss blieb die Geschichte spannend und hinterliess auch nach dem Ende noch einen leisen, zarten Nachklang. Hört sich bestimmt auch als Hörbuch schön.

„Nichts zu wollen kann man nicht wollen. Man kann das Wollen nur sein lassen“

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gelesen :: Titus und der verwunschene Wald

titus

aschenputtel ofen

Die Illustrationen waren es, die mich sofort ansprachen, als ich gefragt wurde, dieses Buch zu rezensieren. Ich mag schöne Illustrationen. Und Märchen. Als Kind habe ich ganz viele Märchen gelesen. Auch der Wolf erlebt gerade die Bildwelten der Märchen und Geschichten in der Schule. In der Waldorfschulen haben Märchen und Geschichten einen hohen Stellenwert. In den unteren Klassen wird sehr viel Wissen darüber vermittelt und somit tief verankert. Hirnforscher bestätigen die Wirkung von Märchen, von Geschichten, die Emotionen hervorrufen, ein bisschen unter die Haut gehen und eine Atmosphäre schaffen. Das ist die effektivste Form, sich Wissen anzueignen (grad neulich wieder im Buch „Jedes Kind ist hochbegabt“ gelesen). Hier habe ich auch ein informatives pdf zum Thema Märchen, Lernen und Hirnforschung von Gerald Hüther gefunden.

Doch zurück zu Titus.

Titus und der verwunschene Wald*

Titus ist ein Lehrling auf der Märchenakademie, der in seinem dritten Lehrjahr endlich praktische Erfahrungen sammeln und Abendteuer im Märchenwald bestehen soll. Bei seiner Reise durch den verwunschenen Wald begegnet er den Figuren der klassischen Grimmschen Märchen: unter anderem den Zwergen, den Stieftöchtern aus Aschenputtel, Rumpelstilzchen.

Dem Wolf hat das Buch total gut gefallen. Er hatte Spaß beim Vorlesen lassen, vorallem, weil zwischendrin auch Lieder vorkommen, die wir singen konnten („Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald“). Etwas enttäuscht war er, daß am Ende stand, er könne selbst Mitglied der Märchenakademie werden, die Website aber nur ein paar Spiele bot und seine Erwartungen, ein richtiger Märchenakademielehrling zu sein, nicht erfüllt wurden. Da weiss ich aber auch nicht, wie man das besser machen könnte.

Ich persönlich fand die einzelnen Kapitel etwas zu lang, um sie vor dem Bettgehen (unsere Vorlesezeit) zu lesen. Ausserdem fand ich die Erzählperspektive etwas gewöhnungsbedürftig. Der Erzähler wurde immer mal wieder in die Geschichte eingebaut und trat in Dialog mit Titus, was ich etwas verwirrend fand. Die Illustrationen sind wunderschön und treffen genau meinen Geschmack.

Auf der Märchenakademie Website kannst du in das erste Kapitel des Buches reinhören und dir Bilder und Informationen dazu anschauen. Ausserdem gibt es Spiele und Aufgaben.

Das Projekt insgesamt und die Idee dahinter sind ganz toll. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

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