Jahresrückblick 2016

Das vergangene Jahr war für mich sehr, sehr rund. Es war bunt, lebendig, kraftvoll und positiv. Ich habe Anerkennung, Wertschätzung, Freundschaft, Liebe, Unterstützung und Miteinander erlebt und erfahren. Es war tief, berührend und erlebnisreich. Ich bin viel gereist, habe Menschen getroffen und kennengelernt, Dinge gesehen und gelernt, meinen Horizont erweitert. Ich habe mich sehr um mich selbst gekümmert, bin wieder in meine Kraft gekommen und habe eine Ahnung bekommen von dem, was da noch in mir schlummert. Auf einer Skala von 1 bis 10 bekommt 2016 von mir eine 10. Weil ich gerne Jahresrückblicke lese, verlinke ich meinen zur Hebammenblog-Jahresrückblicks-Blogparade.

Reisen, Menschen, Weiterbildung

Ich war in Hamburg, in Freiburg, in Würzburg, in Wiesbaden, in Offenbach, mit der Tochter in Paris, zweimal zu einem Kalligrafieworkshop in Freising und einem Aquarellworkshop in Dresden. Ich habe Mittsommer in Helsinki verbracht, Pokemons in Köln gefangen, eine Hochzeit in Mühlheim gefeiert. Ich habe Zeit bei meinen Eltern und meiner Schwester verbracht, war beim Frauencamp an der Ostsee und mit dem Mann in Heidelberg. Ich habe unterrichtet, an Workshops teilgenommen und ehrenamtlich für die Wasserwacht gearbeitet. Online habe ich zahlreiche Kurse mitgemacht, am nachhaltigsten war der Photo-Organisation-Kurs Anfang des Jahres.

Gefühle, Selfcare

Ich habe viel dazugelernt, geweint, gelacht, Sehnsucht gehabt, mich gefreut und bin die meiste Zeit glücklich und dankbar gewesen. Ich war oft in der Sauna, bin nackt in der Ostsee geschwommen, habe ein bisschen gestrickt, ein bisschen gelesen und viel geschrieben. Ich durfte an tollen Projekten mitarbeiten, habe mich im Fitness-Studio angemeldet und dort einige Zeit mit einer Freundin oder allein gesportelt, was meinem Rücken sehr gut tat. Meine Online-Zeit und Social Networks habe ich reduziert, auch die Frequenz meiner Blogbeiträge ist zurückgegangen. Ich hatte das Gefühl, nicht so viel relevantes zu erzählen zu haben. Oder mir fehlte die Zeit, um es entsprechend zu verbloggen. Ich habe mich dafür viel mit FreundInnen getroffen, war in Ausstellungen (Horst Janssen, Joaquin Sorolla, Jean Paul Gautier, Gottfried Pott) und im Kino. Ich habe oft sehr lecker gegessen.

Kinder, Mann, Familie

Der Wolf ist in die zweite Klasse gekommen, die Tochter in die neunte. Die Tochter hat ihre große Montessoriarbeit bearbeitet (ein Longboard gebaut und über Therapie-Arten, die praktische Arbeit beinhalten recherchiert und geschrieben) und präsentiert. Ich bin so stolz auf sie, mein großes, tolles, souveränes Mädchen. Der Wolf hat mit Trompete-spielen angefangen. Der Sterngucker fährt jeden Morgen voller Freude mit dem Schulbus in den Kindergarten, isst dort gern Mittag und verabredet sich immer öfter. Er erzählt Geschichten aus seiner kleinen Kinderwelt und verzückt mich jeden Tag aufs neue. Im vergangenen Jahr hat er sich seine langen Haare abschneiden lassen. Mit dem Wolf hatten wir es nicht immer einfach, eine Familienberatung bei einer befreundeten Piklerpädagogin brachte etwas Licht ins dunkel. Ich bin immer sehr dankbar für die Möglichkeiten einer Beratung. Manchmal sind Knoten an Stellen, das denkt man gar nicht! Sehr hilfreich fand ich auch immer wieder Elternabende und Elterngesprächskreise im Kindergarten. Der Mann hat im vergangenen Jahr seine Arbeitszeit um 1 Tag pro Woche reduziert. Das war ein Gewinn für uns alle. Ich habe ihn ausgeglichener und entspannter erlebt, er war mehr für uns als Familie verfügbar und hatte Zeit, sich auch um sich selbst zu kümmern, um seine Batterien aufzuladen. Wir hatten jeden Monat ein schönes Date, im Februar unser erstes gemeinsames Wellness-Wochenende und im Sommer ein paar schöne gemeinsame Stunden in Heidelberg. Es macht große Freude, mit ihm zusammen zu sein und zu arbeiten.

Niemand war ernsthaft krank. Ich hatte 2 lästige Erkältungen, der Sterngucker eine Platzwunde auf dem Kopf (Wäscheständer draufgefallen), der Mann hat sich ins Bein gehackt (Schnittwunde, die genäht werden musste).

Kreatives, Handarbeit

Das Lifebook 2016 habe ich fast gar nicht mitgemacht, da fehlte mir schlichtweg Muse und Zeit. Dafür habe ich mein erstes Skizzenbuch voll, in den Kursen Aquarell kennengelernt und mit Pinsel und Feder geschrieben. Kalligrafisch sind in diesem Jahr viele Arbeiten entstanden. Aus einigen habe ich Karten gemacht und im Shop angeboten. Ich habe übers Jahr ein bisschen gestrickt.

Dankbarkeit

Ich bin dankbar für den Wohlstand in dem ich leben darf, meine Familie und Schwiegerfamilie für die großartige Unterstützung immer wieder, all die wundervollen Freundschaften nah und fern, die Inspirationen und Unterstützung von Onlinemenschen und Nachbarschaften, Rückmeldung und Wertschätzung zu meiner Arbeit, überhaupt all der gute Ton hier im Blog und per Email, meine großartigen Kinder mit all ihren Facetten, meinen wundervollen Mann mit seinen Eigenheiten und Liebenswertigkeiten.

Statistik

  • Stromverbrauch ::  2683,70 kwh (zum Vergleich 2015: 2811,90 kwh, 2014: 2836,80 kwh, 2013: 2589,60 kwh; der durchschnittliche Stromverbrauch für einen 5-Personenhaushalt beträgt 5928 kwh)
  • Wasserverbrauch :: 141 000 Liter. Das ist soviel mehr, weil zwischendrin ein Ventil unserer Heizungsanlage kaputt war und wir das nach 3 Monaten bemerkt haben. Ausserdem haben wir den Garten machen lassen und Rasen angesät (welcher in der Trockenheit gewässert wurde) (2015: 120 000 Liter – Das sind 65,75 Liter pro Person/Tag. Mir kam das gerade viel vor. Aber der deutsche Durchschnitt liegt bei 127 Liter/Person. Das realtiviert meine Wahrnehmung wieder etwas.)
  • Heizkosten (Holz) :: Wir haben 4 Ster Buchen-Holz für 420 Euro gekauft ( 2015: 4 Ster Buche für 420 Euro, 2014: 4 Ster Birke für 360 Euro)
  • gelaufen :: 69,5 km (2015: 72,9 km, 2014: 137,4 km), dafür Fitness-Studio Cardio und Geräte, die ich nicht getrackt habe.
  • geschwommen :: ca 5 km (2015: ca 19 km, 2014: ca 10 km) das muss mehr gewesen sein. Ich habe vermutlich nicht alles aufgeschrieben.
  • Gestrickt :: ca 504 g (2015: ca 530 g, 2014: 826 g) Wolle verstrickt (unfertige Strickwerke noch nicht mitgezählt)
  • Gelesen :: 8 Bücher ohne Kinderbücher (2015: 6 Bücher)
  • Filme:: 11 Filme (ohne nebenher mitgeschaute Kinderfilme)
  • Blogposts ::  168 (2015: 223, 2014: 301)
  • Reisen :: Ich war 77 Tage Strohwitwe und 63 Tage selbst unterwegs.

Jahresrückblick 2015
Jahresrückblick 2014
Jahresrückblick 2013
Jahresrückblick 2012

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Faserverrückter Jahresrückblick 2015

Bevor der Januar rum geht, möchte ich noch einen Blick auf mein Strickjahr 2015 werfen und mich am faserverrückten Jahresrückblick von Distelfliege beteiligen. Auch wenn ich wenig gestrickt habe – ich habe gestrickt. Zu Beginn eines jeden Jahres sichte ich auch meinen Stash, meine Wollvorräte und schaue, mit wieviel Kilo ich ins Jahr starte. Das habe ich in der ersten Januarwoche getan. Wolle gestreichelt, Farben bewundert und mich über die Möglichkeiten gefreut, die ich damit habe.

1. 2015 – das Strick-, Spinn- und Häkeljahr:
Was für Herausforderungen hast du gemeistert? Die größte Herausforderung war wohl, überhaupt zu stricken. Mir fehlten abwechselnd Zeit, Muse und Inspiration.
Was waren erstaunliche und erwähnenswerte Projekte? vermutlich der Tubularity. Der hat lange gedauert und war das größte 2015 gestrickte Dings. Entstanden sind ausserdem eine Mütze, Zwerge und Socken. Das wars dann auch schon. Angefangen habe ich ein Tuch, was eigentlich auch schon fertig wäre, aber ich habe es nochmal aufgemacht, um ein Stück weiter zu stricken, damit es insgesamt größer wird. Die Zwerge haben noch eine schöne Geschichte. Ich habe mich sehr gefreut, daß sie so intensiv von den Kindern bespielt wurden – damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Ausserdem durfte ich noch einen extra Zwerg für ein anderes Kind stricken.

zwerg

2. Der Stash 2015
Wie bist du mit deinem Wollvorrat umgegangen? Unter welchem Zeichen stand dein “Stashjahr”, wie hat sich alles entwickelt? Errungenschaften? Abbau-Erfolge? Nachdem das Strickens insgesamt eh langsam voran ging und ich ein riesiges Wollgeschenk nebst Spinnrad von einer Freundin bekommen habe, ist mein Stash um eine ganze Kiste größer geworden. Gekauft habe ich nichts. eine Handspindel und Wolle dazu. Zu Weihnachten gabs noch zwei Wollknäule wunderschöner Wolle.

weihnachtsschaetze

Ich starte mit 9150 g in das Jahr (begonnene Projekte auf den Nadeln sind als Stash mitgerechnet)

3. mein Kleiderschrank
Welche Sachen hast du 2015 oft und gerne getragen? (Können auch Sachen aus Vorjahren sein) Immer wieder meinen Leftie, die Norie Slouch Mütze und diverse Socken

4. Gemeinsam geht alles besser
Was hast du für Aktionen/-Alongs/Events mitgemacht? Beim Tubularity Knitalong
Was waren deine virtuellen und vielleicht auch persönlichen Treffpunkte mit anderen aus der Fasercommunity? Beim Treffen mit Jana haben wir mein neues (geschenktes) Spinnrad repariert. Ansonsten hatte ich tatsächlich keine Fasercommunity-Treffen.

5. Hattest du ein Motto für 2015? Wenn ja, wie lief es damit? Hast du es umgesetzt?
Heal. Es ging ganz schön umfassend und tief. ich konnte mich auf so vielen verschiedenen Ebenen mit meinem Wort des Jahres auseinandersetzen.

6. Was waren die schlimmsten Crafting-Unfälle und Reinfälle?
Keiner

7. Lieblings-Designer_in 2015?
Ich weite das mal auf ausserhalb des Strickens aus. Da habe ich für mich gerade Gottfried Pott (Kalligraph) wieder entdeckt und schmökere mich durch die Bücher von ihm*, die ich besitze. Ausserdem konnte ich im Kloster-Kalligraphie-Workshop Torsten Kolle kennenlernen, was ich auch sehr schön fand.

8. Song des Jahres?
Kein Song, sondern eine Playlist zum Wort des Jahres. Ausserdem mag ich „Take me to church“ von Hozier gern.

9. Buch des Jahres?
Die Bienenhüterin hat mich sehr berührt.

10. Film/Serie des Jahres?
Ende des Jahres hab ich mir mit dem Mann „Lunchbox“ angeschaut. Den fand ich sehr schön. Ansonsten schaue ich ja keine Filme oder Serien.

11. Drei Dinge, die du nicht hättest missen wollen?
zarte, neue, bauchkribbelige Freundschaften
Rückhalt und Sicherheit meiner Familie
all diese wunderbaren, tollen Momente im Jahr, die mich lebendig und glücklich (oder auch mal unglücklich) gemacht haben

12. Drei Dinge, auf die du gut hättest verzichten können?
Ich bin der festen Überzeugung, daß alles einen Sinn hat und auch die gefühlt unschönen Erfahrungen dazu gehören. Dennoch hätte ich mir gern für die ein oder andere Situation bzw Erfahrung einen anderen Verlauf gewünscht. Lesson learned, würde ich sagen.

13. Was hast du 2015 neues begonnen?
Noch nichts ganz neues (abgesehen vom Kalender). Ich stricke an einem 2015 begonnen Tuch und an Socken. Ich habe Lifebook 2016 begonnen.

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14. Wovon hast du dich 2015 getrennt?
Von einigen Vorstellungen und Erwartungen, Büchern und Klamotten.

15. Hast du ein Motto für 2016? Und wenn ja, welches?
Loslassen

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Jahresrückblick 2015

Schon im November habe ich begonnen, mein Jahr, dieses 2015, zu reflektieren. Zurückzublicken auf die vergangenen 12 Monate mit ihren Herausforderungen, Geschenken und Momenten. Ich lese gern andere Jahresrückblicke und auch meine eigenen der vergangenen Jahre. Beim Schreiben meines eigenen Jahresrückblicks finde ich die Fragen von Jana sehr inspirierend (dieses Jahr hat Jana sogar die Fragen, ergänzt um einen Ausblick auf das neue Jahr, als Download zur Verfügung gestellt).

Ich startete das Jahr sehr motiviert, merkte aber, wie mir zunehmend die Puste ausging. Mitte des Jahres kam mir die Erkenntnis, daß ich ausgebrannt bin und mich erstmal etwas zurückziehen möchte. Ich klärte organische Ursachen für einige Symptome, die ich habe/hatte, ab und besprach mich oft und viel mit dem Mann. Ich traf Entscheidungen, die nicht immer einfach waren und schaue nun, wie es weiter geht.

Neben meinen Belastungsgrenzen waren auch Freundschaften ein vorrangiges Thema. Was in der ersten Jahreshälfte noch schmerzhaft war (ungeklärt beendete Freundschaften, Funkstille, Mißverständnisse an verschiedenen Enden) kehrte sich zur zweiten Hälfte in durchweg schöne Erfahrungen. Ich habe neue Herzensfreundinnen dazugewonnen, solche, die mir mein Herz wirklich weit und warm machen, habe alte Freundschaften wiederentdeckt und ganz überraschend eine sehr schöne Weihnachtskarte bekommen. Ich schliesse das Jahr also ganz erfüllt und in Frieden ab. Der Rest wird sich fügen. Ich möchte da gern loslassen.

1. Welche bedeutsamen Entscheidungen habe ich im vergangenen Jahr getroffen?

  • eine Schule für den Wolf
    der Kindergarten für den Sterngucker
    Entscheidungen bzgl meiner Arbeit, die jedoch noch nicht ausgegoren sind, aber sich bereits sehr weitreichend anfühlen

2. In welche Richtung hat sich mein Leben dadurch entwickelt?

Entscheidungen machen frei. Bei allen Entscheidungen habe ich viel Zuspruch und positive Rückmeldung bekommen, sehr viel Rückhalt und Bestätigung. Wohin sich alles langfristig entwickeln wird, steht noch offen. Die meisten Entscheidungen haben wir erst Ende des Jahres getroffen, sodass die Veränderungen sich im neuen Jahr zeigen werden. Ich hoffe auf mehr innere Balance, Zeit, Fokus und entspanntere Nerven.

3. Was war die größte Überraschung bzw. Freude in diesem Jahr?

Eine Weihnachtskarte einer alten Freundin hat mich sehr überrascht. Überhaupt Freundschaften. Welche Wege sie nehmen, welche unerwartete Verbindungen da sind. Ich hatte zu einer Studienfreundin 13 Jahre keinen Kontakt, im November haben wir uns zu einem Wellnesswochenende getroffen. Manche Freundschaften sind verlässlich und beständig, da gibt es wenig Überraschungen. Andere sind immer wieder Arbeit und emotional. Besonders schön sind frische Freundschaften, wo alles noch neu, zart und aufregend ist. Ich hatte in diesem Jahr von allem etwas. Und tatsächlich habe ich mich dieses Jahr ganz oft über liebe Worte auf allen möglichen Wegen gefreut. Das Jahr war voller wunderschöner Gespräche, Auszeiten und Seelenstreichel.

4. Was war die stärkste Enttäuschung?

Es gab traurige Momente, Erschöpfung, Orientierungslosigkeit. Enttäuscht war ich über ungeklärte Mißverständnisse und die Auswirkungen. Aber wirklich nichts, woran ich michn lange aufhalten möchte.

5. Was ist 2015 zu kurz gekommen? Was habe ich vermisst?

Ich habe meine Ausgeglichenheit und Geduld vermisst.

6. Was habe ich über mich selbst gelernt? Welche noch offenen Themen sind mir bewusst geworden?

Meine eigenen Grenzen. Meine tiefsitzenden Glaubenssätze über mich selbst, meine Verletzlichkeit, meine Erwartungen und Anforderungen an mich selbst. Damit stehe ich mir oft selbst im Wege. Aus dieser Erkenntnis ist auch mein Motto für 2016 entstanden: Loslassen. Loslassen dieser alten Glaubenssätze und Denkmuster, loslassen von Ballast in materieller und energetischer Form, loslassen von Beziehungen und Ansprüchen.

7. Worauf bin ich stolz?

Auf meine Selbstreflektion, meine Kinder, die Beziehung mit meinem Mann, auf meine Fähigkeiten und meinen Optimismus.

8. Wie haben sich die Beziehungen zu den für mich wichtigen Menschen entwickelt?

Ich gehe aus diesem Jahr so dankbar raus, denn gerade die wichtigen Beziehungen haben sich gefestigt und stabilisiert. Sie sind mein Anker und mein Boden. Mein Nest, meine Nahrung. Ich habe zwei ganz wunderbare Menschen in diesem Jahr dazugewonnen (obwohl ich sie schon länger kenne), aber unsere Freundschaft hat eine tiefere Qualität bekommen, die ich gerade sehr geniesse. Andere Beziehungen sind innig wie eh und je. Ich konnte im Juni ein Freundinwochenende geniessen, die ersten Nächte weg vom Sterngucker.

Die Beziehung zum Sterngucker: Wir haben aufgehört zu stillen. Nach meiner kleinen Stillkrise im Oktober 2014 hat es doch noch fast ein Jahr gedauert, bis wir uns tatsächlich gelöst haben. Und nun fühlt es sich aber rund und richtig an. Es war weder für den Sterngucker noch für mich schmerzhaft. Wir haben das Stillen einfach ausgeschlichen. Es war ein ganz wunderbar natürlicher Prozeß.

9. Wie habe ich meine Lebenszeit gestaltet? Womit bin ich zufrieden? Womit unzufrieden?

Ich habe gelebt. Sehr intensiv, manchmal widersprüchlich, ich habe Fehler gemacht, Entscheidungen getroffen, ich war kreativ und auch mal ganz planlos. Ich habe selbständig als Kommunkationsdesignerin für meine Kunden gearbeitet, die Familie gemanaged, Kinder begleitet, gelacht, geküsst, geweint, Sport getrieben, geliebt, gehofft, geschrieben, ich bin gereist, ich war an der Ostsee, ich habe Schulanfang gefeiert und das erste mal den Sterngucker im Schulbus fahren lassen. Ich habe getröstet, Essen gekocht, Wäsche gewaschen, eingekauft, Geschenke gemacht, Überraschungen erhalten. Ich habe Bücher gelesen, mir Sorgen gemacht, bin erleichtert gewesen, habe überrascht, gegeben, empfangen. Und ich bin dankbar gewesen.

{familie} Ich bin dankbar für meine Familie. Die kleine wie die große. Immer und immer wieder erfahren wir Unterstützung von unseren Eltern und Geschwistern, meiner Tante und Oma. Wir telefonieren oder schreiben uns regelmässig, bekommen Carepakete und besuchen uns gegenseitig.
Die Geschwister streiten und lieben sich, halten zusammen, wenn es drauf ankommt. Wir haben alle unsere Geschichten, an denen wir wachsen. Wir sind füreinander da, lachen viel und geniessen das Beisammensein.
Herausfordernd finde ich tatsächlich das Altersspektrum der Kinder und die unterschiedlichen Bedürfnisse aller Familienmitglieder. Das führt oft zu Spannungen und Frust. Da muss ich vielleicht auch den Anspruch loswerden, allen gerecht werden zu können. Es ist hier oft laut, es fallen harte Worte und fliegen die Fetzen und Türen. Das hätte ich gern anders. Friedlicher, achtsamer, dankbarer.

{beruflich} Mein Ausgebranntsein und meine Orientierungslosigkeit zeigten sich übers Jahr gesehen auch in meiner Auftragslage und genereller (un)Zufriedenheit meiner Arbeit und Kunden. Ich möchte gern meine Freude an dem, was ich tue zurückerlangen und diese Schaffensfreude in meiner Arbeit sichtbar machen. Finanziell lag mein einkommen unter dem von 2014.

{kreativ & Handarbeit} Ich hatte viele kreative Projekte. ich habe bei Lifebook 2015 mitgemacht, einem Mixed Media Online Kurs von Willowing Art, der über das ganze Jahr lief. ich habe nicht alle Aufgaben mitgemacht, aber die mich angesprochen haben, waren toll. Ich habe mich für 2016 wieder angemeldet. Auch die Arbeit mit Ali Edwards One Little Word Kurs hat mir Spaß gemacht. Ich habe ein Skizzenbuch begonnen und auch mal draussen gezeichnet. Ich war auf einem Kalligrafieworkshop von Torsten Kolle und habe generell wieder mehr geschrieben und kalligrafiert. Es ist schön, wieder mehr ins Tun zu kommen. Weniger Zeit habe ich beim Stricken verbracht. Entweder kamen mir nicht die richtigen Projekte unter, oder meine Muße hat generell etwas geschlafen.

{Fitness & Gesundheit} Im Februar waren wir eine ganze Weile recht hartnäckig erkältet, den Rest des Jahres haben wir gesund durchgebracht. Vielleicht jeder mal mit einer Erkältung. Ich hatte ein paar nervige stressbedingte Symptome und Verspannungen. Ich war weniger Laufen, dafür aber regelmässig Schwimmen. Ich habe das silberne Rettungsschwimmerabzeichen geschafft und war wieder öfter beim Yoga. Jetzt gegen Ende des Jahres merke ich allerdings, daß Kondition und Kraft wieder Training brauchen. Im Sommer war ich oft am See, entweder abends allein zum Schwimmen oder zum Dienst bei der Wasserwacht. In der Wasserwacht habe ich eine schöne gemeinschaft gefunden, in der ich mich wohlfühle und sinnvoll einbringen kann.

10. Wofür bin ich dankbar?

Das Gefühl, angekommen zu sein.
Sicherheit, Frieden, Familie, Freundschaften, Essen auf dem Teller und Dach überm Kopf, Gesundheit, Wohlstand und eine Fülle an täglichen Möglichkeiten und Entscheidungen.

11. Welche Situationen, eigenen Verhaltensweisen, Menschen tun mir nicht gut?

mich mit anderen vergleichen, Dinge von anderen Menschen erwarten, hohe Ansprüche an mich selbst, Menschen, die Negativität ausstrahlen und immerzu meckern, Situationen in denen ich viel Lärm ausgesetzt bin, viele Menschen auf einen Haufen, Stress, Hektik

12. Welche Situationen, Zufälle, Menschen haben mich unterstützt?

Das waren in diesem Jahr zuallererst mein Mann, meine Familie, mein Mütterkreis, Freundinnen und Mairegen.
Ich habe im November begonnen, ein Coaching mitzumachen. Es besteht aus Stimm- und Lebenscoaching. Ich hatte bereits drei Sitzungen und merke, wie es in mir arbeitet.
Im Sommer habe ich Jana getroffen. Wir konnten uns spontan verabreden. Wir haben einen Tag miteinander verbracht und die zeit dabei völlig vergessen. Das tat mir so sehr gut. Ausserdem meine Frauenwochenenden mit Gesprächen, Faulsein und Kuschelzeit. Meine Zeit im Kloster zum Kalligrafiekurs empfand ich sehr schön. Und viele überraschende oder geplante Alltagsbegegnungen mit der ein oder anderen Umarmung ohne Worte. Sehr wohl tat mir unser monatliches Date mit dem Mann.

13. Wenn ich dem Jahr 2015 einen Titel geben sollte, wie würde er lauten?

Mein Wort für 2015 war Heal. Und das ist tiefer gegangen als ich Anfang des Jahres dachte. Ich finde den Titel sehr passend. Heilen.

Ausblick 2016
1. In welche Richtung soll sich mein Leben entwickeln?
Ich möchte wieder Sinn in meiner Arbeit und zurück zu meiner Mitte finden, ich möchte Orientierung und Entschleunigung. Beibehalten möchte ich die Herzenswärme, Liebe und Wertschätzung, die mir wiederfahren ist.
2. Was bzw. wer könnte mich bei meinen Vorhaben unterstützen?
Ich selbst, denn alles ist bereits in mir. Freunde und Familie für Support und Rückhalt. Im November habe ich auch die Zusammenarbeit mit einem Coach begonnen. Ich geniesse inspirierenden Input von Blogbeiträgen, Büchern und Gesprächen sowie die Arbeit mit Workbooks und E-Kursen. Ich freue mich auf bereits gebuchte Reisen und noch ungeplante Workshops.
3. Um welche Themen will ich mich verstärkt kümmern? Wie?
Um meinen Anspruch an mich selbst, das Vergleichen mit anderen und Erwartungen, die ich habe. Ich habe dafür einen Coach, werde mich dem Thema aber auch durch Selbstreflektion, Gespräche und Arbeitsbücher widmen.
4. Auflistung kleiner hilfreicher Dinge, Vorhaben, Wünsche!
Ich freue mich auf eine Reise nach Mittsommer in Finland, ein Frauencamp in Norddeutschland, eine geplante Reise nach Paris mit der Tochter, auf Dates mit meinem Mann, auf Familientreffen und Mütterkreistreffen. Auf Schwimmtrainings und Laufrunden, vielleicht auch einen kreativ-Workshop. Auf Singen und Schwimmen, auf Yoga und Massagen, auf Gespräche und Inspiration.
5. Welches Motto wähle ich mir für das Jahr 2016

Loslassen

Statistik

  • Stromverbrauch :: 2811,90 kwh (zum Vergleich 2014: 2836,80 kwh, 2013: 2589,60 kwh; der durchschnittliche Stromverbrauch für einen 5-Personenhaushalt beträgt 5928 kwh)
  • Wasserverbrauch :: 120 000 Liter (Das sind 65,75 Liter pro Person/Tag. Mir kam das gerade viel vor. Aber der deutsche Durchschnitt liegt bei 127 Liter/Person. Das realtiviert meine Wahrnehmung wieder etwas.)
  • Heizkosten (Holz) :: Wir haben 4 Ster Buchen-Holz für 420 Euro gekauft (2014: 4 Ster für 360 Euro, aber Birke)
  • gelaufen :: 72,9 km (2014: 137,4 km)
  • geschwommen :: ca 19 km (2014: ca 10 km)
  • Gestrickt :: ca 530 g (2014: 826 g) Wolle verstrickt (unfertige Strickwerke noch nicht mitgezählt)
  • Gelesen :: 7 Bücher (incl Hörbücher) fertig, das bewegendste war Die Bienenhüterin (den Film hingegen mochte ich nicht so)
  • Podcasts :: 1
  • Blogposts ::   223 (2014: 301)

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