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Ferien bei Oma

Wir haben noch eine weitere Woche Pfingstferien. Ich bin mit den Jungs zu meinen Eltern gefahren. Während der 7 Stunden Bahnfahrt dachte ich mir noch, warum ich mir das antue. Hier angekommen ist es aber ein bisschen wie Urlaub.

Der Garten blüht und grünt in einer unsagbaren Fülle. Überall duften Rosen und piepsen Stare in ihren Kästen, bereit jeden Moment auszufliegen. Ich lungere den ganzen Tage zwischen Couch, Esstisch und Garten herum, esse frische Erdbeeren und grünen Salat mit Zitronensaft und Zucker. Meine trüben Gedanken und meine Sorgen haben gerade keinen Platz.

Kindheitserinnerungen

 

Gestern habe ich ein paar Kinderspielsachen aussortiert und Puppensachen gewaschen. Heute wurden meine alte Puppen neu gewaschen, gekämmt und eingekleidet. Hin und wieder kommen Leute auf die Wäscherolle oder bringen Futter für die Hasen und Hühner vorbei. Da gibts ein bisschen Tratsch und Neuigkeiten. Ansonsten bin ich wie in einer kleinen Blase ohne Druck und ohne Muss.

Herz und Seele auftanken

 

Meine Schwägerin hat mir die Nägel schön gemacht. Ein kleiner Mini-Spa. Am Abend sitze ich und zeichne für mein #the100daysproject (Ich bin bei Tag 70! Die Bilder dazu poste ich bei Instagram)

Am Donnerstag fahre ich weiter zum Dharmatraining. Im nächsten Modul geht es um das Herz. Bis dahin tanke ich mein Herz noch etwas mit Kindheitserinnerungen und süßem Nichtstun auf.

Weniger ist mehr :: Kalligrafie Seminar in Freising

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Meinen November startete ich mit einem Kalligrafie Seminar in Freising. Das Domberg Scriptorium in Freising lud die TeilnehmerInnen – unter der Leitung von Torsten Kolle und dem Motto „Weniger ist mehr“ – ein, eine Woche zu schreiben und zu experimentieren. Auf der Mitbringliste standen schwarze und weisse Gouache, eine Farbe, 5 zueinander kontrastreiche Werkzeuge und viel Übungspapier.

Es war mein dritter Kurs bei Torsten Kolle. Wie schon in den vorangegangenen Seminaren mochte ich sehr, daß es nicht nur um Kalligrafie ging. Vielmehr wurden wir auch angeregt, das Thema „Weniger ist mehr“ für uns persönlich, aber auch in Hinblick auf unsere Gesellschaft und den aktuellen Themen zu hinterfragen. So kam es während der Seminarwoche zu interessantem Austausch und Gesprächen.

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Experimente und Buchstaben im Detail

Kalligrafisch beschäftigten wir uns zuerst mit Expermienten zu unseren gewählten Werkzeugen. Wir untersuchten, welche Spuren sie auf Papier hinterlassen können, um später vielleicht darauf zurückzugreifen. Dann widmeten wir uns der serifenlosen Antiqua, welche wir mit der Bandzugfeder übten. Dazu gab es verschiedene Anregungen. Wir begannen ganz bei den Grundformen, beschäftigten uns mit Proportionen und Variationsmöglichkeiten. Was passiert, wenn wir nur einen teil des Buchstabens zeigen? Was macht einen Buchstaben aus und worin unterscheidet er sich von anderen Buchstaben des Alphabets? Das untersuchten wir in einer anderen Übung. Mit unseren Werkzeugen probierten wir neue Alphabetformen aus, einige Teilnehmerinnen entwickelten ihre eignenen Alphabete. Im Laufe der Woche fand jedeR ins Tun und Schreiben, alle unter dem selben Motto jedoch mit unterschiedlichsten Ergebnissen. Kalligrafie nicht nur als Schönschreiberei, sondern als Auseinandersetzung mit Material, Thema, Farbe und vorallem inneren Prozessen. Das ist genau, was ich daran liebe.

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Austausch und Zeit für mich selbst

Am Morgen vor den Kursen und in den Pausen war ausreichend Zeit, rings um den Domberg spazieren zu gehen oder in der Altstadt von Freising zu bummeln. Ich genoss die Herbststimmung, schaute mir den prachtvollen Dom von innen an und liess mich immer wieder von dem leuchtenden Ginkobaum im Hof des Seminarhauses verzaubern. Ich konnte am Abend früh zu Bett gehen, meinen Gedanken nachhängen und mich mit anderen TeilnehmerInnen austauschen. So ist ein Seminar auch immer eine tolle Begegnungsmöglichkeit. Ich nehme jedes Mal kleine Inspirationen jenseits der bloßen Kursinhalte mit nach Hause.

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Serifenlose Antiqua und Lapidarantiqua

Mein selbstgewähltes Thema waren hauptsächlich die Buchstabenformen der serifenlosen Antiqua. Ich habe mich bemüht, die Proportionen zu erfassen und Buchstabeformen schreiben zu lernen. Ich habe mit Federhaltung, Beschaffenheit der Schreibflüssigkeit, Druck und Schreibgeschwindigkeit gekämpft. Am Ende war ich doch sehr zufrieden mit meinen Fortschritten, die ich nicht nur im Laufe des Kurses, sondern auch im Laufe des Jahres an mir beobachte. Es sind einige Arbeiten entstanden, in denen ich das gelernte Wissen angewandt und kombiniert habe. Das Seminar hat mir viel Freude bereitet.

Skizzenbücher

Das Highlight des Seminares war für viele von uns der Einblick in eines von Torstens Skizzenbüchern. Er zeigte und erläuterte uns seine Gedanken und Inspirationen zu den Themen und Zeichnungen. Skizzenbücher sind eine sehr persönliche Sache. Wir sahen es als großen Vertrauensbeweis, einen Einblick in die Auseinandersetzungen mit diversen Themen zu erhalten. Lieber Torsten, vielen Dank!

 

 

 

Kleine Auszeit im Hexental

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Die Tochter wollte uuunbedingt nach Freiburg. Der Mann weilt im Urlaub, der Sterngucker bei Oma. Also habe ich bei Freunden eine Übernachtungsmöglichkeit erbeten und bin mit dem Wolf und der Tochter nebst Freundin nach Freiburg bzw in unser geliebtes Hexental gefahren (der Mann und ich haben da geheiratet <3). Es hat sich wie nach Hause kommen angefühlt. Das tut es immer, wenn wir dort auf dem Hof sind. Die Aussicht, die Stimmung, die Menschen. Ich hab mich alle drei Tage so wohl gefühlt. Die Tochter hat mit ihrer Freundin unserer Unterkunft als Basislager genutzt und war eigentlich die ganze Zeit in Freiburg mit FreundInnen unterwegs. Ich hatte derweil eine wunderbare Exclusiv-Zeit nur mit dem Wolf, die ich sehr genossen habe. Ich habe bewusst keine Verabredungen getroffen, sondern intensiv Zeit mit ihm verbracht. Wir haben Ubongo gespielt, uns im Bogenschiessen und am Badeteich ausgetobt, ein kleines Floss gebaut und mit der Katze gespielt.

Wanderung zur Schneeburg-Ruine Ebringen

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An einem Tag haben wir eine kleine Wanderung zur Schneeburg-Ruine in Ebringen gemacht. Anfangs noch mit viel Überredungskunst und Motivation meinerseits, dann leichtfüssiger. Ich habe gleich zwei Mäusebussardfedern und Baumperlen gefunden und die Aussicht genossen. Abends waren wir im Jesuitenschloss essen.

Sushi satt in Freiburg

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Am anderen Tag vergnügten wir uns im Schwimmbad, assen Sushi zum Mittag und verbrachten den Nachmittag in Iris‘ Nähwerkstatt beim Puppennähen. Sushi wünschte sich der Wolf auch als Abschlussessen in Freiburg (die Bestellung per ipad machte ihm unglaublich Spaß). Ausserdem gaben wir noch ein kleines Vermögen im Spielzeugladen. Meine Geschenkekiste ist jetzt wieder gefüllt.

Etwas wehmütig, aber ganz erfüllt, fuhren wir am Dienstag dann zurück nach Hause. Die Tochter wollte am liebsten bleiben. Ich trage die Stimmung und die schöne Zeit in meinem Herzen und bin sehr dankbar, daß wir die Möglichkeit hatten, bei unseren Freunden zu wohnen und zu sein.