Vom Schulanfang

Neulich fand ich beim Aufräumen diesen Gesellen. Und mit ihm kamen die Erinnerungen. Dieses kleine Affenvieh schaute aus meiner Schultüte oben raus. Meine Eltern haben dafür ziemlich viel Energie investiert, diese Art Monchichi zu organisieren. Es gab ja nüschd.

Aber ich schweife ab. Ich wollte von meinem Schulanfang erzählen.

Schulanfang 1

Neulich fragte die Ringelmiez auf Twitter, wie es mit Geschwisterschultüten aussieht und was da rein kommt. Es entstand eine kleine Diskussion, wie das in den diversen Familien so gehandhabt wurde und wird. So war das bei mir:

Schulanfang war ein großes Fest. Am 1.9. waren die Ferien zu Ende und das neue bzw erste Schuljahr begann. Mit einem großen Festakt im Saal. Mit Rede und Programm. Und mit Schultütenübergabe, ganz feierlich auf dem Schulhof. Alle Schultüten lagen auf zwei langen Tafeln, die auf dem Schulhof standen. Pro Klasse gab es eine Tafel. Nun wurden die Schulanfänger nacheinander mit Namen aufgerufen und bekamen ihre Schultüte überreicht. Die war so groß und schwer, daß ich sie kaum tragen konnte. Davor oder danach, das weiss ich nicht mehr, wurde wir in Zweierreihen gehend, von unserer Lehrerin und unserer Hortnerin in unser Klassenzimmer geführt. Dort durften wir schonmal einen Platz aussuchen und eine keine Probeschulstunde erleben. Unsere Eltern warteten draussen auf uns. Danach sind wir gemeinsam mit unserer Familie nach Hause spaziert. Die große Schultüte hat jeder mal getragen.

schulanfang

Zuhause in unserem Vorgarten steht ein Haselnussstrauch. Das war der Zuckertütenbaum. Daran hingen lauter kleine und größere Zuckertüten. Und das ist so eine schöne tradition, wi ich finde. Die kleinen Tüten blieben als Deko hängen, die etwas größeren wurden an die anwesenden Kinder verteilt. Sozusagen als Geschwistertüten. Im Foto kannst du es vielleicht etwas erkennen. Ich ganz stolz mit meiner großen Schultüte (die hiess bei uns Zuckertüte) und am Baum die vielen kleineren.

Und dann kam das tollste. Auf einer großen Decke habe ich meine Schultüte ausgeleert und die ganzen Schätze darin begutachtet. Gemeinsam mit meinen Geschwistern, Cousine und Cousin. Das war ein Fest.

Schulanfang 4

Meinen ersten Schulranzen habe ich auch noch. Von dem konnte ich mich bisher noch nicht trennen, obwohl er schon arg mitgenommen aussieht. 4 Schuljahre lang hat er mich begleitet (dann gabs einen größeren, weil die Hefter nicht mehr reingepasst haben). Die Tochter hat ihn auch benutzt. Vielleicht ja auch der Wolf? Ob man sowas wieder restaurieren lassen kann? Ein paar Nähte und Schnallen müssten nachjustiert werden.

Welche Erinnerungen hast du an deinen Schulanfang? War es ein großes Fest? Oder eher eine kleine Feier? Welche Bedeutung hatte es für dich?

Spielmannszug

Spielmannszug 38

Spielmannszug 55

Spielmannszug 5

Spielmannszug 3

Als wir neulich zum 60. meines Papas waren, war auch als Überraschung der Spielmannszug geladen, um ein kleines Geburtstagskonzert zu geben. Mit dem fühlen wir uns irgendwie besonders verbunden, weil ich da ca 10 Jahre, seit 1988, mitgespielt habe. Wir haben für Meisterschaften trainiert, auf Lampionumzügen, Maifeiern und Faschingsparaden gespielt, Reisen zu Musikfestivals („Tu est jolie!“ hat er mir geschrieben und mich geküsst. Erster Kuss! Von einem Franzosen namens Benjamin, der mir nachstellte und sich fast in einen Messerkampf verwickelte wegen mir. haha), Partnerspielmannszügen und Trainingslagern gemacht. Im Spielmannszug habe ich meinen ersten Freund, mit dem ich dann gleich 4 Jahre zusammen war, kennengelernt, ich habe die Ausbildung zur Übungsleiterin gemacht und kleinen Menschenkindern das Flöte spielen beigebracht. Ich war immer mit viel Herz und Seele dabei. Aufgehört habe ich, als ich wegzog, um meine Ausbildung in Plauen zu machen. Dann konnte ich nicht mehr an Übungsabenden teilnehmen udn geriet mehr udn mehr ins Hintertreffen, was das Repertoire betraf. Es war schmerzlich für mich, den Spielmannszug verlassen zu müssen. Und deshalb hängt mein Herz immer noch dran. Ich habe mich sehr gefreut, ein paar wenige bekannte Gesichter noch wiederzusehen. Toll gewachsen ist der Verein und hat ob mancher Durststrecken, was die Mitglieder betrifft, sich echt gemausert. Ein bisschen ist das wie Familie gewesen. Hach.

Ich schweife ab. Jedenfalls durfte ich am Ende des Geburtstagskonzertes auch nochmal die Flöte zur Hand nehmen und einen Marsch mitblasen. Oh, ich war sooo aufgeregt und hatte butterweiche Knie. Aber ich kann es noch. Mit etwas Übung würde es mehr flutschen, da waren schon einige Querpfeifer drin. Aber hach. Spielmannszug :-) Das war toll!

Eine kleine Zeitreise

in Den Andel

When I was 19 or 20, I had my first long distance travel all by myself. I went by train to the Netherlands to visit my dear penpal Morna und Den Andel. We had a lot of fun. I lost contact to her. So Morno, if by chance, you read this, I’d like to hear how you are doing now, after all those years. (Or if anybody from the FB & deco circles remembers her?)

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Mit 19 (oder 20?) war ich das erste mal allein mit der Bahn unterwegs in den Urlaub. Ich habe meine damalige Brieffreundin Morna in den Niederlanden besucht. Ich bin mit dem Wochenendticket über 10 Stunden in einer vollen, überquellenden Bahn (da konnte wirklich niemand mehr einsteigen, so eng standen wir da drin) mit bestimmt 5x umsteigen nach Groningen/Den Andel gefahren. Dort habe ich wirklich eine schöne Zeit erlebt. Wir waren einkaufen, haben die Stadt unsicher gemacht. Damals haben mich vorallem das Konzept der Headshops interessiert :-) Verwandte von meiner Freundin hatten hinterm Haus ein riesiges Hanffeld. An einem Abend hat uns die Mutter meiner Freundin einen Joint gedreht. Nach einer Woche konnte ich ziemlich gut niederländisch verstehen (aber natürlich nicht sprechen). Ich habe einen ganz anderen Lebensstil in der Familie kennengelernt, wurde durch die Suppen und Müslis der Mutter inspiriert und habe zum ersten Mal im Leben meditiert. Der Vater lebte nämlich in Groningen, hatte einen Musikladen (so ich mich erinnere) und konnte Didgeridoo spielen. Irgendwie war er total Hippie, interessierte sich für Buddhismus und Meditation und fuhr mit uns ans Meer.
Auf einem Markt habe ich mir diesen schrillen Netzbody gekauft (den hatte ich auch später zum CSD in Berlin an). Wir machten Skurrile und schöne Fotos im Abendlicht an den großen Fenstern des niederländischen Hauses. Eins davon habe ich neulich bei Aufräumen gefunden. Das hat Morna von mir gemacht.