Vom (Langzeit) Stillen

stillleben

Das Stillen verlangt mir einiges ab. Hormone, Dauerhunger und Müdigkeit. Ich bin gerade etwas stillmüde, kann aber nicht loslassen.

Vom Anfang – Die Tochter
Stillen hat bei mir bei jedem Kind von Anfang an gut geklappt. Bei der Tochter hatte ich die ersten zwei Wochen wunde, offene Brustwarzen. Jedes Anlegen war eine Qual. Aber mit viel Geduld und Zuspruch meiner Hebamme, Rotlicht und Silicea, wurde es besser. Die Milch floss reichlich, ich hätte mit Sicherheit noch ein zweites Kind miternähren können. Die Tochter fütterte ich schon recht früh zu. Kurz vor ihrem ersten Geburtstag beendete sie unsere Stillbeziehung.

Attachment Parenting und Rohkost – Der Wolf
Beim Wolf beschäftigte ich mich sehr ausführlich mit Attachment Parenting in allen möglichen Hinsichten. Auch beim ihm war das Stillen kein Problem. Ich stillte ihn sehr lange voll, nach und nach kamen frische Früchte hinzu, die er auch ohne oder mit wenigen Zähnen gut essen konnte. Die ersten beiden Jahren ernährte er sich komplett roh und wurde zusätzlich gestillt. Unsere Stillbeziehung beendete ich, als der Wolf 3,5 Jahre alt und ich mit dem Sterngucker schwanger war. Zu dieser Zeit stillten wir eh nur noch abends. Ich konnte das Stillen gut ausschleichen, indem ich nicht mehr jeden Abend stillen wollte, dafür kuschelten wir viel und der Wolf gab sich mit Brust-anfassen zufrieden.

Tag und Nacht – der Sterngucker
Und jetzt stille ich den Sterngucker. Zwischendrin sah es mal aus, als würde es weniger werden, aber es ist wieder mehr geworden. Je nach Entwicklungsphase, ist er mehr oder weniger anhänglich. Anfanges zeigte er mir das Handzeichen für Stillen, jetzt fordert er „Anna“. Tags wie nachts, sehr nachdrücklich und laut. Ich stille gern. Aber momentan merke ich, daß es sich nicht mehr rund anfühlt. Daß es mir viel abverlangt. Es verlangt immer viel ab. Das merke ich an meinem Hunger. Es gibt Tage, da habe ich das Gefühl, durch nichts wirklich satt zu werden. Und wer mich kennt, weiß daß ich echt viel esse. Ich muss wirklich schauen, daß ich gut für mich sorge. Der Sterngucker hat noch keine einzige Nacht, auch nicht ausversehen mal, durchgeschlafen (in Form von nicht-gestillt). Es macht mir für gewöhnlich nichts aus, nachts zu Stillen. Er dockt an, trinkt und wir schlafen weiter. Mehrmals pro Nacht, jede Nacht bedeutet das jedoch, daß ich die meiste Zeit nur in bestimmten Postionen schlafen kann. Das wiederum führt zu Verspannungen. Die Stillhormone wirken sich auf meinen ganzen Körper aus. Auch nach so langer Stillzeit noch. Das bemerkt vorallem mein Physiotherapeut immer wieder. Alles ist weicher und empfindlicher, weniger belastbar.
Ich kann tagsüber sehr deutlich sagen, daß ich nicht stillen möchte. Meistens klappt das auch gut, andere mal reagiert er frustriert darüber. Nachts reagiert er grundsätzlich frustriert. Er schreit und kreischt. Aber er schläft auch wieder ein. Auch ohne Brust.

Vom Loslassen
Ich bin gerade etwas stillmüde. Nun werden Stimmen sagen: „Dann still doch ab. Das Kind ist doch eh schon alt genug, das brauchts doch nicht mehr. Blah Blah.“ Wenn es so einfach wäre, dann würde ich mich mit dem Thema nicht auseinandersetzen. Ja, es nervt mich gerade. Ja, ich will nicht mehr. Aber gleichzeitig möchte ich doch noch. Ich geniesse die kleinen Pausen und die innigliche Zweisamkeit, die uns das Stillen gibt. Der Sterngucker ist sonst kein verkuschelter. Einzig die Stillpausen sind unsere Zeit für Körperkontakt und Liebesturtelei. Stillen ist natürlich längst jenseits von nur Ernährung. Es ist Seelentrost und Anker, Sicherheit und Rückzug. Stillen rückt die Welt wieder gerade, wenn sie aus den Fugen gerät. Es tröstet, beruhigt und schmeckt zudem gut.
Und bei mir? Stillen ist eine beidseitige Beziehung. Ich kann nicht loslassen. Ich glaube, das ist die knallharte Wahrheit. Vorallem in dem Bewusstsein, daß der Sterngucker das letzte Kind ist, was ich stille. Ich wollte immer schon gern vier Kinder haben. Mindestens. Aber der Mann möchte keins mehr. Er wollte eigentlich schon vor dem Sterngucker keins mehr. Der Sterngucker ist mein kleines Geschenk. Und ich nehme Abschied von diesem Wunsch in mir drin, mal eine richtige Großfamilie zu haben. Ja, ich glaube, diese Wehmut, dieser kleine Schmerz, macht es mir nicht leicht, den letzten Schritt zu tun und Abzustillen. So generell finde ich mich mehr und mehr damit ab, nur drei Kinder zu haben. Ich geniesse die Zeit. Es ist anstrengend. Aber auch schön. Die letzte Schwangerschaft und Geburt hat mir einiges abverlangt. Ich weiss nicht, ob ich das nochmal möchte. Je länger es zurück liegt und je mehr Zeit vergeht, desto mehr verblasst alles und desto offener werde ich für den Gedanken, auch noch ein viertes Kind bekommen zu können. Aber es ist so nicht geplant.
Nun also die Frage, wie ich den Absprung schaffe. Das Loslassen. Sanft für uns beide. Vielleicht versuche ich es erstmal nachts? Dann zehrt es vielleicht nicht mehr so?

Sonntagssüß :: Stillkugeln

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Meine Hebamme brachte mich auf die Idee, Stillkugeln zu fertigen, um meinen dauernden Hunger zwischendurch gerecht zu werden. Ich habe die klassischen Rezepte als Inspiration genommen und meine eigene rohe Variante gezaubert. Die Kinder haben mir einen Großteil davon weggefuttert.

  • 3 HV Mandeln
  • 1 HV Sesam
  • 1 HV Sonnenblumenkerne
  • Zimt
  • das innere von 2 Kapseln Kardamom
  • Fenchel
  • 1 Nelke
  • 2 HV Datteln
  • Trockenfrüchte nach Geschmack (ich hatte Feigen)

Zuerst die trockenen Zutaten im Mixer zerkleinern. Gewürze nach Geschmack mitmixen. Dann die Datteln hinzufügen und vorsichtig weitermixen bis ein gut knetbarer Teig entsteht. Bei mir wars zu trocken, deshalb habe ich noch einige Trockenfrüchte (bissl weniger als eine HV) hinzugefügt. Aus dem Teig Kugeln rollen und in Sesam und/oder Kokosraspeln wälzen.

Ausserdem frisch aus dem Ofen: Apfel-Blätterteig-Taschen

Stillen

Internationales Still-Logo

Internationales Still-Logo

Soon our little wolf turns 11 months. I still is breastfed 100% with an occassional bite of fruits and veggies. People often start to ask when we’ll start giving him cooked solids. But why shall I disturb this little perfect organism with denaturated cooked food? Mothermilk provides everything he needs. It is food and drink, it contains all the good stuff for his immune system and helps forming his yaw. Beside this it is a wonderful time for mama and baby to spend together.

We nurse every time the little guy wants to. Sometimes more often, sometimes less. There is always enough milk, as it’s produced on demand. I really enjoy this deep connection with my child. I want to encourage all mamas to breastfeed their children as long and much as possible. It’s the best you can do.

Unser kleiner Wolf ist nun schon bald 11 Monate alt. Er wird noch voll gestillt und knabbert nur hin und wieder mal ein Stück Obst oder Gemüse. Ich werde oft gefragt, wann er denn endlich mal ein Brei oder was anderes zu Essen bekommt. Aber warum soll ich mir die Mühe machen, seinen kleinen Organismus mit gekochter und somit zerstörter Nahrung zu belasten, wenn die Muttermilch doch das Beste auf seine Bedürfnisse abgestimmte Nahrungsmittel ist? Muttermilch ist Durststiller und Sattmacher. Es ist der optimale Mix, der sich zu jeder Zeit genau an den Entwicklungsstand des Kindes anpasst. Stillen schützt vor Allergien, stärkt das Immunsystem, unterstützt die optimale Entwicklung des Kiefers und ist eine wundervolle Zeit, die Mama und Baby miteinander verbringen können.

Gemütlich nuckelnd

Gemütlich nuckelnd

Wir stillen nach Bedarf, mal mehr, mal weniger. Und bisher ist er ein properes Kerlchen geworden. Die Milch reicht immer, denn das hat die Natur so eingerichtet: die Nachfrage bestimmt das Angebot. Empfehlungen, schon ab dem 4. Monat zuzufüttern sind einschlägig interessengesteuert von der Industrie, um ihre mittlerweile vielseitig ausgeprägte Babyfertignahrung loszuwerden. Davon halte ich überhaupt nichts. Da können Hipp & Co mit uns keine müde Mark verdienen, tut mir leid. Stillen ist nicht nur gesund für Mutter und Kind, sondern schont auch den Geldbeutel (abgesehen von den größeren Portionen, die ich als Milchproduktionskraftwerk brauche).

Ich möchte jede Mama dazu ermutigen, solange wie nur möglich zu stillen.

Weitere Infos gibt es hier und bei der La Leche Liga.