Weihnachten – Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich

Zur Wintersonnenwende flatterte mir der Newsletter des Sonnenjuwel Yogazentrums in Berlin in die Mailbox mit einem interessanten Text über Weihnachten und die Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich.

Weihnachten, kein anderes Fest birgt diese geballte Ladung an Konfrontation und Fragen nach einem klaren Standpunkt. Das beginnt mit der Frage, ob Schwiegermutter mitfeiern darf oder wer was schenkt, welche Tradtionen übernommen und gepflegt werden.

„Denn während wir uns damit beschäftigen, ob zum Beispiel die Schwiegermutter zum Weihnachtsfest kommen darf oder erst am 2. Weihnachtsfeiertag zum Kaffeetrinken besucht wird, geht es am Ende darum, ob wir unser Leben ehrlich und wahrhaftig leben. Müssen wir unsere eigene Meinung verleugnen oder trauen wir uns, klar und deutlich unsere Meinung zu sagen? Wenn wir uns für die Anerkennung, Wertschätzung, Harmonie und das Dazugehören verbiegen müssen, dann erzeugt das Spannungen in uns, die sich in vielfältiger Weise äußern und uns am Ende unglücklich werden lassen.
Der andere Weg, die eigene Wahrheit und Meinung zu leben und auszusprechen, ist eine Herausforderung für sich, da uns Menschen mit Ablehnung begegnen können. Keiner möchte Ablehnung – schon gar nicht an Weihnachten. Es ist Schwerstarbeit zu sich zu stehen und respektvoll zu sagen, was man fühlt und denkt. Und auch hier können Spannungen entstehen – immer dann, wenn man sich Gedanken darüber macht, was wohl die anderen davon halten oder über einen denken.“ aus dem Newsletter vom Sonnenjuwel Yogazentrum Dezember 2014

Es geht hier also um die Frage nach dem eigenen wahrhaftigen Leben. Es geht um Selbstwertgefühl und Integrität. Wie schaffe ich es, meine eigenen Ideale zu vertreten, mein wahrhaftiges Ich, mein Sat Nam, zu leben.

Ich finde das sehr spannend, denn diese Themen (Annerkennung, Harmonie, Wertschätzung, Integrität) begegnen mir immer wieder. Jede_R trägt seine Muster mit sich herum. Ich hatte da in letzter Zeit wirklich sehr interessante Gespräche. Und in diesem Zusammenhang ist mir noch ein Buch in die Hände gefallen. Ich habe es als Rezensionsexpemplar bestellt. Es heisst Integrity is my way: Der ehrliche Weg zum Glück von Uwe Albrecht. Ich war neugierig auf den Inhalt des Buches, vorallem, weil ich mit Uwe vor einigen Jahren auf dem Gatkacamp war, ihn und einen Teil seiner Familie kennenlernen durfte. Das Buch ist so geschrieben, daß man immer wieder drin blättern kann, sich entweder kurze Texte zum Thema durchlesen kann (Angst, Geheimnisse, Ladungen, Opfer, Macht, Kompromisse) oder Erfahrungsberichte von Menschen, die mit dem Autor zusammengearbeitet haben und nun über sich und ihre integeren Weg schreiben.

Durch das Buch habe ich mich wieder an Inner Wise erinnert und schmökere gerade auf der Website und dem Blog herum. Mal sehen, ob da was Interessantes für mich dabei ist (auf den ersten Blick ist es ziemlich.. naja.. esoterisch – ein anderer Begriff fällt mir grad nicht ein :-). Auf jeden Fall wird mich das Thema Integrität noch eine Weile begleiten, ob nun mit oder ohne Inner Wise, mit oder ohne Bücher.

Das Buch schliesst mit meinen Liebslingstext von Herman Hesse ab. Stufen.

Integrity is my way: Der ehrliche Weg zum Glück, Uwe Albrecht, Knaur menssana, 16,99 Euro (broschiert), 14,99 Euro (kindle) (Affiliate Link)

Mein Jahresrückblick 2012

Ah, der letzte Tag im Jahr. Ich bringe hier noch alles halbwegs in Ordnung. Nochmal putzen, aufräumen, das ein oder andere Liegengebliebene beenden (ich habe den Flickkorb fast leergeflickt!). Abschliessen. Und auch zurückschauen auf das Jahr. Dieses ereignisreiche, volle und atemberaubende Jahr.

sonnenhausen-7

Der Sterngucker, unser Highlight
Anfang des Jahres war ich nochschwanger und sehr träge. Es war eine schwerfällige Schwangerschaft, die ich als sehr kräftezehrend empfunden habe. In Familie und Partnerschaft gab es einige Reibungen, die wir aber durch Kommunikation und einigen strukturellen Veränderungen lösen konnten.
Als es mir gegen Ende der Schwangerschaft besser ging, wollte das Baby, 3 Wochen vorm Termin, schon raus. Wir waren auf eine Hausgeburt vorbereitet, die jedoch in der Klinik nach vielen zehrenden Tagen unter Wehen mit einem Kaiserschnitt endete. Es waren Tage voller Hingabe. Ich habe so viele Medikamente und Mittel bekommen wie in vielen Jahren zusammen nicht. Ich! Welch Herausforderung im Annehmen. Da lag ich also, einmal quer aufgeschnitten (und wieder zusammengenäht), mit einem neuen Baby im Arm, das die ersten Tage noch auf der Kinderstation verbringen musste. Um das ich mir anfänglich viele Sorgen gemacht habe. Ich brauchte einige Zeit, wieder Vertrauen ins Leben, in das Gute zu bekommen. Ich war misstrauisch, zweigeteilt und in innerer Unordnung. Erst eine Heilbehandlung brachte wieder halbwegs Frieden und Balance in mich. Ich bin sehr dankbar, daß meine Mama uns viele Wochen unterstützt hat, indem sie hier her kam und sich um Kinder und Haushalt kümmerte, damit wir die Babyzeit geniessen und genesen konnten. Ein so wertvolles Geschenk!
Die Geburt des Sterngucker war tatsächlich Highlight des Jahres. Er ist so ein bezaubernder kleiner Mensch, entspannt, zufrieden und ausgeglichen. Er macht uns das Familienleben auf seine Art wirklich leicht. Die Geschwister haben den Sterngucker wie selbstverständlich in ihrem Kreise aufgenommen. Kleiner toller Bruder.
Im Juni war ich mit den Kindern auf dem Pfingstcamp, was mir 9 Wochen nach der Sternguckergeburt sehr gut tat.

Sommer und Herbst mit seinen Veränderungen
Den Sommer verbrachten wir bei unserer Gatkafamilie auf dem Camp und ein paar Tage an der Ostsee.
Im Septermber wechselte der Wolf in einen neuen Kindergarten. Das brachte nochmal einiges an Bewegung in das Familienleben. Im positiven Sinne. Plötzlich wurden pädagogische Themen (wieder) artikuliert und durch das Kindergartenkonzept aktiv im Familienalltag integriert. Die Elternabende und Hospitationen haben sich als sehr fruchtbar erwiesen. Auch im September bekamen wir die Kündigung für unser Haus. Das hat uns zuerst sehr schockiert, dann aber diverse andere Lösungsansätze angestossen. Wir denken über den Bau eines eigenen Hauses nach.
Der Mann und ich haben uns Laufschuhe und -kleidung gekauft und haben mit dem Laufen begonnen, um bisschen was für unsere Kondition zu tun. Die Tochter und ich haben mit Gitarrespielen begonnen; ich habe das Briefeschreiben wiederentdeckt, einen Puppenkurs besucht, 2360 g gestrickt und 4 Podcasts aufgenommen. Ich bin 87,2 km gelaufen, habe mindestens 20 Briefe kalligrafiert und 403 Blogbeiträge auf meinem Blog veröffentlicht. Als Familie haben wir 2734,50 kw/h Strom verbraucht.

Dankbarkeit
Ich möchte mich sehr bei all den wunderbaren Menschen im Internet und echten Leben bedanken, die mich mit Worten, Gedanken, Geschenken, Briefen, Emails und Gesten begleiten. Es macht Spaß mit Euch und ich bin sehr dankbar!