Umstrukturierung im Kinderzimmer

wolfzimmer_5880

wolfzimmer_5881

wolfzimmer_5882

Der Wolf äußerte zunehmend Unmut über sein Zimmer. Zu klein (sowieso), zu wenig Spielfläche. Keine Hochebene, keine Chance Ordnung zu halten. Nun ja. Über manches konnten wir diskutieren, über anderes wiederum nicht. Kinder sind aber in jeder Hinsicht lösungsorientiert.

Die Kinderzimmer sind je ca 10 qm gross. Der Wolf wollte gern seinen Kleiderschrank, ein riesiges Monster, los sein und lieber auf dem Bett als unter dem Bett spielen. Als er nun ein paar Tage bei Oma weilte, nahmen wir uns die Zeit und strukturierten und bauten das Zimmer etwas um. Der große Kleiderschrank flog raus und wanderte ins Lager, um dort für andere Dinge seinen Dienst zu leisten. Das Hochbett bekam einen anderen Platz und ein Brett überm Lattenrost, sodass dort zusätzliche Spielfläche entstanden ist. Die Matratze liegt nun unterm Bett als Kuschel- und Schlafhöhle. Die Tochter wollte auch einen Schrank reduzieren. Dieser wanderte zum Wolf als Kleiderschrank. Ausserdem schraubten wir unser altes Küchenregal an die Wand zur Ausstellung seiner fertigen Legobauten. Ich bin gespannt, wie lange das Zimmer in diesem Zustand taugt, bevor es sich neuerlicher Umstrukturierung unterziehen muss. Ein paar Optimierungen im Detail bedarf es noch. Das sind ja alles lebendige Prozesse. Dem Wolf gefällts. Uns auch erstmal.

Weil immer wieder Nachfragen zu dem Lego-Aufbewahrungssystem kommen: Das ist ein Tower von Really Useful Boxes. Den gibts mittlerweile in verschiedenen Varianten (Affiliate Link).

wolfzimmer_5884

wolfzimmer_5885

Vorbereitungen zum Schulanfang

Im September kommt der Wolf zur Schule. Während meiner Blogrunden lese ich bereits von den vielen Schulanfängen in meiner Internetblase. In einigen Bundesländern hat die Schule bereits begonnen. Schulanfang wird in den alten Bundesländern offenbar anders gefeiert als in den neuen Bundesländern. Da hat dieses Fest eine viel höhere Bedeutung. Ausserdem sind die Feierlichkeiten auch von Schule zu Schule verschieden. Ich mag die Willkommensrituale sehr gern. Für den Wolf wird es nach dem großen Schulakt eine gemütliche Familienfeier geben. Ideen dazu sammle ich auf Pinterest. In der Schule werden die kleinen Schulanfänger begleitet von einem älteren Paten mit einer Sonnenblume auf der Bühne Willkommen geheissen. Sie lernen ihre Lehrerin kennen und gehen das erste mal als Klasse gemeinsam in ihren Klassenraum, wo ihnen eine kleine Geschichte erzählt wird. Die Eltern dürfen währenddessen warten und werden von den anderen Schuleltern willkommen geheissen und bewirtet.

image

image

Hier daheim möchte ich gern etwas schmücken. Nicht fehlen darf der Zuckertütenbaum aus meiner Kindheit. Da ich aber keine Papiertüten aufhängen möchte, habe ich mich entschieden, welche als Deko zu nähen. Die kann ich dann beim Sterngucker auch noch benutzen, weil sie nicht kaputt gehen, sollte es regnen. Die Deko habe ich gestern über den Tag verteilt genäht. Dazu habe ich eine gekaufte kleine Pappschultüte aufgemacht und als Schablone genommen. Dann habe ich die Stoffteile grob nach dieser Anleitung, die ich vor Jahren mal bei Juliane entdeckte, zugeschnitten und genäht, diese dann aber nicht mit einem Papprohling, sondern mit Bastelwatte gefüllt.

image

image

image

wimpelkette

Zusätzlich habe ich aus meinen Stoffresten eine ca 16,50 m lange (ich war selbst überrascht) Wimpelkette genäht. Dazu habe ich immer zwei Stoffrechtecke in gleicher Größe links auf links aufeinander gelegt, ein Dreieck im Zickzackstich drübergenäht, die Kanten abgeschnitten und das ganze dann als Farbverlauf auf ein langes Schrägband genäht. Ich kann es kaum erwarten, sie vorm Haus aufzuhängen.

image

Auch der Inhalt für die Schultüte liegt bereit. Ich brauche nur einen ungestörten Moment, sie zu befüllen. Die Schultüte ist meine eigene. Die haben schon meine Geschwister und auch die Tochter benutzt. In die Schultüte kommen (neben ein paar Nascherein)

Nun besorge ich noch eine Trinkflasche und eventuell eine Uhr. In den Schulranzen kommen am ersten Tag eine Brotzeit, Trinkflasche und Hausschuhe. Mehr braucht es nicht. Wir hatten tatsächlich keine langen Materiallisten und zu beschriftendes Eigentum. Der Wolf bekommt alles, was er braucht, nach und nach von der Schule.

*Amazon Affiliate Link

Abschiede und neue Stufen

Untitled

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.

Stufen. Hermann Hesse

Das Gedicht von Hermann Hesse habe ich vor vielen Jahren durch eine Freundin kennengelernt, die mit über 60 Jahren die Zelte in Deutschland abbrach und mutig der Liebe nach Australien folgte. Seither finde ich es immer wieder passend für jede Art von Abschieden und Neuanfängen, für Lebensabschnitte und Weiterentwicklungen.

Stillen, Wickeln & Sprache
Gestern schrieb ich über den bevorstehenden Schulanfang des Wolfes und damit den Abschied von seiner Kindergartenzeit. Doch auch beim Sterngucker (und damit auch mir) tut sich viel. Noch vor einigen Monaten schrieb ich wehmütig und ein bisschen verzweifelt über unsere Stillzeit. Ich habe damals nichts an der Situation verändert, kein Abstillprogramm oder ähnliches. Nachdem ich drüber geschrieben und meinem Herzen Luft gemacht hatte verbesserte sich die Situation. War wahrscheinlich ein Schub oder eine kleine Stillkrise meinerseits. Heute, 9 Monate später, stillen wir zwar immer noch. Aber es schleicht sich aus. Wir stillen nicht mehr jede Nacht, mal schläft der Sterngucker so lange durch und wir stehen gleich auf, mal habe ich keine Lust und er gibt sich mit Kuscheln zufrieden, und mal stillen wir eben und es ist ok. Auch für mich fühlt es sich nun rund an. Ich spüre keine Wehmut und keinen Abschiedsschmerz mehr. Der richtige Zeitpunkt ist da und genau so passt es.

So ähnlich war es mit den Windeln. Wir kaufen keine Windeln mehr. Es war ein schleichender Übergang. Erst daheim, nur Tags, Windeln nachts und nach Absprache, wenn wir unterwegs waren. Und jetzt plötzlich geht er selbst zum Klo, mal allein, mal mit Begleitung. Auch die Nächte klappen gerade Windel- und Unfallfrei. Sprachlich kann sich der Sterngucker nun immer besser ausdrücken. Verglichen mit anderen ist er eher spät dran, dafür aber motorisch sehr fit.

Übergänge und neue Abschnitte
Im September geht er in den Kindergarten. Die Kennenlerntage waren schon problemlos. Am liebsten würde er jetzt schon jeden Tag mit in den Kindergarten gehen. Ich bin fest überzeugt, daß es ein entspannter Übergang sein wird, wenn auch eine große Umstellung für alle. Der richtige Zeitpunkt ist da. Auf so vielen Ebenen. Die bevorstehenden Veränderungen sind bereits jetzt unterschwellig spürbar. Die Kinder sind zum Teil unausgeglichen, gereizt und nicht in ihrer Mitte. Ist ja auch eine spannende Zeit, zwischen zwei bedeutenden Lebensabschnitten. Der Wolf wird zur Schule gehen, der Sterngucker in den Kindergarten. Die Tochter beendet die 7. Klasse und wird sich im nächsten Schuljahr mit ihrer großen Montessoriarbeit beschäftigen und sie am Ende präsentieren – ein wichtiges Ereignis an der Montessorischule.

Ich freue mich schon sehr auf die Ferien, wenn wir ein wenig Entspannen, Rumhängen und Runterkommen können.